Bezławki

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Bezławki
Bezławki führt kein Wappen
Bezławki (Polen)
Bezławki
Bezławki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Kętrzyn
Gmina: Reszel
Geographische Lage: 54° 2′ N, 21° 17′ OKoordinaten: 54° 2′ 0″ N, 21° 17′ 0″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 89
Kfz-Kennzeichen: NKE



Bezławki (deutsch Bäslack) ist eine zur Gemeinde Reszel (Rößel) gehörige Ortschaft in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren im Powiat Kętrzyński (Rastenburger Kreis).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im historischen Ostpreußen, etwa zehn Kilometer südöstlich von Reszel (Rößel), elf Kilometer südwestlich von Kętrzyn (Rastenburg) und 58 Kilometer nordöstlich vom Allenstein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bäslack südwestlich von Rastenburg auf einer Landkarte um 1910
Dorfkirche (ehemalige Burg), bis 1945 evangelisch

Der Ort wurde 1365 als Paistlauken und 1402 als Bayselawken erwähnt. Bevor das Dorf im 19. Jahrhundert Beeslack und Bäslack genannt wurde, lautete sein Name im 18. Jahrhundert Beslack und Beyslack.[1] Der Name leitet sich von prußisch "bais" (schrecklich) und "lauks" (Acker) ab. Das Kulmer Recht erhielt der Ort am 9. August 1371.

Bäslack war damals Bestandteil einer Kette von befestigten Orten des Deutschen Ordens an der Grenze zu Litauen. Die Burg Bäslack war von Moor umgeben und nur von Norden zugänglich.[2] Als weiterer Schutz wurde der Ort mit einer Stadtmauer aus Feldsteinen umgeben, deren Bestand ab 1402 nachgewiesen ist. Aus diesem Jahr stammt auch der erste Hinweis auf eine hölzerne katholische Kirche.

Im Jahr 1540 befand sich das Gut Beeslack im Besitz der Adelsfamilie Kannacher, die 1720 noch einmal in seinen Besitz gelangte.[3] Im 17. und 18. Jahrhundert gehörte der Gutsbezirk mit dem Dorf zum Besitz eines Zweigs der Familie Gröben. Um die Wende vom 17. zum 18. Jahrhunderts war Albrecht Sigismund von der Gröben (1660–1715), ein preußischer Militär, Erbherr auf Beeslack.[4]

Im Jahr 1945 gehörte Bäslack zum Landkreis Rastenburg im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Bäslack zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen von der sowjetischen Besatzungsmacht gemäß dem Potsdamer Abkommen vorläufig unter polnische Verwaltung gestellt. Im Kreisgebiet begann daraufhin der Zuzug polnischer Migranten, zum Teil aus Gebieten östlich der Curzon-Linie. Soweit die deutschen Dorfbewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit größtenteils aus Bäslack vertrieben.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1710 wütete in Bäslack eine Pestepidemie, der 149 Menschen zum Opfer fielen. 1785 gab es im Dorf 37 Haushaltungen,[5] 1816 waren es 17 weniger, in welchen zu diesem Zeitpunkt 305 Menschen lebten. 1905 waren es 47 Wohn- und 99 Wirtschaftsgebäude mit 354 Einwohnern. Die Einwohnerzahl stieg 1925 auf 689 mit 68 Häusern.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 311 [6]
1831 247 [7]
1852 380 [8]
1858 379 davon 350 Evangelische und 29 Katholiken[9]
1864 501 am 3. Dezember[10]
1910 451 am 1. Dezember[11]
1933 708 [12]
1939 686 [12]
Einwohnerzahlen nach Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1970
Einwohner 99[13]

Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor der Reformation wurde 1480 Johannes Tolk Pfarrer im Ort und betreute ein Kirchspiel mit den Orten Wilkendorf, Laxdoyen, Wanguty, Pasterzewo und Stąpławki. Seit der Reformation war die Kirche evangelisch. Hier wurde auch auf polnisch gepredigt.[1]

Evangelische Pfarrer bis 1945
  1. Jacob Willamowius, † Ende des 16. Jahrhunderts
  2. Albert Bartholomäi, † 1607
  3. Michael Andreä, seit 1608
  4. Matthias Borretius, 1656–1668 (†)
  5. Johannes von Sehren, 1668–1689 (†)
  6. Sebastian Andreä, 1669–1710 († an der Pest)
  7. Johann Faber, 1710–1717 († bei Königsberg im Wald erhängt aufgefunden)
  8. Stephan Neumann, 1717–1732
  9. Michael Pisanski, 1733–1738
  10. Chritian Krupinski, seit 1739

1867 lebten 2.945 Menschen in der Pfarrei, davon 130 Polen. 1896 waren es noch 32, 1901 20 Polen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

in der Reihenfolge des Erscheinens
  • Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 271–272.
  • Leopold Krug: Die preußische Monarchie - topographisch, statistisch und wirtschaftlich dargestellt. Teil 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1833, S. 459–460, Ziffer 13.
  • Tadeusz Swat: Dzieje wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. (= Seria monografii miast Warmii i Mazur). Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 163–165.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 271–272.
  2. Erich Weise (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten - Ost- und Westpreußen, Stuttgart 1981, ISBN 3-520-31701-X, S. 14–15.
  3. Ernst Heinrich Kneschke: Neues Allgemeines Deutsches Adels-Lexicon. Band 5, Leipzig 1864, S. 19.
  4. Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste. Band 32, Leipzig 1872, S. 7.
  5. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Ost-Preußischen Cammer-Departement, S. 15.
  6. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1: A-F, Halle 1821 (S. 77, Ziffer 169.)
  7. Leopold Krug: Die preußische Monarchie - topographisch, statistisch und wirtschaftlich dargestellt. Teil 1: Provinz Ostpreußen, Berlin 1833, S. 459–460, Ziffer 13.
  8. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 31.
  9. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Königsberg, nach amtlichen Quellen. Hartung, Königsberg 1861, S. 204, Ziffer 8.
  10. Preußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Königsberg: Berlin 1966, Kreis Rastenburg, Seite 2, Ziffer 5.
  11. Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 - Landkreis Rastenburg.
  12. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/rastenburg.html#ew33rastbaeslack
  13. Kętrzyn Z dziejów miasta i okolic. Olsztyn 1978, S. 164–165.