Goudoumaria

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Landgemeinde Goudoumaria
Landgemeinde Goudoumaria (Niger)
Landgemeinde Goudoumaria
Landgemeinde Goudoumaria
Koordinaten 13° 43′ N, 11° 11′ OKoordinaten: 13° 43′ N, 11° 11′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Diffa
Departement Goudoumaria
Einwohner 100.559 (2012)

Goudoumaria ist eine Landgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Goudoumaria in Niger.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goudoumaria liegt in der Sahelzone und grenzt im Süden an den Nachbarstaat Nigeria. Die Nachbargemeinden in Niger sind N’Guelbély im Nordosten, Maïné-Soroa im Osten, Bouné im Südwesten, Gouré im Westen und Kellé im Nordwesten. Das Gemeindegebiet ist in 193 administrative Dörfer, 146 traditionelle Dörfer, 54 Weiler, 167 Lager und 33 Wasserstellen gegliedert. Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Goudoumaria.[1] Das noch vor dem Hauptort nach Einwohnern größte Dorf in der Gemeinde ist Boutti.[2] In der Dünenlandschaft von Goudoumaria gibt es mehrere Oasen, die vom niedrigen Grundwasserspiegel profitieren.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goudoumaria wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in einem zuvor unbesiedelten Gebiet unter anderem von Einwohnern des Dorfes Kaoura gegründet, das sich in der Nähe von Gouré befand und inzwischen verschwunden ist.[4] Goudoumaria ist neben Chétimari, Gouré und Maïné-Soroa einer der wichtigsten Orte in Mangari, in denen sich die auf das Reich Bornu zurückgehende traditionelle Herrschaft erhalten konnte.[5]

Im Jahr 1964 gliederte eine Verwaltungsreform Niger in sieben Departements, die Vorgänger der späteren Regionen, und 32 Arrondissements, die Vorgänger der späteren Departements. Goudoumaria wurde dem neu geschaffenen Arrondissement Gouré (dem späteren Departement Gouré) späteren zugeschlagen, erhielt jedoch den Status eines Verwaltungspostens (poste administratif) im Gebiet des Arrondissements.[6] Später fiel Goudoumaria an das benachbarte Departement Maïné-Soroa. Im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform 2002 ging aus dem Kanton Goudoumaria die Landgemeinde Goudoumaria hervor. Der Verwaltungsposten von Goudoumaria wurde 2011 aus dem Departement Maïné-Soroa herausgelöst und zum Departement Goudoumaria erhoben.[7]

Die Regionalhauptstadt Diffa wurde im Februar 2015 von der dschihadistischen Terrorgruppe Boko Haram aus Nigeria angegriffen. Bereits seit Mai 2013 waren wegen der Aktivitäten von Boko Haram etwa 150.000 Menschen aus dem Nachbarland Nigeria nach Diffa geflüchtet. Nunmehr gehörte Goudoumaria zu den Orten, die Flüchtlinge aus Diffa aufnahmen.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 2001 hatte Goudoumaria 72.784 Einwohner.[9] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 100.559. Damit ist Goudoumaria die bevölkerungsreichste Gemeinde in der Region Diffa.[10]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Goudoumaria liegt an der Nationalstraße 1. Im Gemeindegebiet werden Natron und Salz gewonnen.[3] Am Markt im Hauptort wird insbesondere mit Natron, Datteln und Vieh gehandelt, die nach Diffa und Nigeria verkauft werden.[11] Im Dorf Boutti gibt es sonntags einen weiteren Viehmarkt.[12] Im Norden der Gemeinde ist der Agropastoralismus die vorherrschende Wirtschaftsform, im Süden der Regenfeldbau.[13]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • I. Boukary: Enjeux fonciers dans le système oisien de l’arrondissement de Maïné Soroa: cas du terroir de Kojiméri. Mémoire de maîtrise. Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2002.
  • Maman Chégou: Situation et avenir des systèmes de production de la zone des cuvettes de Mainé-Soroa. Exemple du terroir de Kojimeri. Faculté d’Agronomie, Université de Niamey, Niamey 1990.
  • Issoufou Dogo: Les différents systèmes de production dans la zone des cuvettes de Keboulwa. Faculté d’Agronomie, Université de Niamey, Niamey 1991.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version@1@2Vorlage:Toter Link/www.case.ibimet.cnr.it (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.; PDF; 108 kB).
  2. Répertoire National des Localités (ReNaLoc). Institut National de la Statistique de la République du Niger, Juli 2014, S. 43, abgerufen am 7. August 2015 (RAR, französisch).
  3. a b Jean-Paul Labourdette, Dominique Auzias: Niger 2009. Nouvelle édition de l’Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 154.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 119.
  5. Michael H. Horowitz: Barbers and bearers: ecology and ethnicity in an islamic society. In: Africa: Journal of the International African Institute. Vol. 44, No. 4. Edinburgh University Press, Edinburgh 1974, S. 371 f.
  6. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 275.
  7. Une nouvelle loi sur le redécoupage administratif. In: L’Arbre à Palabres. Nr. 13, 11. August 2011, S. 2 (nigerdiaspora.net [PDF; abgerufen am 28. Januar 2014]).
  8. Niger: Timeline regarding the Humanitarian Situation in Diffa (as of 15 august 2015). OCHA, 5. August 2015, abgerufen am 21. Mai 2018 (PDF, englisch).
  9. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 53.
  10. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF, französisch).
  11. Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB). S. 42, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.
  12. Mahamadou Saley, Yatta Paul Maurice Mohamed: Projet Régional d’Appui au Pastoralisme au Sahel (PRAPS). Etude diagnostique des Systèmes d’Information sur les marchés à bétail du Burkina Faso, du Mali, de la Mauritanie, du Niger, du Sénégal et du Tchad. Rapport Définitif. CILSS, November 2016, abgerufen am 2. Mai 2018 (PDF, französisch).
  13. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version (Memento des Originals vom 27. September 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.savethechildren.org.uk; PDF; 2,6 MB), S. 8.