c’t

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c’t – Magazin für Computertechnik
Logo der c’t
Beschreibung Computerzeitschrift
Verlag Heise Zeitschriften Verlag
Erstausgabe 19. Oktober 1983
Erscheinungsweise zweiwöchentlich
Verkaufte Auflage
(IVW 4/2013)
273.394 Exemplare
Verbreitete Auflage (IVW 4/2013) 276.875 Exemplare
Reichweite (AWA 2009) 1,015 Mio. Leser
Chefredakteur Detlef Grell, Johannes Endres
Herausgeber Christian Heise, Ansgar Heise, Christian Persson
Weblink www.heise.de/ct
ISSN 0724-8679

Die c’tmagazin für computertechnik, gegründet 1983, gehört zu den auflagenstärksten und einflussreichsten deutschen Computerzeitschriften. Die c’t wird in deutscher und niederländischer Sprache (c’t – magazine voor computertechniek) herausgegeben. Außerdem erscheint seit 2008 unter dem Namen c’t – Журнал о компьютерной технике eine russische Lizenzausgabe in Moskau.[1]

Die c’t erscheint im Heise Zeitschriften Verlag in Hannover; Herausgeber sind Christian Heise, Ansgar Heise und Christian Persson, Chefredakteure sind Detlef Grell (verantwortlich für den Textteil) und Johannes Endres. In den Niederlanden wird die c’t von der F&L Publishing Group in Nimwegen publiziert. Chefredakteur ist Patrick Smits. Herausgeber der russischen Lizenzausgabe ist der Verlag Business Media Communications.[1]

Die Bezeichnung „c’t“ stand ursprünglich für computing today, die Bezeichnung für einen 16-seitigen Bestandteil der früher durch den Heise-Verlag herausgegebenen Elektronik-Zeitschrift elrad. Im Oktober 1983 wurde c’t als eigene, unabhängige Zeitschrift ausgegliedert. Die Erstausgabe 12/83 erschien am 19. Oktober auf der Systems in München.[2] Zunächst erschien die Zeitschrift monatlich, 1997 wurde auf 14-tägliche Erscheinungsweise umgestellt.

Inhalte[Bearbeiten]

Die c’t präsentierte sich auf dem Markt der Computerzeitschriften zunächst als „hardwareorientiertes“ Magazin, das technikbegeisterten Besitzern von „Heimcomputern“ der ersten Generation neben Softwareentwicklung die Modifikation gekaufter bis hin zum Selbstbau eigener Hardware erklärte. Vor allem in den 1980er Jahren wurden in der c’t viele komplexe Hard- und Softwareprojekte veröffentlicht, die den gesamten Bereich der Computer-Hardware abdeckten, ein jüngerer Vertreter dieser Art ist der c’t-Bot. Mit dem Siegeszug der IBM-PC-Architektur und der verschiedenen Microsoft-Betriebssysteme nahmen diese einen zunehmend breiteren Raum in der Berichterstattung ein. Allerdings versteht sich die c’t nach wie vor als plattform- und betriebssystemunabhängig und widmet sich weiterhin, wenn auch in bescheidenerem Umfang, den Betriebssystemen Linux, Mac OS und Solaris.

Neben praxisbezogenen Computerthemen richtet die c’t ihren Fokus seit jeher auf die politischen und gesellschaftlichen Dimensionen der Technikentwicklung. Schon in den Anfangsjahren berichteten kritische Reportagen über pornografische Mailboxinhalte oder die Auswirkungen des damaligen Postmonopols auf Modems und andere Telekommunikationsgeräte.

Kontinuierlich gepflegte Themen sind Datenschutz, Zensur und die Rechtsproblematik von Software-Patenten. Kritisch berichtet die c’t auch über die Trusted Computing Platform Alliance und die Bestrebungen der Industrie, Digital-Rights-Management-Systeme durchzusetzen. Ebenso werden wichtige IT-Großprojekte in Deutschland wie das Autobahnmautsystem, die Software zur Berechnung des 2005 im Zuge der Hartz-IV-Reform eingeführten „Arbeitslosengeldes II“ oder das Thema Wahlcomputer kritisch begleitet und auf Schwachstellen untersucht. Ein halbseitiger Einklinker im Artikel zum 25-Jahre-Jubiläum der Zeitschrift zitiert den Autor von Fefes Blog stellvertretend für die typische Leserschaft u. a. zur Wechselwirkung zwischen Printmedien und Blogs: „Ich bin Heise dankbar, dass sie die ganzen Forenhaftungs-Kämpfe stellvertretend für die armen Blogger geführt haben.“[3]

Fester Bestandteil des Magazins ist außerdem die „c’t Story“, eine Kurzgeschichte, die schon oft von namhaften Science-Fiction-Autoren wie Andreas Eschbach, Helmuth W. Mommers oder Peter Schattschneider verfasst wurde. Die „c’t Story“ ist seit 2010 nahezu die einzige verbliebene professionelle Veröffentlichungsmöglichkeit für Science-Fiction-Kurzgeschichten in einem Magazin in Deutschland.

Zielgruppe[Bearbeiten]

Die c’t wendet sich gleichermaßen an fortgeschrittene und ambitionierte Computeranwender, Profis und Spezialisten. Die Leser von c’t sind „hochqualifizierte Computer-Profis und fungieren außergewöhnlich oft als Ratgeber und Entscheider in Sachen Technik.“[4]

Verzicht auf Testsieger[Bearbeiten]

Wie in nahezu jeder Computerzeitschrift sind Hardware- und Softwaretests fester Bestandteil der c’t. Im Unterschied zur Konkurrenz nennt das Magazin jedoch keine Testsieger, sondern stellt in einem Test-Fazit Stärken und Schwächen der untersuchten Produkte zusammen. Dem Leser soll damit eine je nach Budget und Einsatzzweck bedarfsgerechte Entscheidung ermöglicht werden.[5]

Beilagen[Bearbeiten]

Der c’t liegen regelmäßig DVDs bei, die von der c’t-Redaktion zusammengestellte Programmsammlungen enthalten. Diese „Software-Kollektionen“ von Freeware, Shareware und freier Software sind seit 2003 jeweils Themenschwerpunkten wie „Office“, „Sicherheit“ oder „Linux“ gewidmet. Außerdem erscheint einmal im Jahr eine Sammlung von Computerspielen, die die Redaktion für Kinder und Jugendliche empfehlenswert hält. Zuvor erschienen zweimal pro Jahr CDs mit einem meist breitgefächerten und themenübergreifenden Spektrum. Vereinzelt werden auch nicht von der Redaktion erstellte Datenträger über die Zeitschrift verteilt, wie z. B. Sicherheits-Tools von Microsoft.

Sonderhefte[Bearbeiten]

Neben der 14-täglich erscheinenden c’t haben sich Sonderheftausgaben entwickelt. Viermal jährlich erscheinen die c’t Digitale Fotografie und die c’t special Mac & i, die beide auch abonniert werden können. Darüber hinaus werden die Sonderhefte c’t kompakt, c’t medien und c’t extra herausgegeben. Diese befassen sich schwerpunktmäßig mit einem Thema (z. B. Linux oder Netzwerke). Ende des Jahres 2011 erschien erstmals das Magazin c’t Hardware Hacks.[6]

Aprilscherz[Bearbeiten]

Im ersten Aprilheft jedes Jahres ist ein Aprilscherz-Artikel versteckt, der wegen der differenzierten Darstellung sehr glaubhaft wirkt. So erläuterte im April 2006 ein Artikel die angebliche Verhinderung des Abfilmens von Kinoleinwänden durch Infrarotsequenzen, die Digitalkameras und Camcorder außer Gefecht setzen.[7] Fast schon legendär ist der Aprilscherz der Ausgabe 4/1995, in welchem ein rot blinkender Mainboard-Chip als Erweiterung von /dev/null ebendieses effizienter machen sollte.

Bekanntheit[Bearbeiten]

SoftRAM[Bearbeiten]

Weit über das übliche Publikum hinaus wurde c’t 1995 bekannt, als zunächst ein Kurztest des Programms „SoftRAM[8] der amerikanischen Firma Syncronys mit dem Resultat „wirkungslos“ und der Einschätzung „Placebo-Software“ abgedruckt wurde. Der deutsche Distributor Softline erwirkte eine einstweilige Verfügung, der zufolge der Testbericht in dieser Form nicht mehr verbreitet werden dürfe. c’t-Redaktion und Heise-Verlag konterten eine Ausgabe später mit dem Artikel „Placebo forte“, in dem „SoftRAM“ detailliert auseinandergepflückt und teilweise disassembliert wurde. In diesem Artikel wurde dargelegt, dass die vorgebliche Fähigkeit, den tatsächlich vorhandenen Hauptspeicher unter Windows (durch Laufzeitkompression der Speicherinhalte) zu „verdoppeln“, ein einziger Bluff und das Programm völlig wirkungslos war. Das darauffolgende Presseecho fegte das Produkt nicht nur vom deutschen, sondern auch vom US-Markt.

Hommingberger Gepardenforelle[Bearbeiten]

Schlagzeilen machte c’t im Jahr 2005 weiterhin mit dem Leserwettbewerb „Hommingberger Gepardenforelle“. Ziel war hierbei, Strategien einer Suchmaschinenoptimierung zu entwickeln und dadurch Rankingmechanismen von Suchmaschinen aufzudecken.

