Bolesławice (Jaworzyna Śląska)

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Bolesławice
Wappen fehlt
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Bolesławice (Polen)
Bolesławice
Bolesławice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Świdnica
Geographische Lage: 50° 53′ N, 16° 27′ OKoordinaten: 50° 53′ 0″ N, 16° 27′ 0″ O
Einwohner:
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DSW
Wirtschaft und Verkehr
Straße: ŚwidnicaJaworzyna Śląska
Schienenweg: Kamieniec Ząbkowicki–Jaworzyna Śląska
Nächster int. Flughafen: Breslau



Bolesławice (de: Bunzelwitz) ist ein Ort in der Gmina Jaworzyna Śląska (Königszelt) im Powiat Świdnicki (Schweidnitz) in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bolesławice liegt sechs Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Świdnica (Schweidnitz). Nachbarorte sind Nowice (Neudorf) und Żarów (Würben) im Norden, Bożanów (Eckersdorf) und Wierzbna (Würben) im Nordosten, Marcinowice (Merzdorf) im Osten, Wilków (Wilkau) und Pszenno (Weizenrodau) im Südosten, Zawiszów (Säbischdorf) im Süden, Witków (Wickendorf) im Südwesten, Jaworów (Jauernick) im Westen und Jaworzyna Śląska (Königszelt) im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bunzelwitz wurde vermutlich im 13. Jahrhundert von den Grafen von Würben gegründet, die bei der Gründung von Schweidnitz und bei der Besiedlung der Gegend durch Deutsche beteiligt gewesen sein sollen. Die für das Jahr 1318 bezeugte Kirche von Bunzelwitz war damals eine Filiale von Würben.

Bunzelwitz gehörte zum Herzogtum Schweidnitz und fiel mit diesem zusammen nach dem Tod des Herzogs Bolkos II. 1368 an die Krone Böhmen. 1373 wurde der damalige Rittersitz Bunzelwitz von zwei Schweidnitzer Patrizierfamilien erworben. Im 16. Jahrhundert wurde Bunzelwitz im Zuge der Reformation evangelisch. Nach dem Dreißigjährigen Krieg erfolgte 1654 die Rückgabe der Kirche an die Katholiken.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Bunzelwitz 1742 wie fast ganz Schlesien an Preußen. Nach der Neugliederung Preußens gehörte es ab 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1816 dem Landkreis Schweidnitz[1] eingegliedert, mit dem es bis 1945 verbunden blieb. Ab 1874 gehörte Bunzelwitz zum Amtsbezirk Königszelt, 1924 wurde es dem Amtsbezirk Teichenau zugeschlagen[2]. Die Grundherrschaft von Bunzelwitz blieb bis in das 19. Jahrhundert im Besitz von Schweidnitzer Bürgern. 1939 bestand Würben aus 627 Einwohnern.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Bunzelwitz 1945 zusammen mit fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Bolesławice umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vertrieben. 1975–1998 gehörte Bolesławice zur Woiwodschaft Wałbrzych (Waldenburg). Diese wurde mit der Verwaltungsreform 1999 aufgelöst. Seither gehört Bolesławice zur Woiwodschaft Niederschlesien.

Das Lager von Bunzelwitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Friedrich der Große und General von Zieten im Lager von Bunzelwitz

Im Siebenjährigen Krieg errichtete der preußische König Friedrich II. im Sommer 1761 in der Nähe von Bunzelwitz mit 50.000 Soldaten ein verschanztes Lager gegen 132.000 Soldaten der verbündeten Österreicher und Russen, das als Lager von Bunzelwitz in die Geschichte einging. Der König selbst wohnte vom 20. bis 25. August und vom 10. bis 25. September in einem Bauernhäuschen von Bunzelwitz. In der Zwischenzeit schlief er in einem Zelt am Waldrand von Peterwitz. Als dort im Zuge des Eisenbahnbaus von Breslau nach Freiburg ein Umschlagbahnhof gebaut wurde, um den sich eine Siedlung entwickelte, erhielt sie die Ortsbezeichnung Königszelt, heute Jaworzyna Śląska.

Im Feldlager von Bunzelwitz empfing Friedrich 1761 einen türkischen Gesandten und schloss ein gegen Österreich und Russland gerichtetes Militärbündnis mit dem Osmanischen Reich, das jedoch vor dem Seitenwechsel Russlands nicht mehr zum Tragen kam.[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die erstmals 1318 erwähnte Kirche St. Hedwig wurde Anfang des 16. Jahrhunderts erweitert.
  • Das Schloss Bunzelwitz wurde 1783 im Stil des Barock errichtet und 1880 modernisiert. Es ist ein zweigeschossiger Rechteckbau mit Mansardwalmdach. Südlich des Schlosses befindet sich ein ehemaliger Gutshof mit einem Barocktor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://territorial.de/ndschles/schweidn/gem1908w.htm
  2. http://territorial.de/ndschles/schweidn/teichena.htm
  3. PLOETZ Große Illustrierte Weltgeschichte in 8 Bänden, Band 6 (Die außereuropäische Welt bis 1945), Seite 96. Verlag Ploetz, Freiburg/Würzburg 1994