Der brave Soldat Schwejk (1960)

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Filmdaten
OriginaltitelDer brave Soldat Schwejk
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr1960
Länge96 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieAxel von Ambesser
DrehbuchHans Jacoby
ProduktionArtur Brauner
MusikBernhard Eichhorn
KameraRichard Angst
SchnittAngelica Appel,
Hermann Haller
Besetzung

Der brave Soldat Schwejk ist eine deutsche Literaturverfilmung des gleichnamigen Romans von Jaroslav Hašek aus dem Jahr 1960. Unter der Regie von Axel von Ambesser ist Heinz Rühmann in der Titelrolle zu sehen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der böhmische Überlebenskünstler Schwejk verdient in Prag sein Geld als Hundehändler. Wegen Majestätsbeleidigung soll er ins Zuchthaus kommen. Da man ihn jedoch für schwachsinnig hält, wird er stattdessen in die Landesirrenanstalt gesteckt. Dort wird er von drei Ärzten auf sein leibliches und geistiges Wohl untersucht. Als einer der Ärzte ihm unterstellt, ein Simulant zu sein, versichert Schwejk, er sei „ein behördlich anerkannter Idiot“.

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, wird er als einfacher Soldat in die Armee von Österreich-Ungarn eingezogen. Weil er Rheuma hat, wird er Oberleutnant Lukasch als Offiziersbursche zugeteilt. Dieser tut sein Möglichstes, um nicht an die Front versetzt zu werden und stattdessen seine Zeit mit Kartenspielen und schönen Frauen zu vertreiben. Mit der verheirateten Kathi hat er ein Verhältnis. Als er sie wieder loswerden möchte, lässt er Schwejk ein Telegramm an Kathis Ehemann schicken, der daraufhin seine Frau wütend abholt. Nachdem Lukasch sein gesamtes Geld und noch dazu Schwejk bei einem Kartenspiel an einen Oberst verspielt, kauft sich Schwejk mit seinem Geld frei und geht zu Lukasch zurück.

Auf Lukaschs Wunsch beschafft Schwejk einen Terrier. Lukasch freut sich über den Hund, wenngleich seine Katze ihm zum Opfer fällt. Als Lukasch mit dem Terrier und einem hübschen Mädchen namens Gretl spazieren geht, trifft er auf seinen Vorgesetzten, zufällig den eigentlichen Besitzer des Hundes. Des Hundediebstahls bezichtigt wird Lukasch, der eigentlich Rekruten ausbilden soll und damit einem frühen Kriegstod entgehen will, nach Budweis versetzt. Auf der Zugfahrt nach Budweis zieht Schwejk die Notbremse und muss, da er kein Geld hat, um die nötige Strafe dafür zu bezahlen, am nächsten Haltepunkt aussteigen. Von dort geht er zu Fuß nach Budweis, verläuft sich jedoch und wird als Deserteur festgenommen, schließlich gar für einen russischen Spion gehalten. Aufgrund seiner Naivität und Tollpatschigkeit kommt er jedoch schon bald wieder frei.

Als er sich wieder in den Dienst von Oberleutnant Lukasch stellen will, stellt sich heraus, dass dieser bereits einen neuen Diener namens Baloun hat. Er vertraut Schwejk jedoch einen Brief an eine Geliebte an. Kurz bevor Schwejk den Brief abgeben will, trifft er auf seinen alten Freund Woditschka und sie betrinken sich. Als es bereits dunkel ist, will Schwejk endlich den Brief loswerden. Herr Kokonyi, der Ehemann der Empfängerin, ist jedoch inzwischen heimgekehrt und erhält den Brief. Um Lukasch zu schützen, gibt Schwejk vor, den Brief selbst geschrieben zu haben.

Lukasch und Schwejk werden schließlich an die russische Front versetzt. Als sie von feindlichen Truppen auf dem Schlachtfeld beschossen werden, findet Schwejk ein vierblättriges Kleeblatt und gibt es Lukasch, damit es ihm Glück bringt. Unmittelbar darauf wird Lukasch tödlich getroffen, worauf ihn Schwejk unter Granatbeschuss vom Schlachtfeld trägt. In einem Kornfeld freundet er sich mit einem russischen Soldaten an, sie tauschen ihre Uniformen. So gerät Schwejk in österreichische Gefangenschaft und soll als Deserteur und Überläufer erschossen werden. In letzter Sekunde kommt die Nachricht, dass der Krieg vorbei ist. Schwejk kehrt nach Hause zurück und trifft in seinem Stammlokal Woditschka, der im Krieg ein Bein verloren hat. Trotz der großen weltpolitischen Ereignisse ist für Schwejk letztlich alles beim Alten geblieben.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden in Wien und Krems an der Donau statt. Für das Szenenbild waren Isabella und Werner Schlichting verantwortlich. Die Uraufführung erfolgte am 22. September 1960 in Köln. Sieben Jahre später wurde der Film am 13. August 1967 erstmals im Fernsehen gezeigt.

Der russische Soldat Boris, mit dem sich Schwejk anfreundet, wurde von Fritz Muliar gespielt, welcher später selbst die Rolle des braven Soldaten Schwejk für die romangetreuere Serie "Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk" übernahm.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Unter Ambessers konventioneller Regie entstand eine Verfilmung im Reader’s-Digest-Stil“, urteilte das Lexikon des internationalen Films. Heinz Rühmann habe „den Schwejk immerhin liebenswert, verschmitzt augenzwinkernd“ und „vornehmlich mit leisen Mitteln“ gespielt.[1] Dem Evangelischen Filmbeobachter zufolge zeige der Film „Heinz Rühmann in einer Glanzrolle“. Es handle sich um „eine für unsere Gegenwart heilsame Zeitsatire“, die „Erwachsenen zu empfehlen“ sei.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1962 war Der brave Soldat Schwejk als Bester fremdsprachiger Film für den Golden Globe nominiert. Er unterlag jedoch Vittorio De Sicas Filmdrama Und dennoch leben sie (La ciociara, 1960).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der brave Soldat Schwejk. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.Vorlage:LdiF/Wartung/Zugriff verwendet 
  2. Evangelischer Filmbeobachter. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 652/1960.