Fehlerhafte USB-Sticks[Bearbeiten]

In der Ausgabe 24/2007 berichtete die c’t von im Handel befindlichen USB-Speichersticks, die nur Teilbereiche statt der angegebenen ein oder zwei Gigabyte Daten speichern konnten. Die alten Daten wurden beim fortlaufenden Beschreiben von neuen Daten überschrieben.[9][10][11]

Auflage und Verbreitung[Bearbeiten]

Die deutschsprachige c’t erschien seit Ausgabe 12/1983 zunächst monatlich und aufgrund des gewachsenen Umfangs (die bis heute seitenstärkste c’t war die Aprilausgabe 1997 mit 614 Seiten) seit Ausgabe 11/1997 alle 14 Tage. Die niederländische c’t erscheint monatlich in Lizenz bei F&L, die auch die niederländische iX und Chip herausgibt.

Die c’t will sich durch ihre sachliche Berichterstattung und ihre Aufmachung ohne reißerische Schlagzeilen von anderen Computermagazinen wie Computer Bild, PC-Welt oder Chip abheben. So wird bewusst darauf verzichtet, eine Meldung oder einen Report als Sensation auszulegen und Käufer so möglicherweise zum Kauf zu animieren.

Auflagenstatistik[Bearbeiten]

Im vierten Quartal 2013 lag die durchschnittliche verbreitete Auflage pro Ausgabe nach IVW bei 276.875 Exemplaren. Das sind durchschnittlich 24.151 weniger Hefte pro Ausgabe (–8,02 %) als im Vergleichsquartal des Vorjahres. Die Abonnentenzahl nahm innerhalb eines Jahres um durchschnittlich 4.611 Abonnenten pro Ausgabe ab (−2 %).

Die höchste verkaufte Auflage hatte die c’t im Jahr 2001 mit fast 390.000 Heften. Seitdem sank die Anzahl der verbreiteten Hefte auf etwa 71 % dieses Wertes (etwa 277.000 Hefte). Bis ins Jahr 2009 konnte jedes Jahr ein Anstieg der verkauften Abonnements verzeichnet werden. Seitdem sinkt diese Zahl leicht.

Ungewöhnlich ist für eine Publikumszeitschrift die vergleichsweise hohe Abonnentenzahl von derzeit 82,6 Prozent der verbreiteten Auflage. Damit ist die c’t ein Computermagazin mit einem der höchsten Abonnentenstämme in Europa.

Anzahl der durchschnittlich pro Ausgabe verbreiteten Exemplare[Bearbeiten]

Anzahl der durchschnittlich pro Ausgabe verkauften Hefte durch Abonnements[Bearbeiten]

c’t-Beiträge in anderen Medien[Bearbeiten]

Von 2003 bis Juni 2011 wurde wöchentlich im hr-fernsehen das c’t magazin.tv ausgestrahlt. Die Sendung griff Themen der gedruckten Zeitschriftenausgabe auf; moderiert wurde sie von Mathias Münch und c’t-Redakteur Georg Schnurer. Zum 25. Juni 2011 wurde die Sendung eingestellt.[12]

Georg Schnurer stand in der Radio-Eins-Sendung Escape – Der Experte (RBB) als Experte zur Verfügung. Der letzte Beitrag dieser Reihe erschien am 28. Januar 2012.[13]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b 25 Jahre c’t – eine Chronik, Stand: 7. Dezember 2008.
  2. heise.de: Download der c’t 12/83
  3. Detlef Borchers: Fast forward – 25 Jahre Computerjournalismus in der c’t in: c’t. Hannover 2008,24, S. 112ff ISSN 0724-8679
  4. aus der Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse für die Leserschaft des Computermagazins c’t von 1998
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFrank Patalong: 25 Jahre „c’t“ – Zentralorgan von Nerdistan. In: spiegel.de. 31. Oktober 2008, abgerufen am 3. April 2010.
  6. http://www.heise-shop.de/heise-zeitschriften-verlag/ct-hardware-hacks-kreativ-basteln-mit-technik_pid_16551905.html
  7. Ein Rückblick auf die Aprilscherze der Zeitschrift erschien in der Ausgabe Nr. 24 von 2003, S. 151. Neuere Aprilscherze sind im Heise Forum gelistet.
  8. Ingo T. Storm: Verdichtung und Wahrheit. In: c’t, 1995, 11, S. 50. Abgerufen am 27. November 2012.ISSN 0724-8679
  9. Ingo T. Storm, Platinum-USB-Sticks verlieren Daten, c’t 24/07, S. 53.
  10. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Datenverluste-durch-manipulierte-USB-Sticks-173028.html Datenverluste durch manipulierte USB-Sticks
  11. Experten für Computerbeobachtung (PDF), Innovatives Niedersachsen, Das Magazin, Informationstechnik, März 2010, S. 22–24.
  12. Werner Pluta: Letzte Sendung: c’t magazin.tv wird eingestellt. Meldung bei golem.de vom 25. Juni 2011.
  13. Der Experte verabschiedet sich.