Carl von Bassewitz-Levetzow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carl Graf von Bassewitz-Levetzow (* 3. März 1855 in Schwerin; † 23. Februar 1921 in Bristow; vollständiger Name: Carl Heinrich Ludwig Graf von Bassewitz-Levetzow) war Präsident des Staatsministeriums des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin.[1][2][3]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er entstammte dem gräflichen Geschlecht Bassewitz, das zum mecklenburgischen Uradel zählt. Seine Eltern waren Carl Graf von Bassewitz (* 16. Februar 1821; † 5. Mai 1873) und Ina von Bülow (* 12. Januar 1827; † 5. Oktober 1900), einer Tochter des Oberhofmarschalls Jaspar Friedrich von Bülow. 1861 erbte sein Vater das Majorat Kläden mit Pertinenzien von seinem Onkel Alexander von Levetzow, was zur Namens- und Wappensvereinigung von Bassewitz-Levetzow führte.

Seine Schwester Ina Gräfin von Bassewitz (1850–1940) war Diakonisse und (seit 1891) Oberin des Stifts Bethlehem in Ludwigslust.[4][5] Der Abgeordnete Bernhard von Bassewitz-Levetzow war sein Bruder.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit seiner Frau, Gräfin Margarete von der Schulenburg (1864–1940), hatte er fünf Kinder, darunter Werner Graf von Bassewitz-Levetzow und Ina Marie (1888–1873), die mit Prinz Oskar (dem 5. Kind Wilhelms II.) verheiratet war.[3]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Gymnasialzeit in Stendal und an der Johann-Heinrich-Voß-Schule in Eutin studierte Carl an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. 1875 wurde er im Corps Saxo-Borussia Heidelberg aktiv.[6] Nach drei Semestern trat er in das 1. Garde-Dragoner-Regiment „Königin Viktoria von Großbritannien und Irland“ in Berlin.[2] Unter gleichzeitigem Übertritt zu den Reserveoffizieren verließ er es 1879.[7]

Nach einer in Briefen an seine Mutter dokumentierten mehrmonatigen Reise durch Ägypten, Palästina und die Türkei kehrte er 1880 zurück, um seine mecklenburgischen Güter Bristow, Glasow, Grube und Tessenow zu verwalten.[7] Später wurde er außerdem Fideikommissherr der altmärkischen Güter Kläden und Darnewitz im Kreis Stendal.[3] Zwischen 1887 und 1899 übernahm er zudem für die verwaisten zehn Kinder seines Vetters Henning Graf von Bassewitz (Prebberede) die Bewirtschaftung der Güter Prebberede, Jahmen, Grieve, Wesselstorf und Drüsewitz.[7] 1892 wurde er zum mecklenburg-schwerinschen Kammerherrn ernannt.[2] 1893 war er Deputierter der mecklenburgischen Ritterschaft auf dem Landtag.[2] 1899 wurde er Landrat im Herzogtum Güstrow. 1901 ernannte ihn Großherzog Friedrich Franz IV. zum Staatsminister. Daneben übte er das Amt des Ministers für auswärtige Angelegenheiten aus.[7] Beide Ämter hatte er bis 1914 inne[2].

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. vgl. zur Amtsbezeichnung Helge bei der Wieden: Grundriß zur deutschen Verwaltungsgeschichte. Bd. 13: Mecklenburg. Marburg 1976. S. 57–59
  2. a b c d e Grete Grewolls
  3. a b c Genealogisches Handbuch der gräflichen Häuser. (= Genealogisches Handbuch des Adels. Bd. 18). Teil A, Bd. 3. Starke Verlag, Limburg 1958, S. 10
  4. Graf Adolph von Bassewitz: Aus dem Leben des Reichsgrafen Henning Friedrich von Bassewitz. Mit einigen Nachrichten über die Familie Bassewitz der wendischen Linie. o. O., 1859, S. 60
  5. Biografisches Lexikon zur Pflegegeschichte
  6. Kösener Korps-Listen 1910, 120, 766
  7. a b c d Gräfin Bassewitz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Margarete Gräfin von Bassewitz: Lebensbild des Staatsministers Carl Graf von Bassewitz-Lewetzow. o. O. (Teterow ?), ohne Jahr (1924 ?), ohne Paginierung.
  • Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern? Ein Personenlexikon. Edition Temmen, Bremen u. a. 1995, ISBN 3-86108-282-9.
  • Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser 1871, S.59

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]