Bochnia

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Bochnia
Wappen von Bochnia
Bochnia (Polen)
Bochnia
Bochnia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Powiat: Bochnia
Fläche: 29,89 km²
Geographische Lage: 49° 59′ N, 20° 26′ OKoordinaten: 49° 59′ 0″ N, 20° 26′ 0″ O
Einwohner: 30.173
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 32-700 und 32-701
Telefonvorwahl: (+48) 14
Kfz-Kennzeichen: KBC
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 40 BreslauTarnów
Schienenweg: BreslauMedyka
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde & Landgemeinde
Einwohner: 30.173
(30. Jun. 2014)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1201011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Stefan Kolawinski
Adresse: ul. Kazimierza Wielkiego 2
32-700 Bochnia
Webpräsenz: www.bochnia.pl



Bochnia ['bɔxɲa] (deutsch Salzberg) ist eine Stadt in Polen in der Wojewodschaft Kleinpolen, etwa 40 km östlich von Krakau, am Fluss Raba.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Anzeichen einer Siedlung an der Stelle des heutigen Bochnia stammen aus dem Jahr 1198. Die Entdeckung von Salz um 1248 und der Beginn des Abbaus waren verantwortlich für die Belebung des Ortes. So erhielt er bereits am 27. Februar 1253 das Stadtrecht nach Magdeburger Recht durch Boleslaw den Schamhaften.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich vor allem der Bergbau, aber auch das Handwerk, speziell die Tuchproduktion. 1655 bis 1657 wurde der Ort von den Schweden schwer zerstört. Im Juli 1772 kam Bochnia im Rahmen der ersten polnischen Teilung an Österreich. 1856 erhielt der Ort durch die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn den Anschluss an das Schienennetz zwischen DębicaKrakauWien. 1909 wurde für die Häuser der Stadt eine Kanalisation verlegt. 1886 öffnete die erste öffentliche Bibliothek von Bochnia, 1913 das erste feste Kino.

Während des Ersten Weltkrieges war der Ort Schauplatz von Kämpfen zwischen Russland und Österreich.

Hinrichtung polnischer Geiseln durch die deutsche Besatzungstruppe am 18. Dezember 1939

Während des Zweiten Weltkrieges kam es am 16. Dezember 1939 zu einem Überfall von Polen der Organisation „Weißer Adler“ (polnisch: Orzeł Biały) auf die deutsche Polizeistation. Dabei wurden zwei deutsche Polizisten getötet, darunter auch der Kommandant. Zwei schwerverwundete Polen wurden am nächsten Tag an Laternenmasten aufgehängt. Weitere 52 Menschen wurden erschossen. Dieser Vorgang war die erste offizielle Hinrichtung durch Deutsche auf polnischem Boden. In der Folge wurden viele Einwohner von Bochnia in Konzentrationslager oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert; dazu diente das Ghetto Bochnia [2] als Sammellager. Trotz allem hielten sich zahlreiche Widerstandsgruppen in der Umgebung der Stadt auf.

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Bochnia bildet eine eigenständige Stadtgemeinde (gmina miejska).

Landgemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Bochnia hat eine Fläche von 131 km². Zu ihr gehören folgende 31 Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Baczków
Bessów
Bogucice
Brzeźnica
Buczyna
Cerekiew
Chełm
Cikowice
Damienice
Dąbrowica
Gawłów
Gierczyce
Gorzków
Grabina
Krzyżanowice
Łapczyca
Majkowice
Moszczenica
Nieprześnia
Nieszkowice Małe
Nieszkowice Wielkie
Ostrów Szlachecki
Pogwizdów
Proszówki
Siedlec
Słomka
Stanisławice
Stradomka
Wola Nieszkowska
Zatoka
Zawada

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roger Battaglia (1873–1950), polnischer Jurist, Ökonom und Abgeordneter des österreichischen Abgeordnetenhauses
  • Jerzy Katlewicz (1927–2015), polnischer Dirigent und Musikpädagoge
  • Salo Landau (1903–1944), niederländischer Schachmeister galizischer Abstammung, ermordet im Zwangsarbeitslager Gräditz (Grodziszcze)
  • Gabriel Laub (1928–1998), Journalist, Satiriker und Aphoristiker polnisch-jüdischer Herkunft
  • Helena Modrzejewska (1840–1909), polnische Schauspielerin
  • Ralph Modrzejewski (1861–1940), polnisch-US-amerikanischer Brückenbau-Ingenieur

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), archiviert vom Original am 7. Dezember 2014, abgerufen am 3. Dezember 2014.
  2. deathcamps.org: Ghetto Bochnia