Eğirdir Gölü

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Eğirdir Gölü
Der See mit der Stadt Eğirdir (links) und den beiden Inseln
Geographische Lage Provinz Isparta (Türkei)
Abfluss Kanal zum Kovada Gölü
Orte am Ufer Eğirdir
Daten
Koordinaten 38° 3′ N, 30° 52′ OKoordinaten: 38° 3′ N, 30° 52′ O
Eğirdir Gölü (Türkei)
Höhe über Meeresspiegel 917 m
Fläche 482 km²
Länge 50 km
Breite 3 km bis 5 km (von Osten nach Westen)dep1
Maximale Tiefe 16,5 m
Mittlere Tiefe 14 m
Vorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-FLÄCHEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-SEEBREITEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MAX-TIEFEVorlage:Infobox See/Wartung/NACHWEIS-MED-TIEFE

Der Eğirdir Gölü (Eğirdir-See) ist der viertgrößte See und der zweitgrößte Süßwassersee der Türkei.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See ist nach der Uferstadt Eğirdir benannt. Deren Name rührt von der türkischen Aussprache Eğridir ihres alten griechischen Namens Akrotiri her, was aber auf türkisch so viel bedeutet wie „verkrümmt“, so dass in den 1980er-Jahren der Name von Stadt und See offiziell in Eğirdir geändert wurde.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der See, etwa 186 km nördlich von Antalya in der Provinz Isparta, zählt zur Isaurisch-Pisidischen Seenplatte. Er ist an der Hoyran-Seeenge in zwei Teile unterteilt, der kleinere Nordteil wird auch Hoyran Gölü genannt. Das Becken des 468 km² großen Eğirdir Gölü erstreckt sich in N-S Richtung auf 916 m Höhe ü. N.N. in einer Grabenzone innerhalb der Knickzone zwischen dem Westtaurus und dem Mitteltaurus (Kurve von Isparta). Bisweilen gesäumt von lichten Wachholderwäldern liegt der viertgrößte Binnensee der Türkei mit einer maximalen Tiefe von nur 20 m eingebettet in die Bergwelt des Barla Dağı (2263 m) und des Karakuş Dağı (1995 m) im Westen, des Davraz Dağı (2635 m) im Süden sowie des Dedegöl Dağı (2388 m) und des Kirişli Dağı (1889 m) im Osten. Im Norden ist durch eine 1,5 km enge Stelle ein Drittel der Seefläche als Hoyran Gölü abgetrennt, benannt nach dem Dorf Kumdanlı im Nordosten des Sees, das früher Hoyran hieß. An diesem Abschnitt des Sees lag wahrscheinlich die antike Stadt Oroanda. Zusammen sind beide Seeteile etwa 50 km lang und maximal 15 km breit. Vor allem der Hoyran Gölü ist sehr nährstoffreich, so dass es hier neben dem Sumpfkrebs einen beträchtlichen Fischbestand gibt (10 verschiedene Arten, u. a. Karpfen, Zärte, Zander). Davon profitieren entsprechend Wasser- und Sumpfvögel (Reiher). Der See hat einen Ausfluss zum Kovada Gölü (siehe dort), wird aber gleichzeitig auch durch zahlreiche Schlucklöcher (Ponore) unterirdisch drainiert, deren Lage man allerdings noch nicht genau kennt.[1]

Im Südteil gibt es zwei ehemalige Inseln, Can Ada (türkisch für „Lebensinsel“) und Yeşil Ada (türkisch für „Grüne Insel“), die über eine befestigte Straße mit der Stadt Eğirdir verbunden sind. Can Ada ist mit einer Fläche von 7 Hektar die kleinere der beiden Inseln und ist unbewohnt. Die Insel wird lediglich für Spaziergänge und zum Picknicken gerne genutzt. Als Mustafa Kemal am 1. Februar 1933 die Stadt Eğirdir besuchte, wurde ihm als Anerkennung für seine Dienste die Can Ada geschenkt. Nach seinem Tod wurde sie seinen Erben zugesprochen. Heute gehört die Insel der Stadt Eğirdir. Yeşil Ada war bis zur Vertreibung der griechischen Minderheit 1923 griechisch besiedelt und gilt als beliebteste Touristenanlegestelle Eğirdirs. Neben der schönen Landschaft gibt es historische Bauwerke wie die Aya-Stefanos-Kirche.

Wirtschaftliche Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem reichen Vorkommen an Fisch- und Krebsarten (z. B. der Galizische Sumpfkrebs) spielt der See für die Bewässerung der landwirtschaftlichen Räume und in der Energiegewinnung für die Region um den See eine wichtige Rolle. Er speist über einen 25 km langen Kanal den südlich gelegenen kleineren See Kovada Gölü. Seit Ende 1994 wird ein Kraftwerk betrieben, von dem ein Teil des Trinkwassers für die Provinz Isparta bezogen wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Volker Höhfeld: Egirdir Gölü. In: Baedeker Alianz Reiseführer. Türkei. 3. Auflage. Mairs Geographischer Verlag, Ostfildern 1997, ISBN 3-87504-546-7, S. 287.