Die schöne Müllerin (1954)

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Filmdaten
Originaltitel Die schöne Müllerin
Die schöne Müllerin 1954 Logo 001.svg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1954
Länge 99 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Wolfgang Liebeneiner
Drehbuch Ilse Lotz-Dupont
Produktion Algefa
Musik Willy Mattes
Kamera Bruno Timm
Schnitt Hermann Leitner
Besetzung

Die schöne Müllerin ist ein deutscher Heimatfilm von Wolfgang Liebeneiner aus dem Jahr 1954.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Müllergeselle Fritz Mertens liebt die Gastwirtstochter Inge Kunze. Deren Vater Walter ist jedoch strikt gegen die Verbindung, da Fritz bei seinen vorigen Arbeitgebern stets nach wenigen Monaten selbst kündigte und weiterzog. Er befürchtet, dass Fritz auch im Dorf Erlenbach nicht sesshaft werden wird. Walter sieht in Förster Anton Vogt den richtigen Ehemann, doch lehnt Inge ihn ab. Sie hat sich mal wieder mit Fritz heimlich verabredet, als Kat Dramberger zu ihnen stößt. Sie war lange Zeit im Ausland und ist nun in das Dorf zurückgekehrt. Die Halbspanierin soll unter anderem die Preise für das anstehende Wettschießen beim 400-Jahr-Fest des Dorfes anfertigen. Fritz ist von der dunkelhaarigen Schönheit fasziniert und Inge reagiert eifersüchtig.

Beim Dorffest kommt es während des Wettschießens zum Zweikampf zwischen Fritz und Anton. Im Stechen schießt Fritz nur eine 9, Kat jedoch blendet Anton beim entscheidenden Schuss, sodass er nur eine 3 schießt. Fritz gewinnt und muss nun, wie vorher ausgemacht, Kat den ersten Tanz überlassen. Heimlich entfernt Kat Fritz das gewonnene Schussabzeichen. Inge wiederum tanzt nun demonstrativ mit Anton, flieht jedoch vom Fest, als sie bei einem modernen Tanz eine schlechte Figur macht. Anton läuft ihr nach und bedrängt sie und der alarmierte Fritz rettet Inge. Es kommt zum Zweikampf zwischen Fritz und Anton, der ein Messer zieht, jedoch von Fritz k.o. geschlagen wird. Fritz und Inge versöhnen sich und gehen zusammen ins Heu. Kat findet den blutenden Anton an der Scheune und wischt ihm mit einem Tuch das Blut aus dem Gesicht. Dabei verliert sie unbemerkt die gestohlene Auszeichnung. Anton wirft eine brennende Zigarette weg und kurze Zeit später steht die Scheune in Flammen. Sie wird vollkommen zerstört. In der Asche findet sich Fritz’ Abzeichen, der nun zunächst als verdächtig gilt. Inge sagt aus, dass sie mit Fritz spazieren war und die hinzugekommene Kat gibt vor, dass Fritz ihr das Abzeichen als Liebesgabe geschenkt habe. Da ein Leugnen nur bedeuten würde, dass Fritz als Täter an der Scheune war und diese als Rache an Walter angezündet hat, widerspricht Fritz nicht und Inge lässt ihn enttäuscht fallen. Fritz packt seine Sachen und geht.

Vor einigen Tagen hatte ihn der zwielichtige Dr. Wiebold angesprochen, um ihn von seinem Arbeitgeber, dem Besitzer der Erlenbachmühle Albert Krügler, abzuwerben. Er sollte der neue Verwalter der Hohensteiner Stadtmühle werden. Fritz hatte damals abgelehnt. Er hatte von Albert das Angebot erhalten, die Mühle als Teilhaber zu übernehmen, und wollte dies für die Ehe mit Inge annehmen. Nun geht er als neuer Verwalter nach Hohenstein. Dr. Wiebold wiederum plant, verschiedene Mühlen der Gegend zu einem großen Verband zusammenzuschließen, der ihm Geld bringen soll. Der Betrüger hat jedoch kein Geld für diese Fusion, sodass er der reichen Besitzerin der Hohensteiner Mühle, Hilde Rüdiger, den Verband schmackhaft machen und mit ihrem Geld finanzieren will. Die jedoch wollte ihre Mühle selbst verkaufen, da sie seit dem Tod ihres Mannes unrentabel war, sodass ein neuer Verwalter angestellt werden musste. Mit Fritz’ Entscheidung ist Dr. Wiebold seinem Betrug näher gekommen.

Zwischen Fritz und Hilde entspinnt sich langsam eine Liebesbeziehung, zu der nicht zuletzt Kat beiträgt. Sie berichtet Fritz, dass Inge den Förster Anton heiraten wird, beichtet Inge aber, dass sie das Abzeichen von Fritz nicht erhalten, sondern es ihm gestohlen hatte. Gleichzeitig erklärt sie ihr, dass Fritz mit Hilde zusammen sei und Inge stimmt nun einem Heiratsantrag von Anton zu. Inge und Anton treffen auf einer Hundeausstellung auf Fritz und Hilde. Im Anschluss erkennt Inge, dass sie Fritz immer noch liebt und löst die Verlobung. Kat wiederum hat ihren Fehler erkannt und gesteht Hilde, dass Inge Fritz noch liebt und sehr unglücklich ist. Hilde gibt Fritz frei und fährt ihn zur Erlenbachmühle, wo sich Fritz und Inge versöhnen. Es kommt zum glücklichen Ende: Nicht nur willigt Inges Vater in die Beziehung ein. Auch Dr. Wiebold kommt mit seinem Betrug nicht durch, weil seine enttäuschte Geliebte seine Machenschaften an Hilde verrät und diese so beendet werden können.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Portal der Basilika Gößweinstein, das Fritz und Hilde im Film bewundern

Die schöne Müllerin beruht auf einer Idee von Fred Miller. Der Farbfilm in Gevacolor wurde in Berlin, Effeltrich, Gößweinstein und Pottenstein gedreht und erlebte am 23. September 1954 im Nürnberger Lu-Li seine Premiere.

Die Bauten stammen von Willi A. Herrmann, Heinrich Weidemann und Peter Schlewski. Die Kostüme schuf Walter Kraatz. Produktionsleiter war Erich Holder. Die Herstellungsleitung übernahm Friedrich Wilhelm Gaik. Es war der letzte Film von Harald Paulsen, der noch vor der Premiere im August 1954 verstarb.

Im Film sind zwei Lieder zu hören: Heut stoß ich auf mich selber an, gesungen von Paul Hörbiger, sowie Eine Frau will im Frühling nicht allein sein, gesungen von Gisela Griffel. Die Musik von Willy Mattes basiert unter anderem auf dem Lied Mädel ich bin dir so gut. Es spielt Egon Kaiser mit seinen Solisten.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Spiegel schrieb anlässlich der Premiere, dass Wolfgang Liebeneiner dem Film „die oft an ihm gerühmte Sorgfalt zugewandt [hat]. Besonders ein fränkisches Trachten- und Schützenfest hat er naturgerechter, als man das gewöhnt ist, arrangiert. Bedauerlich bleibt, daß alle Mühe, die auch einigen Schauspielern sichtlich wohltat, an eine so uröde Liebesintrige gewendet war.“[1]

Für den film-dienst bestand Die schöne Müllerin aus „Liebesgeschichten eines Müllerburschen mit Mißverständnissen ohne Ende. Heimatfilm mit aufgesetzter Volkstümlichkeit.“[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neu in Deutschland: Die schöne Müllerin. In: Der Spiegel, Nr. 43, 1954, S. 37.
  2. Die schöne Müllerin. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.