Captain Future

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Captain Future ist eine US-Pulp-Serie von Edmond Hamilton, die von 1940 bis 1944 erschien. Sie wurde in Europa vor allem durch die Anime-Serie bekannt, die Anfang der 1980er-Jahre im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Der Ursprung der Serie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Serienidee unter dem Titel Mr. Future, Wizard of Science wurde von Mort Weisinger, einem Herausgeber bei Better Publications, während der World Science Fiction Convention 1939 entwickelt.[1] Darin sollte ein mutierter Superheld mit überragenden körperlichen und geistigen Fähigkeiten die Hauptperson darstellen. Als Helfer waren drei Nebenfiguren gedacht: ein Roboter, der von Mr. Future telepathisch kontrolliert wird, eine kristalline Lebensform vom Jupiter sowie ein uralter Mann, der jedes Buch der Welt gelesen hat und sein Wissen als wandelndes Lexikon präsentiert. Damit sollten die damals populären Subgenres Space Opera und Superhelden kombiniert werden. Edmond Hamilton, Hauptautor der Romane, kostete es viel Überzeugungskraft, die Herausgeber von ihren ursprünglichen Ideen abzubringen. Der Titel blieb jedoch am Anfang nahezu gleich: Captain Future, Wizard of Science, änderte sich jedoch später in Captain Future, Man of Tomorrow.

Grundlagen der Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Captain Futures Eltern waren die Wissenschaftler Elaine und Roger Newton, die von einem Kriminellen namens Victor Corvo verfolgt wurden und deshalb auf den Mond flohen. In einer versteckten Basis unter dem Krater Tycho wollten sie künstliche Wesen erschaffen, die als Helfer der Menschheit dienen sollten.

Begleitet wurden sie auf ihrer Flucht von Simon Wright, einem todkranken, alternden Wissenschaftler, dessen Gehirn vom Körper getrennt und in einen Behälter transferiert worden war, um ihm das Überleben zu ermöglichen.

Gemeinsam erschuf das Wissenschaftler-Trio zuerst den Roboter Grag (sozusagen als Prototyp einer künstlichen Lebensform), dann den Androiden Otto. In der Fernsehserie sind die Zeitangaben nicht eindeutig: In der ersten Folge, Der Herrscher von Megara, ist die Rede davon, dass die Geschichte im Jahr 2200 beginnt. Schon in der zweiten Folge aber spricht Captain Future mit Joan und sagt: „[…] in unserem 21. Jahrhundert […]“. In der Romanserie werden keine Kalenderangaben gemacht, aus diversen Aussagen geht allerdings hervor, dass die Handlung mehrere Jahrhunderte nach dem 20. Jahrhundert spielt. Das ursprüngliche Exposé zu „Mr. Future“ legte die Geburt in das Jahr 1990.[2]

Kurze Zeit nach Curtis Newtons Geburt machte Victor Corvo die verborgene Mondbasis ausfindig und ermordete Curtis’ Eltern. Grag und Otto töteten im Gegenzug Corvo und seine Handlanger. Curtis Newton wuchs auf dem Mond auf und wurde von Simon Wright, Grag und Otto ausgebildet. Volljährig geworden, beschloss er, sich der Verbrechensbekämpfung zu widmen, und nahm deshalb den Namen „Captain Future“ an.

Im weiteren Verlauf der Romanserie trifft Captain Future auf Ul Quorn, den Sohn Victor Corvos, der sich ihm als ebenbürtiger Gegner mit vergleichbaren wissenschaftlichen Fähigkeiten präsentiert.

Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden werden die wichtigsten Figuren der Erzählungen um Captain Future vorgestellt.

Captain Future 
Captain Future wird in den Romanen Hamiltons als „Hexenmeister der Wissenschaft“ bezeichnet und gilt als der fähigste Wissenschaftler des Sonnensystems. Mit bürgerlichem Namen heißt er Curtis Newton (kurz: Curt).
Prof. Simon Wright 
Das „lebende Gehirn“ Simon Wright existiert, von seinem Körper getrennt, in einem Spezialbehälter. Sicht, Gehör und Sprache werden durch Sensoren und einen Sprachprozessor ermöglicht. Im Band „Star Trail to Glory“ („Sternstraße zum Ruhm“) stattet Curt den Behälter mit Traktorstrahlen aus und ermöglicht Simon so absolute Mobilität. Da Simon nicht atmen muss, kann er sogar im Weltraum fliegen.
Grag 
Grag, der Roboter, stellt die erste Schöpfung von Captain Futures Eltern dar. Ursprünglich wurde er als kräftig, aber nur von beschränkter Intelligenz beschrieben (weshalb Otho als intelligenterer und vor allem auch menschenähnlicherer Nachfolger geschaffen wurde). In der Fernsehserie jedoch verfügt er über beträchtliche wissenschaftliche Kenntnisse und spielt die Rolle des technischen Praktikers.
Otho 
Otho (in der deutschen Zeichentrickfassung: Otto) ist ein Androide, der sein Erscheinungsbild (u. a. durch temporäre Aufweichung des „Fleisches“ und anschließende Neumodellierung) fast beliebig ändern kann. Er und Grag haben des öfteren Meinungsverschiedenheiten.
Joan Randall 
Joan Randall (in der deutschen Zeichentrickfassung: Joan Landor) ist eine Agentin der Planetaren Polizei. Offensichtlich empfindet sie eine Menge für Captain Future. Wie aus dem Zusatzmaterial der DVD zu erfahren ist, bekam sie für die Fernsehserie blonde Haare, um moderner zu wirken.
Ezra Gurney 
Marshall Ezra Gurney (in der deutschen Zeichentrickfassung: Ezella Garnie) ist ebenfalls Mitarbeiter der Planetaren Polizei. Als alter, erfahrener Polizist steht er Captain Future bei den meisten Fällen helfend zur Seite.
Ul Quorn 
Ul Quorn (in der deutschen Zeichentrickfassung: Vul Kuolun) ist der Sohn Victor Corvos, des Mörders von Captain Futures Eltern, und somit dessen ärgster Widersacher.

Das Captain-Future-Universum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung erster Zivilisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte der Menschheit beginnt im Sonnensystem Deneb, das Ausgangspunkt und Zentrum der ersten galaktischen Kultur war. Die Denebier erforschten das Universum und erschufen für die diversen von ihnen entdeckten Planeten und Monde speziell angepasste Völker, die dort ohne besondere Hilfsmittel wie Gravium-Angleicher leben konnten.

Vor ca. 1 Mrd. Jahren erreichte eine Siedlerflotte das Sonnensystem und besiedelte die Welten, die sie dort vorfand. Eine reiche Kultur mit regem interstellarem Verkehr entwickelte sich. Zu jener Zeit gibt es noch keinen Asteroidengürtel. Nach einigen Millionen Jahren kommt es zu einer kosmischen Katastrophe und der interstellare Verkehr kommt zum Erliegen.

100 Millionen Jahre vor der Zeitrechnung beherrschen nur noch die Völker des Mars und Katain die interplanetare Raumfahrt, auf der Erde und anderen Planeten leben die Nachkommen der Siedlerflotte auf Steinzeitniveau. Katain geht unter, seine Bevölkerung wandert in Richtung Sirius aus. Die Bruchstücke des Planeten bilden den Asteroidengürtel.

Es ist unklar, ob die untergegangene marsianische Hochkultur der sogenannten „Maschinenherren“ ein direkter Abkömmling der zweiten Marskultur ist, oder ob man sie als eigene Hochkultur ansehen muss. Zu Captain Futures Zeiten ist jedoch praktisch nichts mehr von der zweiten Marskultur – geschweige denn der ersten – bekannt.

Future-Epoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sonnensystem hat eine einheitliche Regierung mit Sitz in New York. Augenscheinlich war die Erde Ausgangspunkt einer Renaissance und ist derzeit kulturell und politisch führend. Trotz erheblicher wirtschaftlicher Unterschiede – die meisten Jupiteraner und Plutonier leben etwa noch als Bauern und Jäger im Dschungel oder in Eisfeldern – ist die soziale Durchdringung der Völker erheblich. Auf fast allen Posten sind Vertreter aller Völker zu finden.

In der Future-Epoche werden noch weitere Völker entdeckt, so die geflügelten Qualus von Saturn, die Siedler des Mikrokosmos, die Magier auf Styx (Mond des Pluto), die Seemenschen von Neptun und die untergegangen geglaubten Lunarier, denen der Mond Ganymed überlassen wird.

Außerhalb des Sonnensystems gibt es diverse von Menschen bewohnte Systeme, etwa Antares, Fomalhaut, Vega und Sagittarius, deren Bewohner den interstellaren Flug beherrschen und gegenseitigen Handel betreiben. Das Sonnensystem liegt aber weit von diesen entfernt, wurde und wird ignoriert.

In der Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit in der Zukunft, wenn die Sterne zu erkalten beginnen, haben die Menschen des Sonnensystems eine Epoche der interstellaren Ausdehnung und des Rückzugs hinter sich. Die menschlichen Völker kämpfen einen verzweifelten Krieg gegen die „Kalten“, skelettartige Humanoide, die ohne Sauerstoff auskommen. Die „Kalten“ stellen sich als künstlich geschaffene Menschenrasse heraus, die die anstehende Neugeburt des Universums, die das Überleben der klassischen Menschen sichern wird, nicht überleben wird.

Völker im Captain-Future-Universum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz teilweise erheblicher Abweichung von den Erdvölkern und anderen sehr humanoiden Völkern wie Marsianern oder Saturniern sind auch die exotischeren Völker wie Merkurianer (Katzeneigenschaften), saturnische Qualus (Flügelmenschen) oder neptunische Seemenschen nur Varianten der denebischen Kolonisten. Marsianer, Erdmenschen und Venusier sind untereinander fruchtbar, allerdings gibt es zu Futures Zeiten trotz des Fehlens eines nennenswerten Rassismus Vorbehalte gegen Mischlinge. Konsequent werden daher alle Völker des Sonnensystems und ihre extrasolaren Verwandten als Menschen bezeichnet, inklusive des künstlich geschaffenen Androiden Otho.

Nichtmenschliche intelligente Lebensformen sind die Allus, Bewohner eines mehrdimensionalen Universums, welche den dreidimensionalen Kosmos erobern wollen; telepathisch begabte Pflanzen, die den Planetoiden Starfall beherrschen, und die nichtatmenden Extrasolarier, von denen Captain Future die Idee des Schwingungsantriebs übernimmt.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Captain Futures Raumschiff, die Comet, ist von ihm selbst konstruiert worden und allen anderen Raumschiffen des Sonnensystems überlegen. Die Comet verfügt über ein kompaktes Labor, das sie zum Forschungsschiff qualifiziert. Außerdem ist sie mit einer Tarnvorrichtung ausgerüstet, die sie als Kometen erscheinen lässt, und mit „Protonenkanonen“ bewaffnet. Erst spät in der Romanserie erhält das Schiff einen Überlichtgeschwindigkeitsantrieb. In der Zeichentrickserie verfügt es außerdem über ein kleines Beiboot, den sogenannten Cosmoliner.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pulp-Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pulps erschienen vierteljährlich von 1940 bis 1944. Insgesamt brachte es die Serie auf 17 Romane, die, mit drei Ausnahmen, alle von Edmond Hamilton geschrieben wurden. Veröffentlicht wurde Captain Future von Better Publications, die Herausgeber waren Leo Margulies mit Mort Weisinger (1940–1941), von dem die Idee ausging, und Oscar J. Friend (1941–1944). Die Heftreihe war ein Versuch, das beliebte Superhelden-Thema in die Space Opera zu übertragen. Captain Future konnte jedoch nicht als eigenständige Heftserie aufrechterhalten werden, schließlich wurden die Erzählungen im Schwestermagazin Startling Stories veröffentlicht.

Jede Ausgabe des Captain Future Magazine enthielt (neben wenigen anderen Science-Fiction-Storys) einen vollständigen Roman über Captain Future und seine Mitstreiter. Nachdem das Magazin ein Opfer der Papierknappheit im Zweiten Weltkrieg geworden war, erschienen bis 1946 und 1950–1951 gelegentlich weitere Captain-Future-Geschichten in Startling Stories. Ab 1968 wurden einige Captain-Future-Romane als Paperback-Version herausgegeben, zum Teil mit neuen Titeln, dies ist in der Liste entsprechend vermerkt.

