Helsen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Helsen
Koordinaten: 51° 23′ 26″ N, 9° 0′ 26″ O
Höhe: 276 m ü. NN
Fläche: 13,98 km²[1]
Einwohner: 1932 (16. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 138 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. November 1970
Postleitzahl: 34454
Vorwahl: 05691

Helsen ist der drittgrößte Stadtteil von Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Helsen grenzt im Süden an die Kernstadt Bad Arolsen und liegt ungefähr 45 Kilometer westlich von Kassel auf einer Höhe von 286 m ü. NHN. Zwischen Helsen und Bad Arolsen fließt die Bicke. Die Bundesstraße 252 verläuft unmittelbar westlich des Orts.

Die Nachbarorte sind: Bad Arolsen, Massenhausen, Schmillinghausen, Mengeringhausen und Wetterburg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Epoche bis 1618[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich um das Jahr 450 kam es zu ersten Besiedlungen im Gebiet des heutigen Helsen. Die erste urkundliche Erwähnung von "Heliso" findet sich im Jahr 870 in einer Grundstücksschenkung an das Kloster Corvey. Die adelige Familie Holthausen hatte 1200 vom Kloster Corvey eine Manse in Helsen zu Lehen. Die Familie führte zwei gekreuzte Streitkolben in ihren Wappen, überhöht von einer roten Rose. Conrad von Holthausen verkaufte 1234 Grundbesitz an das Kloster Aroldessen. Später gingen diese Güter an die Herren Rabe von Calenberg, die auch das Wappen übernahmen. Aus dem Jahr 1230 stammt der Nachweis einer zweiten Adelsfamilie, die den Namenszusatz „von Helsen“ führte und deren Wappen einen aufspringenden Hirschen zeigte. Die Pest im Jahr 1348 forderte unter der Bevölkerung große Opfer. Der Ort fiel im Verlauf der folgenden 30 Jahre durch Verkauf von Johann von Helsen an das benachbarte Kloster Aroldessen.

Von 1504 an führte eine Neubesiedlung mit zuerst sieben Siedlern aus dem Raum Madfeld und Dillenburg durch die Antoniter aus Grünberg (Hessen), die 1492/93 das Kloster Aroldessen übernommen hatten, zu neuem Aufschwung. Bereits vier Jahre später war die Einwohnerschaft auf 29 Siedler angestiegen. Im Zuge der Reformation säkularisierten die Grafen von Waldeck das Kloster Aroldessen, und der Ort kam wieder in den Besitz derer von Helsen. Einhergehend mit dem Bau einer Kapelle wurde eine Pfarrstelle eingerichtet, deren Inhaber gleichzeitig den Titel eines Hofpredigers erhielt.

Mittelalter bis 1885[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Dreißigjährigen Krieg erlebte Helsen einen Niedergang, von dem es sich nur langsam erholte. In diese Zeit fällt auch die Gründung der Schützengesellschaft – die erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1626. Der Neubau der Renaissancekirche wurde 1653 begonnen, ihre Fertigstellung konnte 1687 gefeiert werden. Die künstlerische Verglasung der Ostfenster in der Kirche wurden nach 1895 von der Marburger Glasmalerei-Werkstatt K.J. Schultz-Söhne geschaffen.[2]

Fürst Georg Friedrich betrieb im Jahr 1681 die Neugründung der Schützengesellschaft und begann den Bau des Schlösschens Luisenthal am Südende der Gemarkung. Den Durchzug eines kaiserlichen Regiments wehrten Milizeinheiten und Angehörige der Schützengesellschaft im Jahre 1720 unter hohen Verlusten ab.

Der Bau des Arolser Schlosses und die beginnende Stadtentwicklung Arolsens führte ab 1720 zu vermehrtem Zuzug und Vollbeschäftigung, allerdings fehlte weiterhin das passende Umfeld für industrielle Ansiedlungen. Dies führte im Verlauf der Jahre zunehmend zu Abwanderungen vor allem jüngerer Bürger nach Westfalen, in das Rheinland, in die Niederlande und nach Nordamerika. Dennoch stieg zwischen 1700 und 1861 die Einwohnerzahl von 354 auf 1049.

