Diskussion:Zweite Lautverschiebung

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Lautverschiebungen[Quelltext bearbeiten]

/k/ > /kx/ (niederdeutsch: hee; englisch: he -> er)
/k/ > /kx/ (niederdeutsch: koken; englisch: cook -> kochen)

Nehme mal an, dass da ein Fehler ist, weil beide Lautverschiebungen von k nach kx gehen, obwohl es ja doch unterschiedliche Laute sind, auch in den Beispielen. Kenne mich da aber nicht aus. Falls ein Fehler bitte korrigieren. --Docvalium 13:42, 25. Feb. 2007 (CET)

Stimmt, das mit he/er hat nichts mit der Lautverschiebung zu tun, also habe ich es gelöscht. Außerdem ist dieser Artikel sehr mangelhaft, er läßt nicht durchschimmern, wie regelmäßig und strukturiert diese Lautverschiebung war. Ich empfehle dringend einen blick in den parallelen Artikel in der englischsprachigen Wiki. --Doric Loon 11:59, 2. Mär. 2007 (CET)

Der Text im "Deutschenspiegel" - ein gutes vergleichendes Beispiel mit dem "Sachsenspiegel" - scheint mir in der letzten Zeile unvollständig zu sein (es fehlt die Aussage "nach des Mannes Tod ist sie entbunden/ledig ...").

Ich kann mich nur Doric Loons Meinung anschließen. Der englischsprachige Artikel vermittelt dem Leser einen sehr viel besseren Eindruck von den Verschiebungen. Es ist ja schön, daß das Niederdeutsche herangezogen worden ist, weil es sicher in diesen Fall im deutschsprachigen Raum dafür prädestiniert ist, aber diese Lautverschiebung trennt ja (wie auch im Artikel angedeutet) auch alle anderen westgermanischen Sprachen vom Hochdeutschen (man vergleiche dazu auch Englisch, Niederländisch und Friesisch). Ich verstehe deshalb auch folgenden Absatz nicht: Die 2. Lautverschiebung ist nicht der einzige große Unterschied zwischen den niederdeutschen und den hochdeutschen Sprachen. Hinzu kommen regionale Besonderheiten im Wortschatz, in der Grammatik und im Vokalismus (so haben beispielsweise im Bairischen, im Mitteldeutschen und im Niederländischen Diphthongierungen stattgefunden). Es handelt sich beim Niederdeutschen nicht um Sprachen, sondern höchstens um eine Sprache. Das ist allerdings in der Fachwelt umstritten (hierbei empföhle sich ein Blick auf die Diskussionsseite von "Low German" der englischsprachigen Wikipedia [1]), trotz Anerkennung als Regionalsprache. Hochdeutsche Sprachen gibt es nun wirklich nicht, wenn dann höchstens hochdeutsche Dialekte/Mundarten bzw. Varietäten. Hauptsächlich frage ich mich aber, was der Absatz mit der zweiten Lautverschiebung zu tun hat. Es ist ja sicher bedeutend, daß es noch mehr Unterschiede zwischen Niederdeutsch (bzw. Niederländisch) gibt, aber hier geht es doch eigentlich um die 2. LV und nicht um die Charakterisierung des Plattdeutschen. Ich halte es jedenfalls nicht für wirklich relevant.--IP-Los 14:20, 16. Mai 2007 (CEST)

