Bonn (A 1413)

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Flagge
Bonn (A 1413)
Berlin-Klasse
BONN 5576.JPG
Übersicht
Typ Versorgungsschiff
Bauwerft

Arbeitsgemeinschaft (ARGE) aus vier Werften:

Kiellegung 16. September 2010
Stapellauf 27. April 2011
Namensgeber Stadt Bonn
Indienststellung 13. September 2013
Heimathafen Wilhelmshaven
Technische Daten
Technische Daten siehe: EGV 702
Rufzeichen / Kennung

DRKC / A 1413

Unterstellung

Trossgeschwader

DEU Bonn COA.svg

Die Bonn ist ein Versorgungsschiff und das größte Schiff der deutschen Marine vom Typ EGV 702, auch Berlin-Klasse. Sie ist die dritte gebaute Einheit dieser Klasse. Namensgeber ist die Bundesstadt Bonn.

Projektierung und Bau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Heiß Flagge und Wimpel“ zur Indienststellung

Der Neubau wurde am 16. September 2010 bei der Peene-Werft in Wolgast feierlich auf Kiel gelegt[1], der offizielle Baubeginn erfolgte jedoch bereits im März 2010 mit dem ersten Stahlschnitt für den Decksaufbau bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG). Der in Wolgast gebaute Rumpf verließ am 27. April 2011 das Baudock [2] und wurde im Mai nach Emden zur Endausrüstung geschleppt. Am 30. Mai 2011 wurden in Emden der Seeversorgungs-Mast und am Folgetag die von FSG gefertigten Decksaufbauten auf den Rumpf aufgesetzt.

In Anwesenheit des Bundesministers der Verteidigung, Thomas de Maizière, wurde das Schiff am 17. April 2012 von Hanne Hufschmidt, der Ehefrau des damaligen Bonner Oberbürgermeisters Jürgen Nimptsch, auf dem Gelände der Emder Werft und Dockbetriebe GmbH auf den Namen Bonn getauft.[3]

Das Schiff sollte ursprünglich im Oktober 2012 im Marinestützpunkt Wilhelmshaven in Dienst gestellt werden.[4] Durch Bauverzögerungen, die auch durch die Insolvenz der P+S Werften verursacht worden waren, konnte die Bonn jedoch erst am 13. September 2013[5] in Dienst gestellt werden.

Abweichungen von den anderen Schiffen der Klasse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bonn unterscheidet sich in einer Anzahl technischer Aspekte von ihren Schwesterschiffen, die mehr als zehn Jahre eher gebaut worden waren. Bei Entwurf und Bau wurden die Betriebserfahrungen der Schwesterschiffe berücksichtigt. Die Bonn verfügt über eine andere Antriebsanlage, die besser auf das aktuelle Einsatzprofil der Schiffe abgestimmt ist. Dadurch soll die Bonn bei wechselnden Geschwindigkeiten erheblich weniger Kraftstoff verbrauchen. Außerdem verfügt sie über eine höhere Leistung, nachdem die anderen Schiffe die geforderte Geschwindigkeit von 20 Knoten nicht erreichen konnten.

Anstelle von vier Dieselgeneratoren und einem Notstromaggregat für die elektrische Energieerzeugung wurden fünf gleichartige Dieselgeneratoren eingebaut, von denen einer baulich abgesetzt für die Notstromerzeugung und den Routinebetrieb vor allem im Hafen vorgesehen ist.

Weitere Modifikationen betreffen die Hubschrauberleitung, die Sanitätseinrichtungen, das Rettungssystem und die Beiboote.[6]

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Flaggschiff des ständigen NATO-Einsatzverband Standing NATO Maritime Group 2 unter der Führung von Flottillenadmiral Jörg Klein begann die Bonn unter Fregattenkapitän Jobst Berg im Januar 2016 ihre Beteiligung an der Operation Active Endeavour (OAE) im östlichen Mittelmeer.

Ende Februar 2016 begann der Einsatz zur Aufklärung, Überwachung und Beobachtung von Boots- und Schiffsbewegungen im Ägäischen Meer zwischen Griechenland und der Türkei. Die Mission soll mit der EU-Frontex-Mission „Poseidon Sea“ kooperieren und unkontrollierte Einwanderung in Richtung Europa eindämmen.[7][8] Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen besuchte Schiff und Besatzung am 20. April 2016.[9]

Kommandanten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Name Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
1 Fregattenkapitän Björn Laue 13. September 2013 30. September 2014
2 Fregattenkapitän Jobst Berg 30. September 2014 20. Juli 2017
3 Fregattenkapitän Markus Gansow[10] 20. Juli 2017

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bonn (A1413) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Feierliche Kiellegung des Einsatzgruppenversorgers für die Deutsche Marine. P+S Werften, 13. September 2010, archiviert vom Original am 16. Dezember 2013, abgerufen am 2. Februar 2016.
  2. Presse- und Informationszentrum Marine: Einsatzgruppenversorger BONN schwimmt aus. Bundeswehr, 11. Mai 2011, abgerufen am 12. Oktober 2013.
  3. Presse- und Informationszentrum Marine: Neuer Einsatzgruppenversorger auf den Namen „Bonn“ getauft. Bundeswehr, 17. April 2012, abgerufen am 17. April 2012.
  4. Der Kurs für die Indienststellung des EGV „Bonn“ im Oktober 2012 ist abgesteckt. In: Wilhelmshavener Zeitung. 2. Dezember 2011, S. 1.
  5. Presse- und Informationszentrum Marine: Einsatzgruppenversorger „Bonn“ in der Flotte angekommen. Bundeswehr, 13. September 2013, abgerufen am 12. Oktober 2013.
  6. Dirk Weber, Gunther Brückner: Taufe des dritten EGV auf den Namen Bonn. In: Marineforum. Nr. 6, 2012, S. 20 ff. (PDF [abgerufen am 6. Dezember 2013]).
  7. Nato beginnt Beobachtungseinsatz in der Ägäis. In: Süddeutsche Zeitung. 19. Februar 2016, abgerufen am 19. Februar 2016.
  8. Wertvoller Beitrag im Kampf gegen Schlepper. (Memento vom 6. März 2016 im Webarchiv archive.is) Die Bundesregierung, 25. Februar 2016.
  9. Matthias Gebauer: Nato-Mission in der Ägäis: Von Erdogans Gnaden. In: Spiegel online. 20. April 2016, abgerufen am 29. Mai 2016.
  10. Kommandowechsel auf dem Einsatzgruppenversorger Bonn. Abgerufen am 20. Juli 2017.