Neuzeit bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1885 wurde der Arbeiter-Sportverein (später TUS Helsen) und 1889 die Freiwillige Feuerwehr Helsen gegründet (der Brandschutz war bis dahin gemeindlich organisiert).

Die Moderne begann am 1. Mai 1890, als der damalige Kaiser Wilhelm II. nach Fertigstellung des ersten Teilstücks der Bahnstrecke Warburg–Sarnau den Bahnhof Arolsen mit der ersten Ankunft eines Eisenbahnzugs aus Warburg feierlich eröffnete. Diese Bahnlinie wurde auf der Gemarkungsfläche von Helsen um den Norden und Westen von Arolsen in einem Bogen herumgeführt, sodass auch der Bahnhof Arolsen zu Helsen gehörte. Das Jahr 1905 sah die Übernahme der kurz zuvor in privater Hand, aber auf genossenschaftlicher Basis errichteten ersten Helser Wasserleitung durch die Gemeinde. Das Quellgebiet lag im Katergrund und im Wengekergrund. Das Wasser war besonders weich und deshalb gut geeignet für die damaligen Dampflokomotiven.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stieg die Einwohnerzahl Helsens durch die Aufnahme von Flüchtlingen auf 2100 und der Ort wuchs mit der damals noch nicht zum „Bad“ aufgestiegenen Stadt Arolsen baulich zusammen. Das ursprünglich bäuerlich geprägte Helsen hat sich zu einer Wohngemeinde gewandelt.

Im Vorfeld der Gebietsreform in Hessen wurde Helsen auf freiwilliger Basis am 1. November 1970 in die Stadt Arolsen eingegliedert.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Juni 1970 wurde der Gemeinde Helsen im damaligen Landkreis Waldeck ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Rot ein nach rechts gewandter Hirschkopf mit zwölfendigem Geweih.[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders sehenswert ist der Palmenaltar der Helser Kirche, der den Wahlspruch des Waldecker Fürstenhauses versinnbildlicht: „Palma sub pondere crescit“ (deutsch: „Die Palme wächst unter der Last“). Die Helser Kirche war bis Mitte des 18. Jahrhunderts die Hofkirche des Fürstenhauses.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Veranstaltung in Helsen ist das Freischießen (früher: Schützenfest), das zuletzt Pfingsten 2014 stattfand. Weitere wichtige Feste sind das alljährliche Brückenfest sowie Themenfeste der Helser Heimatstube zu alten Berufen aus dem Helser Umfeld.

Sport und Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Helser Sportverein, dem TUS Helsen, gibt es noch die Helser Schützengesellschaft, sowie die Freiwillige Feuerwehr Helsen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Helsen wurde 1929 die Firma HEWI von Heinrich Wilke gegründet – die Verwaltung der Firma ist immer noch in Helsen ansässig, während die Produktion in den Ortsteil Mengeringhausen ausgelagert wurde.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heute bekanntester Sohn des Ortes ist der Chirurg August Bier (* 24. November 1861 in Helsen; † 12. März 1949 in Sauen), der auch Marineobergeneralarzt beim Militär war. Seit einigen Jahren verleiht sein Geburtsort die Prof.-Bier-Plakette an Personen, die sich um den Heimatort Helsen verdient gemacht haben.
  • Ebenfalls in Helsen (* 15. April 1938) wurde der Trompeter Walter Scholz geboren.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Pressemappe der Stadt Bad Arolsen, PDF-Dokument, abgerufen im Mai 2016
  2. Götz J. Pfeiffer: „an die letzten Ausläufer der alten Tradition angeknüpft“. Die Marburger Glasmalerei-Werkstatt K.J. Schultz seit 1850. In: Hessische Heimat. 68. Jg., Heft 1, S. 10–16.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 407.
  4. Der Hessische Minister des Inneren: Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Helsen, Landkreis Waldeck vom 29. Juni 1970. In: Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1970 Nr. 28, S. 1406, Punkt 1358 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 3,7 MB]).