Sibbesse

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Sibbesse
Sibbesse
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Sibbesse hervorgehoben
52.059.9192Koordinaten: 52° 3′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Hildesheim
Samtgemeinde: Sibbesse
Höhe: 192 m ü. NHN
Fläche: 17,74 km²
Einwohner: 2656 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 150 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31079
Vorwahl: 05065
Kfz-Kennzeichen: HI, ALF
Gemeindeschlüssel: 03 2 54 031
Webpräsenz: www.sibbesse.de
Bürgermeister: Thomas Oelker
Lage der Gemeinde Sibbesse im Landkreis Hildesheim
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Über dieses Bild

Sibbesse ist eine Gemeinde im Landkreis Hildesheim in Niedersachsen. Sie ist der Hauptort der Samtgemeinde Sibbesse, der weitere vier Gemeinden angehören. Sibbesse ist Mitglied der Region Leinebergland, einem nach dem Leader-Ansatz gegründeten, freiwilligen Zusammenschluss verschiedener Städte und Gemeinden im südlichen Niedersachsen.

Zur Ortschaft Sibbesse, in der rund 2.800 Einwohner leben, gehören die Ortsteile Hönze, Möllensen und Petze.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Sibbesse liegt nordöstlich der Sieben Berge (bis 395 m hoch), hinter denen – dem Märchen nach – möglicherweise Schneewittchen gelebt haben soll, und südlich des Hildesheimer Walds (bis 359 m hoch). Es befindet sich zwischen Alfeld (Leine) im Westen und Hildesheim im Nordosten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort wurde 989 als „Sighebretthehusen“ erstmals erwähnt.[2]

Der Ortsteil Hönze findet sich erstmals 1170 als „Hönde“ urkundlich erwähnt, Möllensen im 13. Jahrhundert als „Molinhus“ bzw. „Mollem“ und Petze Anfang des 11. Jahrhunderts als „Pezunsun“.

Die im Ort befindliche Kirche entstand im 12. Jahrhundert. Zuwachs bekam der Ort im 16. Jahrhundert durch die Sesshaftmachung von fahrendem Volk, d. h. Zigeunern aus dem Eichsfeld. Diese hatten sich auf die Reparatur von Töpfen und Kesseln spezialisiert und sorgten damit auch dafür, dass die Einwohner den weniger netten Beinamen „Kesselflicker“ erhielten. Noch heute lassen sich Spuren der „Kesselflicker“ anhand der altansässigen Nachnamen nachweisen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zählte Hönze 166 Einwohner,[3] während in Sibbesse 751 Menschen lebten.[4] Möllensen hatte zur gleichen Zeit 115 Einwohner[5] und Petze 324.[6]

Am 7. November 1901 wurde der Abschnitt Bodenburg-Gronau der Bahnstrecke Elze–Bodenburg mit je einem Bahnhof in Sibbesse und in Hönze eingeweiht. Das Bahnhofsgebäude von Sibbesse ist nicht erhalten, das von Hönze wurde nach der Stilllegung der Strecke (ab 1966) in ein Wohnhaus umgewandelt und ist am Südrand des Dorfes an der Straße An der Bahn noch zu sehen.

