Braunsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Braunsen
Koordinaten: 51° 21′ 1″ N, 9° 2′ 19″ O
Höhe: 209 m ü. NHN
Fläche: 9,57 km²[1]
Einwohner: 154 (16. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 16 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34454
Vorwahl: 05691

Braunsen ist ein Stadtteil der Kleinstadt Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stadtteil liegt etwa 3,5 Kilometer südöstlich der Kernstadt Bad Arolsen und etwa 1,5 Kilometer südwestlich des Twistesee-Vorstaus, in einem von weitreichenden Wäldern umrahmten Tal, an der Twiste.

Noch heute ist der Ort landwirtschaftlich geprägt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche Braunsen

Das Dorf wurde bereits um 1200 erstmals unter dem Namen Brunhardessen als Besitzung des Klosters Corvey genannt. Um 1255 wird eine Burg, deren Erbauer die Herren von Brunhardessen gewesen sein sollen, erwähnt. Wo sie sich genau befunden hat, ist heute nicht mehr nachweisbar. Zur Lage der Burg ist lediglich bekannt, dass sie sich neben der Kirche befand.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen verlor die Gemeinde Braunsen am 31. Dezember 1970 ihre Eigenständigkeit und ließ sich freiwillig in die Stadt Arolsen eingemeinden.[2][3] Für Braunsen, wie für alle durch die Gebietsreform eingegliederten Gemeinden, wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[4]

Territorialgeschichte und Verwaltung im Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Braunsen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:[5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Braunsen 156 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 27 Einwohner unter 18 Jahren, 57 waren zwischen 18 und 49, 30 zwischen 50 und 64 und 39 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 72 Haushalten. Davon waren 21 Singlehaushalte, 21 Paare ohne Kinder und 18 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 24 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 39 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[7]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1738: 22 Häuser[5]
  • 1770: 31 Häuser, 150 Einwohner[5]
Braunsen: Einwohnerzahlen von 1770 bis 2015
Jahr  Einwohner
1770
  
150
1800
  
?
1834
  
276
1840
  
303
1846
  
305
1852
  
294
1858
  
259
1864
  
268
1871
  
244
1875
  
253
1885
  
262
1895
  
248
1905
  
243
1910
  
223
1925
  
217
1939
  
192
1946
  
283
1950
  
273
1956
  
214
1961
  
186
1967
  
200
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
156
2015
  
154
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[5]; Zensus 2011[7]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1885: 248 evangelische (= 100 %) Einwohner[5]
• 1961: 175 evangelische (= 94,09 %), 5 katholische (= 2,69 %) Einwohner[5]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das 1860 erbaute Backhaus
  • Bis 2005 fand alljährlich am 1. Mai das Backhausfest statt, zunächst an dem aus dem Jahre 1860 stammenden und 1979 restaurierten alten Backhaus, später am Dorfgemeinschaftshaus.
  • Braunsen unterhält mit Schönfeld (Gemeinde Tantow) in der Uckermark eine Dorfpartnerschaft. Zur Pflege dieser Partnerschaft werden abwechselnd alljährliche Treffen organisiert.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kulturelle Leben in Braunsen wird von den unterschiedlichsten Gruppierungen und Vereinen geprägt: Altenclub, Chor- und Singgemeinschaften, Freiwillige Feuerwehr, Heimat- und Verkehrsverein und Twistesee-Braunsen sowie eine Schützengesellschaft (gegründet 1731).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Braunsen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Arolsen) und Verwaltung.

Einzelnachweise

  1. a b Bad Arolsen. Das vielseitige Heilbad am Twistesee stellt sich vor. (PDF; 308 kB) In: Pressemappe. Stadt Bad Arolsen, S. 11, archiviert vom Original am 19. Oktober 2016; abgerufen im Oktober 2018.
  2. Eingliederung von Gemeinden in die Stadt Arolsen, Landkreis Waldeck vom 7. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 142, Punkt 181 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 408.
  4. Hauptsatzung. (PDF; 1,94 MB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Bad Arolsen, abgerufen im Mai 2021.
  5. a b c d e f Braunsen, Landkreis Waldeck-Frankenberg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  6. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Land Hessen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  7. a b c Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 42 und 103;.