Groeben (Adelsgeschlecht)

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Wappen der
Familie von der Groeben

Groeben, auch Gröben, ist der Name eines alten märkischen Adelsgeschlechts. Die Herren von der Groeben gehören zum Uradel im Erzbistum Magdeburg und gelangten von dort über die Mark Brandenburg nach Ostpreußen. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Das Genealogische Handbuch des Adels nennt noch eine weitere Familie gleichen Namens, deren Stammvater Hans Gottlob Greben (* 1724; † 1777), königlich polnischer und kurfürstlich sächsischer Leutnant, später auch königlich preußischer Leutnant, war. Sein Sohn Friedrich Wilhelm (* 1774; † 1839) wurde königlich preußischer Generalleutnant und führte mit seinen Nachkommen den Namen von der Groeben und das Wappen des märkischen Uradelsgeschlechts unbeanstandet.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wird das Geschlecht am 29. November 1140 mit Luiderus de Grebene.[2] Gribehne (auch Grubene, Grobene, Cyprene, Grebene oder Gröben), das wahrscheinliche Stammhaus, ist eine Wüstung bei Calbe an der Saale im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt und wird als Flurname noch heute verwendet.[1]

Einer Überlieferung nach soll die Familie ursprünglich aus dem Herzogtum Sachsen stammen. Angehörige waren vermutlich im Jahr 927 zusammen mit König Heinrich in die Mark Brandenburg gekommen. Sie sollen auch zu den zwölf alten sächsischen Adelsgeschlechtern gehört haben, die aus ihrer Mitte die Vierherren des Königreiches erwählten.[3]

Die Herkunft des Namens Groeben ist nicht gesichert. Möglicherweise geht der Name auf das slawische Grob'n = Grab, Graben, Damm - in diesem Falle hätte die begüterte Familie von Gröben, wie seinerzeit üblich, den Namen von ihrer Besitzung, dem Dorf Gröben, angenommen. Für die Familie finden sich die Schreibweisen von Gröben und von der Gröben bzw. von der Groeben.

Ausbreitung und Besitzungen[Bearbeiten]

Bereits 1284 war Derwitz und um 1370 bzw. 1375 Gröben bei Ludwigsfelde zusammen mit anderen Gütern in der Mark Brandenburg in Familienbesitz.[3]

Die Familie gehörte zu den wichtigsten und mächtigsten Vasallen von Kaiser Karl IV. in der Mark. Schon früh wurden zahlreiche Angehörige des Geschlechts Ritter im Deutschen Orden in Preußen, wo sich im 15. Jahrhundert eine Linie dauerhaft niederließ. Später gelangten Zweige der Familie auch nach Pommern und Westpreußen.

Stammvater der ostpreußischen Linie war Heinrich von der Groeben, aus der Mark stammend, der 1408 Kobbern bei Friedland erwarb. Adam, sein Sohn, Deutschordensritter und Panierführer, fiel zusammen mit seinen Brüdern in der Schlacht bei Tannenberg 1410. Als einziger überlebte Ludwig, damals noch ein Kind, der später dem Stamm fortsetzen konnte. Seine Nachkommen waren die späteren Herren und Grafen von der Groeben.

Einer der Nachkommen war Hans Ludwig von der Groeben († 1669), Herr auf Lichtenfelde, Prälat im Stift Brandenburg, Landschaftsdirektor und kurbrandenburgischer Geheimrat. Er brachte das Erbjägermeisteramt des Kurfürstentums Brandenburg an sein Haus. Friedrich von der Groeben, ehemaliger königlich polnischer Generalleutnant, starb 1712 als königlich preußischer Amtshauptmann zu Osterode und Hohenstein. Er stiftete am 8. April 1711 vier Familienmajorate - Neudörfchen, Ponarien, Groß Schwansfeld und Ludwigsdorf. Außerdem stiftete er 1711 eine Familien-Erziehungs-Einrichtung (Stipendienhaus) für fünf Familienmitglieder und einen bürgerlichen Stipendiaten in Königsberg, zu dessen Finanzierung und Erhaltung das Gut Harnau und die vier Majorate beizutragen hatten.

Otto Friedrich von der Groeben (1657-1728), Generalmajor, Gründer des Fort Friedrichsburg in Ghana

Otto Friedrich von der Groeben (* 1657; † 1728), zunächst kurbrandenburgischer Generalmajor und später königlich-preußischer Amtshauptmann, gründete am 1. Januar 1683 unter der Regierung des Großen Kurfürsten das Fort Friedrichsburg an der Küste von Ghana in Afrika. Bereits als junger Mann unternahm er eine achtjährige Orientreise, die er in einer gedruckten Schrift (erschienen 1694 zu Marienwerder) beschrieb. Das von ihm bewohnte Gut Neudörfchen mit dem 1828/29 klassizistisch neu erbauten Gutshaus gehörte von 1693 bis 1945 der Familie.

