Dove Elbe

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Dove Elbe
Gartenbaubetrieb an der Dove Elbe

Gartenbaubetrieb an der Dove Elbe

Daten
Lage Hamburg, Deutschland
Flusssystem Elbe
Abfluss über Elbe → Nordsee
Mündung in die NorderelbeKoordinaten: 53° 30′ 22″ N, 10° 3′ 34″ O
53° 30′ 22″ N, 10° 3′ 34″ O
Länge 18 km
Einzugsgebiet 506 km²
Tatenberger Bucht
Luftaufnahme der Tatenberger Schleuse
Dove-Elbe-Schleuse

Die Dove Elbe (von niederdeutsch dov „taub“) ist ein 18 Kilometer langer Nebenarm der Elbe im Südosten Hamburgs.

Die Dove Elbe wurde 1437/1438 am Gammer Ort durch einen Verbindungsdeich zwischen den Inseln Altengamme und Neuengamme vom Hauptstrom der Unterelbe abgetrennt, um das Fahrwasser des Hamburger Hafens zu verbessern.[1][2] Sie beginnt heute kurz hinter dem Deich als schmaler Graben und verläuft zunächst in nordwestlicher Richtung durch die Hamburger Vierlande.

Vor der Neuengammer Blauen Brücke geht links der Neuengammer Stichkanal ab. Von 1940 bis 1942 mussten Häftlinge des Konzentrationslagers Neuengamme diesen Kanal graben und die Dove Elbe ab hier verbreitern. Auf dem so geschaffenen Wasserweg sollten die im Klinkerwerk des Lagers hergestellten Ziegelsteine mit Schuten nach Hamburg transportiert werden.

Ab Curslack ist die Dove Elbe mit größeren Sportbooten befahrbar. Kurz dahinter mündet der Neuengammer Durchstich von links ein, der eine – allerdings nur mit Kanus befahrbare – Verbindung zur Gose Elbe bildet.

Hinter der Dove-Elbe-Schleuse, die nur noch als Hochwassersperrtor fungiert und im Normalfall geöffnet ist, mündet von rechts der nach Bergedorf führende Schleusengraben ein, der Wasser aus der nördlich verlaufenden Bille führt. Der Schleusengraben wurde 1443 gezogen, um über die Dove Elbe die direkt vor Hamburg liegenden Elbarme wieder mit mehr Wasser zu versorgen. Der Schleusengraben und damit das Stadtzentrum von Bergedorf sind über die Krapphofschleuse befahrbar. Kanus können eine östlich davon unter einer Straßenbrücke befindliche Bootsschleppe nutzen. Die Dove Elbe fließt dann weiter in westlicher Richtung durch die Hamburger Marschlande und trennt dabei das Gebiet von Allermöhe von der am Südufer gelegenen Insel Reitbrook.

Zwischen der Nordwestspitze Reitbrooks mit dem Naturschutzgebiet Die Reit und Ochsenwerder mündet von Süden die Gose Elbe, ein weiterer Altarm der Elbe, ein. Die Dove Elbe ist vor und hinter der Mündung zu einem langgestreckten See verbreitert; er ist als Regattastrecke ausgewiesen, auf der Ruder- und Kanuregatten stattfinden. Unmittelbar nördlich davon liegt der Eichbaumsee, ein Baggersee, der beim Bau der A 25 entstand und im Sommer als Badesee beliebt war. Seit 2007 ist dort das Baden verboten.

An der Tatenberger Bucht knickt die Dove Elbe nach Norden ab und umfließt die frühere Insel Tatenberg in einem weiten Bogen. Vor deren Eindeichung verlief nach Südwesten hin zwischen Ochsenwerder sowie Tatenberg und Spadenland ein weiterer Seitenarm der Elbe, der bei Moorwerder wieder auf den Hauptstrom im Süden traf.

Hinter der Tatenberger Schleuse fließt die Dove Elbe seit 1579 mit der Norderelbe zusammen, die heute den nördlichen Hauptstrom der Elbe im Bereich Hamburgs bildet. Die Mündung und die Norderelbe selbst entstanden durch Durchtrennung der südlich davon gelegenen Insel Spadenland (Spadenlander Durchstich) und die Abdeichung der eigentlich nach Westen weiterfließenden Dove Elbe. Auch durch diese wasserbauliche Maßnahme versuchte Hamburg, seinen aufstrebenden Hafen zu Lasten des an der seinerzeit wasserreicheren Süderelbe gelegenen Harburg mit Wasser zu versorgen.

Hinter dem Deich, der heute die Insel Wilhelmsburg nach Osten begrenzt, setzt sich der Verlauf der Dove Elbe in westlicher Richtung zunächst im Georgswerder Schleusengraben fort und geht ab der Kirchdorfer Straße unter der Bezeichnung Dove Wettern und Wilhelmsburger Dove Elbe[3] weiter; diese trennt die ehemaligen Inseln Georgswerder im Norden und Stillhorn im Süden. Die Wilhelmsburger Dove Elbe fließt über den Ernst-August-Kanal in den Reiherstieg ab, einen in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Wasserweg im Bereich des Hamburger Hafens, der seinerseits gegenüber dem Baumwall in die Norderelbe mündet.

Die Strömung der Dove Elbe ist schwach, da sie kein nennenswertes Gefälle hat. Ihr Wasser ist von guter Qualität.

Fischfauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dove Elbe, ein ähnlich wie die Gose Elbe stark verkrautetes und mit dichten Teppichen von Teichrosen bestandenes Altgewässer, ist von der Krapphofschleuse bis zur Mündung in die Elbe, ein Pachtgewässer des Angelsport-Verbandes Hamburg e.V.[4] Sie gehört zu den sogenannten Hamburger Verbandsgewässern[5], in denen Mitglieder, der an den Verband angeschlossenen Angelvereine, den Angelsport ausüben können. Von der Fischereinutzung ausgenommen ist das Naturschutzgebiet Hohe Reit. Folgende Fischarten lassen sich in dem 15 Kilometer langen Fließgewässer beangeln: Karpfen, Schleien, Rotaugen, Rotfedern, Alande, Brachsen, Hechte, Zander, Rapfen, Flussbarsche und Aale. Das Anfüttern von Friedfischen ist aus Gründen der Gewässereutrophierung untersagt.

Sprachliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flussname wird gelegentlich auch mit Bindestrich (Dove-Elbe) geschrieben, da im Hochdeutschen der adjektivische Gebrauch von „dov“ nicht unmittelbar erkennbar ist. Auch ist strittig, ob der Flussname zu deklinieren sei (vergleiche Strömung der Dove Elbe, aber Strömung der Schwarzen Elbe).

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Hamburg: Geotouristische Objekte in Bergedorf – Abdämmung Dove Elbe (Memento vom 10. Mai 2011 im Internet Archive)
  2. Karl-Ernst Behre: Landschaftsgeschichte Norddeutschlands. Umwelt und Siedlung von der Steinzeit bis zur Gegenwart. Wachholtz, Neumünster 2008, ISBN 978-3-529-02499-3, S. 121.
  3. Elbe Wochenblatt, Region>Wilhelmsburg>Themen>Dove Elbe (Memento vom 24. Oktober 2016 im Internet Archive) abgerufen am 24. Oktober 2016
  4. Homepage des AV Hamburg e.V.
  5. weitere Verbandsgewässer sind Gose Elbe, Eichbaumsee, Alte Süderelbe, Hohendeicher See (Oortkatensee), Strom-Elbe 1-3, Hummelsee, Teile der Oste und Elbe-Seitenkanal