Carl Friedrich Leopold von Gerlach

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Carl Friedrich Leopold von Gerlach (* 25. August 1757 in Berlin; † 8. Juni 1813 ebenda) war vom 6. Juli 1809 bis zu seinem Tode der Oberbürgermeister Berlins.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geboren wurde Leopold von Gerlach als dritter Sohn des Geheimen Oberfinanzrates Friedrich Wilhelm von Gerlach (1711–1780) und seiner Frau Sophie, geb. Coeper (1719–1759).

Er war begütert auf den Rittergütern Ganzkow, Schötzow, Mechenthin und Rützow (Mitbesitzer von Rützow b)[1] im Landkreis Cammin. 1805 verkaufte er die ersteren drei und erwarb dafür Gut Rohrbeck, Landkreis Königsberg Nm.[2] In die Öffentlichkeit trat er als Präsident der Königlich Preußischen Kurmärkischen Kriegs- und Domänenkammer sowie später als Geheimer Oberfinanzrat (entspricht der Position des Finanzministers).

Als Oberbürgermeister amtierte er zur Zeit der napoleonischen Besatzung der Stadt. Nach der neuen Städteordnung vom 19. November 1808 und der darauf folgenden Wahl der Berliner Stadtverordnetenversammlung wurde Leopold von Gerlach am 25. April 1809 zum Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung gewählt und am 1. Mai 1809 zusammen mit zwei anderen Kandidaten von den Stadtverordneten für den Posten des Oberbürgermeisters vorgeschlagen. Von Gerlach zögerte zwar, den Posten anzunehmen, willigte dann jedoch in einem Schreiben an König Friedrich Wilhelm III. ein, der die Wahl am 8. Mai 1809 bestätigte. In seine Amtszeit fällt auch die Gründung der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin.

Der wohl größte Teil des Nachlasses Leopold von Gerlachs, darunter vor allem familieninterne Korrespondenzen und dienstliches Schriftgut, befindet sich heute im Gerlach-Archiv an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Grabstätte

Er ist auf dem Dom-Friedhof II in Berlin-Mitte an der rechten Mauer in Grab I-74/75 bestattet. Sein Grab ist als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er heiratete im April 1786 Agnes von Raumer (1761–1831), die älteste Tochter von Leopold von Raumer (1726–1788), Regierungsdirektor in Anhalt-Dessau, und dessen Ehefrau Anna Eleonore von Waldow. Das Paar hatte mehrere Kinder:

  • Sophie Eleonore (* 16. März 1787; † 3. Juli 1807) ∞ 1804 Karl von Grolman (1777–1843)
  • Gustav Wilhelm (* 10. Mai 1789; † 20. August 1834), Vizepräsident des Oberlandesgerichts in Frankfurt an der Oder ∞ 1820 Ida Julia Mathilde von Chambaud-Charrier (* 12. Januar 1800; † 10. April 1830)
  • Ludwig Friedrich Leopold (* 17. September 1790; † 10. Januar 1861) ∞ 1819 Johanna von Küssow (1796–1857)
  • Ernst Ludwig (* 7. März 1795; † 18. Februar 1877), preußischer konservativer Politiker
∞ Auguste von Oertzen (1802–1826)
∞ 1829 Luise von Blankenburg (1805–1858)
  • Karl Friedrich Otto (* 12. April 1801; † 24. Oktober 1849), Theologe ∞ 1835 Pauline von Blankenburg (1804–1887)

Sein zweitältester Sohn Leopold war preußischer General und Politiker, sein dritter Sohn Ernst Ludwig wurde Richter und ebenfalls Politiker sowie Publizist. Beide waren maßgeblich an der Entstehung der konservativen Partei Preußens beteiligt.

Sein älterer Bruder Ludwig Wilhelm August von Gerlach (* 1751; † 1809) wurde Präsident des Hofgerichts Köslin in Hinterpommern.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinrich Berghaus (Hrsg.): Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. III. Teil, 1. Band. Anklam 1867, S. 423 (Online).
  2. Theodor Albert: Rohrbeck.