Die Elenden

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Darstellung der „Cosette“ von Émile Bayard, aus der Originalausgabe von Les Misérables (1862)

Die Elenden (französisch: Les Misérables) ist ein Roman von Victor Hugo, den er 1862 im Hauteville House auf Guernsey im Exil beendete. Im selben Jahr wurde er bei A. Lacroix, Verboeckhoven & Ce. (Paris) verlegt. Er ist ein literarisches Werk aus der Epoche der Romantik.

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschildert wird die französische Gesellschaft von der Zeit Napoleons bis zu der des Bürgerkönigs Louis Philippe. Im Mittelpunkt steht der ehemalige Bagno-Sträfling Jean Valjean. Nach 19 Jahren Haft, die er für den Diebstahl eines Stücks Brot durch Einbruch (vol par effraction) sowie für 4 Fluchtversuche erhalten hat, ist er ein von der Gesellschaft gebrandmarkter und innerlich verhärteter Mensch. Durch seine Begegnung mit dem Bischof von Digne, M. Myriel, einem sehr gutherzigen Seelsorger, der ihn Güte erfahren lässt, bekehrt er sich – nach einem kurzzeitigen und rasch bereuten Diebstahl an einem Savoyarden – und wird zu einem moralisch guten Menschen. Unter dem Namen M. Madeleine erarbeitet sich Valjean Bildung, Reichtum und Ansehen, er wird sogar Bürgermeister und Fabrikant in Montreuil.

Dort trifft er auch Fantine, eine verarmte junge Grisette, die von einem Studenten namens Felix Tholomyès mit ihrer Tochter Cosette sitzengelassen worden ist. Um nicht der Sittenlosigkeit angeklagt zu werden, hat sie diese dem habgierigen Gastwirt Thénardier zur Pflege gegeben und arbeitet in Montreuil-sur-Mer hart, um dessen immer höhere Geldforderungen erfüllen zu können. Letztendlich wird aufgedeckt, dass sie ein Kind hat und sie wird aus der Fabrik geworfen. Fantine muss Prostituierte werden. Nachdem sie von einem Mann angegriffen worden ist, wird sie fälschlicherweise vom Inspektor Javert, einem Polizeispitzel, abgeführt. Während ihres Verhörs wird sie von Jean Valjean gerettet, der erkennt, dass sie eine Lungenentzündung hat; er bringt sie zum Arzt. Valjean verspricht Fantine, ihr ihre Tochter Cosette zurückzubringen.

Doch als ein Unschuldiger namens Champmathieu angeklagt wird, der untergetauchte ehemalige Häftling Valjean zu sein, gibt er sich zu erkennen und verliert alles, was er aufgebaut hat. Fantine stirbt an einem Schock, als Valjean von Inspektor Javert an ihrem Krankenbett verhaftet wird. Aus der erneuten Haft in Toulon auf dem Schiff Orion kann Valjean fliehen, indem er seinen Tod fälscht. Sein Lebensinhalt ist nun seine Vaterliebe zu Cosette, die er aus Thénardiers Klauen befreit. Lange Zeit leben die beiden, vollkommen glücklich, versteckt in Paris. Jean Valjean hat sein Vermögen retten können und wird unter dem angenommenen Namen Fauchelevent zu einem bekannten Wohltäter.

Im dritten Teil lernen wir den revolutionären Studenten Marius kennen. Wegen eines Streits mit seinem konservativen Großvater über Politik ist er von Zuhause weggegangen. Nachdem er weggegangen ist, entdeckte er seinen Vater, einen General unter Napoleon, der tot ist. Marius Vater wurde von Thénardier in Waterloo gerettet, nachdem er von ihm ausgeraubt worden ist. Nun verehrt er seinen Vater. Er wohnt neben den Thenadiers, was er aber nicht weiß. Marius verliebt sich in Cosette, doch er weiß nicht, wo sie wohnt. Eponine, die Tochter der Thenardiers, die heimlich in ihn verliebt ist, erzählt ihm, dass Cosette in dem Haus Rue Plumet wohnt. Sie treffen sich im Garten der Rue Plumet. Valjean weiß zunächst nichts davon.

Als Thenardier erfährt, wo Valjean lebt, entschließt er sich, ihn mit seiner Bande auszurauben. Es misslingt ihm, weil Javert Valjean rettet, ohne zu wissen, wen er gerettet hat. Valjean flieht vor Javert.

Als Valjean Cosettes Zuneigung zu Marius bemerkt, sieht er das einzige, was er in seinem Altruismus für sich reklamiert, bedroht und will mit Cosette nach England fliehen. Marius, der dann keinen Grund mehr zum Weiterleben sieht, nimmt zusammen mit seinen Freunden (die in einem Klub organisierten Freunde des ABC) am Pariser Juniaufstand von 1832 teil und kämpft auf den Barrikaden, in der Hoffnung, dort den Tod zu finden. Valjean erfährt dies und rettet aus Liebe zu Cosette ihren Geliebten, indem er ihn durch die Kanalisation bringt – ohne, dass Marius es weiß. Valjean rettet während der Revolution auch den Polizeispitzel Javert, der deswegen in seinem Sinn für Recht und Ordnung so erschüttert ist, dass er Selbstmord begeht. Während des Aufstands starben auch jeder Revolutionär, Gavroche, ein Straßenjunge, der sich der Revolution angeschlossen hat, und Eponine, die Marius gerettet hat. Enjolras, der Anführer der Revolutionäre, wird als letzter mit Grantaire, der während der ganzen Revolution wegen seiner Trunkenheit schlief, erschossen.

Nach der gescheiterten Revolution wird Marius im Haus seines Großvaters, der Marius eigentlich von ganzem Herzen liebte, behandelt. Nachdem Marius geheilt wurde, hat er sofort Cosette geheiratet.

Nach der Hochzeit von Cosette und Marius offenbart Jean Valjean seinem Schwiegersohn Marius seine wahre Identität als ehemaliger Häftling, woraufhin Marius versucht, ihn von Cosette fernzuhalten, was den ohnehin schon sehr alten Mann vor Verzweiflung krank werden lässt. Als Marius – ironischerweise durch einen Versuch Thénardiers, Valjean zu verleumden und dadurch Geld für eine Fahrt nach Amerika zu erlangen– erfährt, was für ein Mensch Valjean wirklich ist, möchte er ihn um Verzeihung bitten. Marius und Cosette kommen beinahe zu spät: sie treffen Valjean auf dem Sterbebett an. Valjean wird auf einem Armenfriedhof begraben.

Charaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptcharaktere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Valjean, alias Madeleine

Jean Valjean ist die wichtigste Figur in der Geschichte. Er hat als armer Bauer ein Brot gestohlen und dabei ein Fenster zerbrochen um seine Familie zu ernähren, worauf er zu vier Jahren im Bagno von Toulon verurteilt wird. Seine Fluchtversuche verlängern die Haftstrafe auf insgesamt 19 Jahre. Als er wieder auf freien Fuß gesetzt wird, ist er ein innerlich verbitterter Mensch, der Rache auf das System geschworen hat. Er bekommt einen gelben Pass, der ihn als ehemaligen Sträfling brandmarkt. Als er nach Digne kommt, wird er wegen dieses Passes in keine Gaststätte aufgenommen. Als er sich letztendlich auf den Boden legte um zu schlafen, kommt eine nette Dame und bringt ihn zum Bischof. Der gutherzige Bischof gibt ihm ein Bett und Essen für den Tag, doch als Valjean in seinem Bett all das Silberzeug sieht, stiehlt er es und flieht. Er wird geschnappt und wieder zum Bischof gebracht, der Bischof aber behauptet, dass er ihm das Silber geschenkt habe, und Valjean wird freigelassen. Valjean geht nach Montreuil-sur-Mer und wird dort zum reichen Wohltäter. Er nimmt den Namen Madeleine an, damit niemand ihn wiedererkennt. Als ein Karrenunfall passiert, rettet er jemanden, doch er macht damit Javert auf sich aufmerksam, der ihn anzeigt, Valjean zu sein, doch Polizisten haben schon jemand anderen gefunden, der Valjean sein könnte. Javert erklärt ihm das und bittet Valjean ihn zu feuern, doch er möchte das nicht. Danach verhaftet Javert Fantine, die dann von Valjean gerettet und ins Krankenhaus gebracht wird. Nun fährt Valjean widerwillig mit sich selbst zum Gerichtssaal um den Unschuldigen zu retten und sich selbst als Valjean erkennen zu geben. Als er wieder zurück kommt, wird er von Javert verhaftet, Fantine stirbt am Schock. Er muss zurück ins Straflager, aber er flieht. Nun rettet er Cosette, Fantines Tochter und geht in ein Nonnenkloster in Paris um nicht verhaftet zu werden. Nachdem es keine Gefahr mehr gibt, flieht er aus dem Kloster. Als Rache wird er von Thenardier ausgeraubt, aber Thenardier schafft es nicht. Cosette verliebt sich in Marius, was er aber erst später erfährt. Als sie sich zusammen in seinem Garten treffen, denkt er, dass Javert ihn gefunden hat. Er möchte nach England fliehen. Doch Marius will jetzt bei einer Revolution teilnehmen, weil er Cosette nicht haben kann, weshalb Valjean ihn rettet. Nun offenbart er Marius seine wahre Identität, worauf Marius ihn von Cosette fernhält. Das macht Valjean sehr krank. Nachdem Marius erfährt, dass Valjean ihn gerettet hat, besucht er ihn – fast zu spät. Valjean liegt auf dem Sterbebett.

  • Javert.

Javert ist der Sohn eines Gefangenen und einer Wahrsagerin, doch er hasst Verbrecher. Er wird zuerst Gefängniswärter und kennt den Gefangenen Valjean, danach wird er Polizeispitzel in Montreuil-sur-mer. Dort verdächtigt er den Bürgermeister Valjean zu sein und nachdem er auch noch die Kraft Valjeans zeigte, hat Javert den Bürgermeister angezeigt. Dann erfährt er, dass die Polizei Valjean schon gefunden hat, und will, dass der Bürgermeister ihn feuert. Der Bürgermeister lehnt ab. Danach sieht er, wie eine Prostituierte mit einem Mann kämpft. Er verhaftet die Prostituierte, die Fantine heißt. Der Bürgermeister jedoch rettet Fantine und bringt sie zum Krankenhaus. Plötzlich fährt der Bürgermeister zum Gericht und gibt sich als Valjean zu erkennen. Javert verhaftet ihn, woraufhin Fantine am Schock stirbt. Valjean flieht aus dem Gefängnis. 1832 ist Javert Polizeispitzel in Paris. Dort stoppt er einen Überfall der Thenardiers. Bei der Revolution wird er als Maulwurf gegen die Revolution eingesetzt. Dort wird er jedoch von Gavroche, einem Straßenjungen, enttarnt. Er wird von den Revolutionären in ein Wirtshaus gekettet. Dann wird er von Valjean gerettet. Dies erschüttert sein Weltbild und Sinn für Gerechtigkeit so sehr, dass er Selbstmord begeht.

  • Fantine.

Fantine ist eine Grisette, die in Paris lebt. Sie hat keine Familie, niemand weiß, wer sie in die Welt gesetzt hat. Sie kommt aus Montreuil-sur-mer. Sie verliebt sich in den Studenten Felix Tholomyes, der sie mit einem 2 Jahre alten Kind namens Cosette zurücklässt. Um nicht der Sittenlosigkeit angeklagt zu werden, gibt sie Cosette Thenardier. Sie kehrt zurück nach Montreuil-sur-mer um dort zu arbeiten. Letztendlich wird es aufgedeckt, dass sie ein Kind hat; sie wird aus der Fabrik geworfen. Sie verarmt und um die Forderungen der Thenardiers nach Geld zu erfüllen, verkauft sie ihre Schneidezähne und Haare, letztendlich wird sie Prostituierte. Eines Nachts wird sie von einem Mann belästigt. Er steckt Schnee in ihren Rücken, was sie sehr krank macht. Fantine greift den Mann an. Plötzlich kommt der Polizeispitzel Javert und verhaftet Fantine. Sie soll ins Gefängnis gesteckt werden, doch Valjean kommt und rettet sie. Sie kommt ins Krankenhaus. In der Hoffnung, dass Valjean Cosette zurückbringt, schleppt sie sich durch den Tag. Als Valjean losfährt, denkt sie, dass er Cosette zurückbringt, und ist ganz heiter. Als Valjean zurückkommt, behauptet er, dass er Cosette zurückgebracht, hat damit sie in guter Kondition bleibt. Als Valjean dann von Javert verhaftet wird, stirbt sie am Schock.

  • Cosette, eigentlich Euphrasie.

Cosette ist die Tochter von Fantine und Felix Tholomyes. Als sie zwei Jahre alt war, ging Felix Tholomyes, der Vater, weg. Ihre Mutter Fantine lässt sie bei dem Wirt Thenardier, um nicht wegen Sittenlosigkeit angeklagt zu werden. Dort wird sie grauenhaft behandelt. Jeden Morgen muss sie extrem früh aufstehen und putzen (siehe Bild). Deswegen wird sie von den Einwohnern Lerche genannt. Eines Tages muss sie allein raus in den Wald, um Wasser zu holen. Sie hat sehr viel Angst. Dabei wird sie von Valjean gerettet, der sie danach den Thenardiers abkauft. Zusammen gehen sie nach Paris in ein Kloster, aus dem sie schnell fliehen. Cosette verliebt sich in den Studenten Marius, was Valjean zunächst nicht weiß. Als Valjean Marius in seinem Garten sieht, denkt er zuerst, dass es Javert ist und will deshalb mit Cosette nach England fliehen. Marius sieht deshalb keinen Sinn am Weiterleben und nimmt an der Revolution teil. Valjean rettet ihn von der Barrikade und bringt ihn zu seinem Großvater. Nachdem Marius geheilt ist, heiraten er und Cosette. Valjean gibt sich Marius nun als ehemaliger Sträfling zu erkennen. Deswegen will Marius ihn jetzt von Cosette fernhalten. Als Marius erfährt, dass Valjean ihn von der Barrikade gerettet hat, besucht er ihn mit Cosette - fast zu spät. Valjean liegt auf dem Sterbebett.

  • Marius Pontmercy.

Marius Pontmercy wächst sein Leben lang reich bei seinem monarchischen Großvater Monsieur Gillenormand auf in dem Glauben, dass sein Vater (Georges Pontmercy, ein General unter Napoleon) ihn zurückgelassen hat. Als er 17 Jahre alt ist, wird er zu seinem Vater geschickt, der sehr krank ist. Nachdem sein Vater stirbt, gibt man ihm ein Blatt, auf dem steht, dass er jemanden namens Thenardier mit aller Kraft helfen muss, weil er seinem Vater bei der Schlacht von Waterloo das Leben gerettet hat. Nun entwickelt Marius eine Verehrung für seinen Vater. Nach einem Streit mit seinem Großvater geht er von Zuhause weg. Nun studiert er in Paris. Dort trifft er Courfeyrac, der ihn mit den Freunden des ABC bekannt. Er tritt nicht ein, wird aber trotzdem Freund mit den meisten in der Organisation. Er schafft es, sein Studium zu beenden. Nun eignet er sich Deutsch und Englisch an, um Texte zu übersetzen und damit sein Geld zu verdienen. Er verliebt sich in Cosette, weiß aber nicht, wo sie wohnt. Jetzt beauftragt er Eponine, Cosette zu finden. Sie findet ihn und Marius und Cosette haben zusammen sechs glückliche Wochen. Plötzlich will Valjean nach England fliehen, weil er denkt, dass Marius Javert ist. Als Marius das erfährt, wird er sehr traurig und entschließt sich, mit seinen Freunden zur Barrikade zu gehen und dort den Tod zu suchen. Auf der Barrikade wird er von Valjean gerettet, ohne dass er es weiß. Nach sechs Monaten kann er Cosette heiraten. Nun deckt Valjean seine wahre Identität auf, weshalb Marius ihn von Cosette fernhält. Marius erfährt, dass Valjean ihn gerettet hat wegen eines Versuchs Thenardiers, Valjean zu verleumden. Er kommt fast zu spät bei Valjean an - er liegt auf dem Sterbebett.

  • Eponine.

Eponine ist die älteste Tochter der Thenardiers. Als Kind wurde sie von ihren Eltern mit ihrer jüngeren Schwester Azelma extrem verwöhnt. Das nächste Mal, dass man sie im Roman trifft, ist sie eine arme Jugendliche. Nun hilft sie ihrem Vater mit gefälschten Briefen Geld zu verdienen. Sie sind die Nachbarn von Marius, in den sie sich verliebt. Als Marius sie fragt, ob sie Cosette finden könnte, macht sie das traurig, weil sie nun weiß, dass Marius sie nicht liebt. Ihr Vater versucht nun Valjean auszurauben, schafft es aber nicht. Die gesamte Familie muss ins Gefängnis. Eponine und Azelma werden nach zwei Wochen freigelassen. Nun erfährt Eponine, wo Cosette wohnt und sagt es Marius. Sie sieht sich an, wie er und Cosette sich treffen. Plötzlich kommen Thenardier und seine Bande, die versuchen wollen Valjean zu ermorden. Sie vertreibt sie durch einen Schrei. Nun erzählt Cosette, dass sie mit ihrem Vater nach England muss. Marius ist erschüttert. Eponine erzählt ihm, dass die Revolution gestartet hat und da Marius keinen Sinn mehr im Weiterleben sieht, macht er bei der Revolution mit. Eponine verkleidet sich als Arbeiter und kommt mit. Auf der Barrikade rettet sie Marius das Leben, indem sie eine Kugel abfängt. Sie stirbt dabei.

  • Gavroche.

Der vernachlässigte Sohn der Thenardiers. Er lebt in der großen Elefantenstatue in Paris und nimmt sich für kurze Zeit seiner zwei jüngeren Brüder an, ohne zu wissen, wer sie sind. Er schließt sich der Revolution an und stirbt beim Versuch, Kugeln zu sammeln.

  • Bischof Myriel

Der sehr gutherzige Bischof von Digne. Er erleuchtet Valjean und wird von den Einheimischen von Digne liebevoll Bienvenue genannt. Er erblindet und stirbt in 1821. Valjean trauert um ihn und sagt, er wäre früher Diener für seine Familie gewesen. Er wurde vielleicht von Bienvenue de Mollis inspiriert.

Die Freunde des Abc[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Freunde des Abc sind eine revolutionäre Studenten-Organisation. Im Französischen ist der Name ein Wortspiel, da wenn man Abc schnell ausspricht hört man abaisse, was im Französischen die Unterdrückten heißt. Marius ist nicht in der Organisation, ist aber ein guter Freund. Alle Mitglieder sterben bei der Barrikade.

  • Enjolras.

Der charismatische, junge und gut aussehende Anführer der Organisation. Seine ganze Zeit nutzt er für den Fortschritt. Er ist mit Grantaire der letzte, der während der Revolution stirbt.

  • Bahorel.

Ein Einzelgänger, der einen bäuerlichen Hintergrund hat. Er ist der erste, der bei der Revolution stirbt.

  • Combeferre

Er repräsentiert die Philosophie der Revolution und verbessert und ergänzt Enjolras.

  • Courfeyrac.

Er wird mit Felix Tholomyes verglichen, ist aber ehrbar und loyal. Er ist der beste Freund von Marius.

  • Feuilly.

Eine Waise, die Fächer macht. Er hat sich selbst beigebracht zu lesen und zu schreiben. Er ist der einzige Arbeiter in der Organisation. Er ist interessiert in Geschichte und Außenpolitik, besonders in Polen.

  • Grantaire, alias R.

Ein Skeptiker, der nicht an die Revolution glaubt. Er ist hauptsächlich in den Freunden des ABC, weil er seine Mitglieder sehr mag. Er ist hässlich und ein Alkoholiker. Er verschläft den größten Teil der Revolution, erklärt sich jedoch am Ende zum Teil und wird zusammen mit Enjolras erschossen.

  • Jean Prouvaire, alias Jehan.

Ein Student mit Interesse in Sprachen und Gedichten. Er ist ein ruhiger Mensch und gut über allem.

  • Joly, alias Jolllly

Ein hypochondrischer Medizinstudent. Der fröhlichste bei den Freunden des ABC.

  • Lesgle, alias L'Aigle (Der Adler), alias Bossuet

Ein Student, der mit 25 eine Glatze hat. Obwohl er kein Glück hat, hat er einen großen Humor. Er hat kein Haus, weshalb er oft bei Freunden wohnt.

Sonstige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chaumpmathieu, ein Räder, der angezeigt wird, weil er vielleicht Valjean ist.
  • Azelma, Eponines Schwester.
  • Baptistine Myriel, die Schwester des Bischofs Myriel. Sie verehrt ihren Bruder.
  • Bamatabois, der, der Fantine belästigt.
  • Brevet, ein ehemaliger Gefangener in Toulon. Er ist Zeuge bei der Gerichtsverhandlung gegen Chaumpmathieu.
  • Der kleine Gervais, ein Savoyarde, den Valjean ausraubt, bevor er moralisch gut wird.

Einordnung und Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Handlung ist weitgesponnen – im Grunde handelt es sich um einen politisch-ethischen Roman im Kleide eines Liebes- und Abenteuerromans.

Neben dem Schicksal der Einzelpersonen steht der Pariser Juniaufstand von 1832 im Zentrum des Romans. Hugo schildert ihn mit deutlicher Sympathie für die aufständischen Republikaner. An der Barrikade treffen alle positiven Haupt- und Nebenfiguren des Romans zusammen, fast so, als sei es eine Anstandspflicht, sich an den Aufständen zu beteiligen. Die Gestalt des heldenhaft geschilderten Pariser Gassenjungen Gavroche ist besonders einprägsam, ihr Gegenstück der abgrundtief schlechte Gastwirt Thénardier und seine Familie. Sowohl Gavroche als auch Thénardier tauchen im Verlauf des Romans immer wieder auf und beeinflussen den Fortgang der Handlung stark. Eine Pointe des Romans ist, dass es sich bei Gavroche um Thénardiers vernachlässigten Sohn handelt.

Hugo, der das Dasein der Unterschicht sehr genau schildert, sieht einen wichtigen Beitrag zur Lösung der sozialen Frage in der Errichtung der Republik. Zugleich zeigt er wiederholt, wie Elend durch ethisches Handeln Einzelner behoben oder gelindert wird. Der Roman wurde von vielen Lesern sehr positiv aufgenommen. Er trug durch seine Themen- wie Sprachwahl wesentlich zur Herausbildung der realistischen Literatur im 19. Jahrhundert bei. Vermutlich aufgrund seines historischen Anspielungsreichtums und seiner häufigen Verwendung von „Argot“, der französischen Gossensprache, sind die meisten deutschen Übersetzungen des Romans gekürzt.

Übersetzungen ins Deutsche (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Elenden wurde in die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher aufgenommen.

Adaptionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musical[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zugehörige Musical Les Misérables stammt von dem Komponisten Claude-Michel Schönberg und dem Texter Alain Boublil. Die Premiere der ersten kürzeren Fassung fand am 17. September 1980 in Paris statt, die der heutigen längeren Fassung fand am 8. Oktober 1985 in London statt.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte wurde sehr oft verfilmt:

Comic[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1949–1952/1979: Les Misérables bei Les Editions Mondiales/Transit
  • 1981: Les Misérables bei Dynamisme Presse Edition
  • 1982: Les Misérables bei Mengès
  • 1990: Das Geheimnis der Silberleuchter (Lustiges Taschenbuch, Band 143) bei Ehapa
  • 1995: Les Misérables bei Droit d’Ecrire
  • 2010: Les Misérables bei Glénat (Verlag) in Les Incontournables de la littérature en BD
  • 2011: Les Misérables bei Soleil Manga

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1967: Gavroche, Schauspiel in sechs Bildern (nach Motiven von Victor Hugo) von Peter Ensikat, veröffentlicht im Henschelverlag Kunst u. Ges., Abt. Bühnenvertrieb, Berlin (DDR)
  • 2006: Les Misérables, Schauspiel von Cornelia Wagner, erschienen im Deutschen Theaterverlag, Weinheim
  • 2008: Gavroche (frei nach Hugos Figur aus Les Misérables) von Veronique Hofmann
  • 2011: Les Misérables, berndeutsches Freilichtschauspiel von Ueli Bichsel nach dem Roman von Victor Hugo, aufgeführt auf dem Münsterplatz Bern

Hörspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbuch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Südwestfunk (heute SWR) produzierte 1991–1994 eine ungekürzte, 57-stündige Lesung mit Gert Westphal; sie erschien 2013 im Audio Verlag, Berlin.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Les Misérables – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien