Burg Liebenfels (Thurgau)

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Burg Liebenfels (Thurgau)
Burg Liebenfels

Burg Liebenfels

Entstehungszeit: 1254 erstmals erwähnt
Erhaltungszustand: Erhalten
Bauweise: Bergfried
Ort: Mammern
Geographische Lage 47° 37′ 55″ N, 8° 55′ 35″ OKoordinaten: 47° 37′ 55″ N, 8° 55′ 35″ O; CH1903: 711815 / 276758
Höhe: 569 m ü. M.
Burg Liebenfels (Thurgau) (Kanton Thurgau)
Burg Liebenfels (Thurgau)

Die Burg Liebenfels steht im Schweizer Kanton Thurgau südöstlich von Mammern an der Strasse nach Lanzenneunforn, einem Ortsteil von Herdern.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg und ihr Erbauer Hermann I. von Liebenfels[1] wurden 1254 erstmals urkundlich erwähnt. Die Anlage ist somit als Sitz der Herren von Liebenfels belegt, die Konstanzer Ministerialen waren. Von 1395 bis 1574 war sie der Sitz der Lanz von Liebenfels. Von 1510 bis 1572 besassen diese auch das Gerichtsrecht in Gündelhart. Die Liebenfelser waren Lehnsmänner der Bischöfe von Konstanz und übten weltliche und geistige Ämter aus. Um 1380 starb das Geschlecht in der männlichen Linie aus. Nachdem Familien aus Konstanz die Burg besassen erwarb sie Heinrich von Dettighofen. Durch die Heirat einer Erbtochter kam der politisch begabte und einflussreiche Hans Lanz von Liebenfels in den Besitz der Burg. Den Titel und das Wappen der Liebenfelser erhielt er und seine Nachkommen durch Kaiser Friedrich III. für seine Verdienste. Seine Söhne verkauften die Burg nach dem Tod des Vaters 1499. Bereits 1475[2] oder 1476 hatte Hans von Toggenburg das Schloss Liebenfels von den Zehn Alten Orten gekauft.

1574 erwarb Hans Christoph von Gemmingen die Burg und hat seinen Besitz im Thurgau durch Zukäufe gemehrt. Sein Sohn Johann von Gemmingen zu Liebenfels starb kinderlos, seine Erben haben den Besitz 1654 an das Zisterzienserkloster St. Urban im Kanton Luzern verkauft. Nach der Säkularisation 1848 kaufte Adolf Ludwig Follen, Förderer von Gottfried Keller, die Anlage. 1858 erwarb es Kaspar Bebie. Das Burgschloss Liebenfels diente vor allem im 19. Jahrhundert als Treffpunkt von Dichtern, wie etwa Gottfried Keller und Hoffmann von Fallersleben.

Von 1948 bis 1992 war das Schloss unbewohnt, bis es 1992 von den Besitzern Klaus W. Ebert und Christiane Ebert-Schnaufer renoviert wurde. Die heutigen Bewohner haben vor, es für Kurveranstaltungen und internationale Begegnungen zur Verfügung zu stellen.[3][1]

Das Schloss steht auf einem 230'350 Quadratmeter grossen Grundstück und besteht im Kern aus einem Bergfried. Nördlich davon befinden sich ein Hof und Wohnbauten, südlich Anbauten mit Staffelgiebeln aus dem 16. Jahrhundert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur Hauptmann: Burgen einst und jetzt – Burgen und Burgruinen in Südbaden und angrenzenden Gebieten, Band 1. Verlag Südkurier, 1984, ISBN 3-87799-040-1, S. 310–313.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Schlossherr werden? Im Thurgau steht eine Burg zum Verkauf. In: Tages-Anzeiger vom 5. März 2009.
  2. Google-Books.
  3. Torsten Lucht: Schloss Liebenfels. In: Südkurier vom 26. Februar 2009.