FilmFernsehFonds Bayern

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Das Logo der Gesellschaft seit September 2006

Der FilmFernsehFonds Bayern GmbH (FFF Bayern) ist eine Gesellschaft zur Förderung der Medien in Bayern mit Sitz in München.

Aufgaben und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der FFF Bayern sieht es als seine Aufgabe, eine quantitativ und qualitativ hochwertige Filmförderung in Bayern durchzuführen sowie zusätzliche Serviceleistungen für die Filmbranche anzubieten. Damit soll die in Bayern seit langem bestehende Film- und Fernsehlandschaft gefördert werden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1996 wurde der Fonds im Bayerischen Filmzentrum Geiselgasteig gegründet. Erster Präsident und Geschäftsführer war Herbert Huber, Vorsitzender des Aufsichtsrats wurde Kultusminister Hans Zehetmair. 1997 wurden das Informationsbüro Film, das für den Medienstandort Bayern publizistisch tätig war, und das Location Büro als eigenständige Abteilungen in den FFF eingegliedert.

1999 übernahm die Bayerische Staatskanzlei die Zuständigkeit für den Film. Staatsminister Erwin Huber wurde FFF-Aufsichtsratsvorsitzender. In diesem Jahr beteiligte sich der FFF zum ersten Mal an den Medientagen München und vergab beim Internationalen Dokumentarfilmfestival München und der Regensburger Kurzfilmwoche Förderpreise. Die HypoVereinsbank, Bayerische Landesbank, Reuschelbank und LfA Förderbank Bayern schlossen sich zum Bayerischen Bankenfonds (BBF) zusammen.

Seit 2011 hatte Prof. Dr. Klaus Schaefer die FFF-Geschäftsführung. Seit 2018 hat Dorothee Erpenstein die Geschäftsführung übernommen.

Im Rahmen der Medientage München wurde 2002 das Location-Pilotprojekt mit Garmisch-Partenkirchen unterzeichnet und der Grundstein für das „Location-Netzwerk Bayern“ gelegt.

2003 wurde das erste Filmabkommen in Québec zwischen der regionalen Filmförderung SODEC und dem FFF Bayern unterzeichnet.

Zum 1. Juli 2004 wurde die für Medienthemen zuständige Abteilung gotoBavaria in den FFF integriert. 2005 vergab der FFF Bayern beim Filmfest München zum ersten Mal seinen Förderpreis Filmjournalismus.

Im September 2006 erhielt FFF ein neues Logo und ein neues Corporate Design.

Die Organisation hat 2009 als erste deutsche Länderförderung den Einstieg in die Digitalisierung der Filmtheater finanziell unterstützt und ein Sonderprogramm zur Umrüstung auf die digitale Projektionstechnik aufgelegt sowie die Förderung kulturell und pädagogisch anspruchsvoller Games etabliert.

Seit Sommer 2009 engagiert sich der Bayerische Bankenfonds zudem in Form von Bürgschaften für Nachwuchsfilme. Für Produktionen von Studenten und Absolventen der HFF München kann pro Projekt eine Bürgschaft von maximal 135.000 Euro beantragt werden.

Gesellschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesellschafter sind der Freistaat Bayern, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM), der Bayerische Rundfunk, das ZDF und die privaten Fernsehanbieter ProSiebenSat.1 und RTL.

Förderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 28 Millionen Euro jährlich stehen für die Förderung folgender Bereiche zur Verfügung:

  • Kino- und Fernsehfilmproduktionen
  • Nachwuchs
  • Drehbuch
  • Projektentwicklung
  • Verleih/Vertrieb
  • Filmtheater
  • Games

Über die Vergabe der Mittel entscheidet der FFF Vergabeausschuss fünf Mal im Jahr. Über die Gamesförderung entscheidet ein eigener Ausschuss, der zwei Mal jährlich tagt. Für die Produktions- und Verleihförderung gilt die Einhaltung des so genannten Bayern Effekts. Demnach müssen Antragsteller bei der Produktionsförderung mindestens das 1,5fache des gewährten Darlehensbetrages in Bayern ausgeben. Bei der Verleihförderung muss wenigstens der gewährte Darlehensbetrag ausgegeben werden.

Vergabeausschüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vergabeausschuss für die Film-, Fernseh,-Nachwuchs-, Drehbuch, Projektentwicklungs-, Verleih- und Vertriebsförderung setzt sich zusammen aus (Stand: 1. März 2011):

  • Klaus Schaefer, Geschäftsführer FilmFernsehFonds Bayern, Vorsitzender des Ausschusses
  • Christiane Conradi, Geschäftsführerin Bayerisches Filmzentrum Geiselgasteig
  • Reinhold Elschot, Leiter der Hauptredaktion Fernsehspiel und Stellvertretender Programmdirektor des ZDF
  • Stefan Gärtner, Senior Vice President Koproduktion und Filmpolitik der ProSiebenSat.1 TV Deutschland GmbH und Geschäftsführer der SevenPictures GmbH (ProSiebenSat.1)
  • Ira von Gienanth, Geschäftsführerin Prokino Filmverleih
  • Manfred Heid, Hochschule für Fernsehen und Film München, Abteilung V / Produktion und Medienwirtschaft
  • Carolin Kerschbaumer, Filmreferentin Bayerische Staatskanzlei
  • Claus Niederalt, Ministerialrat im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen
  • Ulrike Putz, Geschäftsführerin Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion
  • Bettina Reitz, Präsidentin der Hochschule für Fernsehen und Film München
  • Wolf-Dieter Ring, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien
  • Florian Stiglhofer, Kinobetreiber, Oberstdorf
  • Barbara Thielen, Bereichsleiterin Fiktion bei RTL

Der Vergabeausschuss für die Gamesförderung setzt sich zusammen aus (Stand: 1. März 2011):

  • Klaus Schaefer, Geschäftsführer FilmFernsehFonds Bayern, Vorsitzender des Ausschusses
  • Alexander Buck, Organisationsentwickler/-berater (POB)
  • Dorothee Erpenstein, Medienpolitische Referentin der Bayerischen Staatskanzlei
  • Klemens Kundratitz, GF Koch Media, Vorstand bei BIU - Bundesverband Interaktiver Unterhaltungssoftware
  • Christian Kluckner, Technical Director Chimera Entertainment
  • Verena Weigand, Jugendschutzbeauftragte der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien
  • Bartosz von Rymon Lipinski, Dozent Mediadesign Hochschule München, Fachbereich Games

Bayerischer Bankenfonds (BBF)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als ergänzendes Finanzierungsinstrument wurde im Jahr 2000 der Bayerische Bankenfonds (BBF) gegründet, in dem vier große Bankinstitute zusammen wirken. Mit einem Finanzvolumen von 20 Millionen Euro finanziert der BBF zusätzlich FFF-geförderte Kinofilme in Produktion und Verleih.

Filmtheaterförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Förderung der bayerischen Filmtheater durch den FFF Bayern soll dazu beitragen, eine flächendeckende Kinostruktur in Bayern zu erhalten und die Programmqualität sowohl bei den Kinos auf dem Land als auch in den großen Städten zu sichern. Folgende Maßnahmen gibt es hierzu:

  • Investitionen zur Modernisierung und Verbesserung von Filmtheatern
  • Sonderprogramm Digitalisierung
  • Programmprämien für gewerbliche Filmtheater
  • Zusatzkopienförderung

Förderpreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation stiftet mehrmals im Jahr verschiedene Förderpreise. Über die Vergabe entscheiden die jeweiligen Jurys.

