Birnbaum (Gerhardshofen)

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Birnbaum
Gemeinde Gerhardshofen
Koordinaten: 49° 37′ 36″ N, 10° 43′ 9″ O
Höhe: 290–321 m ü. NHN
Fläche: 3,02 km²
Einwohner: 409 (7. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91466
Vorwahl: 09163

Birnbaum ist ein Ortsteil der Gemeinde Gerhardshofen im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Dorf fließt der Reisigbach, der ein rechter Zufluss der Aisch ist. Im Südosten liegen die Reisigbachteiche. Ca. 0,5 km südlich liegt das Wirtsholz, im Nordwesten liegt der Lerchenhügel.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wird im Lehenbuch des Hochstifts Würzburg, das im Zeitraum zwischen 1303 und 1317 entstanden sein muss, als „Birbaum“ erstmals namentlich erwähnt. Lehensträger waren zu dieser Zeit Sitzo Mumler (ein Lehen) und Arnold von Dachsbach (zwei Huben, ein Lehen, ein Wald und den Zehnten des Ortes). In der Folge fiel der Ort an die Burggrafschaft Nürnberg. Im burggräflichen Salbuch von 1361/64 wird der Ort als „Pirpaum“ erwähnt. Es unterstand dem burggräflichen Amt Dachsbach. 1422 wird der Ort als „Pirpawm“ erwähnt, 1433 als „Pirpamm“ und 1601 als „Bierbaum“. Von 1462 bis ins 16. Jahrhundert residierten die Herren von Aurach(er). Im Anschluss wurden die Herren von Crailsheim Dorfherren, dann Schenk von Siemau, 1635 der kaiserliche Rittmeister (Bleymann bzw.) Bleimann von Löwenburg und danach die Herren von Wildenstein.[3] Im Dreißigjährigen Krieg wurde Birnbaum im Herbst 1631 geplündert und 1632 nochmals überfallen. Die Markgrafen beauftragten den Hauptmann Bleimann mit der Wiederherstellung des zerstörten Schlosses und es zum Schutzort für viele, unter anderem für den Pfarrer Veit vom Berg (1612–1675), den „Helden im Kirchenrock“.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Birnbaum 37 Haushalte. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Kasten- und Jurisdiktionsamt Dachsbach aus, die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte die brandenburg-bayreuthische Verwaltung Birnbaum inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 32 Anwesen der Verwaltung Birnbaum und 5 Anwesen dem Würzburgischen Juliusspital-Verwalteramt Burgbernheim.[5]

1810 kam Birnbaum an das neue Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Birnbaum 1811 dem Steuerdistrikt Dachsbach zugeordnet. 1813 wurde der Steuerdistrikt Birnbaum gebildet, zu dem Arnshöchstädt, Emelsdorf, Göttelbrunn, Gottesgab, Kästel, Kleehof, Linden, Peppenhöchstädt, Rohensaas, Sintmannsbuch, Traishöchstädt, Wiesenmühle, Willmersbach und Ziegelhütte gehörten. Im selben Jahr wurde die Ruralgemeinde Birnbaum gebildet, zu der Emelsdorf, Kleehof, Linden, Sintmannsbuch, Wiesenmühle, Willmersbach und Ziegelhütte gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde aufgespalten in

  • Ruralgemeinde Birnbaum mit Wiesenmühle;[6]
  • Ruralgemeinde Kästel mit Emelsdorf, Linden und Sintmannsbuch;
  • Ruralgemeinde Willmersbach mit Ziegelhütte;
  • Kleehof zur Ruralgemeinde Gerhardshofen.

Die Ruralgemeinde Birnbaum unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Neustadt an der Aisch und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neustadt an der Aisch (1920 in Finanzamt Neustadt an der Aisch umbenannt).[7] Ab 1862 wurde Birnbaum vom Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1938 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Neustadt an der Aisch, ab 1880 Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 3,018 km².[8]

Am 1. Juli 1971 wurde Birnbaum im Zuge der Gebietsreform nach Gerhardshofen eingemeindet.[9]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Haus Nr. 3: Wohnstallhaus mit Nebengebäude
  • Haus Nr. 6: Ehemaliges Schloss
  • Haus Nr. 7: Gasthaus zum Alten Schloss
  • Haus Nr. 42: Zweigeschossiges Walmdachhaus des 18. Jh. Erdgeschoss mit geputzt genuteten Ecklisenen. Im Türsturz (umgearbeitet) 18 J(ohann) H(ack) 91. Profiliertes Holztraufgesims.[10]
  • Haus Nr. 54: Keller

Baubeschreibungen: Liste der Baudenkmäler in Gerhardshofen#Birnbaum

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2016
Einwohner 295 362 328 308 316 326 327 325 300 278 260 259 257 251 248 225 229 220 192 279 288 271 229 218 261 409
Häuser[11] 64 46 57 59 52 50 51 54 71
Quelle [12] [13] [14] [14] [15] [14] [16] [14] [14] [17] [14] [14] [18] [14] [14] [14] [19] [14] [14] [14] [20] [14] [8] [21] [22] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch. Die Bewohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Peter (Gerhardshofen) gepfarrt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2259 führt nach Gerhardshofen zur Bundesstraße 470 bzw. nach Rezelsdorf. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mosbach. Die Staatsstraße 2414 führt nach Dachsbach ebenfalls zur B 470 bzw. an Willmersbach und dem Kleehof vorbei nach Hohholz. Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Linden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Einwohnerzahlen auf der Website gerhardshofen.de
  2. Birnbaum im BayernAtlas
  3. H. Sponholz (Hrsg.), S. 78.
  4. Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933. Ph. C. W. Schmidt, Neustadt a. d. Aisch 1950, OCLC 42823280; Neuauflage anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Verlag Ph. C. W. Schmidt Neustadt an der Aisch 1828–1978. Ebenda 1978, ISBN 3-87707-013-2, S. 237 und 243.
  5. H. H. Hofmann, S. 83.
  6. Adreß- und statistisches Handbuch für den Rezatkreis im Königreich Baiern. Kanzlei Buchdruckerei, Ansbach 1820, S. 58 (Digitalisat). H. H. Hofmann S. 220.
  7. H. H. Hofmann, S. 183.
  8. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 803 (Digitalisat).
  9. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 536.
  10. R. Strobel, S. 36. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  11. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  12. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 80 (Digitalisat).
  13. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 202 (Digitalisat). Birnbaum: 360 Einwohner, 45 Häuser; Wiesenmühle: 2 E., 1 H. Laut Historischem Gemeindeverzeichnis hatte die Gemeinde 361 Einwohner.
  14. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 180, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  15. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1055, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat). Birnbaum: 310 Einwohner; Wiesenmühle: 6 E.
  16. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1220, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat). Birnbaum: 320 Einwohner; Wiesenmühle: 7 E.
  17. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1155 (Digitalisat). Birnbaum: 272 Einwohner, 58 Wohngebäude; Wiesenmühle: 6 E., 1 Wgb.
  18. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1227 (Digitalisat).
  19. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1265 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1095 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 175 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 339 (Digitalisat).