Bergisch Neukirchen

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Bergisch Neukirchen
Wappen der ehemaligen Stadt Bergisch Neukirchen
Koordinaten: 51° 7′ N, 7° 3′ O
Höhe: um die 122 m ü. NN
Fläche: 7,96 km²
Einwohner: 6721 (31. Okt. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 844 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1975
Postleitzahl: 51381
Vorwahl: 02171
Karte
Lage Bergisch Neukirchens in Leverkusen

Bergisch Neukirchen ist ein Stadtteil von Leverkusen.

Geografie und Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergisch Neukirchen grenzt im Osten an die Stadt Burscheid, im Süden an Quettingen und Lützenkirchen, im Südwesten an Opladen und im Norden an die Wupper sowie an die Stadt Leichlingen. Der Stadtteil Bergisch Neukirchen hat eine Fläche von 796 Hektar. Zu Bergisch Neukirchen gehören eine Reihe weiterer gewachsener Dörfer, unter ihnen Pattscheid, Biesenbach und Imbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 9. oder 10. Jahrhundert erfolgte die Gründung des Ortes Neukirchen und ca. 1150 ein erster Kirchbau. Im Jahre 1223 war die erste urkundliche Erwähnung von Neukirchen. Politisch gehörte der Ort seit 1360 zum Amt Miselohe im Herzogtum Berg.

Neukirchen als Teil der Bürgermeisterei Opladen

1555 erhielt Neukirchen ein eigenes Gericht. Am 16. Dezember 1582 bekannte sich der Ort zum protestantischen Glauben. 1600 wurde das Neukirchener Gericht mit dem Schlebuscher Gericht vereinigt. Der Ort wurde 1630 im Zuge des Dreißigjährigen Krieges niedergebrannt. Darauf folgte 1704 ein zweiter nachgewiesener Kirchenbau. 1781 wurde die Kirche abgerissen und der Neubau im bergischen Barockstil begonnen. 1784 war die Einweihung der neuen, heutigen evangelischen Kirche.

Von 1795 bis 1807 war Neukirchen von französischen Truppen besetzt. Bis 1807 unterstanden Neukirchen und Witzhelden einer gemeinsamen Mairie. Anschließend gehörte Neukirchen zum Kanton Opladen im Arrondissement Düsseldorf im Département Rhin. 1815 erfolgte die Gründung der Rheinischen Krautfabrik; im gleichen Jahr kamen das Rheinland und damit auch Neukirchen an das Königreich Preußen. Zunächst gehörte der Ort zum Kreis Opladen und seit 1819 zum Kreis Solingen. Im Jahre 1820 wurde die Gemeinde Neukirchen bei der Teilung der Bürgermeisterei Witzhelden zur Bürgermeisterei Opladen zugeschlagen. 1851 erfolgte die Trennung von Opladen; Neukirchen wurde eine selbständige Gemeinde.

Am 24. August 1857 erhielt Neukirchen Stadtrechte. Im Jahre 1881 bekam Neukirchen durch die Eisenbahnlinie Opladen–Lennep einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. 1901 wurde der Bahnhof gebaut.

Stadt Bergisch-Neukirchen zwischen 1857 und 1930
Stadt Bergisch-Neukirchen zwischen 1930 und 1975

Um Verwechselungen zukünftig auszuschließen, wurde Neukirchen in Bergisch-Neukirchen umbenannt. 1909 wurde der Kirchturm aufgestockt und eine Zwiebelhaube aufgesetzt. 1910 begründete der Schraubenfabrikant Max Tillmanns den „Tillmanns Park“, der seit 1988 im Besitz der Stadt ist.

Kriegerdenkmal an der ev. Kirche

Am 13. Juli 1910 stürzte das Luftschiff „Erbslöh“ bei Pattscheid ab.

1911 stiftete Albert Römer das Kriegerdenkmal für die Gefallenen der Einigungskriege 1866 und 1870/71. Das Denkmal war nach einem Entwurf des Charlottenburger Bildhauers Arnold Künne geschaffen und vor der evangelischen Kirche aufgestellt worden.

