Christiane Florin

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Christiane Florin (* 1968 in Troisdorf) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Journalistin. Sie war bis Ende 2015 Redaktionsleiterin der Beilage Christ und Welt in der Wochenzeitung Die Zeit und gehört nun der Redaktion „Religion und Gesellschaft“ beim Deutschlandfunk an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florin studierte nach dem Abitur von 1987 bis 1993 Politikwissenschaft, Neuere Geschichte und Musikwissenschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und am Sciences Po in Paris. Anfang der 1990er Jahre arbeitete sie Hans-Helmuth Knütter zum Forschungsthema Antifaschismus zu. 1996 wurde sie bei Knütter mit einer Dissertation über Philippe Pétain und Pierre Laval zum Dr. phil. promoviert.[1]

Von 1993 bis 1996 war Florin für die Pressestelle der Vertretung der Europäischen Kommission tätig. Von 1996 an arbeitete sie für die christlich ausgerichtete Wochenzeitung Rheinischer Merkur. Von 2007 bis 2010 leitete sie das Feuilleton dieser Zeitung. Von Dezember 2010 bis Ende 2015 war sie Redaktionsleiterin der Beilage Christ und Welt in Teilen der Wochenzeitung Die Zeit.[2] Seit Januar 2016 gehört sie der Redaktion „Religion und Gesellschaft“ beim Deutschlandfunk an.[3] Ferner ist sie am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn Lehrbeauftragte für die Fachgebiete Medienpolitik und Medienkultur.[4] Ihre Erfahrungen dort verarbeitete sie in dem 2014 als Buch erschienenen Essay Warum unsere Studenten so angepasst sind.

Darüber hinaus ist Florin als freie Autorin tätig. Sie verfasste mehrere Bücher und Beiträge in verschiedenen Medien. Ihre Kommentare bei Christ & Welt wurden 2014 durch die Fachzeitschrift Medium Magazin gewürdigt. Sie war wiederholt Gast zu kirchlichen und christlich-religiösen Themen, unter anderem bei der ARD-Talkshow Günther Jauch[5] und beim Presseclub des WDR.[6][7]

Im Mai 2017 veröffentlichte Florin die Streitschrift Der Weiberaufstand. Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen. Im Juni 2017 eröffnete sie eine Website mit derselben Titel-Agenda Der Weiberaufstand, auf der die Debatte zum Thema dokumentiert wird.[8]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Florin ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wirtschafts- und Währungsunion. Rommerskirchen, Rolandseck 1996 DNB 949229474.
  • Philippe Pétain und Pierre Laval. Das Bild zweier Kollaborateure im französischen Gedächtnis. Ein Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung in Frankreich von 1945 bis 1995 (= Europäische Hochschulschriften, 31). Lang, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-631-31882-0.
  • Die EU im Aufbruch. Der Vertrag von Amsterdam. Vertretung der Europäischen Kommission, Bonn 1997 DNB 953534006 (PDF).
  • Das verspätete Gedächtnis. In: Die Politische Meinung, Heft 328 (März 1997), S. 11–22.
  • Die EU-Grundrechtscharta. Oberauer, Freilassing 2000, DNB 962765457 (Basis-Info für Journalisten bei Presse, Hörfunk und Fernsehen).
  • mit Eberhard Schockenhoff: Gewissen. Eine Gebrauchsanweisung. Herder, Freiburg im Breisgau 2009, ISBN 978-3-451-30118-6.[9]
  • als Herausgeberin: Vitamin K. Warum wir die katholische Kirche brauchen. Herder, Freiburg im Breisgau 2012, ISBN 978-3-451-32472-7 (Interviews mit Robert Zollitsch und Alois Glück).
  • Cloud-Computing Beitrag im Debattenmagazin The European, 5. Dezember 2012.
  • Warum unsere Studenten so angepasst sind. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2014, ISBN 978-3-499-61741-6.
  • Die Ehe. Ein riskantes Sakrament. Kösel, München 2016, ISBN 978-3-466-37154-9.
  • Der Weiberaufstand. Warum Frauen in der katholischen Kirche mehr Macht brauchen. Kösel, München 2017, ISBN 978-3-466-37191-4.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claudia Schulz: Christiane Florin: Philippe Pétain und Pierre Laval. Das Bild zweier Kollaborateure im französischen Gedächtnis. Frankfurt a. M. u. a. 1997 (Rez.), Portal für Politikwissenschaft, 1. Januar 2006.
  2. Über Christ und Welt, Christ und Welt, abgerufen am 17. März 2014.
  3. Deutschlandfunk. In: www.rundfunk.evangelisch.de. Abgerufen am 25. Januar 2016.
  4. Dr. Christiane Florin Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Universität Bonn
  5. Christian Geyer: Kein Blatt vor dem Mund. In: FAZ, 14. Oktober 2013.
  6. Sind wir Kirche? Was uns Glauben noch bedeutet, Presseclub-Sendung vom 17. Februar 2013, YouTube-Video.
  7. Wasser für den Papst, Schampus für den Bischof – Wie viel Franziskus braucht die deutsche Kirche? Presseclub-Sendung vom 13. Oktober 2013, YouTube-Video.
  8. Der Weiberaufstand Website von Christiane Florin
  9. Vgl. Rezension von Bernhard Dressler in der FAZ, 31. Oktober 2009 (PDF).
  10. Christiane Florin, Reporter-Forum, abgerufen am 21. Dezember 2013.