Dexys Midnight Runners

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Kevin Rowland singt 2012 bei einem Auftritt der Dexys Midnight Runners

Dexys Midnight Runners, später nur Dexys, ist eine britische Band, die eine Mischung aus New Wave, Northern Soul und keltischem Folk spielt und ihre größten Erfolge Anfang der 1980er Jahre zu verzeichnen hatte.

Bandgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kevin Rowland (Gesang, Gitarre) und Kevin „Al“ Archer (Gesang, Gitarre) gründeten die Band 1978 in Birmingham. In der ursprünglichen Besetzung mit „Big“ Jim Paterson (Posaune), Geoff „JB“ Blythe (Saxofon), Steve „Babyface“ Spooner (Altsaxofon), Pete Saunders (Keyboard), Pete Williams (Bass) und Bobby „Jnr“ Ward (Schlagzeug) nahm die Band 1979 ihre erste Single Dance Stance auf. Während dieses Stück nur Platz 40 in den britischen Charts erreichte, wurde die zweite Single Geno, ein Song über Geno Washington, 1980 ein Nummer-eins-Hit. An der Aufnahme wirkten die neuen Bandmitglieder Andy Leek (Keyboard) und Andy „Stoker“ Growcott (Schlagzeug) mit.

Das erste Album Searching for the Young Soul Rebels war 1980 ein großer Erfolg – die Band hatte die Aufnahmen kurzerhand gestohlen, um bessere finanzielle Bedingungen durchzusetzen. Nachdem die nächste Single There There My Dear wieder ein Hit wurde, setzte Rowland das Stück Keep It, Part Two für die folgende Single durch, die dann floppte. Daraufhin verließen die meisten Musiker die Band, da sie auch sonst Schwierigkeiten mit Rowlands selbstherrlicher Art hatten. Archer gründete The Blue Ox Babes, und Blythe, Spooner, Williams, Stoker und Mick Talbot (ex-Merton Parkas, der erst kürzlich dazu gestoßen war) gründeten The Bureau.

Paterson blieb bei Rowland, neu hinzu kamen Billy Adams (Gitarre, Banjo), Seb Shelton (Schlagzeug, zuvor Secret Affair), Micky Billingham (Keyboard), Brian Maurice (Altsaxofon), Paul Speare (Tenorsaxofon) und Steve Wynne (Bass). Sie brachten 1981 die Singles Plan B, Show Me und Liars A to E heraus, die alle wenig erfolgreich waren.

Rowland stellte danach die Streichergruppe The Emerald Express ein, bestehend aus Helen O’Hara (von den Blue Ox Babes), Steve Brennan und Roger MacDuff. Mit dem neuen Bassisten Giorgio Kilkenny nahmen die Dexys 1982 Too-Rye-Ay auf, eine Mischung aus keltischem Folk und Soul. Der starke Einfluss Van Morrisons auf Dexys Midnight Runners wurde auf diesem Album deutlich hörbar. Die erste Auskopplung The Celtic Soul Brothers war ein mäßiger Erfolg, aber das folgende Come On Eileen wurde Platz 1 sowohl in Großbritannien als auch in Amerika. Mit den nächsten Singles Jackie Wilson Said (I’m in Heaven When You Smile), der Coverversion eines Van-Morrison-Stücks, und Let’s Get This Straight (From the Start) blieb die Gruppe weiter auf der Erfolgswelle.

Da sich die Bläser durch die Streicher benachteiligt fühlten, verließen Paterson, Speare und Maurice die Band und gründeten The TKO Horns. Johnny Edwards ersetzte Kilkenny am Bass, und Billingham ging zu General Public. Bis 1983 waren Dexys auf Tour, um dann eine zweijährige Pause einzulegen.

1985 brachte die Band ein neues Album auf den Markt, Don’t Stand Me Down. Die Besetzung war jetzt Rowland, Adams, O’Hara und Nicky Gatfield, zusammen mit wechselnden Gastmusikern, darunter Vincent Crane (ex-Atomic Rooster), Julian Littman und Tim Dancy (der bei Al Green das Schlagzeug gespielt hatte). Zunächst wollte Rowland keine Single auskoppeln; als dies schließlich doch geschah, war es zu spät, das Album floppte.

Nach einem letzten kleineren Hit mit Because of You lösten sich Dexys Midnight Runners im Jahr danach auf. Rowland begann eine wenig beachtete Solokarriere. In den 1990er Jahren plante er mit Big Jim Paterson eine Wiederbelebung der Band, doch mehr als ein Fernsehauftritt 1993 kam vorerst nicht zustande.

Im April 2003 wurden die Dexys von Rowland zu einer Tour wieder zusammengestellt. Die Band veröffentlichte im September 2003 die viel beachtete Best-of-Platte Let’s Make This Precious.

