Daimler Majestic

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Daimler
Daimler Majestic

Daimler Majestic

Majestic
Produktionszeitraum: 1958–1962
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Limousine
Motoren: Ottomotor:
3,8 Liter (149 PS)
Länge: 5000 mm
Breite: 1790 mm
Höhe: 1600 mm
Radstand: 2900 mm
Leergewicht: 1955 kg
Vorgängermodell: Daimler Regency
Nachfolgemodell: keines

Der Majestic ist eine Oberklasselimousine des ehemaligen britischen Automobilherstellers Daimler, die von 1958 bis 1962 produziert wurde. Der sechszylindrige Majestic und der von ihm abgeleitete, mit einem Achtzylindermotor ausgestattete Majestic Major waren die letzten Fahrzeuge, die Daimler entwickelte, bevor das Unternehmen vom Konkurrenten Jaguar übernommen wurde.[1] Der Majestic galt bei seiner Vorstellung als technisch auf der Höhe der Zeit befindlich, stilistisch aber veraltet.[2]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die 1896 gegründete Daimler Motor Company war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts einer der exklusivsten britischen Automobilhersteller. Das seit 1910 zur Birmingham Small Arms Company (BSA) gehörende Unternehmen lieferte regelmäßig Fahrzeuge für das britische Königshaus. Die Stellung des Unternehmens änderte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Insbesondere durch das extrovertierte Verhalten von Lady Nora Docker, der Frau des BSA-Direktors, verlor die Marke an Reputation,[2] und die Marktanteile gingen im Vergleich zu Bentley und Rolls-Royce im Laufe der 1950er-Jahre immer weiter zurück. Daimler versuchte zunächst, mit den Modellen Consort und Conquest preisgünstigere Marktsegmente zu bedienen, blieb dabei aber erfolglos. Der 1958 vorgestellte Majestic sollte Daimlers Position in der Oberklasse stärken. In der Achtzylinderversion blieb das Modell auch nach der Übernahme der Marke durch Jaguar im Programm, wo es bis 1968 den Daimler 250 V8 ergänzte.

Modellgeschichte[Bearbeiten]

Der Daimler Majestic ersetzte den bis 1956 produzierten Daimler Regency, dem er stilistisch und in technischer Hinsicht ähnelte.

Fahrwerk[Bearbeiten]

Das Auto nutzte einen Kastenrahmen aus Stahl, der für das 1937 erschienene Modell New Fifteen entwickelt worden war. Daimler hatte die Konstruktion des Rahmens für den Majestic nur geringfügig überarbeitet. Die vorderen Räder waren einzeln aufgehängt, hinten gab es eine Starrachse mit Blattfedern. Der Majestic hatte als erstes britisches Serienfahrzeug servounterstützte Scheibenbremsen an allen vier Rädern.

Motor[Bearbeiten]

Als Antrieb diente ein Sechszylinderreihenmotor. Er entsprach in seiner Grundkonstruktion dem Motor des Vorgängermodells; durch eine Vergrößerung der Bohrung wurde allerdings der Hubraum von 3,4 Litern auf nunmehr 3,8 Liter erhöht. Der Zylinderkopf bestand aus Aluminium. Die Ventile wurden von einer obenliegenden Nockenwelle gesteuert. Die Motorleistung betrug 149 PS, das maximale Drehmoment 283 Nm. Die Kraftübertragung erfolgte über eine Dreigangautomatik von BorgWarner.

Ab 1960 war das Auto alternativ mit einem 4,5 Liter großen Achtzylindermotor lieferbar. Das Fahrzeug, das stilistisch leicht überarbeitet worden war, erhielt die Bezeichnung Daimler Majestic Major.

Karosserie[Bearbeiten]

Daimler bot werksseitig eine viertürige Limousine mit Stahlkarosserie an. Die Karosserie des Majestic folgte stilistisch der des Vorgängermodells, der Aufbau war allerdings geringfügig breiter, und die Linien wurden als „geglättet“ wahrgenommen. Es handelte sich um eine Stahlkarosserie im Pontonstil. Die vorderen Kotflügel gingen fließend in die Vordertüren über. Zeitgenössische Beobachter sahen eine Ähnlichkeit der Daimler-Karosserie mit der des Mercedes-Benz 300 „Adenauer“.[1]

Neben der Werkskarosserie entstanden einige weitere, individuell gestaltete Aufbauten, die in erster Linie der britische Karosseriehersteller Hooper fertigte.

Fahrleistungen[Bearbeiten]

Die Zeitschrift Motor ermittelte im Juni 1958 eine Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h. Der Wagen beschleunigte von 0 auf 60 Meilen pro Stunde (97 km/h) in 14,2 Sekunden.[3]

Marktpositionierung und Produktion[Bearbeiten]

Der Daimler Majestic konkurrierte auf dem britischen Markt in erster Linie mit dem Jaguar Mark IX. Er war 500 £ teurer als der Jaguar (2.495 £ gegenüber 1.995 £), der einen annähernd gleich großen, aber mit 220 PS deutlich stärkeren Motor hatte. In vier Jahren entstanden 1.490 Exemplare des Majestic, während Jaguar im gleichen Zeitraum über 10.000 Fahrzeuge vom Typ Mark IX herstellte.

Literatur[Bearbeiten]

  • David Lillywhite, Halwart Schrader: Enzyklopädie der klassischen Automobile. Stuttgart 2005 (Motorbuch Verlag). ISBN 3-613-02552-3.
  • N.N.: The 3,8 Litre Daimler Majestic Saloon: Test in: Motor vom 9. Juli 1958.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Daimler Majestic – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Schrader, Lillywhite: Klassische Automobile. Die internationale Enzyklopädie. S. 134.
  2. a b Classic Cars Spezial: Englische Oldtimer. Heft 7/8/9 1994, S. 36.
  3. The 3,8 Litre Daimler Majestic Saloon: Test in Motor vom 9. Juli 1958.