Ghostery

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Ghostery
Maintainer Felix Shnir,
José María Signanini
Entwickler Ghostery, Inc.
Aktuelle Version Version 7.1.3.1[1]
(13. Februar 2017[1])
Betriebssystem übergreifend
Programmiersprache C++
Kategorie Datenschutz im Internet, Werbeblocker
Lizenz proprietär
deutschsprachig teilweise
www.ghostery.com

Ghostery ist eine Software, die den Anwender beim Surfen auf versteckte Dienste hinweist, die im Hintergrund private Daten an Seitenbetreiber übermitteln, und diese auf Wunsch blockiert. Das Programm ist als Software-Erweiterung für die Webbrowser Firefox, Safari, Chrome, Opera, Edge und Internet Explorer verfügbar sowie als eigenständige Webbrowser-App für Android und Apple iOS.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglicher Hersteller von Ghostery war das Unternehmen Ghostery, Inc., das zuerst unter Better Advertising, dann unter Evidon Inc. firmierte.

Im Februar 2017 wurde bekannt, dass die Marke und die Technik von Ghostery teilweise von Cliqz aufgekauft worden ist, um zukünftig in die Anti-Tracking-Funktion des gleichnamigen Webbrowsers integriert zu werden.[3] Hinter Cliqz steht mehrheitlich der Burda-Verlag. Die Erwerbung wird im Zusammenhang mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverleger gesehen und ist Presseberichten zufolge gegen Google gerichtet. Die von Ghostery gesammelten Daten sollen mit denjenigen zusammengeführt werden, die der Webbrowser über die Trackingdienste im Internet aggregiert. Der Erwerber erklärte gegenüber Zeit online, Ghostery werde durch den Erwerb zu einem deutschen Unternehmen und unterliege somit dem in Deutschland geltenden Datenschutzrecht. Der Verkauf betrifft nur das Geschäft mit Verbrauchern. Die Unternehmenskunden verblieben bei Evidon, vormals Better Advertising, und würden seitdem auch wieder unter dieser Marke bedient.[4]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders als die populäre Firefox-Erweiterung NoScript blockiert Ghostery nicht alle Skripte kategorisch. Stattdessen werden nur diejenigen Skripte identifiziert, die die Privatsphäre oder Anonymität des Nutzers gefährden, und harmlose Skripte erlaubt. Neben Skripten werden auch weitere Verfahren identifiziert, die die Anonymität oder die Privatsphäre des Nutzers beeinträchtigen könnten (z. B. bestimmte Cookies, Bilder oder andere Webseiten-Elemente). Die Liste der zu identifizierenden Elemente wird regelmäßig aktualisiert.

Der Nutzer kann für jedes dieser potenziell gefährlichen Skripte oder Webseiten-Elemente entscheiden, welche er blockieren oder zulassen möchte. Außerdem kann er sich über deren Urheber und Datenschutzrichtlinien informieren. Beim Besuch einer Webseite informiert Ghostery den Nutzer darüber, welche Elemente gefunden und welche davon blockiert wurden. Der Nutzer kann dann die Einstellungen bei Bedarf noch einmal für die jeweilige Seite anpassen.

Zu den Elementen, die Anonymität und Privatsphäre gefährden, gehören auch Social-Media-Schaltflächen wie z. B. der „Like“-Button von Facebook, der mitunter auf anderen Webseiten eingebunden wird. Ghostery kann auf Wunsch diese Schaltflächen durch eine eigene Schaltfläche („Click to Play“) ersetzen, mit der man die blockierte Schaltfläche bei Bedarf durch einen Klick wieder zeitweise aktivieren kann.

Außerdem kann der Nutzer einwilligen (Opt-in), anonymisierte Informationen über die gefundenen Tracking-Elemente an die Entwickler zu senden. Die entsprechende Funktion wird als Ghostrank bezeichnet.

Beim Laden einer neuen Webseite zeigt das Programm in der oberen rechten Ecke des Browserfensters eine Liste der aktiven Tracking-Elemente an und welche davon blockiert wurden. Durch Anklicken des Ghostery-Symbols in der Statusleiste wird die Liste geöffnet und kann bearbeitet werden. Sie enthält die Links zu den weiterführenden Informationen und bietet die Möglichkeit, die Einstellungen bei Bedarf noch einmal für die jeweilige Seite individuell anpassen.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Laut der deutschen Computerzeitschrift Chip stellt der Hersteller von Ghostery gleichzeitig seine Datenbank der Werbewirtschaft zur Verfügung, weshalb „Chip“ vom Gebrauch der Software abrät und stattdessen NoScript empfiehlt.[6] Auch Technology Review berichtet, dass die Firma hinter Ghostery Benutzerdaten an Werbefirmen weitergebe, wenn die Option „Ghostrank“ aktiviert ist. Allerdings versichere die Herstellerfirma, dass Ghostrank keine Daten für eine personalisierte Anzeigenschaltung oder die Identifikation eines Nutzers sammele.[7]

Nach eigenen Angaben sammelt Ghostery keine Informationen, die dazu gebraucht werden können, zielgerichtet zu werben oder Ghostery-Benutzer zu identifizieren. Es würden nur dann Daten gesammelt, wenn der Benutzer zur Funktion Ghostrank eingewilligt (Opt-in) habe. Die gesammelten Daten würden der US-amerikanischen Organisation Better Business Bureau (in etwa mit den deutschen Verbraucherzentralen vergleichbar) zur Verfügung gestellt. Außerdem liefere Ghostery Daten an Universitätsstudenten, an Datenschutz-Forscher sowie an Journalisten für deren Studien.[8] Webseiten-Betreiber können die Daten nutzen, um zu verfolgen, welcher Tracking-Code der verschiedenen Werbeunternehmen auf ihren Seiten aktiv ist und wie er die Ladegeschwindigkeit beeinflusst. Zum anderen können Werbevermarkter feststellen, wie verbreitet eine bestimmte Art von Tracking-Code im Web ist.[7]

Technology Review berichtet, dass die Firma hinter Ghostery Benutzerdaten an Werbefirmen weitergebe, wenn die Option „Ghostrank“ aktiviert ist. Allerdings versichere die Herstellerfirma, dass Ghostrank keine Daten für eine personalisierte Anzeigenschaltung oder die Identifikation eines Nutzers sammele.[7] Mit der Übernahme von Ghostery durch die Cliqz GmbH ist diese Kritik hinfällig. Die Cliqz GmbH gibt nach eigenen Angaben keinerlei Daten von Ghostery-Nutzern an Werbefirmen weiter.[9] Nach eigenen Angaben sammelt Ghostery keine Informationen, die dazu gebraucht werden können, zielgerichtet zu werben oder Ghostery-Benutzer zu identifizieren. Es würden nur dann Daten gesammelt, wenn der Benutzer zur Funktion Ghostrank eingewilligt (Opt-in) habe.

Im September 2015 wurde mit der Version 5.4.6 die Funktion „Consumer Messaging Platform“ eingebaut. Die Funktion ist standardmäßig aktiviert und dient dazu, „Ankündigungen, Anzeigenkampagnen oder andere angemessene Benachrichtigungen“ über den Browser an die Benutzer zu schicken.[10][11]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghostery wurde in die Liste der „empfohlenen Firefox-Erweiterungen“ von Mozilla aufgenommen.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b chrome.google.com: Ghostery, abgerufen am 13. Februar 2017
  2. Übersicht auf ghostery.com
  3. Privacy first: Cliqz übernimmt Ghostery – Munich Startup. Simon Tischer, 21. Februar 2017; abgerufen am 20. März 2017.
  4. Patrick Beuth: Cliqz kauft Ghostery: Ein neues Paket, um Google auszuweichen. In: Die Zeit. Hamburg 15. Februar 2017 (zeit.de [abgerufen am 15. Februar 2017]).
  5. Fragen und Antworten zu Ghostery auf ghostery.com
  6. Ghostery für Firefox. chip.de, 21. Mai 2013; abgerufen am 26. Mai 2013 (siehe unter Fazit).
  7. a b c Tom Simonite: Die Geister, die ich rief. Technology Review, 18. Juni 2013; abgerufen am 17. Januar 2014.
  8. What does Evidon do with Ghostrank information? Offizielles FAQ Punkt 17, abgerufen am 26. Mai 2013 (englisch)
  9. Jean-Paul Schmetz: CLIQZ und Ghostery kämpfen vereint für den Schutz deiner Privatsphäre. Cliqz GmbH, 15. Februar 2017; abgerufen am 20. März 2017.
  10. Ghostery 5.4.6 New for YOU!
  11. Linux und Ich: Update auf Ghostery 5.4.6 aktiviert Anzeigennetzwerk im beliebten Privacy-Addon
  12. Ghostery auf addons.mozilla.org