Ich habe die Übersichtstabelle aus dem englischen Artikel im Großteil hierher übertragen, hierbei hab ich manchmal die Beipiele durch die alten, vorhandenen Beispiele aus dem Niederdeutschen ersetzt. --Schandolf 16:44, 20. Nov. 2007 (CET)
Sofern man das Althochdeutsche, das Mittelhochdeutsche und das Neuhochdeutsche als voneinander verschiedene Sprachen fasst, kann man sehr wohl von 'hochdeutschen Sprachen' sprechen. Entsprechend lässt sich über die niederdeutschen Sprachen nachdenken. Aber egal, letztlich ist es sicher korrekt, das Hochdeutsche (bzw. die hochdeutschen Dialekte) vom Niederdeutschen (bzw. den niederdeutschen Dialekten) jeweils im Singular zu unterscheiden. Der Plural ist an der Stelle tatsächlich nicht vonnöten. Dennoch halte ich den vorgetragenen Gedanken - dass es zwischen Hoch- und Niederdeutsch mehr Unterschiede als die mit der HDLV vollzogenen Veränderungen gibt - für erwähnenswert, weil er Missverständnissen und Irrtümern vorbeugt. Gerade der empfohlene Artikel der englischen Wikipedia stellt ja auch Verschiebungen vor, nicht unbedingt zur HDLV zu rechnen sind, sich aber in der gleichen Periode vollzogen haben. Die Querverweise auf andere Differenzen (Wortschatz, Grammatik, Diphthongierung) halte ich für sinnvoll.
Nichtsdestotrotz hängt der Artikel in seiner Ausführlichkeit etwa dem der englischen Wikipedia deutlich hinterher. Sicher würde schon eine Übersetzung der detaillierteren Passagen aus dem Englischen dem Artikel gut tun. --Zerowork 13:01, 21. Jan. 2008 (CET)
Nur so zum Verständnis: Alt-, Mittel- und Neuhochdeutsch sind keine verschiedenen Sprachen, sondern Sprachstufen des Hochdeutschen, die Unterschiede sind auf sprachhistorische Entwicklungen zurückzuführen (z. B. neuhochdeutsche Diphthongierung usw.). Überreste älterer Formen finden sich oftmals noch in den Dialekten (z. B. im Alemannischen, deren Dialekte diese Diphthongierungen z. T. nicht mitgemacht haben). Im Falle der "niederdeutschen Sprachen" wird von den Bearbeitern nach meiner Erfahrung eher von Niederdeutsch/Niederländisch (= zwei Sprachen, nach dieser Auffassung) ausgegangen (wissenschaftshistorisch schloß der Begriff nämlich das Niederländische mit ein, siehe Niederdeutsch (Begriffsklärung)) bzw. ist sie durch eine ungenaue Unterscheidung zwischen den ohnehin sprachwissenschaftlich problematischen Begriffen Sprache und Dialekt entstanden. Beides entspricht nicht dem heutigen wissenschaftlichen Stand, daher mein Einwand.
Die Querverweise auf andere Differenzen (Wortschatz, Grammatik, Diphthongierung) halte ich für sinnvoll. Das wäre es auch, wenn es dafür nicht einen eigenen Artikel gäbe. Wer sich über das Niederdeutsche informieren will, sollte unter dem entsprechenden Lemma nachschauen, da genügt m. E. ein einfacher Verweis. Zudem werden durch dieses Kriterium - wie im Artikel anhand der Beispiele bereits angedeutet - ja nicht nur niederdeutsche von den hochdeutschen Dialekten geschieden, sondern auch die niederfränkischen (niederländischen), friesischen und englischen, denn auch sie sind von dieser Verschiebung nicht oder nur teilweise betroffen. Außerdem ist dieser Absatz sehr ungenau formuliert und somit nichtssagend, z. B.: "so haben beispielsweise im Bairischen, im Mitteldeutschen und im Niederländischen Diphthongierungen stattgefunden". Auch in einigen niederdeutschen Dialekten gab es Diphthongierungen, es wird nicht erläutert, was für welche gemeint sind (vgl. neuhochdeutsche Diphthongierung: mîn → mein, dagegen Niederdeutsch: mien, aber: alemannisch [hochdeutsch, genauer oberdeutsch!]: mien; Standarddeutsch: Bein, niederdeutsch [z. B. Bremen] Been, dagegen mecklenburgisch-vorpommersch [niederdeutsch!]: Bein [aus Been → Bein, wogegen mhd. bein → nhd. Bein], vgl. hd. lieb, nd. leev [Bremen], meckl.-vorp. [nd.] leif, auch dort wurde ê → ei). Bei solcherlei dialektal höchst unterschiedlichen Entwicklungen ist solch eine lapidare Bemerkung zu verallgemeinernd und daher nicht wirklich informativ, sondern eher irreführend. Ein Verweis ist daher sehr viel besser. --IP-Los 18:46, 22. Jan. 2008 (CET)

t -> ts[Quelltext bearbeiten]

Diese Lautverschiebung ist auch im Mitteldeutschen durchgeführt worden. Ich habe das mal mit einem entsprechenden Literaturhinweis ergänzt. Das ist auch schon in früheren Sprachstufen so gewesen: "Germ. stl. Verschlußlaute /p, t, k/ werden als Geminaten oder im Anlaut oder inlautend nach Konsonanten /l, r, m, n/ zu den Affrikaten /pf/, /tz, z/ [ts], /kch/ verschoben. Nur /t/ > /tz, z/ gilt im ganzen hd. Gebiet: mndd.: tal, swart, sitten - mhd. zal, swarz, sitzen". (Paul/Wiehl/Grosse: Mittelhochdeutsche Grammatik, 24. Aufl. Tübingen 1998, S. 118.) Man vergleiche auch Schmidt, Wilhem: Geschichte der Deutschen Sprache, 9. Aufl., Suttgart 2004, S. 204 f.: "Die Verschiebung von /t/ > /ts/ ist gleichmäßig über das hd. Gebiet verbreitet. Dialektunterschiede gibt es hier nicht. [...] Im Mittelfränk. wurde das auslautende /t/ der vier neutralen Pronomen that, it, wat, allet nicht von der Verschiebung betroffen. Mittelfränk. heißt es demnach: that waʒʒar." Macha/Niebaum (siehe Fußnote im Artikel), S. 222 sind für das Neuhochdeutsche noch präziser: "Das Ripuarische und das Moselfränkische zeigen gegenüber dem Rheinfränkischen (und Hessischen) unverschobenes t in den Prominalformen dat, wat, it, dit ('das, was, es, dies'), z. T. auch in allet ('alles') und in der Adjektivendung des Neutrums (z. B. schönet 'schönes')." --IP-Los 15:31, 25. Nov. 2007 (CET)

Interessanter Punkt. Insgesamt bin ich wohl im Artikel unvorsichtig mit der Kennzeichnung von Phonemen mit Schrägstrichen umgegangen, /x/ und /kch/ treten da auf. Könntest Du dies vielleicht verbessern? - Im englischen Artikel werden die Laute beispielsweise in der Tabelle weder als Phoneme noch als Laute gekennzeichnet, dort steht einfach z.B. p -> pf, dies würde sich doch dann nur auf die Orthografie beziehen oder? Ich bin überfordert. --Schandolf 23:04, 26. Nov. 2007 (CET)

tr- -> zr- [tsr-]?[Quelltext bearbeiten]

Warum kommt die Konsonantenhäufung zr- [tsr-] im Deutschen nie am Wortanfang vor? --88.78.230.231 13:21, 12. Jul. 2008 (CEST)

/t/ vor /r/ ist grundsätzlich nicht von der Lautverschiebung betoffen, ebenso wenig /p/ und /t/ nach /s/sowie /t/ nach /h/ (ch) und /f/, vgl. "treu" (engl. true), "trauen", "sprechen" (niederdeutsch, niederländisch spreken), "stehen" (nd./ndl. stahn/staan, engl. stand), "Nacht" (nd./ndl Nacht, nacht), "Gift" (engl. gift). --IP-Los 01:35, 19. Sep. 2008 (CEST)
Kommt doch vor: zrück, z'Ruhpolding, sich zrechtmachen, usw. (kleiner Scherz) --2001:A61:2132:A801:5C31:EE11:F51:749D 14:24, 26. Okt. 2015 (CET)

phonetische Darstellung[Quelltext bearbeiten]

Wäre es nicht sinnvoll, die Gruppierungen der Lautverschiebung in der Tabelle phonetisch anzugeben? Z. B. k→χ anstatt *k/→/x/ . Wenn es schon ein internationales Lautzeichensystem gibt, sollte es auch verwendet werden. AKGF77

Langobarden, Bajuwaren, Alemannen[Quelltext bearbeiten]

Im Artikel steht momentan folgender Satz: Während eine Theorie nahelegt, dass sie erst gegen 600 n. Chr. eingesetzt hat, gehen neuere Forschungen davon aus, dass sie um 55.n.Chr. bereits abgeschlossen war.

