Senta Berger

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Senta Berger (2010)

Senta Berger (* 13. Mai 1941 in Wien) ist eine österreichisch-deutsche[1][2] Schauspielerin und Filmproduzentin. Ihre internationale Filmkarriere begann in Österreich und führte sie in den 1960er Jahren über Deutschland nach Hollywood. Seitdem war sie in zahlreichen europäischen Kinofilmen, am Theater und seit den 1980er Jahren vermehrt in Hauptrollen deutscher Fernsehserien und -filme zu sehen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senta Berger wuchs in Lainz – einem Teil des 13. Wiener Bezirks – auf.[3] Ihr Vater Josef Berger war Musiker. Ihre Mutter war die Lehrerin Therese Berger, geborene Jany. Mit dem Vater trat Senta schon im Alter von vier Jahren auf. Der Vater begleitete dabei die singende Tochter am Klavier. Mit fünf Jahren erhielt sie Ballettunterricht.

Nach ihrer Kinderzeit in einer Substandardwohnung an der Lainzer Straße konnte Senta 1955 mit ihren Eltern in eine Gemeindebau-Wohnung der nahen Siedlung Lockerwiese übersiedeln.[4]

Mit 14 Jahren wandte sich Berger der Schauspielerei zu und nahm privaten Unterricht. Zwei Jahre später verließ sie das Gymnasium Wenzgasse, das sie bis dahin besucht hatte.

1957 wurde Berger von Regisseur Willi Forst für ihre erste, noch kleine Rolle im Film Die unentschuldigte Stunde engagiert. Sie bewarb sich für das Max Reinhardt Seminar und wurde angenommen. Zu ihrem Jahrgang gehörten u. a. Marisa Mell, Elisabeth Orth, Heidelinde Weis und Erika Pluhar. Sie musste die Schule verlassen, nachdem sie in dem Film The Journey mit Yul Brynner eine Rolle angenommen hatte, ohne den Direktor um Erlaubnis zu fragen. 1958 wurde Berger jüngstes Mitglied am Wiener Theater in der Josefstadt.

Regisseur Bernhard Wicki und Produzent Artur Brauner wollten mit Berger arbeiten. Brauner produzierte den Film Der brave Soldat Schweijk mit ihr und Heinz Rühmann. Es gelang Brauner, Berger für mehrere Filme zu verpflichten. 1962 übersiedelte sie nach Hollywood und drehte mit Charlton Heston, Frank Sinatra, Dean Martin, Richard Harris, George Hamilton, Kirk Douglas, John Wayne und Yul Brynner. 1969 kehrte sie nach Europa zurück und war in den 1970er Jahren vor allem in italienischen Produktionen unterschiedlicher Genres zu sehen.

Senta Berger mit Ehemann Michael Verhoeven (2013)

1963 lernte Berger den deutschen Medizinstudenten Michael Verhoeven kennen, den Sohn des Schauspielers und Regisseurs Paul Verhoeven. Am 26. September 1966 heirateten Berger und Verhoeven in München, nachdem sie im Jahr zuvor zusammen die Sentana-Filmproduktion gegründet hatten. 1967 drehte sie mit Alain Delon den Film Mit teuflischen Grüßen, 1968 spielte Berger in dem dreiteiligen Kriminalfilm Babeck von Herbert Reinecker, in dem sie das von Peter Thomas komponierte Lied Vergiß mich, wenn du kannst sang. 1970 stand sie erstmals in dem von ihrer Firma produzierten und unter der Regie ihres Mannes gedrehten Film Der Graben oder Wer im Glashaus liebt vor der Kamera. Weitere, auch international erfolgreiche Filme ihrer Produktionsfirma waren u. a. Die weiße Rose, Das schreckliche Mädchen und Mutters Courage nach dem gleichnamigen Theaterstück von George Tabori. Zudem baute Berger ihre europäische Karriere in Frankreich und Italien auf.

Zwischen 1974 und 1982 war sie die Buhlschaft im Jedermann bei den Salzburger Festspielen an der Seite von Curd Jürgens und Maximilian Schell und damit die bis heute am längsten in dieser Rolle zu sehende Darstellerin. Sie spielte am Burgtheater in Wien Tartuffe mit Klaus Maria Brandauer (Regie Rudolf Noelte), am Thalia-Theater in Hamburg und am Schillertheater in Berlin.

1985/86 gelang ihr das TV-Comeback vor dem deutschsprachigen Publikum in der Fernsehserie Kir Royal an der Seite von Franz Xaver Kroetz, Dieter Hildebrandt und Billie Zöckler. Danach folgten weitere Serien wie Die schnelle Gerdi und Lilli Lottofee, beide unter der Regie ihres Mannes Michael Verhoeven. 2000 stand sie für die österreichische Fernsehproduktion Probieren Sie’s mit einem Jüngeren unter der Regie von Michael Kreihsl vor der Kamera. Seit 2002 spielt sie Dr. Eva-Maria Prohacek, eine Polizeirätin in der ZDF-Reihe Unter Verdacht, wofür sie 2003 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Daneben trat Berger auch als Chansonsängerin und bei Leseabenden (etwa mit Fräulein Else) auf. Für den französischen Film 8 Frauen (8 femmes) lieh sie 2002 Catherine Deneuve ihre Stimme.

