Das Phantom (2000)

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Filmdaten
Originaltitel Das Phantom
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2000
Länge 93 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Dennis Gansel
Drehbuch Dennis Gansel
Maggie Peren
Bernd Ohm
Produktion Christian Becker
Thomas Häberle
Musik Rainer Kühn
Kamera Axel Sand
Schnitt Jochen Retter
Besetzung

Das Phantom ist eine preisgekrönte TV-Produktion des Jahres 2000. Der Film ist ein Politthriller auf der Grundlage des Buches Das RAF-Phantom, der die verbreitete Verschwörungstheorie zum Attentat auf Alfred Herrhausen in Szene setzt. Der Film spielt mit einigen Rückblenden und Originalmaterial des Attentats.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentlich ist es nur eine Routineobservation der Polizisten Leo Kramer (Jürgen Vogel) und dessen Freund und Kollegen Pit Roth (Hilmi Sözer). Aus Langeweile vertreibt man sich die Zeit und singt alte Lieder aufs Observationsband (Rio Reisers König von Deutschland). Bis was passiert, kann man es ja wieder löschen. Dann verlässt Leo den Wagen, um Kaffee zu holen. Genau zu diesem Zeitpunkt erscheinen die erwarteten Personen, und als Leo nur eine Minute später zurückkommt, findet er alle kaltblütig ermordet, auch Pit, der im Wagen geblieben war.

Eine Untersuchung setzt ein, aber als auch noch sein Chef ermordet wird und das Tonband verschwindet, verdächtigt man nun Leo – der sich nicht zu Unrecht selbst in Lebensgefahr sieht. Gejagt von Zielfahndern seiner Behörde und von den Killern, muss er sich auf eigene Faust aufmachen, die Hintergründe aufzudecken. Je mehr er mit Bekannten der Observierten spricht, umso mehr erschließt sich ihm, dass er mitten hinein geraten ist in eine politische Staatsaffäre ersten Ranges.

Die Observierten, die unter dem Verdacht standen, die RAF unterstützt zu haben, waren über viele Jahre untergetaucht. Scheinbar wollten sie wieder zurückkehren und einige brisante Details aufdecken. Deren Anwalt zeigt mit Rückblenden in die jüngere BRD-Geschichte auf, dass Attentate auf Wirtschaftsbosse, die der RAF nachgesagt werden, möglicherweise von Staatsorganen durchgeführt wurden − also Staatsterrorismus unter „falscher Flagge“ gewesen sein könnten.

Leos mit Unterstützung der Anwaltsgehilfin Anna durchgeführten Untersuchungen machen sie zu Staatsfeinden ersten Ranges. Sie müssen von einem Kontakt zum nächsten hasten, immer ihre Verfolger auf den Fersen, die auch nicht davor zurückschrecken, weitere Menschen zu ermorden.

Der Film endet mit Leos Tod. Zwar kam er an das Band, doch die Häscher sind einfach zu nah an ihn herangekommen: In Belgien findet er nur noch einen Toten vor, und bei der Rückfahrt wird er an der Grenze erwartet. Der kleine Feldweg, über den er schleichen will, wird zur Mausefalle, und Leo wird erschossen. Und während die Kamera in das Gesicht des Sterbenden blickt, sieht man ein breiter werdendes Lachen: In Umschnitten ist zu sehen, wie jemand seinen Postkasten öffnet und darin das besagte Band findet.

Ob dieses Band ihn hätte entlasten können, und was die Observierten an Hintergründen ausgesprochen haben, dies scheint nun endlich klar zu werden. Vielleicht werden sogar Köpfe auf den höchsten Ebenen rollen. Das Band wird eingelegt, und man hört wieder Rio Reisers „König von Deutschland“, während sich die Kamera dabei in die Totale hinauszieht und der Film abgeblendet wird.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur Dennis Gansel hat einen kurzen Auftritt als Zeuge. Er spielt einen Raver, der mit seiner Freundin, einer Raverin, gesehen hat, dass nach dem Mord an Leo Kramers Vorgesetzten in der Tiefgarage ein Taxi wegfuhr, an dessen Steuer nicht Leo Kramer saß, sondern ein älterer Mann. Die Szene, in der Dennis Gansel zu sehen ist, beinhaltet die Aussage des Ravers und der Raverin im Polizeipräsidium.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 erhielt der Film den 3sat-Zuschauerpreis. 2001 bekamen Dennis Gansel und Jürgen Vogel den Adolf-Grimme-Preis sowie Jürgen Vogel und Nadeshda Brennicke den Publikumspreis der Marler Gruppe. Ebenfalls 2001 wurde der Film von den Lesern der Zeitschrift Cinema zum besten TV-Spielfilm des Jahres gewählt und mit dem Jupiter ausgezeichnet. Der Hauptdarsteller Jürgen Vogel gewann den Jupiter in der Kategorie Bester TV-Darsteller.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]