Corsica Ferries & Sardinia Ferries

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Corsica Ferries - Sardinia Ferries ist eine private französische Reederei mit Sitz in Bastia (Hauptverwaltung) sowie Savona-Vado Ligure (Verkaufsleitung, Personal und Technik). Die Marke Corsica Ferries - Sardinia Ferries befindet sich in Besitz der beiden Gesellschaften Corsica Ferries France SAS (Frankreich) und Forship Spa (Italien), die zum Familienbesitz des Korsen Pascal Lota zählen.[1][2]


Corsica Ferries betreibt regelmäßige Verbindungen zwischen Korsika einerseits und dem italienischen und französischen Festland andererseits, Sardinia Ferries steuert von Festlanditalien aus Sardinien an. Auf allen Strecken werden Autofähren eingesetzt, die man an ihrem charakteristischen gelben Rumpf erkennt. Der Hauptsitz der Reederei ist Bastia, die Schiffe fahren jedoch alle unter italienischer Flagge. Auch das Personal auf den Schiffen ist zum Großteil italienischstämmig. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 1.040 Mitarbeiter, davon knapp 200 auf Korsika.[3] Bezogen auf den gesamten Korsika-Schiffsverkehr nimmt das Unternehmen mittlerweile den ersten Platz vor seinen Konkurrenten SNCM, Moby Lines und CMN-La Méridionale ein. Gemessen an den Passagierzahlen (mehr als 2,5 Millionen Passagiere im Jahr 2013) hielt Corsica Ferries im Jahr 2013 einen Marktanteil von 63,5 Prozent.[4]

Die Flotte[Bearbeiten]

Die Corsica Victoria im Hafen von Savona
Corsica Ferries Mega Express Two im Hafen von Nizza

Die Flotte der Corsica Ferries & Sardinia Ferries besteht derzeit aus folgenden 12 Schiffen (Stand 2014):[5]

  • 2 Schnellfähren: Corsica Express Seconda, Corsica Express Three
  • 2 Shuttle-Fähren: Corsica Marina Seconda, Sardinia Vera
  • 2 Cruise-Fähren: Corsica Victoria, Sardinia Regina
  • 6 schnelle Cruise-Fähren: Mega Express, Mega Express II bis V, Mega Smeralda

Das Streckennetz[Bearbeiten]

Italien – Korsika[Bearbeiten]

Frankreich – Korsika[Bearbeiten]

Italien – Sardinien[Bearbeiten]

Des Weiteren vermarktet Corsica Ferries & Sardinia Ferries auch die Strecke Bonifacio (Korsika) – Santa Teresa di Gallura (Sardinien), die jedoch nicht mit eigenen Schiffen betrieben wird.

Geschichte[Bearbeiten]

1968 von dem Korsen Pascal Lota in Bastia unter dem Namen „Corsica Line“ gegründet, steuert die Reederei Korsika zunächst ausschließlich von Italien aus an. 1973 benennt sich die Gesellschaft mit einer Flottenstärke von zu diesem Zeitpunkt drei Schiffen in Corsica Ferries um. In den 70er Jahren testet man eine Vielzahl von Linien, unter anderem von San Remo, Imperia, Savona, Genua, La Spezia und Livorno aus in Richtung Bastia, Calvi und L’Ile Rousse. 1981 wird die Schwestergesellschaft Sardinia Ferries gegründet. 1982 entscheidet die Reederei, den Hafen von Genua aus Kostengründen zu verlassen, kehrt jedoch von 1989 bis 1997 noch einmal zurück.

Zwischen 1995 und 1997 betreibt die Gesellschaft unter dem Namen Elba Ferries kurzzeitig auch eine Verbindung zwischen Piombino und Portoferraio, welche jedoch bald aufgrund des harten Wettbewerbs auf dieser Route wieder eingestellt wird. Seit 2013 wird Elba als Teil der Route Piombino-Portoferraio-Bastia wieder bedient, allerdings ohne eigene Marke "Elba Ferries".

Mit der Liberalisierung des europäischen Schiffsverkehrs im Jahre 1996 wird mit NizzaKorsika erstmals eine Linie von Frankreich nach Korsika eröffnet, welche mit den neuen Hochgeschwindigkeitsfähren Corsica Express II und III bedient wird. Damit stellt sich Corsica Ferries dem direkten Wettbewerb mit der französischen SNCM, die ebenfalls ab 1996 von Nizza aus zwei neue NGVs (Navires à Grande Vitesse, Hochgeschwindigkeitsschiffe) einsetzt. Später kommt auf den Sardinien-Strecken eine baugleiche dritte Schnellfähre namens Sardinia Express zum Einsatz.

Mit dem Sommerfahrplan 1998 werden alle Verbindungen von Genua aus endgültig eingestellt und durch solche vom nahegelegenen Savona ersetzt, für dessen Hafen Corsica Ferries eine Konzession für 23 Jahre erhält.

In den darauf folgenden Jahren verbucht die Reederei auf ihren Korsika-Strecken wachsende Gewinne und gibt schließlich die beiden Express-Cruise-Fähren Mega Express I und II in Auftrag, welche in Livorno gebaut werden und ab Frühling 2001 auf den Strecken zwischen Frankreich und Korsika zum Einsatz kommen. Zuvor hatte man stets auf das Konzept gesetzt, Schiffe günstig aus zweiter Hand einzukaufen. Die beiden Mega-Express-Fähren waren die ersten Neubauten für Corsica Ferries & Sardinia Ferries seit den drei Hochgeschwindigkeitsfähren 1996.

2002 verzeichnet das Unternehmen die Rekordzahl von 1,6 Millionen Passagieren auf den Korsikastrecken und überholt damit den Konkurrenten SNCM (1,2 Millionen Passagiere). 2004 wird die Flotte um das Schiff Mega Express III erweitert. Bereits ein Jahr später werden erneut Rekordzahlen im Personentransport verzeichnet, 2,85 Millionen Passagiere insgesamt, wovon knapp zwei Millionen auf die Korsikastrecken entfallen.[6] Für die Saison 2007 wird die Flotte nochmals um die beiden Schiffe Mega Express IV und V erweitert, wiederum beide aus zweiter Hand gekauft. Sie sollen langfristig zwei der drei Corsica-Express-Fähren ersetzen.[7] Damit tut es Corsica Ferries & Sardinia Ferries der SNCM gleich, die ihrerseits in der jüngsten Vergangenheit all ihre drei Hochgeschwindigkeitsfähren verkauft hat.

Die Sardinia Express wurde 2012 an einen koreanischen Reeder verkauft.[8] Die beiden anderen Hochgeschwindigkeitsschiffe Corsica Express II und III kommen aufgrund ihres hohen Treibstoffverbrauchs nur noch auf kurzen Strecken zum Einsatz (Piombino-Portoferraio-Bastia).

Preispolitik[Bearbeiten]

Mega Express Four, Ajaccio, 2013.

Corsica Ferries & Sardinia Ferries betreibt seit einigen Jahren eine ähnliche Preispolitik wie sogenannte Billigfluglinien: Durch Yield-Management existieren keine Festpreise mehr, die Tarife wechseln je nach Auslastung der jeweiligen Fähre. Auch andere Merkmale wie die Möglichkeit der Buchung via Internet, das Ausweichen auf günstige kleinere Häfen und die Verminderung des Personals auf den Schiffen erinnert an die Methoden der Billigfluggesellschaften. Auch wenn die Reederei hierfür nicht nur positive Kritik erhält, scheint das Konzept angesichts der wachsenden Marktanteile und der steigenden Passagierzahlen aufzugehen. Entscheidend für den Anstieg der Passagierzahlen auf den Korsika-Strecken dürfte auch sein, dass es Corsica Ferries - Sardinia Ferries dort oftmals gelingt die direkte Konkurrenz preislich zu unterbieten.

Trivia[Bearbeiten]

  • Läuft eine Fähre der Flotte in einen Hafen ein oder aus, ertönt über die Lautsprecher die Ouvertüre der Oper La gazza ladra (dt. Die diebische Elster).
  • Einige Fähren haben eine bordeigene GSM-Abdeckung über den Telekommunikations-Provider MCP, die Mobilfunkgespräche und Internetverbindung auf offener See erlauben.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.corsica-ferries.it/compagnia-marittima/sardegna.html
  2. http://www.bakchich.info/international/2010/11/27/la-mysterieuse-compagnie-maritime-qui-veut-conquerir-la-corse-59159
  3. http://mapage.noos.fr/croussel/corsica/cf.html
  4. http://mapage.noos.fr/croussel/div/introlignes.html
  5. http://www.corsicaferries.com/corsicahtml/de/navires.jsp
  6. http://www.corsicaferries.com/corsicahtml/de/debat/PM0206.pdf
  7. http://mapage.noos.fr/croussel/corsica/cf.html
  8. https://fr.wikipedia.org/wiki/Araqueens

Weblinks[Bearbeiten]