Ciugud

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Ciugud
Schenkendorf
Maroscsüged / Csüged
Wappen von Ciugud
Ciugud (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Siebenbürgen
Kreis: Alba
Koordinaten: 46° 3′ N, 23° 37′ OKoordinaten: 46° 2′ 46″ N, 23° 36′ 41″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 240 m
Fläche: 43,77 km²
Einwohner: 3.048 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner je km²
Postleitzahl: RO–517240
Telefonvorwahl: (+40) 02 58
Kfz-Kennzeichen: AB
Struktur und Verwaltung (Stand: 2016[2])
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Ciugud, Drâmbar, Hăpria, Limba, Șeușa, Teleac
Bürgermeister: Gheorghe Dămian (PSD)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 157
loc. Ciugud, jud. Alba, RO–517240
Website:

Ciugud [tʃiuˈgud] (deutsch Schenkendorf, ungarisch Maroscsüged oder Csüged)[3] ist eine Gemeinde im Kreis Alba in Siebenbürgen, Rumänien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Ciugud im Kreis Alba

Ciugud liegt am westlichen Rand des Zekesch-Hochlandes (Podișul Secașelor) im Südwesten des Siebenbürgischen Beckens, im breiten Tal des Mureș (Mieresch) auf dessen linker Seite. Die Kreishauptstadt Alba Iulia befindet sich ca. 9 Kilometer nordwestlich (ca. 6 Kilometer, Luftlinie) entfernt. Mit seinen fünf eingemeindeten Dörfern, dehnt sich die Gemeinde in einer von Wiesen - in der Nähe des Mureș - und Hügeln geprägten Landschaft auf einer Fläche von insgesamt 4376,98 Hektar aus. 2023 Hektar der gesamten Fläche werden für den Ackerbau, 1136 für die Viehzucht, 23 Hektar für Obstplantagen und Weinbau verwendet; 159 Hektar sind Wälder.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Territorium der Gemeinde gibt es mehrere geschützte archäologische Fundstätte. Im Bereich der Bentonitförderstätte in Ciugud, wurden Funde bis in die Jungsteinzeit zurückdatiert.[4] Im Bereich des eingemeindeten Ortes Hăpria, von den Einheimischen Vadul Bălgradului genannt, wurden Reste von Behausungen aus der Römerzeit gefunden[5] und auf dem Gebiet des Ortes Teleac, bei den Einheimischen Grușeț - Hârburi genannt, wurden Funde welche der Hallstattzeit zugeordnet wurden, gemacht.[4] Seit 1987 − dem Beginn der Förderung von Bentonit − wurden die archäologischen Funde ins Nationalmuseum von Alba Iulia gebracht. Durch die Arbeiten an der Förderstätte wurden mehr als 80 % der archäologischen Stätte zerstört.[6]

Ciugud wurde erstmals 1264 in Listen des katholischen Bistums Oradea erwähnt. Die Bewohner der Orte waren im Mittelalter Leibeigene des römisch-katholischen Klosters von Alba Iulia, bis 1852 in Siebenbürgen die Leibeigenschaft abgeschafft wurde.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Gesamtgemeinde entwickelte sich wie folgt:

Volkszählung Ethnische Zusammensetzung
Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere
1850 2.922 2.863 10 - 49
1900 3.710 3.693 10 7 -
1930 4.483 4.465 2 2 14
1966 3.355 3.354 1 - -
2002 2.664 2.643 10 - 11

Die höchste Einwohnerzahl der Gemeinde Ciugud (4.579) wurde 1941 registriert, davon im Dorf Drâmbar (Brunndorf) 1.227 (ausschließlich Rumänen). Die höchste Anzahl der Deutschen (7) wurde 1900 ermittelt, davon sechs im eingemeindeten Dorf Limba (Warthe), das von 1958 bis 2004 den Namen „Dumbrava“ trug.

2002 betrug die Einwohnerzahl der Gemeinde Ciugud 2.664, davon waren 2.643 Rumänen, zehn Magyaren, fünf Roma und fünf waren Ukrainer.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks und Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ciugud – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien (MS Excel; 1,3 MB)
  2. Bürgermeisterwahlen 2016 in Rumänien (MS Excel; 256 kB)
  3. Wörterbuch der Ortschaften in Siebenbürgen
  4. a b Liste des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)
  5. Institute Of Archaeology − Hăpria bei cimec.ro abgerufen am 5. November 2012 (rumänisch)
  6. Bericht über die archäologischen Forschungen im Dorf Șeușa (rumänisch)
  7. Website der Gemeinde Ciugud (Memento vom 18. April 2010 im Internet Archive)
  8. Volkszählung, letzte Aktualisierung 30. Oktober 2008, S. 74 (ungarisch; PDF; 1,2 MB)