Burgwald Dinklage

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Burgwald Dinklage
Im NSG Dinklager Burgwald

Im NSG Dinklager Burgwald

Lage Östlich von Dinklage, Landkreis Vechta, Niedersachsen
Fläche 126 ha
Kennung NSG WE 291
WDPA-ID 555638591
FFH-Gebiet 118 ha
Geographische Lage 52° 39′ N, 8° 9′ OKoordinaten: 52° 39′ 19″ N, 8° 9′ 16″ O
Burgwald Dinklage (Niedersachsen)
Burgwald Dinklage
Meereshöhe von 27 m bis 29 m
Einrichtungsdatum 30. Oktober 2017
f6

Der Burgwald Dinklage ist ein Naturschutzgebiet in den niedersächsischen Städten Dinklage und Lohne (Oldenburg) im Landkreis Vechta.

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG WE 291 ist rund 126 Hektar groß. Das 118,31 Hektar große FFH-Gebiet „Wald bei Burg Dinklage“[1] ist vollständig Bestandteil des Naturschutzgebietes. Das Naturschutzgebiet grenzt nach Westen, Süden und Osten an das Landschaftsschutzgebiet „Burg Dinklage“, das im Geltungsbereich der Naturschutzverordnung in diesem aufgegangen ist. Das Gebiet steht seit dem 30. November 2017 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Vechta.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet liegt direkt östlich von Dinklage. Es stellt einen naturnahen und historischen Waldstandort unter Schutz. Die Wälder sind als Hainsimsen-Buchenwälder mit Rotbuche, Stiel- und Traubeneiche, Sandbirke und Eberesche, Eichen-Hainbuchenwälder mit Stieleiche und Hainbuche als dominierende Baumarten und alte, bodensaure Eichenwälder auf Sandböden mit Steil- und Traubeneiche ausgeprägt. In der Krautschicht siedeln u. a. Schattenblümchen, Siebenstern, Buschwindröschen, Goldnessel, Drahtschmiele, Wald- und Pillensegge und Dornfarn. In die Wälder sind stellenweise alten Huteeichen eingestreut. Die Wälder verfügen über gut ausgeprägte Alt- und Totholzbestände und sollen sich weiter naturnah entwickeln können. Südwestlich des Klosters Burg Dinklage sind Grünlandbereiche in das Naturschutzgebiet einbezogen.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet ist auch Lebensraum einer artenreichen Fauna. So sind hier u. a. Hohltaube, Bunt-, Mittel- und Kleinspecht, Waldlaubsänger und Gartenbaumläufer heimisch. Das Naturschutzgebiet beherbergt viele Lauf-, Blatthorn- und Rüsselkäferarten. Eine Besonderheit ist das Vorkommen des Eremiten. Stillgewässer und andere Feuchtbiotope sind Lebensraum des Kammmolchs und anderer Amphibien.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet grenzt im Norden an den Autobahnzubringer Dinklages und im Osten an die A1. Im Westen grenzt es an das Kloster Burg Dinklage, dessen Haupt- und Nebengebäude nicht in das NSG einbezogen sind, sowie teilweise an die Wohnbebauung der Stadt Dinklage. Nach Süden grenzen landwirtschaftliche Nutzflächen an das Naturschutzgebiet. Die rund 27 Hektar große Parkanlage eines Hotelbetriebes mit einem Tiergehege,[2] die in das Naturschutzgebiet hineinragt, ist aus dem Geltungsbereich der Naturschutzverordnung ausgenommen. Das Gebiet dient auch als Naherholungsgebiet und kann auf mehreren Wegen erlebt werden.

Stellungnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der NABU Lohne begrüßt es, dass der Burgwald Lohne seit 2017 unter Naturschutz steht.[3] Insbesondere sei es positiv zu bewerten, dass der seltene Juchtenkäfer effektiver als früher geschützt sei und dass die Pferdekoppel bei der Burg Dinklage in das neue NSG einbezogen worden sei.

Ungelöst sei allerdings nach wie vor der „prekäre Wasserhaushalt“ des NSG;[4] die Verordnung zum NSG regele nicht den „weiterhin desolate[n] Wasserhaushalt des gesamten Burgwald-Komplexes“. Der Burgwald werde umzingelt und isoliert durch voranschreitende Bebauung, und bei anlaufenden Gewerbegebietsplanungen in Dinklage und Lohne werde das Ziel des Biotopverbunds ignoriert.

Für das Bundesamt für Naturschutz tätige Gutachter bedauern, dass sie den Burgwald Dinklage wegen seiner geringen Größe nicht in die Liste der Landschaften „mit hoher Bedeutung für das natürliche und kulturelle Erbe“ bzw. „mit hoher Bedeutung für das Landschaftserleben/die landschaftsgebundene Erholung“ hätten aufnehmen können, obwohl es sich bei dem Burgwald um eine der „landesweit historisch bedeutsame[n] Kulturlandschaften“ handele.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wald bei Burg Dinklage, Steckbriefe der Natura-2000-Gebiete, Bundesamt für Naturschutz. Abgerufen am 8. Dezember 2017.
  2. Wildgehege mit Waldspielplatz, Tourist-Information Nordkreis Vechta. Abgerufen am 8. Dezember 2017.
  3. Dinklager Burgwald ist jetzt als neues Naturschutzgebiet ausgewiesen, NABU Lohne, 2017. Abgerufen am 17. Januar 2020.
  4. Kerstin Köhne: Burgwald braucht Wasser zum Leben: Naturschützer setzen auf runden Tisch, Oldenburgische Volkszeitung, 14. Januar 2012 (JPG, 551 kB). Abgerufen am 17. Januar 2020.
  5. Markus Schwarzer u. a.: Bedeutsame Landschaften in Deutschland Gutachtliche Empfehlungen für eine Raumauswahl Band 1: Schleswig-Holstein und Hamburg, Niedersachsen und Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin BfN-Schriften 516. 2018, S. 144 (146)