Marisa Mell

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Marisa Mell (eigentlich Marlies Theres Moitzi; * 24. Februar 1939 in Graz; † 16. Mai 1992 in Wien) war eine österreichische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Marlies Theres Moitzi wuchs Mell in Graz auf. Schon früh begeisterte sie sich für das Theater. Sie besuchte die Schauspielschule in Graz und danach das Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Zu ihrer Jahrgangsstufe gehörten unter anderem Erika Pluhar, Heidelinde Weis und Senta Berger. Da sie international erfolgreich werden wollte, änderte sie ihren Namen in Marisa Mell. Nachdem sie die Schauspielschule beendet hatte, heiratete sie den Schweizer Henri Tucci. Die Ehe hielt nur vier Jahre. Ihren ersten internationalen Erfolg hatte sie 1963 in dem von Ken Russell inszenierten Film French Dressing. Im selben Jahr erlitt sie bei einem Autounfall schwere Gesichtsverletzungen.[1]

1968 ergatterte sie die Hauptrolle in dem von David Merrick und Vincente Minnelli produzierten Musical Mata Hari. Der geplante Broadway-Erfolg wurde jedoch nach seiner Vorpremiere in Washington, D.C. als absoluter Flop abgesetzt und erreichte New York nie. Die Rolle der Mata Hari hatte zuvor Marisas Studienkollegin Senta Berger abgelehnt.

Mell zog nach Rom und drehte Filme mit Marcello Mastroianni und Antonio Sabàto. 1971 spielte sie neben Uschi Glas und Petra Schürmann im letzten Edgar-Wallace-Film Das Rätsel des silbernen Halbmonds mit, der nur mäßig erfolgreich war. 1976 war sie an der Seite von Tony Curtis in Casanova & Co. zu sehen. Am 26. November 1977 brachte sie ihr einziges Kind, eine Tochter namens Louisa Erika, in Rom zur Welt. Die Frühgeburt starb noch am selben Tag, die Identität des Vaters gab Mell nicht bekannt.

Mell wurde in ihrer Laufbahn meist als „femme fatale“ und Filmschönheit eingesetzt, für einige Zeit war sie weltberühmt. Doch ihr schauspielerisches Talent kam in ihren Rollen nur selten zur Geltung. Mit der Zeit nahmen die Filmangebote ab und Mell verarmte. Sie zog zurück nach Wien und spielte in ihren letzten Lebensjahren sporadisch Theater. 1990 veröffentlichte sie ihre Autobiografie Coverlove. Ihre Studienkollegin und Freundin Erika Pluhar schrieb nach ihrem Tod ebenfalls ein Buch über Mell: Marisa. Rückblenden einer Freundschaft. Die erste ausführliche Biographie erschien 2013 unter dem Titel Die Feuerblume.

Sie verstarb 1992 mit 53 Jahren an Speiseröhrenkrebs und wurde auf dem Pfarrfriedhof Kahlenbergerdorf in Wien begraben. 2000 wurde die Marisa-Mell-Gasse in Wien-Liesing nach ihr benannt.

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1988: Marisa Mell Gemälde, Ausstellung in der Grazer Hauptpost

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1981: Lady O. (Single – Jupiter Records)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marisa Mell – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie mit Bildern von Marisa Mell (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)