Der Babadook

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Filmdaten
Deutscher Titel Der Babadook
Originaltitel The Babadook
The Babadook.jpg
Produktionsland Australien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2014
Länge 94 Minuten
Altersfreigabe FSK 16[1]
Stab
Regie Jennifer Kent
Drehbuch Jennifer Kent
Produktion Kristina Ceyton,
Kristian Moliere
Musik Jed Kurzel
Kamera Radoslaw Ladczuk
Schnitt Simon Njoo
Besetzung

Der Babadook (Originaltitel: The Babadook) ist ein australischer Horrorfilm der Regisseurin Jennifer Kent aus dem Jahr 2014. Seine Premiere hatte der Film am 17. Januar 2014 beim Sundance Film Festival. In Australien startete er am 22. Mai 2014 in den Kinos, in Deutschland am 7. Mai 2015. Verleihfirma ist Capelight Pictures.[2]

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die alleinerziehende Mutter und frühere Kinderbuchautorin Amelia Vanek arbeitet als Altenpflegerin. Sie hat den sechs Jahre zurückliegenden Tod ihres Mannes noch immer nicht überwunden. Dieser starb am Tag der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Samuel bei einem Verkehrsunfall, als er Amelia ins Krankenhaus bringen wollte. Dieses Trauma reißt sie hin und her; zum einen liebt sie ihren Sohn, zum anderen macht sie ihn für den Tod seines Vaters mitverantwortlich. Sie kann daher auch körperliche Nähe nur bis zu einem gewissen Grad ertragen. Samuel gilt als Sonderling und bereitet ihr Sorgen, da er immer ausspricht, was er denkt. Auch seine qualvollen Albträume von einem Monster, das ihn und seine Mutter umbringen will, beunruhigen sie.

Auch aufgrund seiner beängstigenden Träume baut Samuel sich Waffen. Als er wieder einmal eine solche mit in die Schule nimmt, kommt es zum Eklat und Amelia nimmt ihn von der Schule. Zuhause finden sie ein ihr unbekanntes Buch mit einer alten Schauergeschichte, die den Titel „Mister Babadook“ trägt. Diese kündigt an, dass der Babadook zu Besuch kommen würde und man ihn dann nicht mehr loswerde. Nach und nach geschehen unheimliche Dinge: Geräusche sind zu hören und Mutter wie Sohn werden von Visionen und Ängsten geplagt. Samuel betont immer wieder, es sei der Babadook, aber er werde seine Mutter beschützen. Diese glaubt immer mehr an eine psychische Erkrankung ihres Sohnes, vor allem als Samuel auf dem Kindergeburtstag, zu dem ihre Schwester eingeladen hat, seiner Cousine im Streit die Nase bricht, nachdem diese ihn mit dem Tod des Vaters aufgezogen hat. Auf dem Heimweg im Auto erleidet Samuel einen epileptischen Anfall. Amelia, die mit den Nerven am Ende ist, vertraut sich einem Arzt an und bekommt Schlafmittel verschrieben.

Diese führen jedoch zu keiner Linderung, sondern verstärken ihre Visionen. Langsam glaubt sie ihrem Sohn und will das Buch loswerden, doch dies gelingt ihr nicht. Nach und nach nimmt der Babadook von ihr Besitz. In ihrer Fantasie sieht sie sich wieder vereint mit ihrem toten Ehemann, wenn sie Samuel tötet. Sie versucht gegen ihre ambivalenten Gefühle anzukämpfen, was ihr aber nicht mehr gelingt. Samuel nimmt den Kampf mit seiner Mutter auf. Er weiß, dass Babadook von ihr Besitz ergriffen hat und sie nicht mehr Herrin ihrer Sinne ist. Es gelingt ihm, zu ihrem wahren Ich durchzudringen. Gemeinsam schaffen sie es, Babadook aus dem Körper der Mutter zu entfernen und im Keller des Hauses zu bannen, wo sie ihn gefangen halten. Samuel und Amelia haben sich durch das Erlebte neu gefunden und können auch mit dem Trauma um den Tod des Ehemanns und Vaters abschließen.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die internationale Kritik war überwiegend positiv. Bereits bei seiner Premiere beim Sundance Festival erhielt der Film viel Lob.[3] William Friedkin (Der Exorzist) etwa twitterte, er „habe nie einen gruseligeren Film gesehen als ‚Der Babadook‘“. Daniel Kothenschulte kam in der Frankfurter Rundschau zu dem Schluss, dass dieser Thriller „derart unter die Haut“ gehe, liege „allein an der Einfühlsamkeit, mit der die Filmemacherin in die fragile Mutter-Kind-Beziehung eintaucht. Was sie interessiert, der Schrecken, den sie mit uns teilt, ist nicht der schwarze Mann, so stilvoll-gespenstisch er auch in seiner Bilderbuch-Darstellung gelungen ist. Es ist der Einsturz des intimsten aller Schutzräume – der kindlichen Geborgenheit“.[4]

Auch bei Preisverleihungen erhielt der Film Beachtung, so wurde er insgesamt 52-mal für eine Auszeichnung nominiert und 40-mal prämiert.[5] Unter den Verleihungen befinden sich unter anderem der AACTA Award (A: „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Bestes Drehbuch“; N: „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bester Schnitt“), der Saturn Award (N: „Bester Horrorfilm“, „Beste Hauptdarstellerin“ und „Bester Nachwuchsschauspieler“) sowie der Critics’ Choice Movie Award (N: „Bester Horrorfilm“ und „Bester Jungdarsteller“).

Der Babadook mit dem Slogan „Love is Love“ auf dem ResistMarch LA Pride 2017

Zum Ende des Jahres 2016 wurde der Film kurzzeitig auf Netflix fälschlicherweise als LGBT-Film kategorisiert und der Charakter des Babadooks in Internet-Memes als Schwulensymbol auf Tumblr und anderen Social Media Seiten rezipiert.[6][7][8]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spielfilm geht zurück auf einen Kurzfilm der Regisseurin aus dem Jahre 2005 mit dem Titel Monster. Dies war neben einer Folge für die Fernsehserie Two Twisted ihre erste Regiearbeit. Kent sagte von dem Kurzfilm: „It is a baby Babadook if you like!“[9] Die Mittel für den Spielfilm kamen zum Teil durch Crowdfunding zusammen.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Der Babadook. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, Dezember 2014 (PDF; Prüf­nummer: 148 982 K).
  2. Der Babadook. Cinema. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.
  3. Der Babadook. Filmstarts. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.
  4. Nichts zum Einschlafen. Frankfurter Rundschau. 9. Mai 2015, abgerufen am 19. Mai 2015.
  5. The Babadook – Awards. In: IMDb.com. Abgerufen am 20. Mai 2015.
  6. The Babadook is being celebrated as a gay icon. In: The Independent, 8. Juni 2017. 
  7. ‘The Babadook’ Is an LGBT Symbol: Best & Funniest Memes. In: Heavy.com, 7. Juni 2017. Abgerufen am 8. Juni 2017. 
  8. Just FYI, The Babadook Is A Queer Icon Now (en-AU). In: Huffington Post, 8. Juni 2017. 
  9. How Jennifer Kent made The Babadook (englisch). SBS. 24. Februar 2015, abgerufen am 20. Mai 2015.
  10. Gruselthriller "Der Babadook": Horror, bis man heult. Der Spiegel. 5. Mai 2015, abgerufen am 20. Mai 2015.