Tantow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Tantow führt kein Wappen
Tantow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Tantow hervorgehoben
Koordinaten: 53° 16′ N, 14° 20′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Uckermark
Amt: Gartz (Oder)
Höhe: 18 m ü. NHN
Fläche: 35,47 km2
Einwohner: 763 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einwohner je km2
Postleitzahl: 16307
Vorwahl: 033333
Kfz-Kennzeichen: UM, ANG, PZ, SDT, TP
Gemeindeschlüssel: 12 0 73 565
Adresse der Amtsverwaltung: Kleine Klosterstraße 153
16307 Gartz (Oder)
Webpräsenz: gemeinde-tantow.de
Bürgermeister: Andreas Meincke
Lage der Gemeinde Tantow im Landkreis Uckermark
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Tantow ist eine Gemeinde im Landkreis Uckermark im äußersten Nordosten Brandenburgs (Deutschland). Sie gehört zum Amt Gartz (Oder) mit Sitz in der gleichnamigen Stadt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tantow liegt im langgezogenen Tal des Landgrabens, das parallel zwischen den Urstromtälern von Oder und Randow verläuft. Der Salveybach entwässert den Landgraben ab Tantow in südöstlicher Richtung zur Westoder bei Gartz (Oder). Das landwirtschaftlich intensiv genutzte Gelände im Gemeindegebiet ist von niedrigen Endmoränenzügen entlang des Landgrabens geprägt (bis 50 m ü. NHN). Von kleinen Seen und Tümpeln in den Senken abgesehen, ist der ca. 35 ha große Schloßsee mit der unter Naturschutz stehenden Insel im Ortsteil Damitzow nennenswert. Die nächsten größeren Städte sind Schwedt/Oder und Prenzlau in 30 km bzw. 35 km Entfernung. Im Westen wird das Gemeindegebiet vom vorpommerschen Landkreis Vorpommern-Greifswald begrenzt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile:

  • Schönfeld
  • Tantow

Weitere Gemeindeteile und Wohnplätze:

  • Damitzow (Gemeindeteil)
  • Keesow (Gemeindeteil)
  • Neuschönfeld (Gemeindeteil)
  • Tantow Vorwerk (Gemeindeteil)
  • Tantow Ausbau
  • Vorwerk Radekow

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1925 wurde Radekow (heute Ortsteil von Mescherin) in Tantow ein-, 1945 jedoch wieder ausgegliedert.[2]

Am 31. Dezember 2002 wurde Schönfeld eingemeindet.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tantow
Schloss Tantow um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Tantow, Kirche

Die älteste erhaltene Erwähnung von Tantow stammt von 1255. Damals verlieh der Bischof von Cammin, Hermann von Gleichen, dem Stettiner Zisterzienserinnenkloster den Zehnten des Ortes.

1373 wurde das Dorf der Gartzer Stephanskirche zugeordnet. In der Karte von Daniel Friedrich Sotzmann ist der Ort als uckermärkische Enklave Pommerns östlich des Salway Fließes (heute Landgraben) eingezeichnet. Die Grenze ist noch Messtischblatt von 1880 enthalten. Das im Grenzbereich zwischen Pommern und Brandenburg gelegene Tantow wurde 1479 brandenburgisch und bildete bis 1815 eine brandenburgische Enklave in Pommern.

1815 wurde Tantow der Provinz Pommern und dort dem Kreis Randow zugeordnet. Bei der Auflösung des Kreises Randow kam Tantow 1939 an den Kreis Greifenhagen.

Das Gut war seit dem Mittelalter im Besitz der Familie von Eickstedt aus dem Hause Rothenklempenow. Nur kurzzeitige Besitzerwechsel unterbrachen den bis 1945 andauernden Besitz der Eickstedts. Das schlichte neugotische Gutshaus von 1856 war der Sitz des Verwalters oder Pächters; es brannte 1945 ab. [4]

Am 15. August 1843 erhielt der Ort mit dem Bahnhof Tantow an der Berlin-Stettiner Eisenbahn Bahnanschluss. Am 31. Januar 1943 ereignete sich hier ein schwerer Eisenbahnunfall, als nach Fahrdienstleiter- und Rangierfehlern der Schnellzug für Fronturlauber, SF 62, auf zwei Lokomotiven aufprallte. 38 Menschen starben, 16 wurden darüber hinaus verletzt.[5]

Die neugotische Backsteinkapelle entstand 1858. Eine der ursprünglich fünf Wassermühlen am Salveybach wurde im ehemaligen Gutspark in Tantow betrieben. Von dieser zum Teil 800 Jahre alten Mühlenkette ist nur die Salveymühle III erhalten (Museum im Nachbarort Geesow, heute Ortsteil der Stadt Gartz). Nach der politischen Wende entstand ein Natur- und Freizeitpfad in Tantow (1992). Die Damitzower Kirche wurde 1994 ausgebaut, die Tantower Kirche nach der Restaurierung 2000 neu eingeweiht.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 314
1890 369
1910 356
1925 1 177
1933 1 018
1939 994
1946 877
1950 990
1964 904
1971 1 098
Jahr Einwohner
1981 854
1985 775
1989 719
1990 719
1991 721
1992 705
1993 679
1994 683
1995 665
1996 674
Jahr Einwohner
1997 684
1998 659
1999 649
2000 630
2001 614
2002 797
2003 795
2004 787
2005 754
2006 744
Jahr Einwohner
2007 742
2008 756
2009 755
2010 776
2011 753
2012 749
2013 734
2014 756
2015 763

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[6][7], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Nach den Ergebnissen des Zensus hatte die Gemeinde 2011 einen Ausländeranteil von 9,6 %. Dabei handelte es sich ausschließlich um polnische Staatsbürger.[8]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Tantow besteht aus 10 Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 ergab folgende Sitzverteilung:[9]

  • Bürger für Tantow 3 Sitze
  • Alle für Tantow 2 Sitze
  • Freiwillige Feuerwehr Schönfeld 2 Sitze
  • Tantower Sportverein 1 Sitz
  • Einzelbewerber Jan Eggemann 1 Sitz
  • Die Linke 1 Sitz

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Andreas Meincke (Bürger für Tantow) wurde in der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014 mit 73,3 % der gültigen Stimmen für eine Amtszeit von fünf Jahren[10] gewählt.[11]

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinde in Polen ist die Gmina Bielice im Kreis Pyrzyce in der Woiwodschaft Westpommern.[12]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Tantow

  • Wasserturm Tantow
  • Kapelle Tantow
  • Bahnhof Tantow
  • Getreidespeicher Tantow

Windpark Schönfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Windpark Schönfeld bei Tantow-Schönfeld besteht aus zwölf Windkraftanlagen vom Typ Enercon E-82 mit 138 Metern Nabenhöhe. Die Nennleistung der Generatoren beträgt jeweils 2 MW. Da diese Anlagen einen Rotordurchmesser von 82 Metern haben, verfügen sie über eine Gesamthöhe von 179 Metern. Der Windpark Schönfeld ist somit der Windpark in Brandenburg mit den höchsten Windkraftanlagen mit Türmen geschlossener Bauweise. Der Windpark Spremberg hat zwar höhere Türme, die aber in offener Stahlfachwerkbauweise ausgeführt sind.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Tantow im Oktober 2013

Tantow liegt an der Bundesstraße 113. Im acht Kilometer entfernten Storkow besteht Anschluss an die Bundesautobahn 11 (Berlin–Szczecin).

Der Bahnhof Tantow an der Bahnstrecke Berlin–Szczecin (Stettin) ist der letzte deutsche Bahnhof vor der Grenze nach Polen. Bis zum Fahrplanwechsel im Dezember 2011 hielt der morgendliche Intercity auf der Relation Stettin–Schiphol in Tantow.[13] Somit war Tantow die kleinste Gemeinde mit einem Intercity-Bahnhof der Deutschen Bahn AG. Für die Wiederbelebung des leerstehenden Bahnhofsgebäudes gab es zunächst seitens eines eisenbahngeschichtlichen Vereins die Idee, ein deutsch-polnisches Interrailer- und Jugendbegegnungszentrum aufzubauen.[14] Der Plan dieses Projektes wurde in letzter Zeit nicht mehr verfolgt.

Zwischen 1913 und 1945 zweigte eine Nebenbahn ins sieben Kilometer entfernte Gartz ab.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2
  • Johannes Hinz: Pommern. Wegweiser durch ein unvergessenes Land. Flechsig-Buchvertrieb, Würzburg 2002, ISBN 3-88189-439-X, S. 379.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Tantow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2015 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 41
  3. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  4. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 192, ISBN 3-88042-636-8
  5. Hans Joachim Ritzau: Eisenbahn-Katastrophen in Deutschland. Splitter deutscher Geschichte. Bd.1: Landsberg-Pürgen 1979, S. 137.
  6. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 26–29
  7. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  8. Zensus 2011
  9. Ergebnis der Kommunalwahl am 25. Mai 2014
  10. § 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes
  11. Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 25. Mai 2014
  12. http://tantower.wordpress.com/nachbarland-polen/partnergemeinde-bielice/
  13. Von den Schwierigkeiten einer Regionalbahnlinie (Memento vom 8. April 2012 im Internet Archive)
  14. Projekt Jugendbahnhof Tantow: http://www.tantow.de.pl/