Wilhelm Ludwig von der Groeben stiftete am 23. Januar 1772 das große Fideikommiss Langheim-Liepe. Die Familienstiftung bestand aus den Langheimer Gütern im ehemaligen Landkreis Rastenburg und Liep im Landkreis Königsberg und war später verbunden mit dem Präsentationsrecht zum preußischen Herrenhaus (Erlass vom 7. Juli 1855). Nach der Vertreibung aus Ostpreußen wurde sie in eine mildtätige Stiftung mit Sitz in Kiel umgewandelt.

Arthur Graf von der Groeben, Sohn des Grafen Wilhelm von der Groeben und Ida von Auerswald, Majoratsherr und Chef des Hauses Ponarien, wurde zum Mitglied des preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit ernannt. Er heiratete 1837 Auguste Freiin von Dörnberg. Aus der Ehe gingen acht Töchter und vier Söhne hervor.
Die Familie von Graf Karl Konrad von der Groeben-Ponarien erwarb nach 1990 das Gut Eickstedt in der Uckermark.

Carl Graf von der Groeben (* 1788; † 1876), Chef des Hauses Neudörfchen, starb als königlich preußischer General der Kavallerie. Er war zunächst Generaladjutant, Chef des 2. Schlesischen Ulanen-Regiments und erhielt ebenfalls die Mitgliedschaft im Preußischen Herrenhaus. Aus seiner 1816 geschlossenen Ehe mit Selma Freiin von Dörnberg stammen fünf Söhne, die alle in der Preußischen Armee dienten.

Aus den adeligen Zweigen kamen unter anderem Theodor von der Groeben, königlich preußischer Major auf Kallisten im ehemaligen Landkreis Mohrungen und Paul von der Groeben auf Jesau im Landkreis Rastenburg. Während des 19. Jahrhunderts gehörten auch die Güter Wetterau und Groß Klingbeck im Landkreis Heiligenbeil und Groß Krutschen im Landkreis Trebnitz zum Familienbesitz.[3]

Am 4. Februar 1895 wurde zu Berlin ein Familienverband der Grafen und Herren von der Groeben gestiftet. Er wurde 1964/1968 neu begründet und hält alle zwei bis drei Jahre Familientage ab.[1] Außerdem wurde dem Geschlecht am 7. Juli 1855 das Präsentationsrecht zum Preuß. Herrenhaus erteilt(Quelle: Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Band IV, Seite 263, C.A. Starke-Verlag, Limburg, 1978).

Siehe auch:

Standeserhebungen[Bearbeiten]

Am 19. September 1786 zu Königsberg, nach der Thronbesteigung von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen, erhielten die Vettern Gottfried von der Groeben auf Weßlienen, königlich preußischer geheimer Staatsrat, Kriegsminister und Obermarschall und Ernst Wolfgang von der Groeben auf Schrengen mit allen männlichen Nachkommen den preußischen Grafenstand [1].

Am gleichen Tag wurden auch die Vettern Johann Ernst von der Groeben, Majoratsherr auf Ludwigsdorf, Otto Heinrich von der Groeben, Majoratsherr auf Neudörfchen, Wilhelm von der Groeben, Majoratsherr auf Ponarien und Ludwig von der Groeben, Majoratsherr auf Groß-Schwansfeld und ihre vier ältesten Söhne in den preußischen Grafenstand erhoben. Der Titel war geknüpft an den Besitz der Majorate und in Primogenitur.[1]

Wappen[Bearbeiten]

Wappenfenster im Königsberger Dom

Stammwappen[Bearbeiten]

Wapen von der Groeben klein.svg

Das Stammwappen ist gespalten. Rechts in Silber eine aus dem Spalt wachsende rote Adlerklaue, links in Blau ein aufrechter silberner Spieß. Auf dem Helm mit rechts rot-silbernen und links blau-silbernen Helmdecken ein von Rot und Silber gevierter Hut.

Gräfliches Wappen[Bearbeiten]

Das gräfliche Wappen, verliehen 1786, ist innerhalb eines goldenen Schildrandes gespalten, rechts in Blau aufrecht ein braunbeschafteter silberner Spieß, links in Silber ein aus dem Spalt wachsende rote Adlerklaue. Auf dem Helm mit rechts blau-silbernen und links rot-silbernen Helmdecken ein von Silber und Rot gevierter Pilgerhut mit abfliegender roter Kordel. Als Schildhalter rechts ein goldbewehrter und gekrönter preußischer schwarzer Adler mit den Initialen FWR, links ein brandenburgischer roter Adler.[1]

Wappensage[Bearbeiten]

Die Familie soll ursprünglich den Namen der Greifen getragen haben, aus dem später Groeben oder Gröben wurde. Da sie stets tapfer den christlichen Glauben verteidigten, hat man ihnen noch einen Kardinalshut mit goldenen Quasten dazugegeben.[4]

Namensträger[Bearbeiten]

Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon Band IV, Band 67 der Gesamtreihe, Seite 263-264
  2. Staatsarchiv Magdeburg; Cop. 341 VIa
  3. a b c Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon Band 4, Seite 43–46
  4. Johann Georg Theodor Grässe: Geschlechts-, Namen- und Wappensagen des Adels Deutscher Nation. Reprint-Verlag, Leipzig 1999, ISBN 3-8262-0704-1, S. 55.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: von der Groeben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien