Stefan Heid

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Stefan Heid (* 28. Dezember 1961 in Bad Homburg vor der Höhe) ist ein deutscher katholischer Theologe, Kirchenhistoriker und Christlicher Archäologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am altsprachlichen Zweig des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums in Bad Homburg studierte er katholische Theologie, Christliche Archäologie und Klassische Philologie (Griechisch) an der Universität Bonn. 1991 wurde er dort mit der Arbeit Chiliasmus und Antichrist-Mythos. Eine frühchristliche Kontroverse um das Heilige Land promoviert. Am 10. Juni 1994 wurde er für die Erzdiözese Köln zum Priester geweiht, war bis 1996 als Kaplan in der Pfarrgemeinde St. Servatius in Siegburg tätig und wurde dann für seine wissenschaftliche Tätigkeit freigestellt.[1] Von 1999 bis 2006 war er neben seinen Tätigkeiten in Rom in seiner Heimatdiözese Subsidiar am St.-Quirinus-Münster in Neuss.

2000 erfolgte Heids Habilitation an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn mit der Arbeit Kreuz – Jerusalem – Kosmos. Aspekte frühchristlicher Staurologie. Anschließend erhielt er die Venia legendi für Alte Kirchengeschichte, Patrologie und Christliche Archäologie.

Seit 2001 ist er Professor für Liturgiegeschichte und Hagiographie am Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana in Rom und von 2006 bis 2012 war er Vizerektor des deutschen Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico in Rom, wo er schon seit 1996 (mit Unterbrechung 2000–2001) Kollegiat war. Seit dem 8. Dezember 1997 ist er Mitglied der Erzbruderschaft zur Schmerzhaften Mutter Gottes beim Campo Santo der Deutschen und Flamen. Außerdem hat er seit 2005 einen Lehrauftrag an der theologischen Fakultät der Dominikaneruniversität „Angelicum“ in Rom. Papst Benedikt XVI. ernannte Stefan Heid am 29. Dezember 2009 zum Kaplan Seiner Heiligkeit (Monsignore). 2011 übernahm er von Erwin Gatz das Amt des Direktors des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft mit Sitz am Campo Santo Teutonico; als solcher ist er auch verantwortlich für die Römische Quartalschrift. Vom Wintersemester 2011/2012 bis zum Sommersemester 2012 verbrachte er ein Sabbatjahr am St. John’s Seminary in Brighton (Massachusetts), USA. Seit dem 4. Februar 2020[2] ist Heid für drei Jahre Rektor des Pontificio Istituto di Archeologia Cristiana.

Heid gehört seit 1995 zum Redaktionsbeirat der Zeitschrift Die Neue Ordnung, seit 2001 zum Redaktionsbeirat der Rivista di Archeologia Cristiana und seit 2011 zum wissenschaftlichen Beirat der Reihe „Colloquia Theologica“ der Universität Oppeln.

2012 hat Stefan Heid beim Stiftungsforum der katholischen Kirche im Bistum Aachen die Stiftung zur Förderung des Römischen Instituts der Görres-Gesellschaft eingerichtet.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chiliasmus und Antichrist-Mythos. Eine frühchristliche Kontroverse um das Heilige Land (= Hereditas. 6). Borengässer, Bonn 1993, ISBN 3-923946-21-X (zugleich Bonn, Universität, Dissertation, 1991).
  • Zölibat in der frühen Kirche. Die Anfänge einer Enthaltsamkeitspflicht für Kleriker in Ost und West. Schöningh, Paderborn u. a. 1997, ISBN 3-506-73926-3 (Mehrere Auflagen).
  • Kreuz – Jerusalem – Kosmos. Aspekte frühchristlicher Staurologie (= Jahrbuch für Antike und Christentum. Ergänzungsband 31). Aschendorff, Münster 2001, ISBN 3-402-08116-4 (Habilitationsschrift).
  • Haltung und Richtung. Grundformen frühchristlichen Betens. In: Internationale katholische Zeitschrift Communio. Bd. 38, Nr. 6, 2009, ISSN 1439-6165, S. 611–619, (PDF; 50 KB).
  • Gebetshaltung und Ostung in frühchristlicher Zeit. In: Rivista di Archeologia Cristiana. Bd. 82, 2006, ISSN 0035-6042, S. 347–404, (PDF; 3 MB).
  • mit Christian Gnilka, Rainer Riesner: Blutzeuge. Tod und Grab des Petrus in Rom. Schnell + Steiner, Regensburg 2010, ISBN 978-3-7954-2414-5.
    • darin S. 109–196: Jubel am Grab. (PDF; 404,63 KB).
  • als Herausgeber: Petrus und Paulus in Rom. Eine interdisziplinäre Debatte. Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 2011, ISBN 978-3-451-30705-8 (Tagungsband).
  • mit Martin Dennert (Hrsg.): Personenlexikon zur Christlichen Archäologie. Forscher und Persönlichkeiten vom 16. bis 21. Jahrhundert. 2 Bände. Schnell + Steiner, Regensburg 2012, ISBN 978-3-7954-2620-0.
  • als Herausgeber: Operation am lebenden Objekt. Roms Liturgiereformen von Trient bis zum Vaticanum II. be.bra wissenschaft, Berlin 2014, ISBN 978-3-95410-032-3.
  • als Herausgeber mit Michael Matheus: Orte der Zuflucht und personeller Netzwerke. Der Campo Santo Teutonico und der Vatikan 1933–1955 (= Römische Quartalschrift für Christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte. Supplementband 63). Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 2015, ISBN 978-3-451-30930-4.
  • Wohnen wie in Katakomben. Kleine Museumsgeschichte des Campo Santo Teutonico. Schnell + Steiner, Regensburg 2016, ISBN 978-3-7954-3183-9.
  • als Herausgeber mit Karl-Joseph Hummel: Päpstlichkeit und Patriotismus. Der Campo Santo Teutonico: Ort der Deutschen in Rom zwischen Risorgimento und Erstem Weltkrieg (1870–1918) (= Römische Quartalschrift für Christliche Altertumskunde und Kirchengeschichte. Supplementband 65). Herder, Freiburg (Breisgau) u. a. 2018, ISBN 978-3-451-38130-0.
  • Altar und Kirche. Prinzipien christlicher Liturgie. Schnell + Steiner, Regensburg 2019, ISBN 978-3-7954-3425-0.
  • mit Mariano Barbato (Hrsg.): Macht und Mobilisierung. Der politische Aufstieg des Papsttums seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts. Herder, Freiburg i. Br. u. a. 2020, ISBN 978-3-451-38573-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. sieburg.de: Siegburg aktuell, 10. Januar 2010.
  2. RIGG: Lebenslauf Prof. Dr. Stefan Heid. Abgerufen am 20. Februar 2020.