1971 beteiligte sich Senta Berger an der von Alice Schwarzer initiierten Medienaktion „Wir haben abgetrieben!“. Von 2003 bis 2010 war sie an der Seite von Günter Rohrbach die erste Präsidentin der Deutschen Filmakademie. 2009 erklärte sich Senta Berger bereit, als Botschafterin sowohl für die Tierschutzorganisation Pro Wildlife für den Schutz von Menschenaffen[5] als auch für die José Carreras Leukämie-Stiftung[6] tätig zu werden. Berger, die sich bereits 1972 im Wahlkampf für Willy Brandt eingesetzt hatte,[7] wurde von der SPD als Delegierte für die deutsche Bundespräsidentenwahl 2012 nominiert.[8][9] Sie wohnt seit vielen Jahren im Grünwalder Ortsteil Geiselgasteig südlich von München, seit einiger Zeit auch in Berlin.

Senta Berger hat zwei Söhne, die ebenfalls Schauspieler sind: Simon (* 1972) und Luca (* 1979).

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kinofilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Singles
  • 1966: Single Girl / Und das alles soll ich dir verzeih’n
  • 1967: Für Romantik keine Zeit / Music and Memories
  • 1968: Vergiss mich wenn du kannst
  • 1975: Im Prater blüh’n wieder die Bäume
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Wir werden sehn...
  DE 49 17.04.1989 (2 Wo.) [10]
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Hörbücher und Hörspiel (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrung auf dem Boulevard der Stars (2011)

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde von der österreichischen Post eine Sonderbriefmarke der Reihe Österreicher in Hollywood, gestaltet von Adolf Tuma, aufgelegt.

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Senta Berger engagiert sich seit vielen Jahren aktiv im Kampf gegen Blutkrebs für die DKMS. Im Rahmen der DKMS Life trat sie 2010 als Sprecherin bei dem DKMS Life Ladieslunch auf.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heiko R. Blum: Senta Berger – mit Charme und Power. Heyne, München 2001, 304 S., ISBN 3-453-19442-X.
  • Senta Berger: Ich habe ja gewusst, dass ich fliegen kann: Erinnerungen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2006, ISBN 3-462-03679-3.
  • Christine Dobretsberger: Was ich liebe, gibt mir Kraft. Bühnenstars aus Oper und Theater erzählen, u. a. mit einem Interview mit Senta Berger. Styria Premium, Wien 2015, ISBN 978-3-222-13517-0.

Filmdokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Verhoevens. Dokumentarfilm von Felix Moeller, Deutschland 2003, 75 Minuten.
  • Frankreich – Wild und schön. Arte Dokumentation, Frankreich 2011, 90 Minuten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Senta Berger – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Österreichische Nationalität gemäß Senta Berger im Munzinger-Archiv, abgerufen am 4. März 2012 (Artikelanfang frei abrufbar).
  2. Berger sieht sich als deutsche Künstlerin (vgl. Senta Berger. Deutschland, deine Künstler – ARD) und wurde für die Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2012 als Wahlfrau aufgestellt.
  3. Lore Brandl-Berger, Andrea Diawara u. a.: Frauen in Hietzing. Rundgänge und eine Dokumentation. (Memento vom 11. Januar 2017 im Internet Archive). (PDF; 3,15 MB). Herausgegeben von Hietzinger Bezirksrätinnen und freien Mitarbeiter_innen. 2. Auflage. Wien 2014, Infokarte Nr. 3.
  4. Wohnsiedlung Lockerwiese. In: wienerwohnen.at.
  5. Senta Berger hilft den Gorillas. (Memento vom 2. April 2015 im Internet Archive). In: monstersandcritics.de. 18. November 2008.
  6. José Carreras gewinnt Promis für Leukämie-Stiftung. In: schwarzwaelder-bote.de. 25. September 2009.
  7. Andreas Zemke: Interview mit Senta Berger – Februar 2008. In: dw.de. Abgerufen am 4. März 2012.
  8. Bayrischer Landtag: Senta Berger darf wählen. In: abendblatt.de. Abgerufen am 4. März 2012.
  9. Drucksache 16/11630. Bayerischer Landtag, 29. Februar 2012 (PDF; 100 kB).
  10. Offizielle Deutsche Charts
  11. Senta Berger zu Gast beim 5. Münchner Ladies’ Lunch. In: hlk-marburg.de.