Die heutige Samtgemeinde Sibbesse besteht seit dem 1. März 1974 als Auswirkung der Gebietsreform in Niedersachsen. Aber schon seit 1965 hatten sich freiwillig in diesem Bereich einige Mitgliedsgemeinden zu einer Samtgemeinde zusammengeschlossen. Sibbesse wurde durch die Reform Teil der Samtgemeinde Sibbesse.[7]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Hönze, Möllensen und Petze eingegliedert.[8]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • In Sibbesse befindet sich die von 1734 bis 1737 erbaute barocke Kirche. Ihre Deckenmalerei von 1755 wurde 1893 und 1986 erneuert. Der Kanzelaltar und der Taufengel sind aus der Zeit um 1737, der Taufstein wurde 1607 angefertigt.[9]
  • Der 130 m hohe Fernmeldeturm Sibbesse der Deutschen Telekom AG wurde 1973 errichtet.
  • Gedenksteine an der Hauptstraße von Hönze bzw. an der Möllenser Kirche erinnern an die ersten urkundlichen Erwähnungen Hönzes (1170) und Möllensens (1227).
  • In Petze steht die evangelische Kirche, einschiffig mit Eckquadern. Der untere Teil des Westturms stammt vermutlich aus der Zeit der Romanik, er wurde im 15. Jahrhundert erhöht. In ihm fallen spitzbogige Schalllöcher mit Würfelkapitellen auf. Der Turmhelm ist aus dem 19. Jahrhundert. Das Kirchenschiff wurde 1784/85 erbaut. Im Kircheninneren ist u. a. der Kanzelaltar vom Ende des 18. Jahrhunderts beachtenswert.[10]
  • In Hönze ist die evangelische St.-Paulus-Kapelle mit einem Satteldach, zwei Strebepfeilern und einem beschieferten Dachreiter sehenswert. Sie wurde 1638, 1753, 1830 sowie ab 1978 renoviert und 1986 wieder eingeweiht.[11] Der Altar der Kapelle, die über ein hölzernes Tonnengewölbe und etwa 50 Sitzplätze verfügt, stammt aus dem Jahr 1684. Ursprünglich befand sich die Kanzel unmittelbar über dem Altar, sie wurde jedoch später links vor ihm aufgestellt.
  • In Möllensen steht die 1744 erbaute evangelische St.-Lucia-Kapelle. In ihr sind ein Taufstein von 1603 mit gut erhaltenen Reliefs und die Holzdecke vom Ende des 17. Jahrhunderts besonders beachtenswert.[12]
  • In Möllensen befindet sich gegenüber der Kirche die ehemalige Schule, in der der Heimatforscher und Schriftsteller Heinrich Sohnrey wirkte. An ihn erinnert eine Gedenktafel über dem Eingang. Während seiner Tätigkeit in Möllensen schrieb er das Buch „Der Bruderhof“. Der Titel bezog sich auf einen bestehenden Hof in Möllensen, der allerdings in den 1980er-Jahren abbrannte.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Sibbesse verfügt über eine Grundschule. Die nächstgelegenen Gymnasien, Realschulen, Hauptschulen und Gesamtschulen befinden sich in Lamspringe, Hildesheim und Alfeld, Bad Salzdetfurth und Gronau (Leine).

Sport[Bearbeiten]

Der Grundschule ist eine kleine Schwimmhalle mit integrierter Sauna angeschlossen, die außerhalb der Unterrichtszeiten auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht.

Der örtliche Sportverein TSV Sibbesse von 1908 e. V. bietet ein umfangreiches Sportprogramm an und ist mit über 800 Mitgliedern einer der größten Vereine in der Umgebung.

Bekannte Personen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • NN: Sibbesse: Eine moderne Samtgemeinde mit über 1000jähriger Geschichte. Sibbesse 1997
  • Sabine Hartmann: Sibbesse – Geschichte und Gegenwart. Eine Kurzchronik der Samtgemeinde Sibesse. Kreissparkasse, Hildesheim 2003
  • Sabine Hartmann: Die Samtgemeinde Sibbesse. Geschichten und Bilder. Sibbesse 2005

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sibbesse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Lüntzel, Hermann Adolf: Geschichte der Diöcese und Stadt Hildesheim, 1. Teil, Gerstenbergsche Buchhandlung, Hildesheim 1858, S. 93. Allerdings: „Sighebretthehusen ist wahrscheinlich Sibbesse. Das Domcapitel erhielt dort durch Bischof Gerdag Güter (989–992)“.
  3. Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, Leipzig 1905, S. 448.
  4. Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, wie oben, S. 1005.
  5. Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, wie oben, S. 686.
  6. Neumanns Orts- und Verkehrslexikon, wie oben, S. 824.
  7. Zur Gebiets- und Verwaltungsreform in Niedersachsen lies ausführlich: Blazek, Matthias: Von der Landdrostey zur Bezirksregierung – Die Geschichte der Bezirksregierung Hannover im Spiegel der Verwaltungsreformen, ibidem-Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-89821-357-9.
  8.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 204.
  9. Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler / Bremen, Niedersachsen, Deutscher Kunstverlag, München 1992, 978-3-422-03022-0, S. 1203.
  10. Dehio, wie oben, S. 1893.
  11. Informationstafel am Ortseingang.
  12. Dehio, wie oben, S. 955.