DisneyToon Studios

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
DisneyToon Studios

Logo
Rechtsform Tochterunternehmen von Walt Disney Animation Studios (The Walt Disney Company)
Gründung 1. April 1990
Auflösung 28. Juni 2018
Sitz Glendale (Kalifornien), Vereinigte Staaten[1]
Leitung

Ed Catmull, President
John Lasseter, CCO[2]
Meredith Roberts, Vizepräsidentin/CEO[3]

Mitarbeiterzahl

44 (Stand 2014)[1]

Branche Computeranimation
Website www.disneytoonstudios.com

DisneyToon Studios, früher Disney MovieToons[4] und Disney Video Premieres[5], ist ein US-amerikanisches auf Direct-to-Video und seltener Kinofilme spezialisiertes Computeranimationsstudio. Es fungiert als Tochterunternehmen der Walt Disney Animation Studios, die wiederum eine Abteilung der The Walt Disney Company sind.[6] Das Studio hat bisher 47 Spielfilme produziert, den ersten davon, DuckTales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe, im Jahr 1990. Der neuste Eintrag ist Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest aus dem Jahr 2015.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Disney MovieToons[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo von Disney MovieToons

Disney MovieToons produzierte seinen ersten Film DuckTales: Der Film – Jäger der verlorenen Lampe im Jahr 1990. Für die Animation war Walt Disney Animation France zuständig.[4] Im Jahr 1993 stellte Disney Television Animation Sharon Morrill ein, um zukünftige Projekte zu leiten.[7]

Disney fing an, Direct-to-Video-Fortsetzungen zu seinen Spielfilmen zu produzieren: Der erste, Dschafars Rückkehr, die Fortsetzung von Aladdin, im Jahr 1994. Als sich der Film als kommerzieller Erfolg erwies, fokussierte sich das Studio auf weitere Direct-to-Video-Projekte. Eine weitere Fortsetzung mit dem Namen Aladdin und der König der Diebe wurde im Jahr 1996 veröffentlicht. Die Animationsarbeit wurde den australischen und japanischen Abteilungen zugewiesen.[8]

Nach dem Rücktritt von Vorsitz Jeffrey Katzenberg im August 1994 wurde Disney Studios in Disney Video Premieres und Disney Television Animation aufgeteilt und unter die Leitung von Walt Disney Television and Telecommunications verlegt.[9]

Morrill war für den ersten Direct-to-Video-Film unter dem Namen Disney Video Premieres, Dschafars Rückkehr, zuständig.[5] Mit dem Erfolg des Films stieg der Direct-to-Video-Vertrieb an[5], sodass Disney den Animationsstudios im Ausland mehr und mehr Projekte zuwies.[10] Morrill wurde Ende 1997 zur Vizepräsidentin des Studios ernannt.[10]

Im September 1997 wurden Disney MovieToons und Disney Video Premieres mitunter erneut verlegt. Diesmal unter die Leitung von Walt Disney Television.[11][12]

1997 veröffentlichte die Abteilung den Kurzfilm Redux Riding Hood, der ein Jahr später für einen Oscar nominiert wurde.[7] Daraufhin folgten weitere Direct-to-Video-Fortsetzungen, darunter Die Schöne und das Biest: Weihnachtszauber (1997), Pocahontas 2 – Die Reise in eine neue Welt (1998), Der König der Löwen 2 – Simbas Königreich (1998) und Cinderella 2 – Träume werden wahr (2002).[10] Im April 1998 wurden MovieToons und Video Premieres zusammengefügt und Morrill wurde zur exekutiven Vizepräsidentin befördert.[7]

DisneyToon Studios[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hauptsitz des Studios in Glendale (Kalifornien)

In einem Umstrukturierungsprozess im Jahr 2003 wurde die MovieToons- und Video Premieres-Abteilung von Walt Disney Television Animation zu Walt Disney Feature Animation verlegt und zum aktuellen Namen umbenannt. Morrill behielt ihre Rolle als Vizepräsidentin.[5] Mit der Spaltung war nun nicht nur DisneyToon für Direct-to-Video zuständig, sondern auch Disney Television Animation.[8]

Im Juni 2004 schloss Disney das Animationsstudio in Japan, eines von zwei Überseestudios, mit denen DisneyToon kooperierte.[13][14][15] Im März 2005 erhielt Morrill schließlich den Titel des Präsidenten.[8] Nach 17 Jahren wurde im Oktober 2006 auch DisneyToon Studios Australia geschlossen.[16]

Nach dem Kauf von Pixar, trat auch John Lasseter der Firma bei. Er war der Meinung, dass DisneyToon mit der Produktion von Fortsetzungen und Prequels den klassischen Spielfilmen den Wert nehme. Als die Produktion von Tinker Bell im Jahr 2008 zu Komplikationen führte, überdachte Disney den Fokus der Abteilung. Dies hatte zur Folge, dass Sharon Morrill ihren Titel abgab und eine andere Position in der Firma annahm. Im Juni 2007 übernahm Alan Bergman die Leitung. Ed Catmull und Lasseter galten als Berater. Lasseter stimmte für den Rückzug aller zukünftigen Projekte von DisneyToon Studios. Geplante Fortsetzungen zu Himmel und Huhn (2005), Pinocchio (1940) und Aristocats (1970) wurden demnach gestrichen. Die Produktion von Tinker Bell wurde beendet und die Veröffentlichung von Arielle, die Meerjungfrau 3 wurde pausiert.[2][17]

Meredith Roberts wechselte im Januar 2008 von Disney Television Animation zu DisneyToon und fungierte dort als Vizepräsidentin und Generaldirektorin.[3] Im April 2008 wurde bekanntgegeben, dass sich DisneyToon zukünftig nicht mehr auf Fortsetzungen, sondern auf Spin-offs konzentrieren würde. Die Abteilung war unter der Leitung des neu benannten Disney Feature Animation Studio, heute Disney Animation Studios, geleitet von Catmull und Lasseter.[18]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2002 betrugen Produktionskosten für DisneyToons Filme selten über 15 Millionen US-Dollar. Im selben Jahr hatten die Filme des Studios zusammen über 100 Millionen Dollar eingenommen.[19]

Spielfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Marc Graser: Layoffs Hit ‘Planes’ Producer Disneytoon Studios. Variety. 11. August 2014. Abgerufen am 12. August 2014: „Of the 60 employees on staff at the Glendale, Calif.-based division of Walt Disney Animation Studios, 16 are being affected by the layoffs and started to be told of the reductions last week, individuals close to the situation confirmed to Variety.“
  2. a b Sarah Baisley: Disneytoon Studios Prexy Morrill Steps Down. In: Animation World Network, 21. Juni 2007. Abgerufen im 19. April 2012. 
  3. a b Ryan Ball: Disney Snags Nick Exec Coleman. In: Animation Magazine. 30. Januar 2008. Archiviert vom Original am 25. August 2013. Abgerufen am 13. Juni 2015.
  4. a b Richard Harrington: ‘DuckTales: The Movie’. In: Washington Post, 7. August 1990. Abgerufen im 27. Februar 2013. 
  5. a b c d Sarah Baisley: Disneytoon Studios Builds Slate Under New Name and Homes for Needy. In: Animation World Network, 16. Juni 2003. Abgerufen am 26. Februar 2013. 
  6. Disneytoon Studios: Job Description. In: The Walt Disney Company. DisneyToon Studios. Archiviert vom Original am 21. September 2013. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/careers.disneyanimation.com Abgerufen am 11. August 2013: „Disneytoon Studios is a part of Walt Disney Animation Studios...“
  7. a b c Disney ups TV animation duo. In: Variety, 27. April 1998. Abgerufen im 16. September 2015. 
  8. a b c Joe Strike: Disney’s Animation Cash Crop — Direct-to-Video Sequels. In: AnimationWorld, 28. März 2005. Abgerufen am 9. März 2013. 
  9. Bernard Weinraub: Chairman of Disney Studios Resigns. In: Los Angeles Times, 25. August 1994. Abgerufen im 28. April 2014. 
  10. a b c Ilene Hoffman: Buena Vista Home Entertainment: A Very Lucky Accident Indeed. In: Animation World Magazine, November 1997. Abgerufen am 9. März 2013. 
  11. Sallie Hofmeister: Disney Splits Television Group Into 2 Units. In: Los Angeles Times, 17. September 1997. Abgerufen am 28. April 2014. 
  12. Executive Profile: Charles Hirschhorn. Bloomberg Business. Abgerufen am 30. Dezember 2015: „For the TV and TV animation group, he was responsible for the Disney Telefilms, including all live-action films airing on „The Wonderful World of Disney“ – which he re-launched on ABC in 1997, and also animated series and specials for Disney Video Premieres and Movietoons.“
  13. Gregg Kilday: Dis To Shut Japan Ani Unit. In: The Hollywood Reporter, 23. September 2003. Abgerufen am 25. Dezember 2011. 
  14. Pencils Down at Walt Disney Animation Japan. In: Animation Magazine, 23. September 2003. Abgerufen im 8. September 2015. 
  15. Disney to close Japan animation studio in June. In: Asia Times Online, 9. April 2004. Abgerufen im 25. Dezember 2011. 
  16. Nick Grimm: Disney cans Australian animation operation. In: Australian Broadcasting Company, 27. Juli 2005. Abgerufen im 19. April 2012. 
  17. Jim Hill: Say „So Long !“ to direct-to-video sequels : Disneytoon Studios tunes out Sharon Morrill. In: Jim Hill Media, 20. Juni 2007. Abgerufen im 19. April 2012. 
  18. Dade Hayes: Disney unveils animation slate – Entertainment News, Film News, Media, Variety. 8. April 2008. Abgerufen im 3. Januar 2012. 
  19. Disney taking sequels to the bank. In: Spartanburg Herald-Journal, New York Times Company, 14. Februar 2002, S. D7. Abgerufen im 29. März 2017. 

Koordinaten: 34° 9′ 54,7″ N, 118° 17′ 24,7″ W