Culoz

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Culoz
Wappen von Culoz
Culoz (Frankreich)
Culoz
Region Auvergne-Rhône-Alpes
Département Ain
Arrondissement Belley
Kanton Hauteville-Lompnes
Gemeindeverband Bugey Sud
Koordinaten 45° 51′ N, 5° 47′ OKoordinaten: 45° 51′ N, 5° 47′ O
Höhe 226–1.430 m
Fläche 19,36 km2
Einwohner 3.071 (1. Januar 2015)
Bevölkerungsdichte 159 Einw./km2
Postleitzahl 01350
INSEE-Code
Website www.culoz.fr

Die Ortsmitte von Culoz vor dem Grand Colombier

Culoz ist eine französische Gemeinde mit 3071 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015) im Département Ain in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie gehört administrativ zum Kanton Hauteville-Lompnes und zum Arrondissement Belley und ist darüber hinaus Mitglied im Gemeindeverband Bugey Sud.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Culoz liegt auf 247 m, zwölf Kilometer nordöstlich von Belley und etwa 33 Kilometer nordnordwestlich der Stadt Chambéry (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im südöstlichen Bugey, in einer geschützten Mulde am westlichen Rand des Rhônetals, am Südfuß des Kamms des Grand Colombier und am Rand des ausgedehnten Moorgebietes Marais de Lavours.

Die Fläche des 19,36 km2 großen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Rhônetals. Die Rhône fließt hier in einem breiten Tal von Norden nach Süden. Ihr Wasser ist im Bereich von Culoz auf einen Kanal und auf ein breites Altwasserflussbett aufgeteilt. Die östliche Grenze verläuft etwa in der Mitte des Tales auf der zwischen den beiden Wasserarmen gelegenen Île de la Malourdie.

Nach Westen erstreckt sich das Gemeindeareal über die breite flache Talniederung und den meist dicht bewaldeten Jurahang bis auf den anschließenden Kamm des Grand Colombier. Aus geologischer Sicht bildet dieser Kamm eine Antiklinale bestehend aus Sedimenten der oberen Jurazeit. Oberhalb von rund 1200 m befinden sich weite Bergweiden. Mit 1443 m wird auf der Südabdachung des Grand Colombier die höchste Erhebung von Culoz erreicht. Gegen Süden fällt dieser Kamm sehr steil ab, wobei der Hang unterhalb des Aussichtspunkts Fénestré von markanten Felswänden durchzogen wird. Im südlichen Abschnitt des Gemeindebannes hat Culoz Anteil an der vier Kilometer breiten und sechs Kilometer langen Fläche des Marais de Lavours.

Zu Culoz gehören neben dem eigentlichen Ort auch verschiedene Weiler und Gehöfte, darunter:

  • Landaize (250 m) nahe der Rhône am Ostfuß des Grand Colombier
  • Châtel (260 m) nahe der Rhône am Ostfuß des Grand Colombier

Nachbargemeinden von Culoz sind Anglefort im Norden, Serrières-en-Chautagne, Ruffieux und Vions im Osten, Chanaz, Lavours und Flaxieu im Süden sowie Ceyzérieu, Béon, Chavornay und Virieu-le-Petit im Westen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon in vorgeschichtlicher Zeit und während der Römerzeit war die Gegend um Culoz am Fuß des Grand Colombier besiedelt. So wurde eine Weiheinschrift für den Gott Segomo aufgefunden.[1]

Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort im Jahre 1135 unter dem Namen De Cullo. Im Lauf der Zeit wandelte sich die Schreibweise über De Culo, Castrum Culi (1413) zum heutigen Namen Culoz, der seit 1536 belegt ist. Aus späterer Zeit sind auch die Bezeichnungen Cule, Culle und Culos überliefert. Im 13. Jahrhundert bildete Culoz eine eigene Herrschaft, die unter der Oberhoheit der Grafen von Savoyen stand. Mit dem Vertrag von Lyon gelangte das Dorf im Jahre 1601 an Frankreich.[2]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarrkirche Saint-Martin wurde 1861 bis 1863 im Stil der Neugotik erbaut. Am Standort der alten Dorfkirche befindet sich heute die Friedhofskapelle, in welche der Chor der ehemaligen Kirche aus dem 12. Jahrhundert integriert wurde. Das bedeutendste profane Bauwerk von Culoz ist das Château de Montvéran, das 1316 auf einer Anhöhe oberhalb des Dorfes errichtet und 1687 restauriert wurde. Gegen Ende der Französischen Revolution wurden die ehemaligen Türme geschleift. Die heutigen Türme wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im romantisch-historischen Stil hinzugefügt. Ursprünglich aus dem 12. Jahrhundert stammt die Chèvrerie, eine Filiale des Kartäuserklosters von Arvières. Von der einstigen Burg Châtel-d’en-Haut sind nur noch wenige Reste erhalten.

Culoz ist südlicher Ausgangspunkt des Fernwanderwegs Grande Traversée du Jura.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011
Einwohner 2.317 2.412 2.523 2.630 2.639 2.622 2.954 2.924

Mit 3071 Einwohnern (Stand 1. Januar 2015)[3] gehört Culoz zu den mittelgroßen Gemeinden des Département Ain. Nachdem die Einwohnerzahl in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur geringfügig zugenommen hatte, wurde seit 2000 ein deutlicher Bevölkerungsanstieg verzeichnet.[4] Die Ortsbewohner von Culoz heißen auf Französisch Culozien(ne)s.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Culoz

Culoz war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute spielt der Weinbau an den optimal zur Sonne exponierten Hängen nördlich von Culoz eine Rolle als Einnahmequelle der Einheimischen. In der Ebene südlich des Dorfes ist in den letzten Jahrzehnten eine Gewerbezone entstanden. Der wichtigste Arbeitgeber mit Sitz in Culoz ist CIAT. Daneben gibt es einige Betriebe des lokalen Klein- und Mittelgewerbes. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft ist verkehrsmäßig recht gut erschlossen. Sie liegt an der Departementsstraße, die von Ambérieu-en-Bugey nach Aix-les-Bains führt. Weitere regionale Straßenverbindungen bestehen mit Belley und Seyssel. Der nächste Anschluss an die Autobahn A41 befindet sich in einer Entfernung von rund 25 Kilometern. Culoz liegt an der Bahnstrecke Lyon–Genève und besitzt einen Bahnhof aus dem Jahr 1857, dessen Empfangshalle teilweise als monument historique eingeschrieben ist.[5] Hier zweigt auch die Bahnstrecke Culoz–Modane (über Aix-les-Bains und Chambéry zur italienischen Grenze bei Modane) ab.

In Culoz befinden sich eine Vorschule (école maternelle), eine Grundschule (école élémentaire) und eine Gesamtschule (collège, alle drei in öffentlicher Trägerschaft).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Culoz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. André Buisson: Carte Archéologique de la Gaule - Ain 01. Académie des Inscriptions et Belles-Lettres, 1990, ISBN 2-87754-010-3, S. 141 (französisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. É. Philipon: Dictionnaire Topographique du Département de l’Ain. Imprimerie Nationale, 1911, S. 146 (französisch, online [PDF; abgerufen am 4. Januar 2014]).
  3. Französisches Statistikinstitut (www.insee.fr)
  4. Culoz – notice communal. In: cassini.ehess.fr. Abgerufen am 11. Juni 2015 (französisch, ab 1968 Einwohnerzahlen von INSEE).
  5. Gare de Culoz in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch).