Biohackers

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Fernsehserie
OriginaltitelBiohackers
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Jahr(e) seit 2020
Produktions-
unternehmen
Claussen+Putz Filmproduktion
Episoden 6 in 1+ Staffeln (Liste)
Genre Drama
Regie Christian Ditter, Tim Trachte
Drehbuch Tanja Bubbel, Nikolaus Schulz-Dornburg, Johanna Thalmann
Produktion Uli Putz, Jakob Claussen
Schnitt Stinne Sonne Munch, Friedemann Schmidt, Simon Blasi, Andreas Baltschun
Erstveröffentlichung 20. August 2020 auf Netflix
Besetzung

Biohackers ist eine deutsche Fernsehserie, die im Auftrag des Video-on-Demand-Dienstes Netflix produziert und von diesem als Netflix Original vermarktet wird. Die Hauptrollen übernehmen Luna Wedler und Jessica Schwarz. Die erste Staffel wurde am 20. August 2020 veröffentlicht. Eine Woche danach wurde eine zweite Staffel der Serie bestätigt.[1]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freiburger Universitätsbibliothek

Die junge Studentin Mia Akerlund schreibt sich an der Universität Freiburg ein, um dort Medizin zu studieren. Sie zieht in die WG von Chen-Lu, Lotta und Ole und freundet sich mit diesen an. Jedoch verfolgt Mia noch einen weiteren Plan, sich an der renommierten Professorin Tanja Lorenz zu rächen. Diese ist für den Tod ihres Bruders Ben verantwortlich. Lorenz pflanzte damals genmanipulierte Embryos über ihre Befruchtungsklinik ein, um an diesen Kindern Experimente durchzuführen, womit sie ihre Gentherapie vorantreiben wollte. Mia, die eigentlich Emma Engels heißt, und ihr Bruder Ben sind solche Kinder. Mia arbeitet heimlich mit dem Journalisten Andreas Winter daran, Lorenz’ Machenschaften aufzudecken.

Mia lernt an der Universität Jasper, einen begabten Biologiestudenten und Assistenten von Professorin Lorenz, und seinen Mitbewohner Niklas kennen. Mia beginnt eine Beziehung mit Jasper, um so an Professorin Lorenz heranzukommen. Sie schafft es soweit, dass sie in den engeren Kreis der Gen-Experimenten kommt und an der Biohacking-Technologie mitarbeitet. Niklas kommt durch Zufall hinter Mias wahre Identität und hilft ihr bei ihren Recherchen. Dies macht Jasper mit der Zeit eifersüchtig und auch er und Professorin Lorenz kommen hinter Mias Geheimnis.

Jasper hat heimlich gefährliche Stechmücken entwickelt, die das gefährliche Coxsackie-Virus in sich tragen. Im Auftrag von Lorenz lässt er diese in einem Zug, in dem Mia und Niklas sitzen, frei. Die von den Mücken gestochenen Passagiere können nur mit Hilfe von Lorenz Gentherapie geheilt werden. Dies war von Anfang an Lorenz Plan, damit sie die Welt mit ihrer Gentherapie regieren kann. Nachdem Mia für alle dunkle Machenschaften von Lorenz Beweise hat, will sie diese an Andreas weitergeben. Die Staffel endet damit, dass Mia erfährt, dass Andreas gar nicht vorhat, Lorenz’ Machenschaften aufzudecken und sie sowie Professorin Lorenz entführt.

Besetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Hauptrolle
Mia Akerlund / Emma Engels Luna Wedler 1.01–
Professorin Tanja Lorenz Jessica Schwarz 1.01–
Niklas Thomas Prenn 1.01–
Jasper Adrian Julius Tillmann 1.01–
Chen-Lu Jing Xiang 1.01–
Lotta Caro Cult 1.01–
Ole Sebastian Jakob Doppelbauer 1.01–

Nebenbesetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rollenname Schauspieler Hauptrolle
Andreas Winter Benno Fürmann 1.01, 1.06–
Petra Eller Zeynep Bozbay 1.01–
Ben Engels Simon Tiefenbacher 1.01–1.06

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einzelnen Dreharbeiten an den Originalschauplätzen an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg wurde der überwiegende Teil der ersten Staffel in den Münchner Filmstudios gedreht. Die Hörsaal-Szenen wurden im Carl-von-Linde-Hörsaal an der TU München gedreht. Die Dreharbeiten starteten im Mai 2019 und wurden im September 2019 beendet.[2][3]

Die Produktion wurde mit finanziellen Mitteln aus dem German Motion Picture Fund und den FilmFernsehFonds Bayern mit mindestens 400.000 Euro gefördert.[4][5]

Ende August 2020 wurde eine zweite Staffel bestellt, die seit Herbst 2020 wieder in Freiburg und München gedreht wird. Sie soll 2021 veröffentlicht werden.[1][6]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sechs Folgen der ersten Staffel sollten ursprünglich am 30. April 2020 veröffentlicht werden. Netflix entschied sich jedoch diesen zu verschieben, da die öffentliche Wahrnehmung auf die Verbreitung des neuartigen Coronavirus fokussiert war und daher Szenen der Serie […] falsch verstanden werden könnten.[7] Die erste Staffel wurde am 20. August 2020 veröffentlicht.

Episodenliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Original­titel Regie Drehbuch
1 Ankunft Christian Ditter Christian Ditter
2 Geheimnisse Christian Ditter Christian Ditter
3 Verdacht Christian Ditter Christian Ditter
4 Gewissheit Tim Trachte Nikolaus Schulz-Dornburg
5 Verrat Tim Trachte Tanja Bubbel
6 Bestimmung Tim Trachte Johanna Thalmann
Am 20. August 2020 wurden alle Episoden auf Netflix veröffentlicht.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Wollner stellt beim MDR Kultur fest, dass der Ansatz von Biohackers, also die moralische Frage von medizinischer Forschung, beängstigend ist, in der Serie wird dies aber unrealistisch ausgeschlachtet. Ihrer Meinung nach rast die Handlung zu schnell und das Potential des Plots wird völlig verschenkt.[8]

In Die Welt schreibt Christian Meier, dass Biohackers eine handwerklich ordentlich produzierte Serie, die jedoch wenig inspirierend und überzeugend sei. Besonders angetan ist er von den schauspielerischen Leistungen von Luna Wedler in der Rolle von Mia Akerlund und bezeichnet sie als eine ausdrucksstarke, vielschichtige junge Schauspielerin.[9]

Thomas Bremser bezeichnet den wissenschaftlichen Ansatz in Heise online als interessant und bemängelt die völlig überzeichneten Charaktere. Aus der Sicht von Bremser wirken vor allem Mias WG-Mitbewohner völlig unrealistisch, die Figur von Frau Schwarz hätte mehr Tiefe vertragen.[10]

Auch Ursula Scheer kritisiert in der FAZ, dass man Jessica Schwarz für ihre Rolle mehr Material hätte liefern können. So bliebe der kühl-elegante Auftritt der Schauspielerin über weite Strecken von einer stählernen Monochromie. Gleichzeitig lobt Scheer die Regisseure, das Ensemble der Nachwuchsschauspieler so agieren zu lassen, dass alles lässig und leicht wirkt. Scheer erinnern die WG-Mitbewohner an ein gengedoptes „TKKG“. Insgesamt sei die DNA der Serie geschickt synthetisiert und sollte somit problemlos in der freien Streaming-Wildbahn überleben können.[11]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netflix ließ von der ETH Zürich im Rahmen einer Marketingaktion die erste Folge der Serie passend zum Thema in einem DNA-Speicher als erste Serienfolge auf dieser Speichertechnologie speichern.[12]

Unter anderem durch ein Foto der futuristischen Freiburger Universitätsbibliothek wurde der Regisseur Christian Ditter angeregt, die Serie in Freiburg spielen zu lassen.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Thomas Lückerath: Zweite Staffel: Deutsche Netflix-Serie "Biohackers" verlängert. DWDL.de, 27. August 2020, abgerufen am 30. August 2020.
  2. Kerstin Ernst: Biohackers: Alle Infos zur neuen Netflix-Serie. Chip, 11. Mai 2020, abgerufen am 21. Juli 2020.
  3. Carl-von-Linde-Hörsaal. Abgerufen am 23. August 2020.
  4. Glenn Riedmeier: "Biohackers": Deutsche Netflix-Thrillerserie abgedreht. In: Wunschliste.de. 12. September 2019, abgerufen am 21. Juli 2020.
  5. FFF Bayern fördert mit 2 Mio. Euro drei internationale Serienprojekte bayerischer Produzenten für Netflix und Amazon. FilmFernsehFonds Bayern, 7. März 2019, abgerufen am 21. Juli 2020.
  6. Joshua Kocher & Manuel Fritsch: Netflix lässt zweite Staffel von „Biohackers“ in Freiburger Innenstadt drehen. Badische Zeitung, 10. November 2020, abgerufen am 11. November 2020.
  7. Thomas Lückerath: Netflix verschiebt Serie "Biohackers" auf unbestimmte Zeit. In: dwdl.de. 20. März 2020, abgerufen am 21. Juli 2020.
  8. Anna Wollner: Netflix-Serie "Biohackers": Enttäuschender Thriller über Medizin-Experimente | MDR.DE. In: mdr.de. Mitteldeutscher Rundfunk, 20. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  9. Christian Meier: Das geheime Leben der Superprofessorin. In: welt.de. Die Welt, 20. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  10. Thomas Bremser: Wissenschaft vs. Moral: Netflix-Serie "Biohackers" stellt hochaktuelle Fragen. In: heise online. 18. August 2020, abgerufen am 21. August 2020.
  11. Ursula Scheer: Serie „Biohackers“ bei Netflix: Augen auf bei der Erbgutwahl. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. August 2020]).
  12. „Biohackers“: Netflix lässt neue Serie in DNA speichern. In: FAZ.NET. ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 1. September 2020]).
  13. Christian Ditter: Biohacking in Freiburg. In: SWR2.de. SWR, abgerufen am 13. Oktober 2020.