Diese angebliche "neue" Theorie ist aber durch NICHTS belegt oder belegbar, da es vor dem 8. Jahrhundert keine schriftlichen Überlieferungen gibt aus jenen westgermanischen Idiomen, bei denen später die Zweite Lautverschiebung vorhanden war. Davor gibt es nur Textfragmente aus dem kurz danach ausgestorbenen Westfränkisch, aus denen übrigens nicht hervorgeht ob die Lautverschiebung dort schon stattgefunden hat oder nicht, weil die winzigen westfränkischen Textstellen in lateinischen Manuskripten diese Analyse nicht zulassen.

Noch älter sind nur die gotischen Texte, wie die Wulfila-Bibel, und dort gibt es noch keine Zweite Lautverschiebung. Ausserdem waren die Goten auch Ostgermanen und haben wenn überhaupt lediglich auf die Bajuwaren und Langobarden einen kleinen sprachlichen Einfluss gehabt. Sonst ist ihre Sprache bekanntlich ausgestorben.

Also, bleibt nach wie vor die gängige Theorie, die davon ausgeht, dass die Zweite Lautverschiebung ihren Anfang um das Jahr 600 genommen hat, und zwar zu erst in Oberitalien im langobardischen Raum, von dem es allerdings auch nur ganz wenige Textfragmente gibt. Ein Beispiel dafür ist etwa das italienische Wort "pizza", dass nach Angabe einiger Linguisten vom langobardischen Äquivalent von neuhochdeutsch "Bissen" kommen soll, eben schon mit Lautverschieben (vergl. Englisch: bite). Von Italien aus, hat sich diese Sprachveränderung dann über die Alpen nach Norden ausgebreitet, zu erst zu den Bajuwaren und Alemannen und danach noch etwas in den Fränkischen und Thüringischen Raum. Jedoch hat sich die Zweite Lautverschiebung nur im südlichen Fränkisch durchgesetzt, während das Niederfränkische unverschoben geblieben ist, wie jeder selber feststellen kann, der schon einmal in den Niederlanden war.

Insofern halte ich eine komplette Erneuerung des Eingangsparagraphen für mehr als notwendig, bzw. sollte der ursprüngliche Autor Quellen für seine/ihre Aussagen bringen. Sollte das nicht in absehbarer Zeit passieren, werde ich den Artikel selbst anpassen. --El bes 22:45, 18. Okt. 2008 (CEST)

Ah, ok. Das mit 55. n. Chr steht bis jetzt nur in der ungesichteten Version. Trotzdem, bald klickt sicher jemand auf sichten und dann ist es drin. --El bes 00:46, 19. Okt. 2008 (CEST)


OK, hab's revertiert. Der User hat folgenden Artikel in die Literatur dazu geschrieben, würd mich interessieren was da steht:

  • Prof. Theo Vennemann, Ph.D: "Dating the division between High and Low Germanic: A summary of arguments", in: Toril Swan, Endre Mørck and Olaf Jansen Westvik, eds., Language change and language structure: Older Germanic languages in a comparative perspective (Trends in Linguistics, Studies and Monographs, 73), Berlin (Mouton de Gruyter), 271-303.

Ich habe übrigens auch noch eine neue Quelle gefunden und die sagt zur "Zweiten Lautverschiebung" folgendes:

Jede dieser Regeln begann vermütlich im südbairischen Raum unter langobardischem Einfluss zu wirken (Diskussion in BACH 106ff.; neuerdings angezweifelt von SCHWERDT 2000), breitete sich aber mit unerschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität aus (SCHWERT 2000 nimmt an, dass sie unabhängig im bairischen und im mittelfränkischen Raum entstanden ist. Die stiefmütterliche Behandlung des für diese Frage zentralen langobardischen Materials (s. PITZ / VOLLONO 2003) relativiert aber ihre Ergebnisse. (Augustin Speyer: Germanische Sprachen - Ein historischer Vergleich; Vandenhoeck & Ruprecht, 2007, ISBN 3525208499)

Das ist typisch für die Germanistik. Man baut ein ganzes Theorie- und Ideologiekonstrukt auf einer Annahme auf, die bis heute keiner wirklich gründlich recherchiert hat. Deshalb gibt es zu diesen Theman auch immer die wildesten Diskussionen und Privatmeinungen. Wo ist die Studie zu den langobardischen Quellen, wo gibt es auch nur ein seriöses Buch übers Langobardische überhaupt? --El bes 02:57, 21. Okt. 2008 (CEST)

Vennemanns Theorie beginnt allerdings, neben der hier beschriebenen an Bedeutung zu gewinnen. Wenn sich das jemand aufhalsen will, würde ich fast vorschlagen, sie in einem eigenen Unterpunkt als eigenständige Theorie zur hochdeutschen Lautverschiebung zu behandeln. -- Romanticor, mag Kommata 19:48, 21. Mär. 2012 (CET)

Geografische Ausdehnung (in Übersichtstabelle)[Quelltext bearbeiten]

Die Angabe für den ersten und letzten Punkt in der Tabelle mit "Süd- und Mitteldeutschland" bzw. "ganz Deutschland und Niederlande" scheint mir etwas problematisch, da wohl - wie für die anderen Lautverschiebungen - der gesamte deutsche Sprachraum betrachtet werden muss und sich diese Phänomene nicht auf Deutschland beschränken; allenfalls wäre wohl eher von "süd- und mitteldeutscher Sprachraum" und "ganzes deutsches Sprachgebiet und Niederlande" (aber was ist dann mit dem Flämischen in Belgien?) zu sprechen. Liesse sich dies ändern, oder ist die Angabe, wie sie jetzt vorzufinden ist, bewusst so gesetzt?--130.92.9.58 10:59, 22. Jan. 2009 (CET)

Das liegt daran, dass die Germanistik eine Wissenschaft ohne klar definierte Terminologie ist. Wäre man korrekt, müsste man das Wort "deutsch" durch "westgermanische Sprachen" ersetzen, oder überhaupt einen neuen klar umrissenen Begriff finden. --El bes 23:47, 22. Jan. 2009 (CET)

Ausnahmen von Diphthongierung[Quelltext bearbeiten]

Wie kommt es, dass - anders als im Englischen oder Niederländischen - Bibel und Tiger auf Hochdeutsch nicht diphthongiert sind?--80.141.225.220 11:09, 1. Aug. 2009 (CEST)

Hat das etwas mit dem Artikel zur hochdeutschen Lautverschiebung zu tun? --Zerowork 11:13, 6. Aug. 2009 (CEST)
War das jetzt Ironie? – Nein, die Lautverschiebungen (1. + 2.) beziehen sich ausschließlich auf Konsonanten. -- Geitost 23:28, 5. Sep. 2009 (CEST)
Messerscharf erkannt. Dahin zielte meine (rhetorische) Frage. --Zerowork 12:48, 11. Jan. 2010 (CET)
Es gehört zwar eigentlich nicht hierher, aber die Antwort ist ganz einfach: Die beiden Wörter haben in der Ursprungssprache (unmittelbar Latein, mittelbar Griechisch) ein kurzes i und wurden auch mit einem kurzen i entlehnt. Erst nach der Diphthongierung kam es zu einer Dehnung (in offener Silbe). Im Englischen und Niederländischen wurde zuerst gedehnt und dann diphthongiert; die Diphthongierung ist dort nämlich jüngeren Datums und fand erst in der frühen Neuzeit statt. Die hochdeutsche Diphthongierung begann bereits im Hochmittelalter. --Florian Blaschke 05:00, 29. Dez. 2009 (CET)
Latinismen sind als Beispiele immer problematisch, weil diese nicht den selben Lautgesetzen folgen. Es wurde immer frisch relatinisiert, neu entlehnt und phonetische Änderungen durch die Bildungssprache auch gern wieder zurückgenommen. Wer weiß zb heute noch was vermaledeit heißt. Lediglich in manchen Dialekten haben sich die "geshifteten" Varianten der romanischen Wörter erhalten, wohingegen sie im Hochdeutschen, also eigentlich korrekt gesagt im Standarddeutschen, wenig bis gar nicht zu finden sind, wenn dann nur in einer historisierenden Literatursprache. --El bes 19:50, 29. Dez. 2009 (CET)
Grundsätzlich ist dieser Einwand richtig und wichtig, in diesem Fall allerdings nicht unbedingt relevant, es sei denn, Du kennst irgendwelche Belege aus irgendeiner Sprachstufe irgendeiner regionalen Variante des Deutschen, wo tatsächlich ein Diphthong vorliegt (was mich aufgrund meiner Ausführungen von oben überraschen würde, aber man weiß ja nie). In anderen Fällen gibt es tatsächlich Varianten, teilweise bis heute, z. B. Melodie vs. Melodei, wie bei altfranzösischen Entlehnungen auf -ie, die im Mhd. mit der Endung -îe auftauchen, diese Endung überhaupt oft nachträglich „korrigiert“ wurde. --Florian Blaschke 17:08, 30. Dez. 2009 (CET)
Nicht alles aber viel steht zB hier: Isabel Alexandra Knoerrich: Romanismen im Bairischen, (PDF, 191 S.), --El bes 19:50, 30. Dez. 2009 (CET)
Das ist ja alles schön und interessant (wobei mir die Arbeit bekannt vorkommt, allerdings habe ich zum Thema auch schon Vorträge gehört), aber was hat das jetzt eigentlich mit diesem Thema zu tun? Sind Bibel oder Tiger nun irgendwo „verschoben“ belegt oder nicht? --Florian Blaschke 03:09, 31. Dez. 2009 (CET)
Die Diskussion gehört ja gar nicht zu diesem Artikel, sondern zur Diphthongierung und an dem dortigen Artikel müsste man einmal einiges verbessern und erweitern. --El bes 11:11, 31. Dez. 2009 (CET)

Überarbeiten: Betroffene Konsonanten und Phasen / Übersichtstabelle[Quelltext bearbeiten]

Wäre es wohl machbar, nicht die Tabelle der Ersten Lautverschiebung hier zu präsentieren? --85.176.246.84 23:58, 4. Sep. 2009 (CEST)

Verdeutlichung geschehen. Die Tabelle der Ersten Lautverschiebung befindet sich nur in jenem Artikel. Bitte vergleichen. -- Geitost 00:18, 5. Sep. 2009 (CEST)

Überarbeiten (erl.)[Quelltext bearbeiten]

Die letzten Änderungen (Versionsvergleich) von Benutzer:AKGF77 waren unvollständig. Auf seiner Disk. angesprochen. --Saibo (Δ) 20:16, 19. Jan. 2010 (CET)

Erledigt. Siehe Benutzer Diskussion:AKGF77. --Saibo (Δ) 21:24, 17. Feb. 2010 (CET)

Beispiel k → kch[Quelltext bearbeiten]

An sich richtig, doch nur wenige bajuwarische Mundarten haben diesen Wandel durchgemacht: Die Tiroler reden tatsächlich «kchind» (mit stark geschnarchtem Zäpfchen-ch), die Salzburger und Kärntner jedoch nicht. Doch auch in hochalemannischen Dialekten (Vorarlberg, weite Teile der Schweiz) wird k zu (meist ebenfalls geschnarchtem) kch. --Jacek79 13:12, 8. Okt. 2011 (CEST)

Das hat mich letztens auch gewundert, dass hier für die Verschiebung /k/ -> /kx/ bairische Dialekte herangezogen werden. Die Verschiebung ist doch für die höchstallemannischen Dialekte viel typischer. --Zerowork 18:09, 13. Okt. 2011 (CEST)

Hab auch noch ein paar Bemerkungen zu der /k/ -> /kx/ Verschiebung. Küchenkasten wird in den meisten alemannischen Dialekten als Chuchichäschtli /Chuchichaschte ausgesprochen. Ebenso wird Keller in den meisten alemannischen Dialekten (ausser Basel Stadt und zT im Bündnerland) als Chäller/Chäuer ausgesprochen und nicht mit dem kx. Das K wurde nicht nur in Lehnwörter zu kx sonder auch in Eigenwörtern zb. Äcke (Berndeutsch für Nacken) oder Beck (Bäcker/Bäckerei) auch hier wird kx ausgesprochen.

