Bochnia

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Bochnia
Wappen von Bochnia
Bochnia (Polen)
Bochnia
Bochnia
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Powiat: Bochnia
Fläche: 29,89 km²
Geographische Lage: 49° 59′ N, 20° 26′ OKoordinaten: 49° 59′ 0″ N, 20° 26′ 0″ O
Einwohner: 30.048
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 32-700 und 32-701
Telefonvorwahl: (+48) 14
Kfz-Kennzeichen: KBC
Wirtschaft und Verkehr
Straße: E 40 BreslauTarnów
Schienenweg: BreslauMedyka
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 30.048
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1201011
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Stefan Kolawinski
Adresse: ul. Kazimierza Wielkiego 2
32-700 Bochnia
Webpräsenz: www.bochnia.eu



Bochnia ['bɔxɲa] (deutsch Salzberg)[2] ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Kleinpolen, etwa 40 km östlich von Krakau, am Fluss Raba. Das Salzbergwerk Bochnia wurde 2013 in die UNESCO-Liste der Welterbestätten aufgenommen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Anzeichen einer Siedlung an der Stelle des heutigen Bochnia stammen aus dem Jahr 1198. Die Entdeckung von Salz um 1248 und der Beginn des Abbaus waren verantwortlich für den Aufschwung des Ortes. So erhielt er bereits am 27. Februar 1253 das Stadtrecht nach Magdeburger Recht durch Boleslaw den Schamhaften.

In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich vor allem der Bergbau, aber auch das Handwerk, speziell die Tuchproduktion. 1655 bis 1657 wurde der Ort von den Schweden schwer zerstört. Im Juli 1772 kam Bochnia im Rahmen der Ersten Teilung Polen-Litauens an Österreich. 1856 erhielt der Ort durch die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn den Anschluss an das Schienennetz zwischen DębicaKrakauWien. 1909 wurde für die Häuser der Stadt eine Kanalisation verlegt. 1886 öffnete die erste öffentliche Bibliothek von Bochnia, 1913 das erste feste Kino.

Während des Ersten Weltkrieges war der Ort Schauplatz von Kämpfen zwischen Russland und Österreich.

Hinrichtung polnischer Geiseln durch die deutsche Besatzungstruppe am 18. Dezember 1939

Während des Zweiten Weltkrieges kam es am 16. Dezember 1939 zu einem Überfall von Polen der Organisation „Weißer Adler“ (polnisch: Orzeł Biały) auf die deutsche Polizeistation. Dabei wurden zwei deutsche Polizisten getötet, darunter auch der Kommandant. Zwei schwerverwundete Polen wurden am nächsten Tag an Laternenmasten aufgehängt. Weitere 52 Menschen wurden von deutschen Wehrmachtssoldaten erschossen. Es handelte sich hierbei um eine der frühesten Massenexekutionen durch Deutsche auf polnischem Boden. In der Folge wurden viele Einwohner von Bochnia in Konzentrationslager oder zur Zwangsarbeit nach Deutschland deportiert; dazu diente das Ghetto Bochnia[3] als Sammellager. Trotz allem hielten sich zahlreiche Widerstandsgruppen in der Umgebung der Stadt auf. Bochnia wurde in der Besatzungszeit auch Salzberg genannt.[4]

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtteile von Bochnia

Es gibt 14 Stadtteile (siehe osiedle):[5]

  • Osiedle nr 1 Śródmieście-Campi
  • Osiedle nr 2 Słoneczne
  • Osiedle nr 3 Krzęczków-Łychów
  • Osiedle nr 4 Uzbornia
  • Osiedle nr 5 Niepodległości
  • Osiedle nr 6 Windakiewicza
  • Osiedle nr 7 Kolanów
  • Osiedle nr 8 Dołuszyce
  • Osiedle nr 9 Chodenice
  • Osiedle nr 10 Kurów
  • Osiedle nr 11 św. Jana-Murowianka
  • Osiedle nr 12 Smyków
  • Osiedle nr 13 Karolina-Krzeczowska
  • Osiedle nr 14 Proszowskie

Kolanów (7), Chodenice (9), Dołuszyce (8), sowie Kurów (10) wurden im Jahr 1973 eingemeindet.

Landgemeinde Bochnia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Bochnia, zu der die Stadt Bochnia selbst nicht gehört, hat eine Fläche von 131 km², auf der 19.606 Menschen leben (31. Dezember 2016).

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Helena Modrzejewska (1840–1909), polnische Schauspielerin
  • Wiktor Barabasz (1855–1925), polnischer Pianist, Dirigent und Musikpädagoge
  • Ralph Modrzejewski (1861–1940), polnisch-US-amerikanischer Brückenbau-Ingenieur
  • Roger Battaglia (1873–1950), österreichisch-polnischer Jurist, Ökonom und Abgeordneter des österreichischen Abgeordnetenhauses
  • Salo Landau (1903–1944), niederländischer Schachmeister galizischer Abstammung, ermordet im Zwangsarbeitslager Gräditz (Grodziszcze)
  • Jerzy Katlewicz (1927–2015), polnischer Dirigent und Musikpädagoge
  • Gabriel Laub (1928–1998), Journalist, Satiriker und Aphoristiker polnisch-jüdischer Herkunft

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bochnia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. Walter Schlesinger: Vorträge und Forschungen. J. Thorbecke, 1975, ISBN 978-3-7995-6618-6 (google.de [abgerufen am 6. März 2019]).
  3. deathcamps.org: Ghetto Bochnia
  4. Publikationsstelle Berlin-Dahlem: Die Ostgebiete des Deutschen Reiches und das General-gouvernement der besetzten polnischen Gebiete in statistischen Angaben. Selbstverlag, 1940 (google.de [abgerufen am 4. März 2019]).
  5. Załącznik Nr 8 do Statutu Gminy Miasta Bochnia.