Eberholzen

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Koordinaten: 52° 3′ 17″ N, 9° 51′ 11″ O

Eberholzen
Gemeinde Sibbesse
Wappen von Eberholzen
Höhe: 180 m ü. NHN
Fläche: 12,21 km²[1]
Einwohner: 564 (31. Dez. 2015)[2]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 31079
Vorwahl: 05065
Eberholzen (Niedersachsen)
Eberholzen

Lage von Eberholzen in Niedersachsen

Ebenholzen im Landkreis Hildesheim
Ebenholzen im Landkreis Hildesheim

Eberholzen ist ein Ortsteil der Gemeinde Sibbesse im Landkreis Hildesheim, Niedersachsen, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberholzen liegt südwestlich von Hildesheim zwischen den Naturparks Weserbergland Schaumburg-Hameln und Harz. Nordöstlich erhebt sich der Hildesheimer Wald, südsüdöstlich liegen die Vorberge und südwestlich die Sieben Berge. Durchflossen wird das Dorf vom kleinen Despe-Zufluss Hahmbach.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe Ortschaften sind Heinum im Nordwesten, Eitzum im Norden, Nienstedt im Nordnordosten, Hönze im Nordosten, Möllensen im Nordosten, Sibbesse im Osten und Westfeld im Südosten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberholzen wird im Jahr 1240 als Eilbereholthusen erstmals urkundlich erwähnt, wobei Eilbere möglicherweise ein Eigenname ist. Weitere Bezeichnungen sind 1282 Elberholthusen, 1282 Ebbereholthusen, 1285 Elberholthusen, 1304 Elberholthusen, 1311 Eylberholthusen und 1318 Elberholthusen.[3]

Die Kapelle im benachbarten Dorf Möllensen wurde 1304 als "Filial" der Kirche in Eberholzen genannt.[4] Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte Eberholzen 682 Einwohner[5].

Am 1. November 2016 wurde Eberholzen mit den anderen Gemeinden der Samtgemeinde Sibbesse zur neuen Gemeinde Sibbesse zusammengeschlossen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat von Eberholzen setzt sich aus fünf Ratsherren zusammen.

  • CDU: 2 Sitze
  • SPD: 2 Sitze
  • Unabhängige: 1 Sitz

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)[6]

Ortsbürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsbürgermeister ist Rudolf Brandes (CDU).[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Eberholzen stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften in der Region Hannover entworfen hat.[7] Das Wappen wurde der Gemeinde am 30. Juli 1938 durch den Oberpräsidenten verliehen. Die Überreichung durch den Landrat wurde am 20. Dezember desselben Jahres durchgeführt.[8]

Wappen von Eberholzen
Wappenbeschreibung: „Auf Silber ein mit zwei verschlungenen goldenen Ringen belegter blauer Balken.“
Wappenbegründung: In der Gemeinde Eberholzen ist alt und jung die Ortssage „Der Scheidebrunnen“ geläufig. Sie behandelt das Motiv unverbrüchlicher Treue bis in den Tod, das durch die verschlungenen Ringe im blauen Band versinnbildlicht wird. Einstimmig erkor die Gemeinde sich dieses für sie so sinnvolle Wappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm der Kirche aus dem 12. Jahrhundert
Steinsarg vor der Kirche mit Denkmal

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort, durch dessen Mitte der Hahmbach fließt, fallen zahlreiche gut erhaltene bzw. restaurierte Fachwerkhäuser auf[9], z. B. in der Nord- und Dammstraße, um die Kirche herum und am Tie.

  • Der Turm der evangelischen St. Bartholomäuskirche wurde im 12. Jahrhundert erbaut. In der einschiffigen Kirche, deren Schiff 1729 erbaut wurde, sind unter anderem der barocke Kanzelaltar von 1731, die Orgel von 1794 [10] und die im 18. Jahrhundert bemalte, hölzerne Kassettendecke sowie das Taufbecken aus Sandstein von 1611 beachtenswert[11]. Die Empore im Osten wurde 1717 eingefügt, die im Westen und Norden 1722/23. 1966 wurde die Kirche renoviert.
  • Vor der Kirche ist ein Steinsarg aus dem 13. Jahrhundert zu sehen. In ihm soll einer Sage nach ein Ritter von Eberhardt begraben sein, der mit einem Bann belegt war und deshalb nicht in der Kirche oder auf dem Friedhof beerdigt werden konnte.
  • Ebenfalls vor der Kirche wurde 1913 aus Findlingen ein Denkmal zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig (1813) errichtet. Hier befindet sich auch ein Denkmal zum Gedenken an die Gefallenen beider Weltkriege.
  • In der Nordstraße ist ein 1979 restaurierter, 14 m tiefer Brunnen zu sehen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als bedeutender Fußballverein in der Region ist der TSV Eberholzen seit Jahren in der Kreisliga aktiv. Vor einigen Jahren war er bundesweit das kleinste Dorf mit einem Verein in einem Bezirk, nachdem der Aufstieg 2003 gelungen war.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gegenüber der Kirche befindet sich die Kindertagesstätte "Mäuseburg".

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberholzen ist über Kreisstraßen mit der Bundesstraße 243 an das Straßennetz angeschlossen. Regelmäßige direkte Linienbusverbindungen bestehen von und nach Gronau, Hildesheim und Alfeld.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Otto, Mitbegründer der politischen Partei Die Grünen und Gründer der Quartalszeitschrift „Alternativen“, lebt in Eberholzen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eberholzen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Spalte Fläche, Stand 1. Januar 2015
  2. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015
  3. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  4. Hildesheimer Allgemeine Zeitung, S. 21. 27. Februar 2010.
  5. Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, S. 216. Leipzig 1905.
  6. a b Ortsräte und Ortsbürgermeister der Gemeinde Sibbesse
  7. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  8. Wilhelm Barner: Wappen und Siegel des Kreises Alfeld. Verlag: Lax GmbH & Co. KG, Hildesheim 1998 (Neubindung)
  9. Sanierungsbericht [1]
  10. Informationstafel im Vorraum der Kirche.
  11. Kurt Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler - Bremen, Niedersachsen, S. 414. München 1992.