  • Förderpreis Dokumentarfilm auf dem DOK.fest München
  • Förderpreis Filmjournalismus auf dem DOK.fest München
  • Förderpreis auf der Regensburger Kurzfilmwoche
  • Filmpreis Bayern auf dem Festival NaturVision

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Filmtechnik in Bayern (2006)
  • 10 Jahre FilmFernsehFonds Bayern (2006)
  • Nachwuchsförderung 1996–2008 (2008)
  • Förderprogramm (2008)
  • FFF-Richtlinien (2011)
  • Jahresrückblick (2010)
  • Film Production Manual (2010)
  • FilmNews Bayern (erscheint sechs Mal jährlich)

FFF-Filmwochen und Events[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

  • Deutsche Filme „Made in Bavaria“ bei den Bayerischen Kulturwochen in Krakau (1997)
  • Filme „Made in Bavaria“ erhalten ein Forum beim Festival des deutschsprachigen Films in Hongkong und Krakau (1998)
  • Unter dem Motto „Promotion für den deutschen Film“ präsentiert der FFF neue Filme in Shanghai, Moskau, Kairo und Krakau (2001)
  • Bayerische Filmwochen in St. Petersburg, Sofia, Bangalore und Montréal (2003)
  • Präsentation bayerischer Filme in Budapest, Goa und Palic (2004)
  • „Bavarian Film Day“ beim Filmfestival in Edinburgh (2007)
  • Filme “Made in Bavaria” beim Festival des Films du Monde in Montréal, bei “German Currents” in Los Angeles und in der Slowakei (2008)
  • Filme „Made in Bavaria“ beim 17. Love is Folly Filmfestival Varna (2009)
  • Special Screening in der Bayerischen Vertretung in Brüssel von “John Rabe” (2009)
  • Special Screening von „Nanga Parbat“ in der Bayerischen Vertretung in Berlin (2010)
  • Special Screening von “Die Päpstin” in der Bayerischen Vertretung in Brüssel (2010)
  • Informationsveranstaltung „Auftakt Drehsommer“ für PR-Vertreter (2010)
  • Filme „Made in Bavaria“ in Kapstadt (2010)
  • Treffen der bayerischen Gamesbranche in Montréal (2010)
  • Special Screening von „Der große Kater“ im Bayerischen Landtag (2010)
  • Eröffnung der Ausstellung „Subjektiv – Dokumentarfilm im 21. Jahrhundert“ in der Pinakothek der Moderne München (2010)
  • Special Screening von „Waffenstillstand“ in der Bayerischen Vertretung in Berlin (2011)
  • Special Screening von „Almanya - Willkommen in Deutschland“ im Bayerischen Landtag (2011)

FFF Film Commission Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Film Commission Bayern unterstützt in- und ausländische Produktionsfirmen bei Dreharbeiten in Bayern und vermittelt bei der Locationsuche und der Beschaffung von Drehgenehmigungen. Zusätzlich wirbt und informiert die Film Commission Bayern auf internationalen Messen und Festivals für den Produktionsstandort Bayern. Zu den wichtigsten Initiativen der Film Commission Bayern zählen das Location-Netzwerk Bayern und die Publikation "Film Production Manual – München und Bayern". Erste Film Commissionerin Deutschlands war Gabriele Pfennigsdorf im Jahr 1989 in München; mittlerweile ist sie stellvertretende Geschäftsführerin des FFF.

Cluster audiovisuelle Medien/MedienNetzwerk Bayern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stärkung und Vernetzung des Medienstandorts Bayern war von 2006 bis 2012 das Cluster audiovisuelle Medien (CAM) beim FFF Bayern angesiedelt. Die Aufgaben des Clusters bestanden darin, durch strategisch ausgerichtete Netzwerkaktivitäten die audiovisuellen Branchensegmente zu verknüpfen und mit anderen Branchen und Clustern zu verbinden. Als Nachfolgeeinrichtung ist im Januar 2013 das MedienNetzwerk Bayern gegründet worden. Diesem gehören das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, der Bayerische Rundfunk, die Bayerische Landeszentrale für neue Medien, der MedienCampus Bayern und der FFF Bayern als Gründungsmitglieder an. Später hinzugekommen ist die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft. [1]

Geförderte Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

FFF-geförderte Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bayerische Staatsregierung hat im September 2009 die Gamesförderung installiert und beim FFF Bayern angesiedelt. Für die Entwicklung von Konzepten, Prototypen und die Produktion "hochwertiger und gewaltfreier Computerspiele" stehen jährlich Mittel in Höhe von 470.000 Euro zur Verfügung. Bisher wurden gefördert:[2]

  • Oktoberfest für Anfänger (2009, Konzept)
  • Myth of Glory (2009, Prototyp)
  • Rumors and Legends (2009, Prototyp)
  • Word Wizards (2009, Prototyp)
  • 2weistein II – Neue Abenteuer in Trillion (2009, Produktion)
  • Astroslugs Adventures (2010, Konzept)
  • Bavaria Ville (2010, Konzept)
  • Die Aquas (2010, Konzept)
  • Geheimakte 3 – Der Archimedes Code (2010, Konzept)
  • Keep the Sheep (2010, Konzept)
  • Lost in Afrika (2010, Konzept)
  • Spiel für eine bessere Welt (2010, Konzept)
  • Universe of Culture (2010, Konzept)
  • Bernd das Brot und die Unmöglichen (2010, Prototyp)
  • Color Cubes (2010, Prototyp)
  • Das verrückte Labyrinth (2010, Prototyp)
  • Generation Zero (2010, Prototyp)
  • Swimming under Clouds (2010, Prototyp)
  • Carcassonne (2010, Produktion)
  • PhysikusIHD² (2010, Produktion)
  • Die Welser (2011, Konzept)
  • Josephine (2011, Konzept)
  • Keep the Sheep (2011, Prototyp)
  • Pulzar (2011, Prototyp)
  • Tink (2011, Prototyp)
  • Woodlies – Kein Keks für Kobolde (2011, Prototyp)
  • Myth of Glory (2011, Produktion)
  • Toms Welt (2011, Produktion)
  • Word Wizards (2011, Produktion)
  • Alosius auf Abwegen (2012, Konzept)
  • Taddeo's Welt (2012, Konzept)
  • Bubbles (2012, Prototyp)
  • Die Welser (2012, Prototyp)
  • Fold-Challenge (2012, Prototyp)
  • Kosmos Physics (2012, Prototyp)
  • Noah (2012, Prototyp)
  • Taddeo's Welt (2012, Prototyp)
  • Bernd das Brot und die Unmöglichen (2012, Produktion)
  • Eosis: Raiders of Dawn (2013, Konzept)
  • Retro Brain (2013, Konzept)
  • Tabor Süden (2013, Konzept)
  • Wichtel auf Weltreise (2013, Konzept)
  • Bavaria Ville (2013, Prototyp)
  • Bullettime Racing (2013, Prototyp)
  • Glasses (2013, Prototyp)
  • Mercury Shift 3D (2013, Prototyp)
  • Stack-Time-Job (2013, Prototyp)
  • Alarm für die Seenotretter (2013, Produktion)
  • The Mystery of Neuschwanstein (2013, Produktion)
  • Der Froschkönig vs. Die sieben Zwerge (2014, Konzept)
  • Golf Buddies (2014, Konzept)
  • Trapdoor Castles (2014, Konzept)
  • Das Tal (2014, Prototyp)
  • daWindci (2014, Prototyp)
  • Eosis: Raiders of Dawn (2014, Prototyp)
  • Submerge (2014, Prototyp)
  • Virtual Boxing Challenge (2014, Prototyp)
  • Wecke Charly! (2014, Prototyp)
  • Bavariaville (2014, Produktion)
  • Freggers Code (2014, Produktion)
  • Goggles (2014, Produktion)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.mediennetzwerk.bayern
  2. http://www.fff-bayern.de/foerderung/games/