Calliope mini

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Oberseite des Calliope mini

Der Calliope mini ist ein Einplatinencomputer, der für Bildungszwecke entwickelt wurde und an deutschen Grundschulen eingesetzt werden soll. Ziel ist es, alle Schülerinnen und Schüler ab der dritten Klasse kostenlos mit einem Calliope Mini auszustatten.[1]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Calliope mini wurde auf Grundlage des BBC micro:bit entwickelt, der 2016 in Großbritannien an Schüler der siebten Klasse verteilt wurde. Hinter der Weiterentwicklung steckt die Calliope gemeinnützige GmbH. Geschäftsführer sind zu gleichen Teilen die Professorinnen Gesche Joost und Franka Futterlieb, Diplom-Psychologe Stephan Noller, Designer Jørn Alraun, IT-Berater Maxim Loick sowie Klaus J. Buß.[1][2]

Verbreitung und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Calliope-Starterset mit Zubehör

Zur ersten Finanzierung wurden eine Reihe von Sponsoren gewonnen, der Beirat junge digitale Wirtschaft im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie[3]. Im Herbst 2016 wurde der Calliope mini zum IT-Gipfel der Bundesregierung vorgestellt.[4] Über den Jahreswechsel 2016/2017 fand eine Crowdfunding-Kampagne bei Startnext statt. Dabei kamen von 1902 Unterstützern insgesamt 108.607 € zusammen.[1]

Seit August 2017 ist der Calliope mini über den Cornelsen Verlag und den Versandhändler Exp-Tech erhältlich[5]. Der Einzelpreis beträgt etwa 35 €, darüber hinaus sind auf Anfrage Klassensätze erhältlich. Zunächst wird der Computer nur an einigen Pilotschulen eingesetzt, die sich dafür bewerben müssen.

Schaltpläne und Software des Calliope mini sind als Open Hardware beziehungsweise Open Source frei verfügbar, und es stehen mehrere Anleitungen als Open Educational Resources zur Verfügung.

Programmierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Programmierung des Calliope mini erfolgt am PC. Nach Anschluss per USB-Schnittstelle wird der Calliope mini als USB-Datenträger verwaltet, auf welchen die Programme übertragen werden. Diese starten unmittelbar nach dem Einschalten beziehungsweise dem Neustart des Systems. Alternativ ist die Übertragung von Programmen mittels Bluetooth möglich.

Als Entwicklungsumgebungen gibt es drei Editoren, die als Webanwendungen im Webbrowser laufen: der einfache Calliope mini editor, das auf Scratch basierende Microsoft Programming Experience Toolkit (PXT) und Open Roberta Lab (NEPO). Darüber hinaus ist eine Calliope-mini-App für Smartphones und Tablets geplant.[5] Neben der visuellen Softwareentwicklung werden die Programmiersprachen JavaScript, C++[6] und in Zukunft MicroPython unterstützt. Da der Calliope mini weitgehend mit dem BBC micro:bit kompatibel ist, können auch dessen Entwicklungswerkzeuge benutzt werden.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einführung von Calliope mini steht in der Kritik wegen der Einflussnahme von Unternehmen wie Google auf die schulische Bildung.[7][8] Auch wurde moniert, Calliope mini sei „empfindlich und anfällig“; das baden-württembergische Kultusministerium hat die Einführung des Minicomputers deshalb abgelehnt.[7] Im Bundesland Sachsen hatte man wettbewerbsrechtliche Bedenken gegen die Verwendung des Rechners im Unterricht.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Coden mit dem Calliope mini – Programmieren in der Grundschule. Lehrermaterial für den Einsatz ab Klasse 3. Cornelsen Verlag, 2017. ISBN 978-3-06-600012-2
  • Coden mit dem Calliope mini – Programmieren in der Grundschule. Schülermaterial ab Klasse 3. Cornelsen Verlag, 2017. ISBN 978-3-06-600011-5
  • Nadine Bergner, Patrick Franken, Julia Kleeberger, Thiemo Leonhardt, Mario Lukas, Mario Pesch, Natalia Prost, Jan Thar, Lina Wassong: Das Calliope-Buch: Spannende Bastelprojekte mit dem Calliope-Mini-Board. dpunkt Verlag, 2017. ISBN 978-3-86490468-4

Quellennachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c https://www.startnext.com/calliope
  2. Gesellschaftsvertrag der Calliope gGmbH
  3. https://calliope.cc/partner
  4. Helmut Frangenberg: Kölner will Grundschüler mit Mini-Computer auf digitale Welt vorbereiten. Kölner Stadt-Anzeiger, 27. Januar 2017, abgerufen am 31. Januar 2017.
  5. a b https://www.calliope.cc/faq
  6. https://github.com/calliope-mini/calliope-project-template
  7. a b c Astrid Ehrenhauser: Google in der Grundschule: Kleine Geschenke mit Nebenwirkung. In: Die Tageszeitung: taz. 22. Oktober 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. Oktober 2017]).
  8. Elisabeth Kimmerle: Kommentar Google-Software in der Schule: Klassenzimmer unter Konzerneinfluss. In: Die Tageszeitung: taz. 23. Oktober 2017, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 23. Oktober 2017]).