Robert Hossein

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Robert Hossein, 2013

Robert Hossein (* 30. Dezember 1927 in Paris als Robert Hosseinoff) ist ein französischer Schauspieler und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war der iranische Komponist Aminollah Hossein, der sowohl im Iran als auch in Frankreich als Komponist bekannt war. Robert Hossein war drei Mal verheiratet. Seine erste, Ende 1955 geschlossene Ehe mit Filmpartnerin Marina Vlady endete vor dem Scheidungsrichter; aus dieser Verbindung stammen die Söhne Igor and Pierre. Von seiner zweiten Frau, der heutigen Psychoanalytikerin und Autorin Caroline Eliacheff, mit der er den Sohn Nicolas hat, ließ er sich 1964 scheiden.[1] Die damals 14-Jährige Caroline hatte er am 7. Juni 1962 nur mit Sondererlaubnis des Staatspräsidenten Charles de Gaulle heiraten können. Seine spätere Lebensgefährtin war die junge Schauspielerin Michèle Watrin, die 1973 eine Nebenrolle als Claude Jades Cousine in Der Abbé und die Liebe hatte und in diesem Film auch gemeinsam mit Hossein spielte, starb 1974 bei einem Autounfall unter Hosseins Augen.

Der Schauspieler und Regisseur lebt mit seiner vierten Frau, der Schauspielerin Candice Patou, zusammen, mit der er den Sohn Julien hat; das Paar heiratete am 28. Juni 1976.

In den 1970er Jahren trat Robert Hossein zum Katholizismus über.[2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Theaterregisseur inszenierte er unter anderem Romeo und Julia von Shakespeare, Geschlossene Gesellschaft von Sartre, Hernani und die Uraufführung des Musicals Les Misérables nach Victor Hugo, Romanadaptationen wie Von Mäusen und Menschen von John Steinbeck und Schuld und Sühne von Dostojewski, Nachtasyl von Maxim Gorki sowie Bernarda Albas Haus von Federico García Lorca, mit dem Isabelle Adjani 1972 ihren Durchbruch auf der Bühne erzielte.

Berühmt wurde Hossein als Peyrac an der Seite von Michèle Mercier in den Angélique-Filmen. Weitere Rollen spielte er als Raskolnikow an der Seite seiner damaligen Partnerin Marina Vlady in der Dostojewski-Verfilmung Schuld und Sühne. Es folgten zumeist Rollen als Gangster oder zwielichtige Charaktere, ein Rollenprofil, das er als Priester Jean Rastaud neben der jungen Claude Jade im bewegenden Résistance- und Zölibatsdrama Der Abbé und die Liebe erstmals aufbrach. Neben künstlerischen Filmen wie diesem war er 1981 Gegenspieler von Jean-Paul Belmondo im Actionfilm Der Profi. Als Regisseur war er vom Film noir beeinflusst.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darsteller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1955: Die Lumpen fahren zur Hölle (Les Salauds vont en enfer)
  • 1956: Die Wölfe (Pardonnez nos offenses)
  • 1958: Nachts fällt der Schleier (Toi … le venin)
  • 1959: Die Nacht der Spionin (La Nuit des espions)
  • 1960: Haut für Haut (Le goût de la violence)
  • 1960: Vis-à-vis (Les Scélérats)
  • 1961: Mitternachtsparty (Le Jeu de la verité)
  • 1963: Verflucht und vergessen (La Mort d’un tueur)
  • 1964: Der Mann, der Peter Kürten hieß (Le Vampire de Dusseldorf)
  • 1964: Das grausame Auge (Les Yeux cernés)
  • 1966: Ich tötete Rasputin (J’ai tué Raspoutine)
  • 1968: Friedhof ohne Kreuze (Une corde, un Colt)
  • 1969: Zwei im Visier (Point de chute)
  • 1985: Le Caviar rouge
  • 1982: Die Legion der Verdammten (Les Misérables)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Hossein. In: Der Spiegel. Nr. 15, 1964, S. 100.
  2. Robert Hossein, ein Künstler auf der Gottessuche in: Radio Vatikan, 20. August 2016 (französisch)