Dreien

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Dreien
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton St. GallenKanton St. Gallen Kanton St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburg
Politische Gemeinde: Mosnangi2
Postleitzahl: 9612
Koordinaten: 719214 / 247993Koordinaten: 47° 22′ 19″ N, 9° 1′ 2″ O; CH1903: 719214 / 247993
Höhe: 669 m ü. M.
Einwohner: 422 (31. Dezember 2018)[1]
Dreien

Dreien

Karte
Dreien (Schweiz)
Dreien
www

Dreien, schweizerdeutsch de Draie oder im Draie,[2] ist eine Ortschaft in der politischen Gemeinde Mosnang im Toggenburg im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Nebst Dreien und Wiesen (auch: Wisen) besteht die Ortschaft aus vielen weiteren kleinen Weilern und Einzelhöfen.

Dreien wurde als 1505 als Dryen erwähnt,[2] liegt zwischen Mosnang und Mühlrüti an der Strasse, die über die Hulftegg ins Tösstal führt. An Dreien vorbei führte der einstige Pilgerweg vom Hinterthurgau über das Toggenburg nach Einsiedeln. Die Pilger gelangten von Fischingen nach Gähwil und Mosnang und weiter über den Ricken.[3] Dreien wird von Postautolinie Bütschwil–Mühlrüti bedient.

Die Bevölkerung betreibt Landwirtschaft oder pendelt weg. Die Milch wird vorwiegend zu Emmentaler[4] und Appenzeller Käse[5] verarbeitet.

Bildung und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreien hat eine Primarschule, jedoch keinen eigenen Kindergarten. Kirchlich und kulturell ist Dreien nach Mosnang orientiert. In Wiesen besteht ein Schützenverein[6] und ein Fussballclub, der auf einem kleinen Spielfeld trainiert;[7] in Dreien spielt eine Theatergruppe.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Restaurant «Schäfli» in Wiesen

Das Wirtshaus «Schäfli» in Wiesen ist ein Bohlenständerbau mit einer reichen Durchfensterung, zum Teil noch mit Mondscheiben. In der Giebelpartie ist die nackte Bohlenwand zu sehen. Die verschalten Klebdächer stammen aus dem 18. Jahrhundert, der Saalanbau von 1896. Im neueren Dachreiter hängt ein 1834 gegossenes Glöcklein.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die in Dreien aufgewachsene Esoterikerin Christina Meier hat unter dem Namen Christina von Dreien zwei Bücher publiziert.[10] Laut der evangelischen Informationsstelle für Kirchen, Sekten und Religionen entwickelt sich die Tochter der früheren Leichtathletin Bernadette Meier-Brändle immer mehr zu einer Verschwörungstheoretikerin.[11]

Bernhard Hollenstein ist einer der letzten Handsticker in der Ostschweiz. Auch mit 80 Jahren sass er täglich an der Stickmaschine[12] im Weiler Ehratsrick, wo er auch seine Jugend verbrachte.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Dreien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung. Auf der Webseite der Gemeinde Mosnang
  2. a b Dreien Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 15. Februar 2020
  3. Strässle: Kirchberger Sagenschatz, S. 4 (Memento vom 6. November 2007 im Internet Archive) (PDF; 93 kB)
  4. Käserei Dreien. Abgerufen am 1. November 2020
  5. Beatrice Bollhalder: 40 Jahre auf der Käserei Bodmen. In: St. Galler Tagblatt (online), 5. Mai 2017
  6. Schützengesellschaft Wisen. Abgerufen am 1. November 2020
  7. Timon Kobelt: Im Juhee und doch sehr zentral: Die Geschichte des FC Wiesen ist etwas für die Fussball-Romantiker. In: St. Galler Tagblatt (online), 24. Juli 2019
  8. Peter Jenni: Dreien: Zwischen Stall und Wohnhaus. In: St. Galler Tagblatt (online), 10. Februar 2017
  9. Bernhard Anderes, Josef Hagmann: Gemeinde Mosnang. Kulturgeschichte und Kunst Mosnang-Mühlrüti-Libingen. Kalberer, Bazenheid 1996, ISBN 3-9520633-2-0, S. 60–61
  10. Urs-Peter Zwingli: Esoteriker ja, Satanisten nein: Weshalb die Bücher der Toggenburgerin Christina von Dreien in St.Galler Bibliotheken zu haben sind. In: St. Galler Tagblatt (online), 16. März 2019
  11. Urs-Peter Zwingli: «Das Coronavirus ist nicht so gefährlich, wie es dargestellt wird»: Wie die Toggenburgerin Christina von Dreien sowie andere Esoteriker und Sekten aus der Krise Profit schlagen wollen. In: St. Galler Tagblatt (online), 30. März 2020
  12. Mirjam Bächtold: Stickerei: Herr über Nadeln und Fäden. In: St. Galler Tagblatt (online), 29. April 2017
  13. Markus Wehrli: Die letzten Handsticker. In: St. Galler Tagblatt (online), 24. April 2010