Borkenberge

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Borkenberge
Rauher Berg im Naturschutzgebiet „Borkenberge“

Rauher Berg im Naturschutzgebiet „Borkenberge“

Höchster Gipfel Fischberg (133,3 m ü. NHN)
Lage Münsterland, Nordrhein-Westfalen
Teil der Halterner Berge, Westmünsterland
Einteilung nach Bundesanstalt für Landeskunde, BfN
Borkenberge (Regionalverband Ruhr)
Borkenberge
Koordinaten 51° 45′ N, 7° 16′ OKoordinaten: 51° 45′ N, 7° 16′ O
p1
p5

Die Borkenberge sind ein bis 133,3 m ü. NHN[1] hoher Höhenzug des Münsterlands auf den Gemarkungen Halterns (Kreis Recklinghausen, Westhälfte) und Lüdinghausens (Kreis Coesfeld, Osthälfte) und innerhalb des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland, Nordrhein-Westfalen (Deutschland). Die Gemarkung Dülmens (ebenfalls Kreis Coesfeld) wird im Norden nur berührt.[2]

Die Borkenberge sind Untereinheit der naturräumlichen Haupteinheit Westmünsterland der Haupteinheitengruppe Westfälische Bucht. Sie werden zusammen mit den Einheiten Hohe Mark (mit Rekener Kuppen) (westlich von Halterner Mühlenbach, Halterner Stausee und Stever-Mündungslauf) und Haard (südwestlich von Stever nebst Hullerner Stausee und Lippe) auch unter der Bezeichnung Halterner Berge zusammengefasst.[3]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einige Kilometer nördlich des Ruhrgebiets im Ostteil des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland gelegenen Borkenberge befinden sich zwischen Dülmen-Süskenbrocksheide im Norden, Lüdinghausen-Seppenrade im Osten, Haltern-Hullern im Süden und dem Halterner Stadtteil Sythen im Westen. Sie liegen nordnordöstlich der Hügellandschaft Haard, östlich des Höhenzugs Hohe Mark und breiten sich südöstlich der A 43 aus. Im südlich angrenzenden Tal fließt die Stever, ein Zufluss der entlang des Wesel-Datteln-Kanals nach Westen fließenden Lippe (Stever-Mündungsfluss), durch die Stillgewässer Halterner Stausee und Talsperre Hullern.

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhenzug bildet in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Westfälische Bucht (Nr. 54) in der Haupteinheit Westmünsterland (544) die Untereinheit Borkenberge (544.5). Nach Norden leitet die Landschaft in den zur Untereinheit Merfelder Niederung (544.4) zählenden Naturraum Hausdülmener Niederung (544.41) über sowie nach Süden und Westen in den zur Untereinheit Halterner Tal (544.6) gehörenden Naturraum Hullerner Sandplatten (544.61). Östlich schließt sich der Naturraum Emkumer Platte (541.21) an, der in der Haupteinheit Kernmünsterland (541) Teil der Untereinheit Münsterländer Platten (541.2) ist.[4][5]

Erhebungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Erhebungen der Borkenberge gehören − sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN):[1]

  • Fischberg (133,3 m; mit Resten eines ehemaligen Feuerwachturms) − im Truppenübungsplatz etwas nördlich der Talsperre Hullern
  • Rauher Berg (127,3 m) − im Truppenübungsplatz im Zentrum der Borkenberge
  • Dillenberge (102,9 m) − im Truppenübungsplatz im Zentrum der Borkenberge
  • Steinberg (85,1 m) − im Truppenübungsplatz südlich des Flugplatzes
  • Jammerberg (77,3 m) − im Truppenübungsplatz etwas südlich des Flugplatzes
  • Opferstein (75 m; mit markanter Sandsteinfelsformation)

Geologie und Landschaftsbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Borkenberge sind ein kleiner eiszeitlicher Höhenzug aus Sandstein, der fast vollständig von einem ehemaligen Truppenübungsplatz der britischen Rheinarmee bestimmt wird. Das Gelände wird vom Bundesamt für Immobilienaufgaben verwaltet. Außer einer Ansiedlung an ihrem Nordrand in der Nähe des Flugplatzes Borkenberge, der von Flugzeugen der allgemeinen Luftfahrt für Freizeitflüge, Ausbildungsflüge und Geschäftsflüge genutzt wird, sind sie unbewohnt und werden von nur zwei Kreisstraßen durchquert. Der Zugang ist bis auf wenige Wege nicht gestattet.

Am Opferstein finden sich Felsbänke aus Sand, der durch eine Mischung von Kieselsäure und farbigen Eisen­verbindungen zementiert ist.

Auf dem Fischberg, der höchsten Erhebung der Borkenberge, befinden sich Fundamentreste eines ehemaligen Feuerwachturms aus Stahl. Der Turm existierte bis 1975 und wurde beseitigt, um den Übungsbetrieb auf dem Truppenübungsplatz nicht weiter zu stören.

Für weitere Geologie-Infos siehe auch Naturpark Hohe Mark-Westmünsterland.

Zugangssperre zum östlichen Teil des Naturschutzgebiets Borkenberge

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Ostteil der Borkenberge liegt das Naturschutzgebiet (NSG) Borkenberge (CDDA-Nr. 344627; 2005 ausgewiesen; 11,6033 km² groß), an das sich mehrere NSGs anschließen: Gagelbruch Borkenberge (CDDA-Nr. 163182; 1987; 88,69 ha) im Nordwesten, Hochmoor Borkenberge (CDDA-Nr. 163709; 1987; 46,58 ha) im Norden sowie im Osten sowie Wacholderhain (CDDA-Nr. 82834; 1939; 2,17 ha) und Sanddünen randlich der Borkenberge (CDDA-Nr. 319043; 1996; 18,58 ha).

Auf dem Westteil des Höhenzugs befinden sich Teile des Landschaftsschutzgebiets (LSG) Stadtforst Haltern (CDDA-Nr. 555553639; 1988; 6,6684 km²). Weitere LSGs, die den Höhenzug einrahmen und teils mit Ausläufern auf seine Flanken reichen, sind: Der Linnert (CDDA-Nr. 555553637; 1988; 6,0526 km²) im Nordwesten, Sueskenbrocks Heide (CDDA-Nr. 555560858; 1990; 16,1975 km²) im Norden, Enkumer Mark (CDDA-Nr. 555553638; 1999; 33,19 ha) im Osten, Enkumer Mark-West (CDDA-Nr. 555553633; 2005; 2,8174 ha) im Südosten und Stausee Haltern (CDDA-Nr. 555553640; 1988; 9,9522 km²) im Süden.

Auf dem gesamten Höhenzug breitet sich das Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Truppenübungsplatz Borkenberge (FFH-Nr. 4209-304; 17,1569 km²) aus, an das sich im Norden das FFH-Gebiet Gagelbruch Borkenberge (FFH-Nr. 4209-301; 88,3 ha) anschließt. Auf dem Höhenzug liegen auch Teile des Vogelschutzgebiets Heubachniederung, Lavesumer Bruch und Borkenberge (VSG-Nr. 4108-401; 50,7694 km²).[6]

Waldbrand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. Mai 2009 wurden etwa 12 ha Wald durch ein Feuer vernichtet. Aufgrund einiger Blindgänger auf dem Truppenübungsplatz gestalteten sich die Löscharbeiten schwierig. Der Brand wurde auch mit Hubschraubern des Transporthubschrauberregiments 15 aus Rheine gelöscht.[7]

Wiederansiedlung von Großsäugern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inzwischen ist die Wiederansiedlung von Wisenten, Rothirschen und Wildpferden in den Borkenbergen im Gespräch. Das Gelände soll für Besucher zugänglich sein und von Aussichtstürmen aus eingesehen werden können. Man erhofft sich davon – neben der touristischen Attraktion –, dass die Großsäuger die völlige Verbuschung der Landschaft verhindern und eine natürliche Artenzusammensetzung wiederherstellen.[8][9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Borkenberge – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Topographisches Informationsmanagement, Bezirksregierung Köln, Abteilung GEObasis NRW (Hinweise)
  2. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) – Kartendienst „Schutzgebiete“ macht die Grenzen der Haupteinheitengruppe („Naturräume“) und der Haupteinheiten sowie Gemeindegrenzen einblendbar, der etwas gröbere Kartendienst „Landschaften“ unterteilt die Naturräume noch etwas feiner.
  3. Emil Meynen, Josef Schmithüsen (Herausgeber): Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands. Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen/Bad Godesberg 1953–1962 (9 Lieferungen in 8 Büchern, aktualisierte Karte 1:1.000.000 mit Haupteinheiten 1960).
  4. Wilhelm von Kürten: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 95/96 Kleve/Wesel. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1977. → Online-Karte (PDF; 6,9 MB) – am Ostrand der Karte
  5. Sofie Meisel: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 97 Münster. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1960. → Online-Karte (PDF; 4,1 MB) – am Westrand der Karte
    Naturraum-Hinweis:
    Die Borkenberge bilden die Naturraum-Einheit 544.5 auf Blatt 95/96 Kleve/Wesel; sie sind auf Blatt 97 Münster irrtümlich mit 544.1 bezeichnet.
  6. Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  7. Großbrand in Haltern – Gefährlicher Einsatz durch explodierende Munition, Bericht der Borkerner Zeitung, vom 24. Mai 2009, auf wn.de
  8. https://naturschutzzentrum-coesfeld.de/cms-files/webdatei_westfalens_wilder_westen_8-seiter_din_lang_noch-kleiner.pdf
  9. http://www.dzonline.de/Duelmen/2558139-Zukunft-des-Truppenuebungsplatzes-Wildwest-in-den-Borkenbergen
  10. https://naturschutzzentrum-coesfeld.de/tuep-haltern