Sagen wir so, es ist ein Phänomen der aller südlichsten oberdeutschen Dialekte. Die Tiroler haben aus k ein kch gemacht, die Bergalemannen sind sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Meine Vermutung (und das ist jetzt meine Privatmeinung, Belege habe ich keine dafür) ist, dass dies wahrscheinlich was mit dem Sprachkontakt zum Rätoromanischen/Ladinischen zu tun hat. Deshalb gibt es das bei den Kärntnern nicht (ausser ganz im Westen nahe bei Osttirol). --El bes (Diskussion) 20:23, 3. Jun. 2014 (CEST)

Also im gesamten hoch- und höchstalemannischen Bereich wird das k stehts wie kch ausgesprochen, ausser den bereits erwähnten (Basel-Stadt und im Bündnerland) (nicht signierter Beitrag von 194.209.245.134 (Diskussion) 08:57, 4. Jun. 2014 (CEST))

Ursache Lautverschiebung[Quelltext bearbeiten]

Hallo zusammen. Ich habe einmal eine (dumme?) Frage zu der Ursache Lautverschiebung:

  • Was war/ist die Ursache einer Lautverschiebung?

Und daran anschließen die Frage:

  • Gab es diese Lautverschiebung nur im germanischen Sprachraum oder habe sich die anderen Sprachfamilien ähnlich entwickelt?
    (Ich meine hier die im Artikel angesprochenen Lautverschiebungen)

Hintergrund und meine Überlegung dazu: Wenn eine Buchstabenkombination nur schwer auszusprechen ist (Ursache), dann wird dies doch auch in anderen Sprachen der Fall gewesen sein? (Wirkung)
Gruß Ingo --Istiller (Diskussion) 10:54, 19. Jul. 2015 (CEST)

Die Frage nach der Ursache kann man nicht so pauschal beantworten. Deine Überlegung ist nicht falsch, betrifft aber nur kombinatorische Lautwandel, bei denen sich ein Laut an einen anliegenden assimiliert, um die Lautkombination einfacher auszusprechen (z. B. wenn jemand /samft/ statt /sanft/ spricht, weil das /m/ wie das folgende /f/ mit den Lippen gebildet wird und die Folge /nft/ so leichter auszusprechen ist). Das trifft allerdings für die 2. Lautverschiebung nicht zu ("Kopf" ist nicht leichter auszusprechen als kopp - wenn dann sogar artikulatorisch aufwendiger). Die Affrikatisierung muss man sich vielleicht eher als längeren Prozess verstellen, bei dem man begann, die Plosive mit mehr Druck zu sprechen, also etwa /p/, /t/ > /ph/, /th/ > /pf/, /ts/. Warum man begann die Artikulationsweise zu ändern ist nicht klar (auch wenn es im 19. Jh. ganz lustige Theorien gab, wie z. B. wegen der Alpenluft). Bekannt ist aber, dass dieser Prozess nicht immer zum gleichen Ergebnis führt (bspw. kamen in der 1. LV Frikative heraus) und manchmal rückgängig gemacht wurde (z. B. über /p/ > /ph/ > /p/). Dazu kann ich Dir empfehlen, die Habilitationsschrift von Martin Joachim Kümmel anzusehen. Er hat alle konsonantischen Lautwandel in den indogermanischen, afroasiatischen und uralischen Sprachen gesammelt und kategorisiert. Ich hoffe ich konnte Dir weiterhelfen; es ist nämlich eine durchaus schwierige und umstrittene Frage. Grüße--~~~~ Fragen?? 14:46, 23. Apr. 2016 (CEST)

Unterschied?[Quelltext bearbeiten]

Der Beginn dieser Veränderung wurde … auf das frühe 6. Jahrhundert n. Chr. datiert. Nach mehreren neu gefundenen Inschriften … begann sie jedoch erst ab ca. 600 …. Kann mir mal jemand den Unterschied beschreiben? --37.201.243.211 20:22, 28. Apr. 2017 (CEST)

Das 6. Jahrhundert liegt zwischen 501 und 600 n. Chr.--~~~~ Fragen?? 15:00, 10. Jul. 2017 (CEST)

Varianten[Quelltext bearbeiten]

Wie wär's mit,"Die zweite, genauer althochdeutsche Lautverschiebung? Die leider auch gebräuchlichen Teilerweiterungen sind doch ebenfalls ungenau.HJJHolm (Diskussion) 18:52, 4. Jul. 2017 (CEST)