Zum Inhalt springen

Mittelbadische Eisenbahnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Mittelbadische Eisenbahnen AG)
Mittelbadische Eisenbahnen
Kehl Nb–Seelbach b Lahr
Triebwagen 11 in Offenburg
Triebwagen 11 in Offenburg
Strecke der Mittelbadische Eisenbahnen
Streckennetz der Mittelbadischen Eisenbahnen
Kursbuchstrecke:305p (1944)
302h (1946)
302g (Kehl Nb – Kehl Rathaus 1946)
Spurweite:1000 mm (Meterspur)
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
0,0 Kehl Nb
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
0,8 Kehl-Rathaus
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
nach Bühl
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
1,6 Kehl Rebstock
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
2,3 Kehl Mittelplatz
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
3,0 Sundheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
7,3 Marlen
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
7,7 Steinlagerplatz
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
8,9 Goldscheuer-Kittersburg
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
von Offenburg
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
14,3 Altenheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
15,8 Dundenheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
17,5 Ichenheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
21,8 Meißenheim (Baden)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
24,2 Ottenheim Hirsch
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
von Ottenheim Rheinufer
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
24,7
1,8
Ottenheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
4,5 Allmannsweier
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
4,8 Allmannsweier Ort
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
7,5 Langenwinkel
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Schutter-Entlastungskanal
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
9,5 Lahr M E Rollwagengrube
Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
zum Bahnhof Lahr (Schwarzw), Regelspur
Kreuzung geradeaus oben (Strecke geradeaus außer Betrieb)
Rheintalbahn
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
9,8 Dinglingen Überführung
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Schutter
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
Dinglingen Linde
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
10,1 Lahr-Krone
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
11,9 Lahr-Rössle
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
12,4 Lahr-Urteilsplatz (Rappen)
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
12,9 Lahr-Schlüssel
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
15,1 Lahr-Kuhbach
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
15,6 Reichenbach Ladeplatz
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
16,9 Reichenbach Mitte
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
19,2 Seelbach b Lahr
Altenheim–Offenburg Nb
Kursbuchstrecke:305p (1944)
302h (1946)
Strecke (außer Betrieb)
von Seelbach
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
0,0 Altenheim
Abzweig geradeaus und nach links (Strecke außer Betrieb)
nach Kehl
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
1,7 Müllen
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Schutter
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
5,5 Schutterwald West
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
5,8 Schutterwald-Ort
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
9,7 Offenburg Landwirtschaftliche Halle
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
9,9 Offenburg Grüner Baum
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
10,4 Offenburg Marktplatz
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
11,1 Offenburg Bahnhof
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
11,4 Offenburg Nebenbahnhof
Rastatt Bf–Schwarzach (Baden)
Kursbuchstrecke:305k (1944)
302g (1946)
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
20,4 Rastatt Bf
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
19,7 Rastatt Rbf Rollwagengrube
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
19,2 Rastatt Sonne
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
18,9 Rastatt Bären
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
18,8 Rastatt ME ab 1939 Endbahnhof
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
16,5 Rastatt Übergabe
Kreuzung geradeaus oben (Strecken außer Betrieb)
Rastatt–Haguenau
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
12,9 Iffezheim
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
9,4 Hügelsheim Ldg
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
9,0 Hügelsheim-Ort
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
4,8 Söllingen
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
4,4 Söllingen Pumpstation
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
2,9 Stollhofen
Abzweig geradeaus und nach rechts (Strecke außer Betrieb)
nach Greffern
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
von Bühl
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
0,0 Schwarzach (Baden)
Strecke (außer Betrieb)
nach Kehl
Bühl–Kehl Nb
Kursbuchstrecke:305k (1944)
302g (1946)
302h (Kehl Rathaus – Kehl Nb 1946)
Kopfbahnhof Streckenanfang (Strecke außer Betrieb)
38,8 Bühl
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
36,2 Vimbuch
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
34,9 Balzhofen
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
33,9 Oberbruch
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
32,6 Moos
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
30,7 Hildmannsfeld
Abzweig geradeaus und von rechts (Strecke außer Betrieb)
von Rastatt
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
29,5 Schwarzach (Baden)
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
26,0 Lichtenau-Ulm
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
25,3 Lichtenau Süd
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
24,1 Scherzheim
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
23,7 Scherzheim Ort
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
21,9 Helmlingen-Muckenschopf
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
20,1 Memprechtshofen
Dienststation / Betriebs- oder Güterbahnhof (Strecke außer Betrieb)
17,5 Betriebsstelle
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
16,7 Freistett
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
14,5 Rheinbischofsheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
12,0 Diersheim
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
11,2 Oberdiersheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
9,9 Honau
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
8,1 Leutesheim
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
4,8 Auenheim
Kreuzung (Strecke geradeaus außer Betrieb)
Kehl–Straßburg
Bahnhof (Strecke außer Betrieb)
2,0 Kinzigbrücke
Brücke über Wasserlauf (Strecke außer Betrieb)
Kinzig
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
1,3 Kehl Turnhalle
Abzweig geradeaus und von links (Strecke außer Betrieb)
von Lahr
Haltepunkt / Haltestelle (Strecke außer Betrieb)
0,8 Kehl Rathaus
Kopfbahnhof Streckenende (Strecke außer Betrieb)
Kehl Nb

Die Mittelbadischen Eisenbahnen AG (MEG) waren rechtlich ein Vorgänger der SWEG-Südwestdeutschen Verkehrs-AG. Sie betrieben ursprünglich ein umfangreiches Netz von Schmalspurbahnen in der Oberrheinischen Tiefebene am Fuß des Schwarzwaldes in den heutigen Landkreisen Rastatt und Ortenau. Das Unternehmen entstand im Jahre 1923, als die Lahrer Eisenbahn-Gesellschaft am 30. Juni ihren Namen in Mittelbadische Eisenbahnen AG änderte und am 15. November die rechtsrheinischen Strecken der Straßburger Straßenbahn-Gesellschaft übernahm. 1953 wurde die MEG um zwei Normalspurstrecken und eine Schmalspurstrecke der ehemaligen Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) erweitert. 1955 betrieb die MEG kurzzeitig auch die Müllheim-Badenweiler Eisenbahn.

Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft wurde am 31. Oktober 1889 unter Beteiligung der Stadt Lahr (1/3) und der Straßburger Straßenbahn-Gesellschaft (2/3) sowie weiterer Interessenten gegründet. Sie eröffnete am 30. November 1894 eine meterspurige Dampfstraßenbahn vom Rheinufer bei Ottenheim zur damaligen Bezirksstadt Lahr, wo die Hauptstrecke der Staatsbahn im heutigen Stadtteil Dinglingen gekreuzt wurde, und dann durch die ganze Stadt weiter in östlicher Richtung durch das Schuttertal in den Schwarzwald. Von dem vorläufigen Endpunkt Reichenbach wurde die Bahn schon am 20. Dezember 1894 bis nach Seelbach verlängert und war nun 19 km lang.

Betriebsmittelpunkt war ihr Bahnhof Dinglingen, der mit dem Staatsbahnhof durch ein Dreischienengleis verbunden war; denn neben dem Personenverkehr spielte die Güterbeförderung eine große Rolle, u. a. der Transport von Steinen zu Schiffen auf dem Rhein.

Im 2 km vom Rheinufer entfernten Bahnhof Ottenheim wurde am 1. April 1898 durch die Straßburger Straßenbahn-Gesellschaft der Anschluss von Kehl her an ihr umfangreiches Liniennetz auf beiden Seiten des Stromes hergestellt, das linksrheinisch im damaligen Reichsland Elsaß-Lothringen und rechtsrheinisch im Großherzogtum Baden lag. Seit dem 1. Mai 1901 setzten beide Unternehmungen gemeinsame Züge ein, die durchgehend von Kehl bis Seelbach verkehrten.

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges im Sommer 1914 wurde das Elsass unmittelbares Kampfgebiet. Das Teilstück zwischen Rheinufer und Bahnhof Ottenheim wurde für den Personenverkehr stillgelegt, zumal hier nur eine Schiffbrücke den Rhein überquerte und am linken Ufer kein Bahnanschluss bestand.

Nachdem die frühere „Lahrer Eisenbahngesellschaft“ bereits 1906 in der Badischen Staatsbahn aufgegangen war, konnte man am 30. September 1917 die Firma der Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft in Lahrer Eisenbahn-Gesellschaft umändern. Das geschah, obwohl sie wie eine Straßenbahn rund fünf Kilometer weit die Straßen der Stadt Lahr befuhr und Haltepunkte in dichter Folge bediente. Möglicherweise hatte man damals schon die Pläne für eine Umstellung auf elektrischen Betrieb aufgegeben; denn inzwischen wurde der Begriff „Straßenbahn“ vornehmlich auf elektrisch betriebene Bahnen angewendet.

Straßburger Straßenbahn-Gesellschaft

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßburger Straßenbahn-Gesellschaft (SSG), 1877 gegründet, hatte in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg ein umfangreiches Netz von Pferdebahnen in der Stadt Straßburg und ihren Vororten errichtet. Daran schlossen sich Nebeneisenbahnen an, die der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung unterstanden und mit Dampflokomotiven betrieben wurden. Mitte der 1890er Jahre betrieb die Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) als neue Hauptaktionärin die Elektrifizierung der Stadtlinien und die Umspurung des bisher in Regelspur angelegten Netzes auf Meterspur. Ab 1909 ging die Aktienmehrheit auf die Allgemeine Lokal- und Straßenbahn-Gesellschaft über. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden auch die Überlandbahnen ab 1925 durch die nunmehr als „Compagnie des Tramways Strasbourgeois – CTS“ firmierende Unternehmung zu einem überwiegenden Teil elektrifiziert.

Das rechtsrheinische Netz

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Straßburger Straßenbahngesellschaft bot den rechtsrheinischen Gemeinden an, im „Ried“ eine Schmalspurbahn zu betreiben, für diese Bahn konnten die Anlieger einen staatlichen Zuschuss erreichen. Aus Kostengründen verlief die Strecke innerorts weitgehend auf den Straßen und es kam daher häufig auch zu Kollisionen mit dem damals noch frei herumlaufenden Federvieh. Der Volksmund verlieh daher dem Zug den Namen „Entenköpfer“. Außerorts verlief der größte Teil der Strecke auf eigens aufgeschütteten Bahndämmen.

So war von der SSG am 11. Januar 1892 eine Bahnstrecke von Kehl Nebenbahnhof in nordöstlicher Richtung durch das Hanauerland über Freistett und Schwarzach nach Bühl (38 km) eröffnet worden, die bis 1895 nur über eine Fähre Verbindung zum elsässischen Netz bot. Eine Fortsetzung von Schwarzach über HügelsheimIffezheim nach Rastatt Staatsbahnhof (20 km) kam erst am 2. Mai 1909 hinzu.

In südlicher Richtung stellte ab 1. April 1898 die Linie von Kehl Nebenbahnhof über Altenheim nach Ottenheim Bahnhof (25 km) die Verbindung zur Lahrer Straßenbahn her. Mit der Verbindung Altenheim–Offenburg Staatsbahnhof (11 km) war am 15. Juli 1898 das Netz von 94 km Länge vollendet, das an vier Stellen an die Staatsbahn anschloss.

Nachdem eine feste Rheinbrücke erbaut worden war, führte ab 1. Januar 1898 eine normalspurige dampfbetriebene Straßenbahn von Straßburg nach Kehl und verband die Netzteile beiderseits des Rheins. Nach der Umspurung verkehrte sie seit 14. März 1898 als elektrische Straßenbahn. Gegenüber dieser Verbindung Straßburg–Lahr verlor die Strecke nach Ottenheim Rheinufer ihren ohnehin unbedeutenden Personenverkehr. Die Strecke Kehl–Straßburg wurde im November 1918 durch die neue Grenze unterbrochen und war dann nur vom 24. Mai 1942 bis November 1944 noch einmal in Betrieb.

Gegenüber den linksrheinischen Strecken unterblieb eine Modernisierung im rechtsrheinisch gelegenen Gebiet der Ortenau und im Hanauer Land. Dieser Teil des Netzes hatte schon von Anfang an ein gewisses Eigenleben geführt und wurde als Folge der Abtrennung des linksrheinischen Reichslandes Elsaß-Lothringen ein selbständiger Verkehrsbetrieb.

Die Gründung der Mittelbadischen Eisenbahnen AG

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die territoriale Neuordnung machte auch eine Neuorganisation der nun als „Kehler Bahnen“ bezeichneten rechtsrheinischen Schmalspurbahnen erforderlich. Die bisherige Gesellschaft in Straßburg lehnte einen Weiterbetrieb der rechtsrheinischen Strecken ab. Diese wurden im Vergleich Eigentum des Badischen Staates und zusammen mit den – seit 1920 so genannten – „Lahrer Bahnen“ zunächst der neuen Deutschen Reichsbahn unterstellt. Diese war aber ebenso wenig wie die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft AG an einer endgültigen Übernahme des Schmalspurnetzes interessiert.

Mit Hilfe des Staates kam es am 30. Juni 1923 zur Gründung der Mittelbadischen Eisenbahnen AG mit Sitz in Lahr. Dieser wurde zeitweise nach der zentral gelegenen Stadt Kehl verlegt, wo inzwischen auch eine Hauptwerkstatt als Ersatz für die nun unzugängliche in Straßburg errichtet worden war. Allerdings mussten nach Kriegsende 1945 wegen der Zerstörung und Besetzung der Stadt Kehl wieder neue Standorte gesucht werden. Die Verwaltung zog wieder nach Lahr zurück, die Hauptwerkstätte fand in Schwarzach ihr Domizil.

Während des Zweiten Weltkrieges war die Bahnstrecke Ziel für Fliegerangriffe. Starke Beschädigungen waren die Folge, Notbrücken mussten errichtet werden, so dass sich die Bahnanlagen nach Ende des Zweiten Weltkrieges in einem sehr schlechten Zustand befanden.

Die Schmalspurbahnen, die ein in ganz Deutschland beachtlich großes Netz von 114 km Strecken befuhren, behielten in der Zwischenkriegszeit (1918–1939), aber auch nach 1945 zunächst ihre Bedeutung für die Bevölkerung und die Wirtschaft in der Ortenau und den angrenzenden Gebieten. Nur im Stadtgebiet von Kehl war der Betrieb unterbrochen; bis in die Jahre 1953/55 endete die nördliche Strecke an der Kinzigbrücke, die südliche im Stadtteil Sundheim.

Erweiterung durch ehemalige SEG-Strecken

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Ablauf der Konzessionen der drei badischen Strecken der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft (SEG) zum 31. Dezember 1952 übernahm das Land Baden-Württemberg am 1. Januar 1953 alle drei Betriebe und brachte sie zum 1. Oktober 1953 als Auffanggesellschaft in die Mittelbadische Eisenbahnen AG ein. Dazu gehörten die normalspurigen Strecken der Kaiserstuhlbahn Gottenheim–Riegel–Breisach und die Bregtalbahn Donaueschingen–Furtwangen sowie die schmalspurige Zell-Todtnauer-Eisenbahn. Die Stilllegung der Zell-Todtnauer Eisenbahn für den Personenverkehr erfolgte am 25. September 1966 sowie für den Güterverkehr am 24. September 1967. Die Kaiserstuhl- und Bregtalbahn verblieben bis zur Übernahme durch die Südwestdeutschen Eisenbahnen AG (SWEG) im Jahre 1971 bei der MEG.

Die Müllheim-Badenweiler Eisenbahn

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für nicht einmal drei Monate gehörte auch die elektrifizierte schmalspurige Müllheim-Badenweiler Eisenbahn zur MEG. Im März 1955 übernahm das Land Baden-Württemberg die Müllheim-Badenweiler Eisenbahn AG und integrierte sie in die MEG. Wegen des schlechten Zustandes des Bahn und zu hoher Modernisierungskosten wurden bereits am 22. Mai 1955 der gesamte Schienenverkehr stillgelegt, die Gleise abgebaut und die Linie mit Bussen weitergeführt.

Die Reduzierung und Umspurung des Stammnetzes

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ausstellung ehemalige Bahnstrecke Schwarzach – Kehl (eröffnet im Juli 2013)
Ausstellung ehemalige Bahnstrecke Schwarzach – Kehl (eröffnet im Juli 2013)

Doch schon bald nach der Gründung der Bundesrepublik und der Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse konnten sich die kleinen Bahnen gegen die wachsende Konkurrenz der Straße nicht mehr behaupten. Private Kraftfahrzeuge, aber auch der eigene Omnibuslinienverkehr, den die MEG bereits am 15. Mai 1929 eingerichtet hatte, erschienen der Bevölkerung schneller und bequemer zu sein als die Schienenfahrzeuge, obwohl man auch hier zunehmend Triebwagen einsetzte. Dazu kam der Wunsch mehrerer Städte und Gemeinden, vor allem Rastatt, Offenburg und Lahr, ihre Straßen von Schienen freizuhalten und Platz für die Verbesserung des Straßenbaus zu gewinnen.

So setzte schon verhältnismäßig früh die Stilllegung ein. Sie erfasste zunächst das südlich von Kehl gelegene Oberländer Netz um Lahr und Offenburg. Ab Lahr Schlüssel bis nach Seelbach ruhten der Personenverkehr ab 2. Mai 1950 und der Güterverkehr ab 20. Mai 1951. Ein Jahr später (1952) war die Stadt Lahr ab MEG-Bahnhof gänzlich vom innerörtlichen Schienenverkehr befreit. Die Verbindung Kehl–Altenheim–Lahr MEG wurde nach einiger Zeit 1959 in zwei Abschnitten stillgelegt. Damit war das Netz zweigeteilt worden.

In der Stadt Offenburg hatte man am 1. Juni 1957 den Gesamtverkehr bis Schutterwald beendet, obwohl die anschließende Strecke bis Altenheim noch bis in den Sommer 1961 befahren wurde. Damit entstand für wenige Jahre ein Inselbetrieb, da die sechs Kilometer lange Strecke keine Verbindung mehr zum übrigen Eisenbahnnetz hatte. Grund war die noch ausstehende Fertigstellung einer Verbindungsstraße[1]. Mit der Einstellung des Inselbetriebs 1961 war das Südnetz vollkommen verschwunden.

Danach begann auch die Reduzierung des Unterländer Netzes nördlich von Kehl. Bis auf die Entfernung der Gleise innerhalb von Rastatt zwischen Reichsbahnhof und MEG-Bahnhof im Oktober 1939 (der Güterverkehr war schon am 1. Juni 1938 eingestellt worden), wurden alle Strecken noch bis zum 24. September 1966 befahren. Zu diesem Zeitpunkt kam das Ende für die Personenbeförderung von Kehl bis Freistett, während der Güterverkehr abschnittsweise noch bis Herbst 1968 weiterbestand. Am 30. Juni 1967 wurde sogar noch ein 2 km langes schmalspuriges Anschlussgleis für den Güterverkehr von Stollhofen zur Firma Dow Chemical GmbH in Greffern in Betrieb genommen.

Im Jahre 1970 wurde dann der Personenverkehr auf dem nördlichen Netz völlig stillgelegt, am 15. April von Schwarzach bis Rastatt MEG und am 27. September auf der Strecke Freistett–Schwarzach–Bühl.

Am 1. Oktober 1971 vereinigte das Land Baden-Württemberg die Mittelbadischen Eisenbahnen AG mit der Südwestdeutschen Eisenbahn GmbH zur Südwestdeutschen Eisenbahnen AG. Die weitere Geschichte der neuen Unternehmung wird dort dargestellt. Hier soll nur noch über das Ende des Schmalspurnetzes berichtet werden:

Das Ende des Güterverkehrs auf diesem Netz folgte in kleinen Schritten zwischen 1971 und 1973; nur zwischen Schwarzach und Scherzheim wurde er noch bis zum Jahresende 1980 aufrechterhalten.

Eine Ausnahme machte die Strecke von Bühl über Schwarzach nach Stollhofen, wo sie sich nach Söllingen und Greffern verzweigte. Sie wurde im Sommer 1972 auf Regelspur umgebaut und – teilweise neu trassiert – für den Güterverkehr wieder in Betrieb genommen. Dieses kleine Netz von 15 km Länge stellt bis heute den SWEG-Betrieb Schwarzach dar. Grundlage dafür war die Bedienung des NATO-Flughafens Söllingen, auf dessen Gelände sich heute der Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Baden-Airport) befindet, und des Anschlussgleises der Firma Dow Chemical GmbH in Greffern.

Strecken des Stammnetzes

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Netz bestand im Wesentlichen aus der Nord-Süd-Strecke von Rastatt über Kehl nach Lahr und weiter nach Seelbach. In West-Ost-Richtung zweigten die Querverbindungen Schwarzach-Bühl und Altenheim-Offenburg ab.[2]

Südstrecke Kehl–Altenheim–Ottenheim–Lahr–Seelbach

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 24,5 km lange Strecke Kehl–Altenheim–Ottenheim wurde im Jahre 1898 in Betrieb genommen. Die Strecke begann in Kehl Nebenbahnhof und verlief als Straßenbahn zum Rathausplatz und über den Mittelplatz nach dem Ortsteil Sundheim, wo sie das eigentliche Stadtgebiet verließ und über die Ortsteile Marlen und Goldscheuer-Kittersburg nach Neuried-Altenheim weitergeführt wurde. In Marlen zweigte ein Gleis zu einer Kiesverladestelle am Rheinufer ab. Während der Zeit der Besetzung Kehls unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg begannen und endeten die Züge in Sundheim.

In der Gemarkung Neuried durchlief die Strecke die Ortsteile Altenheim, Dundenheim und Ichenheim, der ehemalige Bahnhof Altenheim wird heute als Wohnhaus genutzt. Von Ichenheim kommend durchquerte die Bahn Meißenheim in Richtung Ottenheim. Der ehemalige Bahnhof Meißenheim ist noch erhalten. Die inzwischen geschlossene Gaststätte „Zum Entenköpfer“ ist allerdings nicht der ehemalige Bahnhof. Dieser befindet sich ca. 100 Meter vor der Gastwirtschaft, ebenfalls auf der linken Seite in Richtung Ottenheim und ist noch (bis auf geringe Umbauten) original erhalten.

In der Gemeinde Schwanau durchquerte die Strecke die Ortsteile Ottenheim und Allmannsweier, in Ottenheim befand sich ein Abzweig zum Rheinufer. Der Abzweig mit dem Haltepunkt Rheinufer band das Kieswerk und den Rheinhafen an die Strecke an.

Die 19,4 km lange Strecke Ottenheim–Lahr–Seelbach wurde bereits im Jahre 1894 von der Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft in Betrieb genommen. Die Strecke folgte dem ehemaligen Verlauf der Landstraße durch Allmansweier und den heute nicht mehr an dieser Stelle befindlichen Ort Langenwinkel bis zum Bahnhof Lahr ME (ursprünglicher Name: Dinglingen Nebenbahn, später: Lahr West), der sich noch westlich des Staatsbahnhofs von Lahr-Dinglingen befand. Der Ausbau der Straße durch Langenwinkel hindurch führte 1956 zu einer Verlegung der Bahnstrecke nach Norden. Zeitweise kreuzte die Straße und mit ihr die Bahnstrecke die Start- und Landebahn des Flughafens Lahr.

Der Bahnhof Lahr ME verfügte über umfangreichere Gleisanlagen sowie eine Rollwagengrube, um normalspurige Güterwagen auf meterspurigen Rollwagen in das Netz der MEG überführen zu können. Von hier aus zweigte östlich des Bahnhofs ein normalspuriges Verbindungsgleis zum Staatsbahnhof ab, westlich des Bahnhofs befand sich ein normalspuriges Anschlussgleis zum Flughafen. Die normalspurigen Anlagen blieben auch nach Stilllegung der Meterspurstrecke bis mindestens in die 1990er Jahre in Betrieb.

Östlich von Lahr ME querte die Meterspurstrecke die Staatsbahngleise zunächst ebenerdig. Mit der Fertigstellung der Straßenüberführung 1910 wurde die ebenerdige Querung ersetzt, die Schmalspurbahn nutzte nun ebenfalls die Überführung. Von hier ab verlief die Strecke als Straßenbahn durch die Hauptstraßen von Dinglingen und Lahr mit einer Reihe von Haltestellen. Östlich des Zentrums von Lahr befand sich der Bahnhof Lahr Schlüssel.

Weiter führte die Strecke auf der heutigen Bundesstraße 415 durch Reichenbach und anschließend auf freiem Feld bis Seelbach. Noch heute steht der im Jahr 2001 restaurierte Bahnhof von Seelbach mit einem Stück Gleisanlage. Das Gebäude wird heute als Kultur- und Begegnungszentrum für Ausstellungen, Volkshochschulkurse und ähnliches genutzt.

Altenheim–Offenburg

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeitgleich mit der Strecke Kehl–Ottenheim wurde im Jahr 1898 in Altenheim ein Abzweig nach Offenburg in Betrieb genommen. Diese folgte der Verbindungsstraße durch Müllen und Schutterwald. In Offenburg führte die Strecke über die Kinzigbrücke und die Hauptstraße zum Staatsbahnhof. Die Endhaltestelle befand sich vor dem Empfangsgebäudes des Staatsbahnhofs, der betriebliche Endbahnhof Offenburg Nebenbahn befand sich nördlich davon. Hier befand sich auch ein Übergabegleis zur Staatsbahn.

Nordstrecke Kehl–Freistett–Schwarzach–Bühl

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Nordstrecke nach Bühl wurde 1891 eröffnet. Sie zweigte am Rathaus in Kehl von der Südstrecke ab und führte teilweise entlang der Landstraßen, teilweise querfeldein über Auenheim, Leutesheim, Honau, Diersheim und Rheinbischofsheim nach Freistett. Zwischen Kehl und Auenheim musste die Strecke im Rahmen der Kinzigbegradigung nach Osten verlegt werden. Während der Besetzung Kehls unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg begannen und endeten die Züge bereits in Auenheim.

Von Freistett aus führte die Strecke über Memprechtshofen, Scherzheim und Lichtenau nach Schwarzach, wo sich die Hauptwerkstätte der MEG befand. Von hier aus bog die Strecke nach Osten ab und führte über Hildmannsfeld, Moos, Oberbruch, Balzhofen und Vimbuch nach Bühl, wo die Strecke westlich der Staatsbahn endete. Mit Ausnahme der Streckenführung durch Vimbuch besteht dieser Streckenteil als Normalspurstrecke bis heute.

Schwarzach–Iffezheim–Rastatt

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1909 wurde das Streckennetz durch die Verbindung von Schwarzach nach Rastatt ergänzt. Die Strecke führte über Stollhofen, Söllingen, Hügelsheim nach Iffezheim, überquerte die Staatsbahnstrecke Rastatt–Wintersdorf auf einer Brücke und führte entlang der Kehler Straße nach Rastatt. Nach Überqueren der Murgbrücke folgte die Bahnstrecke der Kapellen- und der Steinmetzstraße bis zum Staatsbahnhof. Der Endpunkt befand sich vor dem Empfangsgebäude. Für den Güterverkehr gab es einen Übergabebahnhof in der Steinmetzstraße. Nach Stilllegung des nördlichen Abschnitts 1938 endete die Strecke bereits vor der Murgbrücke im neu geschaffenen Endbahnhof Rastatt ME. Für die Übergabe der Güterwagen an die Staatsbahn war ein Übergabebahnhof mit Rollwagengruben am Kreuzungspunkt der Meterspurstrecke mit der Staatsbahnstrecke nach Wintersdorf entstanden.

Im Bereich zwischen Söllingen und Hügelsheim musste die Strecke 1951 im Zuge des Baus des Militärflughafens Söllingen nach Westen verlegt werden. 1967 entstand eine Stichstrecke für den Güterverkehr vom Bahnhof Stollhofen zum neuen Chemiewerk von Dow Chemical in Greffern. Die seinerzeitige Meterspurstrecke führte, im Gegensatz zur heutigen Normalspurstrecke, mitten durch den Ortskern von Stollhofen.

Eröffnungs- und Stilllegungsdaten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einzelnen meterspurigen Streckenabschnitte wurden wie folgt eröffnet und stillgelegt.[2]

Abschnitt Eröffnung Stilllegung Personenverkehr Stilllegung Güterverkehr
Kehl–Altenheim 01.04.1898 15.03.1959 15.03.1959
Altenheim–Ottenheim 01.04.1898 01.10.1959 01.10.1959
Rhein–Ottenheim 30.11.1894 August 1914 01.10.1959
Ottenheim–Lahr ME 30.11.1894 01.10.1959 01.10.1959
Lahr ME–Lahr Schlüssel 30.11.1894 31.03.1952 31.03.1952
Lahr Schlüssel–Reichenbach 30.11.1894 02.05.1950 20.05.1950
Reichenbach–Seelbach 20.12.1894 02.05.1950 20.05.1950
Altenheim–Müllen 15.07.1898 11.07.1961 11.07.1961
Müllen–Schutterwald 15.07.1898 28.05.1961 28.05.1961
Schutterwald–Offenburg 15.07.1898 01.06.1957 01.06.1957
Kehl–Kehl Turnhalle 11.01.1891 15.03.1959 15.03.1959
Kehl Turnhalle–Auenheim 11.01.1891 24.09.1966 24.09.1966
Auenheim–Rheinbischofsheim 11.01.1891 24.09.1966 30.12.1967
Rheinbischofsheim–Freistett 11.01.1891 24.09.1966 27.09.1968
Freistett–Scherzheim 11.01.1891 27.09.1970 30.08.1971
Scherzheim–Schwarzach 11.01.1891 27.09.1970 31.12.1980
Schwarzach–Bühl 11.01.1891 27.09.1970 02.08.1971
Schwarzach–Rastatt Übergabe 02.05.1909 15.04.1970 11.09.1972
Rastatt Übergabe–Rastatt ME 02.05.1909 15.04.1970 15.04.1970
Rastatt ME–Rastatt Staatsbahnhof 02.05.1909 01.06.1938 01.06.1938
Stollhofen–Greffern 1968 - 1972
MEG 46 (2009 in Lahr ausgestellt)

Die Lahrer Straßenbahn-Gesellschaft nahm den Verkehr mit vier zweiachsigen Dampflokomotiven mit verkleidetem Triebwerk auf. Zwei davon gelangten noch zur MEG, die anderen zwei wurden schon 1900/1901 durch zwei stärkere Lokomotiven ersetzt. Die MEG übernahm 1923 elf Lokomotiven der Straßburger Straßenbahn, die auch schon vorher auf dem badischen Netz eingesetzt waren. Es waren zweiachsige Lokomotiven mit Innentriebwerk und Außenrahmen. Auffallend war die Anbringung der Wasserkästen seitlich neben der Rauchkammer, ohne Verbindung zum Führerhaus. Eine der Lokomotiven mit der Nummer 46 ist erhalten geblieben und befindet sich seit 1997 bei der Museumsbahn Selfkantbahn. Bei Kriegsende kam eine Lokomotive hinzu, die ursprünglich für die Warschauer Zufuhrbahnen bestimmt war und 1945 nach Straßburg weitergegeben wurde. 1949 wurden zwei Dampflokomotiven bei Krauss-Maffei neu beschafft, 1957 kam eine gleichartige Lokomotive von der Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft (OEG) hinzu. Auch eine Mallet-Lok der Süddeutschen Eisenbahn-Gesellschaft von der Bahnstrecke Zell im Wiesental–Todtnau kam 1955 zur MEG, wurde aber nur wenig eingesetzt.

Die erste Diesellok wurde schon 1925 beschafft, aber bereits 1950 abgestellt. 1957 wurde eine neue zweiachsige Diesellok bei Gmeinder beschafft (V22.01), 1967 die Lok V 29 952 von der Deutschen Bundesbahn gekauft und als V29-01 bezeichnet.

T13 der MEG

1934 bis 1941 wurden acht zweiachsige Triebwagen, die T 1 bis T 8, sowie drei vierachsige Triebwagen beschafft: Der Vierachser T 11, der 1936 bei der Dessauer Waggonfabrik gebaut wurde, und die beiden Vierachser T 12 und T 13, die 1938 und 1941 bei der Waggonfabrik Wismar gebaut wurden.[3] 1954 und 1955 kamen noch zwei weitere vierachsige Triebwagen von der Waggonfabrik Fuchs hinzu, der T 14 und der T 15, wobei letzterer nur kurzzeitig auf dem Stammnetz, nach der Betriebseinstellung der Bahnstrecke Zell im Wiesental–Todtnau, eingesetzt wurde.

Einige Fahrzeuge sind auch noch heute erhalten, vor allem bei der Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS) auf der Selfkantbahn, u. a. eine ehemalige Straßburger Lok (46) und die ehemalige OEG-Lok (101), die Diesellokomotive V22.01, ein zweiachsiger (T 7) und ein vierachsiger Triebwagen (T 13) sowie vier Personenwagen (45, 46, 54, 56) und ein Rollwagen.

Die Lokomotive V29-01 ist heute beim Deutschen Eisenbahn-Verein betriebsfähig erhalten. Zwei 1967 von der Zell–Todtnauer Bahn zur MEG gekommene Personenwagen sind heute in den Niederlanden privat erhalten und sollen betriebsfähig aufgearbeitet werden. Außerdem wurde der Aufbau des gedeckten Güterwagens 133 geborgen.

  • Gerhard Fleig (Hrsg.): Der Enteköpfer. Erinnerung an eine Kleinbahn, GHS Kehl-Goldscheuer, März 1987.
  • Hans-Dieter Menges, Claude Jeanmaire: Mittelbadische Eisenbahnen. Von der Straßburger und Lahrer Straßenbahn zur Mittelbadischen Eisenbahnen-AG. Fahrzeuge und Strecken einer Schmalspurbahn. Archiv 14, Verlag Eisenbahn, Villigen 1974, ISBN 3-85649-014-0.
  • Claude Jeanmaire, Hans-Dieter Menges: Typenskizzenbuch der Mittelbadische Eisenbahnen. Die Fahrzeuge der MEG. Archiv 13, Verlag Eisenbahn, Villigen 1971, ISBN 3-85649-013-4.
  • Kurt Klein: Land um Rhein und Schwarzwald. Die Ortenau in Geschichte und Gegenwart. Morstadt, Kehl 1980, ISBN 3-88571-011-0.
  • Gerd Wolff, Hans-Dieter Menges: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 2 – Baden. Eisenbahn-Kurier-Verlag, Freiburg 1992, ISBN 3-88255-653-6, S. 168–223.
  • Erhard Born u. a.: Schmalspur zwischen Vogesen und Schwarzwald. Schwäbisch Gmünd 1972, ISBN 3-9800014-0-7.
  • Peter-Michael Mihailescu, Matthias Michalke: Vergessene Bahnen in Baden-Württemberg. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 1985, ISBN 3-8062-0413-6, S. 76–85.
Commons: Mittelbadische Eisenbahnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Hans Wolfgang Rogl: SWEG – Südwestdeutsche Eisenbahnen AG. Alba, Düsseldorf 1981, ISBN 3-87094-532-X, S. 95.
  2. a b Reiner Schruft: Vergesse Bahnen: Mittelbadische Eisenbahnen. Abgerufen am 6. Dezember 2025.
  3. Wolff/Menges: Deutsche Klein- und Privatbahnen. Band 2: Baden Auflage. EK-Verlag, Freiburg 1992, ISBN 3-88255-653-6, S. 220–221 f.