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Cerentino

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Cerentino
Wappen von Cerentino
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Tessin Tessin (TI)
Bezirk: Bezirk Vallemaggiaw
Kreis: Kreis Rovana
BFS-Nr.: 5309i1f3f4
Postleitzahl: 6683
Koordinaten: 685618 / 128783Koordinaten: 46° 18′ 18″ N,  33′ 0″ O; CH1903: 685618 / 128783
Höhe: 981 m ü. M.
Höhenbereich: 605–2488 m ü. M.[1]
Fläche: 20,10 km²[2]
Einwohner: 37 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 2 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
5,4 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindepräsident: Claudio Degiovannini
Website: www.cerentino.ch
Pfarrkirche Santa Maria delle Grazie
Pfarrkirche Santa Maria delle Grazie
Lage der Gemeinde
Karte von CerentinoGriessee (Schweiz)Lago die SabbioneLago VanninoLago di MorascoLago ToggiaLago CastelLago Busin InferioreLago di DéveroLago di AgároLago dei CavagnööLago SfundauLago di RobieiLago Bianco TILago NeroLago del ZöttLaghetti d'AntabiaLago del NarètLago del SambucoLago RitómLago TremorgioLago di MorghiroloLago di MognòlaLago di TomèLago BaroneLago di VogornoLago MaggioreItalienKanton UriKanton WallisBezirk BlenioBezirk LeventinaBezirk LocarnoLavizzaraAvegno-GordevioMaggia TIBosco/GurinCampo (Vallemaggia)CerentinoCevioLinescio
Karte von Cerentino
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Haus mit Brunnen am oberen Ausgang des Ortsteils Cerentino

Cerentino, im alpinlombardischen Ortsdialekt Cerentín [tʃerenˈtiŋ],[5] ist eine politische Gemeinde im Schweizer Kanton Tessin. Sie gehört zum Bezirk Vallemaggia und innerhalb dessen zum Kreis Rovana.

Das Dorf befindet sich am Zusammenschluss des Valle di Bosco Gurin und des Valle di Campo[6] und liegt 25 km nordwestlich von Locarno. Die östliche Gemeindegrenze führt (meist Bächen entlang) vom Madone di Càmedo (2446 m ü. M.) über den Pizzo Sascòla (2057 m ü. M.) zum Pizzo Mezzodì (2223 m ü. M.) in südlicher Richtung. Von dort führt sie nach einem kurzen Schwenker nach Westen in nordwestlicher Richtung bis zum Pizzo Bombögn (2331 m ü. M.). Die Nordgrenze (zur Gemeinde Bosco/Gurin) verläuft dann in östlicher Richtung zum Pian Cròsg (1925 m ü. M.), dreht dort in nördliche Richtung hinüber zum Camino (2489 m ü. M.). Der Rest der Gemeindegrenze führt entlang von Graten. Zuerst nach Nordosten zum Pizzo d’Orsalietta (2476 m ü. M.), dann Richtung Südosten zurück über den Pizzo della Rossa (2482 m ü. M.) und den Madonino (2483 m ü. M.) zum Madone di Càmedo.

Hauptbäche sind die Rovana di Campo aus dem Valle di Campo und die Rovana di Bosco/Gurin aus dem Valle di Bosco Gurin, die südlich des Weilers Collinasca[7] (761 m ü. M., 500 m östlich von Cerentino) zusammenfliessen und dann beim Weiler Visletto (413 m ü. M., Gemeinde Cevio) in die Maggia münden.

Von den traditionell elf Hauptsiedlungen sind nicht mehr alle bewohnt. Neben dem oben erwähnten Collinasca sind dies unter anderem Cerentino (977 m ü. M.), Camanoglio (1127 m ü. M., 1 km nördlich von Cerentino), Corino (1101 m ü. M., nordwestlich von Cerentino), Ca di Giunzi (1080 m ü. M.), Corsopra (1140 m ü. M., beide nordwestlich von Cerentino), Ovi di dentro (780 m ü. M., an der Rovana di Campo gelegen) sowie Pedipiodi (959 m ü. M., 1 km südwestlich von Cerentino). Vom gesamten Gemeindeareal von 2010 ha sind 66,2 % von Wald und Gehölz und 27,6 % von unproduktiver Fläche (meist Gebirge) bedeckt. Daneben verbleiben bloss noch 4,3 % landwirtschaftliche Nutz- (meist Alpen) und 1,8 % Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden sind Cevio, Linescio, Bosco/Gurin und Campo (Vallemaggia).

Das Dorf findet sich erstmals 1591 als Scerentino bezeugt. Der Name konnte bis anhin nicht gedeutet werden.[5]

Seit Jahrhunderten wanderten Menschen aus Cerentino ab. Zuerst in andere europäische Länder (vor allem nach Italien und Holland), ab dem 19. Jahrhundert nach Kalifornien.

Cerentino bildet nach wie vor eine eigenständige Bürgergemeinde.[8]

Cerentino: Einwohnerzahlen von 1600 bis 2024
Jahr  Einwohner
1600
 
600
1683
 
555
1719
 
468
1769
 
465
1799
 
393
1808
 
370
1824
 
338
1836
 
378
1850
 
371
1860
 
332
1870
 
355
1880
 
302
1888
 
274
1900
 
209
1910
 
201
1920
 
178
1930
 
171
1941
 
139
1950
 
152
1960
 
114
1970
 
75
1980
 
50
1990
 
57
1991
 
56
1992
 
55
1993
 
54
1994
 
53
1995
 
55
1996
 
53
1997
 
53
1998
 
58
1999
 
58
2000
 
61
2001
 
62
2002
 
68
2003
 
69
2004
 
69
2005
 
66
2006
 
65
2007
 
63
2008
 
65
2009
 
57
2010
 
59
2011
 
58
2012
 
62
2013
 
61
2014
 
56
2015
 
53
2016
 
51
2017
 
49
2018
 
45
2019
 
45
2020
 
40
2021
 
36
2022
 
36
2023
 
38
2024
 
37
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[9][10] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[11]

Die Bevölkerung spricht als Alltagssprache eine lokale Mundart des Italienischen. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2000 gaben 89,66 % Italienisch, 8,62 % Deutsch und 1,72 % Französisch als Hauptsprache an.[12]

Religionen – Konfessionen

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Ende 2020 waren 70,69 % römisch-katholische und 10,34 % evangelisch-reformierte Christen. 12,07 % bezeichneten sich als konfessionslos und 1,72 % als Muslime. 5,17 % der Einwohner machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität

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Von den 40 Einwohnern Ende 2020 waren 37 (= 92,5 %) Schweizer Staatsangehörige.[12]

Oberstes Organ der Gemeinde ist die Gemeindeversammlung (Assemblea comunale); teilnahmeberechtigt sind alle in der Gemeinde wohnhaften Stimmberechtigten. Die Gemeindeversammlung wählt als leitendes Organ den dreiköpfigen Gemeinderat (Municipio), in dem der Gemeindepräsident (Sindaco) den Vorsitz führt.[13]

Früher lebten die Bewohner von der Viehzucht. Bereits früh gab es eine Auswanderung nach Italien und in andere europäische Länder. Im 19. Jahrhundert wanderten viele Einwohner nach Kalifornien aus. 15 (= 75 %) der 20 Erwerbstätigen von Cerentino arbeiten in der eigenen Gemeinde. Den wenigen Wegpendlern stehen sieben Zupendler gegenüber. Nur wenige Einheimische verdienen ihr Brot in der Landwirtschaft. Die Mehrheit arbeitet im Gewerbe und in Dienstleistungsberufen.

Im Ortsteil Collinasca befinden sich die Ateliers Lafranca.[14]

Die Gemeinde ist durch die beiden Postautolinien Cevio-Cerentino-Bosco/Gurin und Cevio-Cerentino-Cimalmotto ins Netz des öffentlichen Verkehrs eingebunden. Da die Busse selten verkehren, benutzen die meisten Bewohner ihr Privatauto als Verkehrsmittel.

Pfarrkirche Santa Maria delle Grazie, Sonnenuhr und Fresken
Pfarrkirche Santa Maria delle Grazie, Glockenturm und Friedhof

Sehenswürdigkeiten

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Das Dorfbild des Ortsteils Corino ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft.[15]

  • Pfarrkirche Santa Maria delle Grazie, erstmals 1200 erwähnt, und Beinhaus[16][17]
  • Oratorium Sant’Antonio da Padova im Ortsteil Camanoglio, erbaut 1602, mit Fresken, verschiedenen Gemälden und Kreuzweg (1770) von Johann Georg[16][18]
  • Gemeinde- und Patrizierhaus (1866), Architekt: Battista Baroggi[16][19]
  • Oratorium San Luigi Gonzaga[16][20]

Persönlichkeiten

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Commons: Cerentino – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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  1. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991–2024. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 28. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst).
  4. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Staatsangehörigkeit (Kategorie), Geschlecht und Alter, 2010-2024. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2024 zusammengefasst. Abruf am 28. August 2025
  5. 1 2 Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen. Hrsg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol. Frauenfeld/Lausanne 2005, S. 225.
  6. Valle di Campo auf ETHorama
  7. Collinasca auf portal.dnb.de (abgerufen am 21. März 2017).
  8. Patriziato di Cerentino (italienisch) auf ti.ch/di/sel/patriziati (abgerufen am 27. August 2024).
  9. Martin Schuler: Cantone Ticino – L’effettivo della popolazione a livello locale prima del 1850. (CSV; 34 KB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 8. Juni 2026.
  10. Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 8. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  11. Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 8. Juni 2026.
  12. 1 2 Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 26. März 2025 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  13. Cerentino. In: Tabelle dati, singoli comuni. Repubblica e Cantone Ticino, abgerufen am 16. Juni 2024.
  14. Ateliers Lafranca
  15. Corino (Cerentino). In: Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung ISOS. Bundesamt für Kultur BAK, 2004, abgerufen am 26. März 2025 (italienisch).
  16. 1 2 3 4 Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 252–254.
  17. Pfarrkirche Santa Maria delle Grazie (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  18. Oratorium Sant’Antonio da Padova (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  19. Gemeinde- und Patrizierhaus auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc
  20. Oratorium San Luigi Gonzaga (Foto) auf ti.ch/dt/dstm/sst/ubc