Bistum Leitmeritz

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Bistum Leitmeritz
Karte Bistum Leitmeritz
Basisdaten
Staat Tschechien
Metropolitanbistum Erzbistum Prag
Diözesanbischof Jan Baxant
Generalvikar Martin Davídek
Gründung 3. Juli 1655
Fläche 9393 km²
Vikariate 10 ([1])
Pfarreien 384 (2019 / AP 2020)
Einwohner 1.363.000 (2019 / AP 2020)
Katholiken 161.464 (2019 / AP 2020)
Anteil 11,8 %
Diözesanpriester 79 (2019 / AP 2020)
Ordenspriester 34 (2019 / AP 2020)
Katholiken je Priester 1429
Ständige Diakone 14 (2019 / AP 2020)
Ordensbrüder 37 (2019 / AP 2020)
Ordensschwestern 25 (2019 / AP 2020)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Tschechisch
Kathedrale St. Stefan
Anschrift Dómské nám. 9
412 88 Litoměřice
Česká republika
Website www.dltm.cz
Bistumswappen

Das Bistum Leitmeritz (lateinisch Dioecesis Litomericensis, tschechisch Biskupství litoměřické bzw. Diecéze litoměřická) ist eine römisch-katholische Diözese in Nordböhmen mit Sitz in Leitmeritz. Es wurde im Jahre 1655 kanonisch errichtet und als Suffragandiözese dem Erzbistum Prag unterstellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Leitmeritz bestand seit 1057 ein Kollegiatkapitel an der Stephanskirche. Obwohl das Kapitel in seinen Besitzungen im Verlauf der Jahrhunderte wesentliche Einbußen erlitt, bildete es doch die materielle Grundlage für das neue Bistum, welches im Rahmen der Gegenreformation nach dem Dreißigjährigen Krieg entstand. Kaiser Ferdinand III. nominierte den Propst des Stiftes, Maximilian Rudolf von Schleinitz, 1647 zum ersten Bischof. Wegen der langwierigen Verhandlungen über die finanzielle Ausstattung erfolgte die kanonische Gründung erst mit Wirkung vom 3. Juli 1655.

Das Nominationsrecht für das Bistum blieb beim König von Böhmen, der bis dahin bereits ein solches für den Propst besaß. Das Domkapitel bestand bei seiner Errichtung aus einem Domdechanten und einem Kanoniker. 1671, 1680 und 1717 wurden vier weitere Kanonikate eingerichtet.

Das Bistum entstand aus Gebieten, die aus dem Erzbistum Prag herausgenommen wurden. Es umfasste bei seiner Errichtung ein kleines Gebiet zwischen Bilin, Böhmisch Leipa und Rumburg, sowie kleine Enklaven in der sächsischen Oberlausitz (z. B. Schirgiswalde). Damit umfasste es den Leitmeritzer Kreis, der sich 1647 in zwei Vikariate mit 62 Pfarreien gliederte, bis 1670 aber bereits auf sechs Vikariate anstieg. 1784 wurde das Bistum um die Kreise Jungbunzlau und Saaz erweitert.

Der erste Bischof Maximilian Rudolf von Schleinitz erbaute mit Bistumsmitteln und dem Einsatz seines privaten Vermögens anstelle der alten Stiftskirche eine barocke Kathedrale. 1738 wurde ein Priesterseminar gegründet.

Im 19. und 20. Jahrhundert war die Diözese vom Nationalitätenstreit zwischen Tschechen und Deutschen stark betroffen, da beide Volksgruppen einen etwa gleich großen Anteil an der Diözesanbevölkerung hatten.

1948 zählte das Bistum 449 Pfarreien mit 268 Diözesanpriestern, 83 Ordenspriestern, 180 Ordensbrüdern und 637 Ordensschwestern.

Das Bistum Leitmeritz unterhält eine Diözesanpartnerschaft mit dem Bistum Eichstätt in Bayern.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Lippert: Die Geschichte der Stadt Leitmeritz, Beiträge zur Geschichte Böhmens, Prag, 1871, 664 S., digitalisiert
  • Jaroslav Macek: Das Bistum Leitmeritz. Die Bischöfe und das Schicksal der Leitmeritzer Diözese 1655–2005. (Quellen und Studien zur Geschichte und Kultur der Sudetendeutschen, Band 4) Sudetendeutsches Institut, München 2013, ISBN 978-3-933161-09-3. (nicht ausgewertet)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bistum Leitmeritz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seznam vikariátů. katalog.dltm.cz, abgerufen am 24. Januar 2018.