Captain Future Magazine

  • 01 Captain Future and the Space Emperor Edmond Hamilton (Winter/40) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 02 Calling Captain Future Edmond Hamilton (Spring/40) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 03 Captain Future's Challenge Edmond Hamilton (Summer/40) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 04 The Triumph of Captain Future Edmond Hamilton (Fall/40) [später Neuausgabe als Galaxy Mission]
  • 05 Captain Future and the Seven Space Stones Edmond Hamilton (Winter/41)
  • 06 Star Trail to Glory Edmond Hamilton (Spring/41)
  • 07 The Magician of Mars Edmond Hamilton (Summer/41) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 08 The Lost World of Time Edmond Hamilton (Fall/41)
  • 09 Quest Beyond the Stars Edmond Hamilton (Winter/42) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 10 Outlaws of the Moon Edmond Hamilton (Spring/42) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 11 The Comet Kings Edmond Hamilton (Summer/42) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 12 Planets in Peril Edmond Hamilton (Fall/42) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 13 The Face of the Deep Edmond Hamilton (Winter/43)
  • 14 Worlds to Come Joseph Samachson als Brett Sterling (Spring/43)
  • 15 Star of Dread Edmond Hamilton als Brett Sterling (Summer/43)
  • 16 Magic Moon Edmond Hamilton als Brett Sterling (Winter/44)
  • 17 Days of Creation Joseph Samachson als Brett Sterling (Spring/44) [später Neuausgabe als The Tenth Planet mit neuem Pseudonym William Morrison]

Startling Stories

  • 18 Red Sun of Danger Edmond Hamilton (Spring/45) [später Neuausgabe als Danger Planet]
  • 19 Outlaw World Edmond Hamilton (Winter/46) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • 20 The Solar Invasion Manly Wade Wellman (Fall/46) [später Neuausgabe mit gleichem Titel]
  • SS01 The Return of Captain Future Edmond Hamilton (January/50)
  • SS02 Children of the Sun Edmond Hamilton (May/50)
  • SS03 The Harpers of Titan Edmond Hamilton (September/50) [später Neuausgabe als Teil von Doctor Cyclops]
  • SS04 Pardon My Iron Nerves Edmond Hamilton (November/50)
  • SS05 Moon of the Unforgotten Edmond Hamilton (January/51)
  • SS06 Earthmen No More Edmond Hamilton (March/51)
  • SS07 Birthplace of Creation Edmond Hamilton (May/51)

Die Nummern SS01–07 waren Kurzgeschichten, die einige Jahre später als die Romane spielen. SS01 bis SS07 sind in Deutschland als Hörspiel erschienen. Bei US-amerikanischen Pulps war Winter das erste Quartal des Jahres (Winter, Spring, Summer, Fall), die erste Ausgabe von Captain Future erschien im Januar 1940.

Die deutsche Roman-Taschenbuch-Reihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 1950er Jahren erschienen einige Ausgaben von Captain Future als Captain Zukunft in der vom Erich Pabel Verlag herausgegebenen Romanheft-Reihe Utopia Zukunftsroman.

Von 1981 bis 1984 erschien die Romanserie als deutsche Lizenzausgabe im Bastei Lübbe Verlag als Taschenbuchreihe. 15 Romane wurden veröffentlicht:

  • Band 25 001: Die lebende Legende
  • Band 25 002: Kollosionsziel Erde
  • Band 25 003: Die Gravium-Sabotage
  • Band 25 004: Der Lebenslord
  • Band 25 005: Diamanten der Macht
  • Band 25 006: Sternstraße zum Ruhm
  • Band 25 007: Der Marsmagier
  • Band 25 008: Im Zeitstrom verschollen
  • Band 25 009: Die Materiequelle
  • Band 25 010: Das Erbe der Lunarier
  • Band 25 011: Im Schatten der Allus
  • Band 25 012: Held der Vergangenheit
  • Band 25 013: Planetoid des Todes
  • Band 25 014: Invasion der Sverd – einziger Band, der nicht von Hamilton sondern von Joseph Samachson geschrieben wurde
  • Band 25 015: Stern des Grauens

Seit 2011 erscheint im Golkonda-Verlag eine Gesamtausgabe aller Captain Future-Romane, die auch die Grundlage der seit 2012 erscheinenden Hörspiele darstellt. Den Anfang machten zwei Sammelbände der Captain-Future-Erzählungen aus dem Magazin „Startling Stories“: „Die Rückkehr von Captain Future“ und „Der Tod von Captain Future“, die bis dahin nicht auf Deutsch erschienen waren. Alle anderen Bände erschienen in einer Neuübersetzung.

  • Band 1: Der Sternenkaiser (Captain Future and the Space Emperor)
  • Band 2: Erde in Gefahr (Calling Captain Future)
  • Band 3: Die Herausforderung (Captain Future's Challenge)
  • Band 4: Der Triumph (The Triumph of Captain Future)
  • Band 5: Die sieben Weltraumsteine (Captain Future and the Seven Space Stones)
  • Band 6: Sternenstraße zum Ruhm (Star Trail to Glory)
  • Band 21: Die Rückkehr von Captain Future (enthält: Die Rückkehr von Captain Future – The Return of Captain Future, Kinder der Sonne – Children of the Sun, Die Harfner des Titan – The Harpers of Titan, Nerven aus Stahl – Pardon my Iron Nerves)
  • Band 22: Der Tod von Captain Future (enthält: Mond der Unvergessenen – Moon of the Unforgotten, Kein Erdenmensch mehr – Earthmen No More, Wiege der Schöpfung – Birthplace of Creation, Der Tod von Captain Future – The Death of Captain Future)

Anime[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anime-Fernsehserie
Titel Captain Future
Originaltitel キャプテンフューチャー
Transkription Kyaputen Fyūchā
CaptainFuture.svg
Produktionsland JapanJapan Japan
Originalsprache Japanisch
Jahr(e) 1978–1979
Studio Tōei Dōga
Länge 24 Minuten
Episoden 52+1 (J) / 40 (D)
Regie Tomoharu Katsumata
Musik Yūji Ōno (J) / Christian Bruhn (D)
Erstausstrahlung 7. November 1978 – 18. Dezember 1979 auf NHK
Deutschsprachige
Erstausstrahlung
27. September 1980 auf ZDF
Synchronisation

Auf der Grundlage von 13 Originalgeschichten produzierte Tōei Dōga (heute Tōei Animation) die 52-teilige japanische Zeichentrickserie (Anime) Captain Future, die vom 7. November 1978 bis zum 18. Dezember 1979 wöchentlich um 19:30 Uhr auf dem Fernsehsender NHK ausgestrahlt wurde. Am 31. Dezember 1978 wurde zudem ein 55-minütiges Neujahrsspecial namens Karei naru Taiyōkei Race (華麗なる太陽系レース) ausgestrahlt. Regie führte dabei Tomoharu Katsumata, die Figurentwürfe stammten von Takuo Noda und Toshio Mori.

Die Musik stammt von dem Jazz-Musiker Yūji Ōno. Der Vorspann war Yume no Funenori (夢の舟乗り, „Schiffsfahrt des Traums“), getextet von Keisuke Yamakawa und gesungen zuerst bis Folge 30 von Yūki Hide und ab Folge 31, sowie dem Special von Yukihide Takekawa. Als Abspanntitel wurde Popura-dōri no Ie (ポプラ通りの家, „Haus/Familie der Pappelstraße“) verwendet vom selben Texter, aber gesungen von Peekaboo; beim Special jedoch Oira wa Sabishii Spaceman (おいらは淋しいスペースマン, „ich bin ein einsamer Weltraummann“) mit dem Text von Masahiro Noda und dem Gesang von Yūki Hide.

Die Serie weicht inhaltlich teilweise stark von den Büchern ab: So wurde u. a. aus dem Waisenjungen Johnny Kirk, einer Randfigur in einem Roman, die Anime-Nebenfigur Ken Scott, und die Rollen des Mondhundes Yiek und des Asteroid-Chamäleons Oak wurden ausgebaut. In der Fernsehserie besteht Captain Futures Mannschaft aus Professor Simon Wright (einem lebenden Gehirn in einem fliegenden Spezialbehälter), Grag (einem Stahlroboter mit ungeheuren Kräften) und Otto (einem Kunstmenschen aus Plastik mit der Fähigkeit, seine Gestalt zu ändern). Weitere Mitstreiter der Future-Mannschaft sind Joan Randall/Joan Landor (eine junge Agentin der Planetenpolizei) sowie Eszella Garnie (ein altgedienter Marshall bei der Planetenpolizei).

Der Anime in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland begann das ZDF am 27. September 1980 mit der Ausstrahlung der Fernsehserie. Diese war jedoch gekürzt und in der Reihenfolge der Handlungsbögen verändert worden. Außerdem hatten sich durch die Rückübersetzung Fehler eingeschlichen: So war beispielsweise Joan Randall, in japanischer Schrift ジョーン・ランドール (Jōn Randōru) geschrieben, beim Export der Serie als Joan Landor rückübersetzt worden. Dasselbe gilt für Ul Quorn, welches japanisch als ウル・クォルン (Uru Kworun, wobei kwo sich aus ku + kleines o zusammensetzt) geschrieben wurde und dann fehlerhaft als Vul Kuolun ins Deutsche übertragen wurde.

Die Anime-Serie war die erste ihrer Art in Deutschland, die sich an an Kinder jenseits des Grundschulalters richtete. Der damalige Leiter des Kinder- und Jugendprogrammes, Josef Göhlen, war überzeugt, dass Science-Fiction-Erzählungen bei Kindern sehr gut ankommen würden. Die Serie wurde nach dem damaligen Verständnis des Jugendschutzes für das deutsche Fernsehen bearbeitet. In Deutschland war der kommerzielle Erfolg von Captain Future mit verschiedenen Merchandise-Artikeln zwar da, jedoch waren die Proteste gegenüber Captain Future sehr groß. Proteste gab es von Eltern und Jugendorganisationen, und auch in einen Schulbuch wurde vor der Serie gewarnt. So hat der ZDF-Fernsehrat sich dazu entschieden, die Serie abzusetzen. Somit blieb Captain Future die einzige Anime-Serie ihrer Art in Deutschland bis Die Königin der Tausend Jahre 1991 bei dem Privatsender Tele 5 anlief.[3][4] Wie auch bei den Protesten zu Speed Racer 1971, war Captain Future nach einer FSK Auswertung lediglich mit einer FSK6 bewertet worden.

Heute genießt Captain Future im deutschen Sprachraum Kultstatus, nicht zuletzt dank des von Christian Bruhn völlig neu erstellten, futuristischen Soundtracks, der sich sehr von der Musik des japanischen Originals unterscheidet. In der Titelmelodie spielt Bruhn Klavier und seine vierte Frau Erika singt den Sopran.[5]

Im Jahr 1998 kam der Titel The Final von Phil Fuldner, ein Remix des Captain-Future-Titels Feinde greifen an, in die Top Ten der deutschen Single-Charts.

Die Fernsehserie und das Special sind in Deutschland auf DVD erschienen. Die Reihenfolge der Handlungsbögen entspricht dabei nicht der deutschen Ausstrahlung, sondern der ursprünglichen Reihenfolge in Japan.[6]

Episoden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Original gibt es 52 Folgen zu ca. je 30 Minuten, diese bilden 13 übergeordnete Episoden bestehend aus je 4 Folgen. Darüber hinaus existiert ein ca. einstündiges Serienspecial. In Deutschland wurden alle Folgen stark geschnitten. Dazu wurden zunächst 4 Originalfolgen aneinandergereiht und dann auf 3 Folgen zu je ca. 25 Minuten gekürzt. Eine Ausnahme bildet die Episode „Das Geheimnis der sieben Steine“, die auch in Deutschland aus 4 Folgen besteht. Das Serienspecial Sternstraße zum Ruhm (jap. Karei naru Taiyōkei Race, dt. etwa: „Sonnensystem-Rennen zum Ruhm“, auch unter dem Titel des Bandes Star Trail To Glory bekannt) wurde bisher noch gar nicht auf Deutsch synchronisiert, es ist jedoch in der deutschen DVD-Kollektion auf Japanisch mit deutschen Untertiteln erhältlich.

In Deutschland wurden die Episoden zudem in der Reihenfolge gesendet, in der sie synchronisiert worden waren. Da die Episoden inhaltlich Bezug aufeinander nehmen, entstehen dabei Ungereimtheiten. Nachfolgend sind die Folgen zum Vergleich in der original japanischen Ausstrahlungsreihenfolge mit einer Übersetzung der japanischen Titel aufgelistet.


Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronisation wurde von der Arena Synchron Berlin erstellt.

Rolle Japanischer Sprecher (Seiyū) Deutscher Sprecher
Captain Future Taichirō Hirokawa Hans-Jürgen Dittberner
Otto Keiichi Noda Wolfgang Völz
Grag Ken’ichi Ogata Friedrich G. Beckhaus
Prof. Simon Wright Kiyoshi Kawakubo Jochen Schröder
Joan Landor Eiko Masuyama Anita Kupsch
Ezella Garnie Kazuhiko Kishino Michael Chevalier
Ken Scott Kazuhiko Inoue Sven Plate
Präsident Cashew Tarō Jin Horst Schön
Cashews Sekretärin Ann Yumi Nakatani Rebecca Völz
Anderson Friedrich Schoenfelder
Dr. Zaro Herbert Stass
Herrscher von Megara Klaus Miedel
Wrecker, Su Virru Lothar Blumhagen
Ul Quorn
Vul Kuolun
Joachim Kerzel
Nurara Heidrun Kussin
Big Ear Gerd Duwner
Chameleon Ulrich Gressieker
Darmoore Ernst Wilhelm Borchert
König Murul Friedrich W. Bauschulte
Lakuku Lutz Riedel
Kim Ivan Hubert Suschka
Shiri Madeleine Stolze
Unyi Arnold Marquis
Erzähler Tarō Jin Helmut Krauss

Der Anime international[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer in Japan und in Deutschland erschien die Fernsehserie u. a. auch in Venezuela sowie in arabischer Sprache. In Frankreich und Belgien trägt sie den Titel Capitaine Flam, in Italien und Spanien den Namen Capitan Futuro. Auch erhielten die einzelnen Synchronisationsversionen teilweise jeweils individuelle und atmosphärisch sehr unterschiedliche Soundtracks.

Comic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Parallel zur deutschen Fernsehausstrahlung veröffentlichte der Bastei-Verlag von Oktober 1980 bis 1983 eine selbstproduzierte „Captain Future“-Comicserie mit insgesamt 80 Heften, die ab Ende 1980 auch teilweise als Fortsetzungsgeschichten in den Fernsehzeitschriften Hörzu, Gong und Bild+Funk abgedruckt wurden. Von März 1981 bis März 1985 erschienen zusätzlich 18 „Captain Future“-Taschenbücher, bei denen viele der Umschlagzeichnungen von dem Illustrator und späteren Computerspiel-Grafikdesigner Celâl Kandemiroğlu stammten[7].

Die Handlung der Comichefte orientierte sich lose an der Fernsehserie und hatte außer den Figurennamen kaum etwas mit Edmond Hamiltons Romanen gemein. Von Comic-Fachzeitschriften wurde die Comicserie u. a. als „zweitklassig“ und „schnell produziert und wenig sorgfältig gemacht“ wirkend bewertet.[8] Im März 1985 wurde die Produktion der „Captain Future“-Taschenbücher aufgrund zunehmender Absatzschwierigkeiten eingestellt.[9]

Hörspiele und Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zusammen mit der Ausstrahlung der Serie im ZDF erschienen 1980 und 1981 bei Polydor Records zwei Hörspiele zur Serie, bei denen es sich allerdings nur um die unbearbeitete Tonspur der ZDF-Synchronisation handelte. Einen zusätzlichen Erzähler, der nicht sichtbare Ereignisse zum besseren Verständnis beschreibt, gab es nicht.

Zwischen 2012 und 2015 sind 13 „inszenierte Hörbuchfassungen“, auf Grundlage der Neuausgabe der Geschichten und Romane im Golkonda-Verlag, bei Highscore Music (jetzt: Maritim) erschienen. Man griff dabei, soweit möglich, auf die Sprecher der ZDF-Synchronisation und auf die Musik von Christian Bruhn zurück.

Rolle Sprecher
Erzähler Helmut Krauss
Captain Future Hans-Jürgen Dittberner
Otto Wolfgang Völz
Grag Friedrich G. Beckhaus
Prof. Simon Wright Jochen Schröder
Joan Landor Marie Bierstedt*
Ezella Garnie Klaus Dittmann*

Mit * gekennzeichnete Sprecher weichen von der ZDF-Fassung ab.

The Return of Captain Future (2012)

  1. Die Rückkehr von Captain Future
  2. Kinder der Sonne
  3. Die Harfner des Titan
  4. Nerven aus Stahl

Der Tod von Captain Future (2013)

  1. Mond der Unvergessenen
  2. Kein Erdenmensch mehr
  3. Wiege der Schöpfung
  4. Der Tod von Captain Future (nur als Download)

Der Sternenkaiser (2014/2015)

  1. Tod auf dem Jupiter
  2. Die Macht des Sternenkaisers
  3. Die Spur
  4. Der Platz der Toten
  5. Das geheime Wissen der Ahnen

Erde in Gefahr (2016)

  1. Bedrohung aus dem All
  2. Friedhof der Raumschiffe
  3. Die Ankunft des Doktor Zarro
  4. Die Straße der Jäger
  5. Welt der Illsuionen
  6. In den Tiefen des Weltraums

CD- und DVD-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soundtrack[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DVD[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Captain Future DVD Collection 1 – Episode 1–25 (vier DVDs, deutsche Sprachfassung)
  • Captain Future DVD Collection 2 – Episode 26–40, deutsche Sprachfassung, und japanischsprachiger Film A brilliant race over the solar system mit deutschen Untertiteln (drei DVDs)[10]
  • Capitaine Flam Box mit sieben DVDs – Episode 1–52 (französisch, ungeschnitten)
  • Capitaine Flam DVD Course à travers le system solaire – Le Film ! (japanisch)
  • Capitan Futuro neun Einzel-DVDs – Episoden 1–52 (Italienisch, Japanisch, ungeschnitten)

Hommage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Perry-Rhodan-Serie wurde als Hommage an die Captain-Future-Serie die Romanfigur des Curtiz Newton geschaffen.[11]

Spiele und sonstige Merchandising-Artikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den zur Fernsehserie veröffentlichten Spielen gehören im deutschsprachigen Raum das Brettspiel „Captain Future – Die Eroberung der Planeten“ von Wolfgang Kramer und das Captain-Future-Kartenquartett, beide erschienen bei ASS Altenburger.

Panini veröffentlichte ein Captain-Future-Klebebilderalbum mit Bildern aus der Serie.

In Japan brachte die Firma Popy detaillierte Modelle der Comet und des Cosmoliners auf den Markt. Beigefügt waren etwa 4–5 cm große unbemalte Figuren von Captain Future, Grag, Otto, Yiek und Oak (Professor Simon Wright fehlte).

Sowohl Popy in Japan als auch Mattel in Europa brachten unter der Bezeichnung „Future Stars“ ein Set aus den drei Figuren Captain Future, Grag und Otto heraus. Diese etwa 8–10 cm großen Figuren waren jedoch nur spärlich bemalt und lieblos produziert (die Waffen der Figuren hatten bei der Mattel-Fassung ein helleres Blau und bestanden aus härterem Plastik als bei der Popy-Version). In dazu passender Größe gab es auch den Cosmoliner, der entweder einzeln oder im Set mit den Figuren erhältlich war.

Verfilmung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 2010 wurde bekanntgegeben, dass sich Christian Alvart die Verfilmungsrechte an Captain Future gesichert hat und an einer Real-Verfilmung in 3D arbeitet.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hardy Kettlitz: Edmond Hamilton. Weltenzerstörer und Autor von Captain Future. Shayol, Berlin 2003, ISBN 3-926126-25-6

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Allan Steele, The Death of Captain Future (with introduction and author's note) in The Space Opera Renaissance, ed. David G. Hartwell and Kathryn Cramer, 2006, p.556-586
  2. Edmond Hamilton: An Inside Look At Captain Future
  3. http://www.hillvalley.de/downloads/Josef_G%C3%B6hlen-Interview.pdf
  4. http://www.abiszubi.de/goodtimes/kult/interview.pdf
  5. Der Komponist von "Marmor, Stein und Eisen bricht" wird 80 auf derwesten.de
  6. (Captain Future: Episodenguide)
  7. Comic Jahrbuch 1986, S. 327
  8. Comicspiegel Nr. 3, Winter 1980, S. 10
  9. Marktinformation der Verlagsunion Wiesbaden vom 9. Juli 1985
  10. Episodenführer der TV-Serie Captain Future (entspricht Reihenfolge der Episoden auf den DVDs)
  11. Artikel Curtiz Newton in der Perrypedia
  12. EXCLUSIVE: Pandorum's Christian Alvart talks CAPTAIN FUTURE adaptation

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beispiel für die Utopia-Titelbildgestaltung: Captain Zukunft greift ein, Utopia-Grossband Nr. 142, Übersetzung Lothar Heinecke, 1961 newger49.jpg

Zur Animeserie: