Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk)

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Siedlung
Krasnoflotskoje/Korben
Краснофлотское
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Selenogradsk
Gegründet 1405
Frühere Namen Curwin (1405),
Corben (nach 1871),
Korben (Bis 1946)
Bevölkerung 323 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40150
Postleitzahl 238541
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 215 804 012
Geographische Lage
Koordinaten 54° 53′ N, 20° 31′ OKoordinaten: 54° 52′ 50″ N, 20° 30′ 53″ O
Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Krasnoflotskoje (Kaliningrad, Selenogradsk) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎
Siegelmarke Adl. Dominium Corben

Krasnoflotskoje (russisch Краснофлотское, deutsch Korben, litauisch Kurvinas) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)) und gehört zur Kowrowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kowrowo (Nautzau)) im Rajon Selenogradsk (Kreis Cranz).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krasnoflotskoje liegt neu Kilometer südlich der Kreisstadt Selenogradsk (Cranz) und 18 Kilometer nördlich der Oblasthauptstadt Kaliningrad (Königsberg). Eine Stichstraße führt von Kaschtanowka (Mollehnen) an der russischen Fernstraße A 191 (ehemalige deutsche Reichsstraße 128) direkt in den Ort. Kaschtanowka ist auch die nächste Bahnstation und liegt an der Bahnstrecke Kaliningrad–Selenogradsk–Pionerski (Königsberg–Cranz–Neukuhren).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das früher Korben[2] genannte Gutsdorf wurde im Jahre 1405 gegründet[3]. Der Name Curwin/Cuwerin stammt wohl von „Curwis“ = „Ochse“. Um 1450 erhielt das Gut als Sitz der prußischen Familie Kariothe eingeschränkte adlige Rechte. Eigentumsnachfolger war Andreas Gnadkowius, dessen letzter Erbe das Gut an den Oberstleutnant von Klitzing verkaufte.

Im Jahre 1777 wurde das Gut Domäne. Besitzer war der Etatminister und Kanzler Friedrich Alexander von Korff. Letzter Eigentümer war Gutsbesitzer Siebert.

Im Jahre 1874 wurde der Gutsbezirk Korben in den neu errichteten Amtsbezirk Laptau[4] (heute russisch: Muromskoje) eingegliedert. Er gehörte zum Landkreis Fischhausen im Regierungsbezirk Königsberg der preußischen Provinz Ostpreußen. Im Jahre 1910 lebten in Korben 108 Menschen[5].

Am 1. Januar 1929 verlor Korben seine Eigenständigkeit, als es sich mit Mollehnen (heute russisch: Kaschtanowka) und Trentitten (Saizewo) zur neuen Landgemeinde Trentitten zusammenschloss und nun zudem in den Amtsbezirk Schugsten[6] (Berjosowka) umgegliedert wurde.

Infolge des Zweiten Weltkrieges kam Korben innerhalb des nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion und erhielt die russische Bezeichnung Krasnoflotskoje. Im Jahre 1947 wurde der Ort dem neu gebildeten Rajon Selenogradsk (Kreis Cranz) zugeordnet und war von 1947 bis 2006 in den Muromski selski sowjet (Dorfsowjet Muromskoje (Laptau)) eingegliedert. Aufgrund einer Struktur- und Verwaltungsreform[7] ist Krasnoflotskoje heute eine als „Siedlung“ (russisch: possjolok) qualifizierte Ortschaft innerhalb der Kowrowskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Kowrowo (Nautzau)).

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung Korbens vor 1945 war überwiegend evangelischer Konfession. Der Ort war in das Kirchspiel Laptau (heute russisch: Muromskoje) eingepfarrt, das zum Kirchenkreis Königsberg-Land II innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Krasnoflotskoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Selenogradsk (Cranz), einer Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) innerhalb der Propstei Kaliningrad[8] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Ortsinformationen Bildarchiv Ostpreußen: Korben
  3. Krasnoflotskoje - Korben bei ostpreussen.net
  4. Rolf Jehke, Amtsbezirk Laptau
  5. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Fischhausen
  6. Rolf Jehke, Amtsbezirk Schugsten/Fritzen
  7. Nach dem Gesetz über die Zusammensetzung und Territorien der munizipalen Gebilde der Oblast Kaliningrad vom 25. Juni/1. Juli 2009, nebst Gesetz Nr. 501 vom 18. Februar 2005, präzisiert durch Gesetz Nr. 370 vom 1. Juli 2009
  8. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad(russisch/deutsch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]