Chétimari

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Landgemeinde Chétimari
Landgemeinde Chétimari (Niger)
Landgemeinde Chétimari
Landgemeinde Chétimari
Koordinaten 13° 12′ N, 12° 25′ O13.20638888888912.421111111111Koordinaten: 13° 12′ N, 12° 25′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Diffa
Departement Diffa
Fläche 2566 km²
Einwohner 65.449 (2012)
Dichte 25,5 Ew./km²
Politik
Bürgermeister Djibrilla Malam Kalla (2004)
Partei PNDS-Tarayya

Chétimari ist eine Landgemeinde im Departement Diffa in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Chétimari liegt in der Sahelzone im Südwesten des Departements und an der Grenze zum Nachbarstaat Nigeria, die vom Fluss Komadugu Yobe gebildet wird. Größere Orte in der Umgebung sind die Städte Diffa im Südosten und Maïné-Soroa im Westen, die wie Chétimari an der Nationalstraße 1 liegen. Im Norden grenzt Chétimari an die Landgemeinde Foulatari und im Nordwesten an die Landgemeinde Gueskérou. Das Gemeindegebiet ist in 93 administrative Dörfer, 61 traditionelle Dörfer, zehn Weiler, 24 Lager und 27 Wasserstellen gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Chétimari.[2]

Chétimari ist von Ebenen geprägt, die teilweise mit Sanddünen bedeckt sind. Im Süden beim Fluss sind die Ebenen von Tälern und Niederungen durchschnitten.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Chétimari gehörte früher zum Reich Bornu. Anfang des 20. Jahrhunderts fiel der südliche Teil Bornus an das Vereinigte Königreich, während der nördliche Teil – genannt Mangari – von Frankreich besetzt wurde. In der Kolonialzeit und danach behielten viele traditionelle Herrscher einen, wenn auch beschränkten, Einfluss in der Region. Chétimari ist neben Gouré, Goudoumaria und Maïné-Soroa einer der wichtigsten Orte in Mangari, in denen sich die auf das Reich Bornu zurückgehende traditionelle Herrschaft erhalten konnte.[4]

Die Landgemeinde Chétimari ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Chétimari hervor. Der Kanton gehörte ursprünglich zum Bezirk Maïné-Soroa und wurde 1964 dem neu geschaffenenen Arrondissement Diffa angeschlossen, dem späteren Departement Diffa.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Chétimari 47.327 Einwohner.[6] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 65.449.[7] Die Bevölkerung geht mehrheitlich der Volksgruppe der Kanuri an. Außerdem leben Fulbe, Tubu und Araber in Chétimari.[3]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen im Juli 2004 wurde Djibrilla Malam Kalla (PNDS-Tarayya) zum Bürgermeister gewählt.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im administrativen Dorf N’Guel Kolo befindet sich ein insbesondere für den Handel mit Nigeria bedeutender Viehmarkt.[9] Die Bevölkerung lebt großteils vom Agropastoralismus. Am Ufer des Komadugu Yobe mit seinem nährstoffreichen Schlamm wird Bewässerungsfeldwirtschaft für Getreide, Paprika, Reis und Tomaten betrieben. Die schwarzen Sand-Lehm-Böden in manchen Teilen der Gemeinde finden für den Anbau von Augenbohnen und Erdnüssen Verwendung. Hirse und Sorghum werden auf den weniger fruchtbaren Sandböden angebaut. Der Viehbestand besteht aus Rindern, Ziegen, Kamelen, Pferden und Eseln.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. a b c Présentation de la commune de Chetimari. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, veröffentlicht im Februar 2005, abgerufen am 26. Januar 2011.
  4. Michael H. Horowitz: Barbers and bearers: ecology and ethnicity in an islamic society. In: Africa: Journal of the International African Institute. Vol. 44, No. 4. Edinburgh University Press, Edinburgh 1974, S. 371 f.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 275.
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 53.
  7. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  8. Maires du PNDS (PDF; 25 kB). Website des PNDS-Tarayya, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  9. Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger (PDF; 2,5 MB). S. 44, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.