Matthias Maurer

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Matthias Maurer
Matthias Maurer
Land: Deutschland
Organisation: ESA
ausgewählt am 2. Februar 2017
(EAC-Gruppe)

Matthias Josef Maurer (* 18. März 1970 in St. Wendel) ist ein deutscher Materialwissenschaftler und angehender ESA-Astronaut.

Ausbildung und Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maurer legte 1989 sein Abitur am Gymnasium Wendalinum in St. Wendel ab. Seinen Zivildienst trat er als Sanitäter beim Malteser Hilfsdienst an. Danach studierte er Materialwissenschaften an der Universität des Saarlandes, der EEIGM (École européenne d'ingénieurs en génie des matériaux, 'Europäische Ingenieurschule für Materialwissenschaften' Teil von der Université de Lorraine) in Nancy, der University of Leeds und an der Universitat Politècnica de Catalunya in Barcelona. Von 1999 bis 2004 promovierte Maurer am Institut für Materialwissenschaft der RWTH Aachen und erhielt dort im Jahre 2004 seinen Dr.-Ing. Mit seiner Dissertation mit dem Titel „Aluminiumschaum-Spritzschichtverbunde für den Leichtbau“ erhielt er mehrere Wissenschaftspreise. Nach Abschluss seiner Promotion unternahm Maurer eine längere Weltreise. An der Fernuniversität in Hagen beendete Maurer 2006 erfolgreich einen wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzstudiengang mit einem MBA-Diplom.

Maurer hält mehrere Patente im Bereich Material- und Werkstoffwissenschaften. Er spricht vier Sprachen fließend (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch). Im Rahmen seiner Astronautenausbildung lernt er zudem intensiv Russisch und Chinesisch.

Raumfahrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maurer bewarb sich 2008 mit fast 8500 anderen Bewerbern bei der Europäischen Weltraumorganisation als Astronaut und bestand als einer von zehn Kandidaten das Auswahlverfahren; er wurde jedoch zunächst nicht ins Europäische Astronautenkorps berufen. 2010 begann er, für die ESA als sogenannter „Astronauten-Support-Ingenieur“ sowie als „Eurocom-ISS-Flight-Controller“ im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln zu arbeiten. Im September 2014 nahm er am Höhlenforschungs- und Trainingsprogramm „Caves“ der ESA teil.[1]

Im Juli 2015 entschied die Europäische Weltraumorganisation ESA, Maurer als Teil der 2009er Astronautenklasse nachzunominieren. Vom 21. Juli bis 5. August 2016 war er Mitglied der 21. NEEMO-Mission der NASA, eines Unterwassertrainingsprogramms für zukünftige ISS-Besatzungen in Florida.[1] 2017 wurde Maurer ins Europäische Astronautenkorps aufgenommen. Seine Grundausbildung schloss er am 25. September 2018 ab. ESA-Generaldirektor Johann-Dietrich Wörner sicherte ihm damals zu, dass er innerhalb von drei Jahren zur ISS fliegen werde.[2] Damit wäre er der zwölfte deutsche Raumfahrer nach Alexander Gerst im Jahr 2018.

Am 28. Juli 2020 wurde Maurer als Ersatzmann für Thomas Pesquet für die ISS-Expedition 65 und der Mission ISS Alpha bekannt gegeben. Sein eigener Flug soll noch 2021 stattfinden.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ESA: Matthias Maurer. 25. Januar 2017, abgerufen am 26. September 2018.
  2. Jonas-Erik Schmidt: Astronaut Maurer auf dem Weg ins All: „Weltraum macht süchtig“. 25. September 2018, abgerufen am 26. September 2018: „Wir werden es schaffen, dass innerhalb der nächsten drei Jahre geflogen wird“
  3. ESA: Thomas Pesquet first ESA astronaut to ride a Dragon to space. Abgerufen am 28. Juli 2020 (englisch): „ESA also was able to acquire an additional mission to the International Space Station in 2021 for the first flight of ESA astronaut Matthias Maurer. Details of that mission are yet to be established, but for now Matthias is training as the backup for Thomas.“