In der BBC teilte Rowland in einem Interview im Juni 2005 mit, dass die Gruppe Dexys Midnight Runners sich wieder im Studio zu Aufnahmen eines neuen Albums zusammengefunden habe. Im Juni 2012 erschien das Album One Day I’m Going to Soar unter dem Bandnamen Dexys.[1]

Bandname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band ist nach dem Medikament Dextromethorphan benannt, einem in der damaligen Szene beliebten Aufputschmittel. Trotzdem stößt man häufig auf die falsche Bandbezeichnung „Dexy’s Midnight Runners“ – Dexys ist in diesem Falle keinesfalls die englische Genitivform (wie z. B. bei „Herb Alpert’s Tijuana Brass“, wo die Tijuana-Brass-Band der Person Herb Alpert zugeordnet ist). Dessen ungeachtet findet sich vermehrt diese fehlerhaft apostrophierte Schreibweise, sogar die CD-Neuerscheinung des 1982er Albums Too-Rye-Ay ist entsprechend falsch bedruckt; das Cover hingegen ist natürlich weiterhin korrekt, da von der ursprünglichen LP übernommen.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1980 Searching for the Young Soul Rebels 6
(10 Wo.)
UK: Silber
Produzent: Pete Wingfield
1982 Too-Rye-Ay 29
(23 Wo.)
2
(46 Wo.)
14
(? Wo.)
UK: Platin, mit Kevin Rowland
Produzenten: Clive Langer, Alan Winstanley
1985 Don’t Stand Me Down 22
(6 Wo.)
Produzenten: Alan Winstanley, Kevin Rowland
2012 One Day I’m Going to Soar 13
(4 Wo.)
als Dexys
Produzenten: Kevin Rowland, Mick Talbot, Pete Schwier
2014 Nowhere Is Home 55
(2 Wo.)
15
(1 Wo.)
79
(1 Wo.)
als Dexys
Produzenten: Kevin Rowland, Pete Schwier

Livealben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1993: BBC Radio One Live in Concert
  • 1995: 1980–1982: The Radio 1 Sessions

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1983 Geno 79
(1 Wo.)
Produzenten: Pete Wingfield, Alan Shacklock,
Foote & Mouth, Sean Rowley
1991 The Very Best of
Dexys Midnight Runners
12
(15 Wo.)
UK: Gold
2003 Let’s Make This Precious –
The Best Of
75
(1 Wo.)

weitere Kompilationen

  • 1993: Because of You
  • 1996: Dexys Midnight Runners
  • 1996: It Was Like This
  • 2007: The Projected Passion Revue
  • 2008: The Collection

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[2][3] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1980 Dance Stance (Burn It Down)
Searching for the Young Soul Rebels
40
(6 Wo.)
Autor: Kevin Rowland
1980 Geno
Searching for the Young Soul Rebels
1
(18 Wo.)
UK: Silber
Autoren: Al Archer, Kevin Rowland
1980 There There My Dear
Searching for the Young Soul Rebels
7
(9 Wo.)
Autoren: Al Archer, Kevin Rowland
1981 Plan B
Too-Rye-Ay
58
(2 Wo.)
Autoren: Jim Paterson, Kevin Rowland
1981 Show Me (I’ll Show You)
Too-Rye-Ay
16
(9 Wo.)
Autoren: Jim Paterson, Kevin Rowland
1982 Celtic Soul Brothers
Too-Rye-Ay
20
(10 Wo.)
86
(4 Wo.)
Autoren: Jim Paterson, Kevin Rowland, Micky Billingham
1982 Come On Eileen
Too-Rye-Ay
6
(27 Wo.)
9
(8 Wo.)
1
(10 Wo.)
1
(18 Wo.)
1
(23 Wo.)
UK: Platin, mit The Emerald Express
Autoren: Billy Adams, Jim Paterson, Kevin Rowland
1982 Jackie Wilson Said
(I’m in Heaven When You Smile)
Too-Rye-Ay
62
(6 Wo.)
5
(7 Wo.)
mit Kevin Rowland
Autor und Original: Van Morrison, 1972
1982 Let’s Get This Straight
(From the Start) / Old
Too-Rye-Ay
17
(9 Wo.)
Autoren: Billy Adams, Helen O’Hara, Kevin Rowland
1985 This Is What She’s Like
Don’t Stand Me Down
78
(2 Wo.)
Autoren: Billy Adams, Helen O’Hara, Kevin Rowland
1986 Because of You
The Very Best of Dexys Midnight Runners
13
(10 Wo.)
Titellied der BBC-Serie Brush Strokes
Autoren: Billy Adams, Helen O’Hara, Kevin Rowland

weitere Singles

  • 1980: Keep It Part Two (Inferiority Part One)
  • 1981: Liars A to E
  • 1985: One of Those Things
  • 2014: Nowhere Is Home (als Dexys)

Videos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1982: Dexys Midnight Runners
  • 1983: The Bridge – The Live Performance (mit Kevin Rowland)
  • 1989: Come On Eileen (mit The Emerald Express)
  • 1996: It Was Like This – Live (2011 als At the Royal Court erschienen)

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dexys (Midnight Runners). In: Rolling Stone, 13. März 2012 (abgerufen am 21. März 2012)
  2. a b c Chartquellen: Singles Alben UK US
  3. a b c Gold-/Platin-Datenbank UK

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]