Im Jahre 1964 wurde der Name der Stadt Bergisch-Neukirchen in Bergisch Neukirchen geändert.

Am 16. März 1960 wird die katholische Pfarrgemeinde „Heilige Drei Könige zu Bergisch Neukirchen“ im Verband der Kirchengemeinde Pattscheid, St. Engelbert errichtet. Die neue Gemeinde besteht aus Teilen der bisherigen Gemeinden in Pattscheid, Lützenkirchen, Quettingen und Opladen. Mit Wirkung vom 15. Mai 1963 wird das Rektorat zur selbständigen Rektoratpfarrei erhoben. Erster Pfarrer wurde Arnold Zimmermann, der zugleich Pfarrer in Pattscheid war. Gottesdienste fanden zunächst im dafür angemieteten Saal der Gaststätte Tillmanns statt. Am 6. Juni 1971 wird die katholische Kirche Hl. Drei Könige eingeweiht.[2]

Am 1. Januar 1975 wurde Bergisch Neukirchen zusammen mit Opladen und dem bis dahin Monheimer Ortsteil Hitdorf in die Stadt Leverkusen eingegliedert.[3] Seitdem gehört Bergisch Neukirchen zum Leverkusener Stadtbezirk II.

Von 1979 bis 1984 erfolgte eine Restaurierung der evangelischen Kirche und des Turmes.

Am 31. Mai 1992 war die letzte Fahrt des Schienenbusses auf der Bahnstrecke. Die Strecke ist teilweise demontiert worden, der ehemalige Verlauf ist aber noch an der Bahntrasse zu erkennen. Außerdem existieren noch alte Unterführungen am Bahndamm. Die Strecke ist aber stark zugewachsen. Nach einem Plan des Vereins der Freunde und Förderer der Balkantrasse e. V. soll sie auf der Balkantrasse ein Fahrradweg gebaut werden. Doch die Stadt Leverkusen beteiligt sich noch nicht an diesem Bauvorhaben.

Nachträglich wurde das Projekt abgeschlossen. Dieses geschah privat finanziert und gefördert durch den Verein der Freunde und Förderer der Balkantrasse Leverkusen e. V. Durch Spendenaktionen und Mitgliedsgelder wurde die Erschließung der Trasse realisiert. Dabei wurden rund 400.000 Euro aufgebracht. Dafür verpflichtete sich der Förderverein gegenüber der Stadt Leverkusen für die nächsten 20 Jahre für den Unterhalt und die Pflege des gesamten Grundstückes.

Am 29. Mai 2014 wurde die Balkantrasse als Panorama Radweg-Wanderweg eröffnet. Die Balkantrasse ist damit von Leverkusen-Opladen bis Remscheid-Lennep als Radweg befahrbar.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 01. Dezember 1900: 2.108
  • 31. Dezember 1990: 6.832
  • 31. Dezember 1995: 6.752
  • 31. Dezember 1996: 6.839
  • 31. Dezember 1997: 6.874
  • 31. Dezember 1998: 6.877
  • 31. Dezember 1999: 6.964
  • 31. Dezember 2000: 6.912
  • 31. Dezember 2001: 6.889
  • 31. Dezember 2002: 6.851
  • 31. Dezember 2003: 6.544
  • 31. Dezember 2005: 6.835
  • 31. Dezember 2006: 6.800
  • 31. Dezember 2007: 6.816
  • 31. Dezember 2010: 6.677[4]
  • Einwohner: 6.675[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrer der evang. Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchen in Bergisch Neukirchen
Evangelische Kirche, März 2011
Bergisch Neukirchen
Katholische Kirche Heilige Drei Könige, Bergisch Neukirchen im November 2011
  • 1590–1612 Johann Wolfstall (erster luth. Pfarrer)
  • 1612–1648 Theodor Hartmann
  • 1648–1678 Petrus Hartmann
  • 1678–1718 Petrus Hartmann d. J.
  • 1719–1729 Theodor Hartmann
  • 1729–1773 Peter Christoph Scheibler
  • 1773–1814 Peter Christoph Scheibler jr.
  • 1816–1840 Johann F. A. Hundhausen
  • 1840–1847 Wilhelm Kleinschmidt
  • 1848–1888 Jean Trapp
  • 1889–1928 Friedrich K. C. F. Nölle
  • 1928–1968 Erich von Dreusche
  • 1968–1974 Dr. Günter Reese
  • 1975–1986 Christoph Nicolai
  • 1987–2013 Hans-Michael Bach

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl Leverkusen – Ergebnisse in Bergisch Neukirchen
 %
40
30
20
10
0
30,4 %
19,0 %
14,3 %
11,8 %
10,5 %
5,4 %
3,9 %
2,8 %
1,9 %
Die Bürgermeister von Bergisch Neukirchen
  • 1858–1871 Robert Pilgram
  • 1871–1878 Robert Halfmann
  • 1878–1900 Friedrich Wilhelm Stutz
  • 1900 Dr. Goetz (kommissarisch)
  • 1900–1926 Ernst Schroeder
  • 1926–1928 Richard Rohde
  • 1928–1934 Karl Voos
  • 1933–1934 Otto Förster
  • 1934–1935 Erich Lindhorst
  • 1935–1945 Ferdinand Hermanns
  • 1945–1946 Franz-Josef Sontag
  • 1946–1958 Wilhelm Hastrich
  • 1952–1958 Max Schönenberg
  • 1958–1961 Max Schönenberg
  • 1961–1964 Wilhelm Hastrich
  • 1964–1969 Max Schönenberg
  • 1967–1969 Hans-Erwin Biermann
  • 1969–1974 Erwin Jansen

Kultur und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergisch Neukirchen besitzt eine Anzahl von Fachwerkhäusern, teilweise sind diese Gebäude verschiefert. So steht auch das älteste Fachwerkhaus Leverkusens, aus dem Jahre 1561, in Bergisch Neukirchen. Einige Häuser sind aus dem 17. Jahrhundert.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemaliger Bahnhof Pattscheid der Bahnstrecke Wuppertal-Oberbarmen–Opladen

Mitten durch Bergisch Neukirchen verläuft die Landesstraße 291, die ehemalige Bundesstraße 232. Sie verbindet Opladen im Südwesten und Burscheid in östlicher Richtung und ist von der Bundesautobahn 3 über die Abfahrt Opladen und von der Bundesautobahn 1 über die Abfahrt Burscheid zu erreichen. Die Landesstraße 359 verbindet Bergisch Neukirchen mit Leichlingen.

Die Buslinien 239, 240, 251, 253 und 258 verbinden Bergisch Neukirchen mit Leverkusen Mitte, dem Chempark, Hitdorf, Opladen, Burscheid, Hilgen und Leichlingen. Nächster Bahnhof ist Opladen an der Strecke Köln–Wuppertal. Früher lag Bergisch Neukirchen an der Bahnstrecke Wuppertal-Oberbarmen–Opladen.

Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Städtischer Kindergarten
  • Kindergarten Heilige Drei Könige
  • Evangelische Kindertagesstätte
  • Gemeinschaftsgrundschule Bergisch Neukirchen
  • DRK Seniorentreff

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Albrecht Römer, 1912 ernannt

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bergisch Neukirchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistiken auf Seiten der Stadt Leverkusen – Stand: 31. Oktober 2013 (Memento des Originals vom 10. November 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.leverkusen.de (PDF; 7 kB)
  2. Chronik Heilige Drei Könige. sankt-remigius.de. Abgerufen am 3. Juni 2012.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 291.
  4. Bevölkerungsentwicklung Leverkusens (inoffiziell). Online auf www.leverkusen.com.
  5. Bevölkerungsentwicklung der Stadt Leverkusen@1@2Vorlage:Toter Link/www.leverkusen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Online auf www.leverkusen.com (PDF; 53 kB), S. 2

Koordinaten: 51° 4′ 41″ N, 7° 2′ 5″ O